{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1998-04-08_1_StR_161_98_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1998-04-08","aktenzeichen":"1 StR 161/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 161/98 vom\n\n8. April 1998\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen schwerer räuberischer Erpressung u.a.\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. April\n1998 beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil\ndes Landgerichts Heidelberg vom 1. Dezember 1997\nwird als unbegründet verworfen, da die\nNachprüfung des Urteils auf Grund der\nRevisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum\nNachteil des Angeklagten ergeben hat ($S 349 Abs.\n2 StPO).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des\nRechtsmittels und die der Nebenklägerin im\nRevisionsverfahren entstandenen notwendigen\n\nAuslagen zu tragen.\n\nErgänzend bemerkt der Senat:\n\nVerwendet der Räuber bei seiner Tat eine Waffe\noder ein anderes gefährliches Werkzeug und\nerfüllt er damit neben § 250 Abs. 1 StGB aF auch\nden mit gleicher Strafe bedrohten\nQualifikationstatbestand nach § 250 Abs. 2 Nr. 1\nStGB in der seit 1. April 1998 geltenden\nFassung, so ist die letztgenannte\nGesetzesfassung nicht das mildere Gesetz i.S.\ndes § 2 Abs. 3 StGB.\n\nZwar umfaßt der bisherige Straftatbestand auch\nweniger strafwürdige Vorgehensweisen (z.B.\nbloßes Mitsichführen der Waffe o.ä.); die\nNeufassung nach § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB hat also\nbei gleichem Strafrahmen zu einer\nTatbestandseinschränkung in der Form geführt,\ndaß weniger gravierende Tathandlungen aus der\n\nQualifikation herausgefallen sind. Die gebotene\n\nkonkrete Betrachtungsweise muß aber die\nGesamtkonstruktion der alten und der neuen\nRegelung berücksichtigen. Durch Aufspaltung in\nunterschiedlich strafwürdige Qualifikationen\nsoll auch das bisherige Ausweichen der Praxis\nauf die Anwendung minder schwerer Fälle\nzurückgedrängt werden (vgl. BT-Drucks. 13/8587\nSs. 44 £.). Vor diesem Hintergrund kann nicht\nangenommen werden, daß bei Verwenden einer Waffe\ndas neue Recht das mildere Gesetz i.S. des S 2\nAbs. 3 StGB darstellt.\n\nSchäfer Ulsamer Granderath\n\nBrüning Boetticher","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-04-08/1-str-161-98","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":3},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1998-04-08/1-str-161-98","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:23:39.306597+00:00"}}