{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1993-09-16_1_StR_471_93_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1993-09-16","aktenzeichen":"1 StR 471/93","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"AfL\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\n1 StR 471/93\n\n- —\n\n16. September 1993\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nHans Heinrich 0 CE aus ER. seboren am\nGENE 195 in SOHN.\n\nwegen Vergewaltigung u.a.\n\nAP\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers\nam 16. September 1993 einstimmig beschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil\ndes Landgerichts München II vom 4. Februar 1993\nwird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des\nAngeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nZur Sachrüge bemerkt der Senat: Zu Recht nimmt\ndas Landgericht an, der Angeklagte habe den Sexualverkehr nicht nur mit Gewalt, sondern auch\ndurch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib\noder Leben i.S.v. 8 177 Abs. 1, S 178 Abs. 1\nStGB erzwungen, indem er seiner Stieftochter\n(und in ähnlicher Weise seinem Stiefsohn) drohte, er werde umgehend die Mutter samt Leibesfrucht oder die kleinen Geschwister abstechen,\nfalls sich das Kind widersetze. In einem solchen\nFall, in dem der Adressat der Drohung in seinem\neigenen Sicherheitsgefühl unmittelbar beeinträchtigt ist, reicht nach herrschender Meinung,\nder sich der Senat anschließt, die Drohung mit\neinem Angriff auf eine dritte Person jedenfalls\ndann aus, wenn diese dem Tatopfer nahesteht\n(vgl. Laufhütte in LK 10. Aufl. § 177 Rdn. 12;\nLenckner in Schönke/Schröder, StGB 24. Aufl.\n\n§ 177 Rdn. 5; Horn in SK StGB 4. Aufl. S 178\n\nMaul\n\nRdn. 7; Dreher/Tröndle, StGB 46. Aufl. S 177\nRdn. 4; Lackner, StGB 20. Aufl. $S 177 Rdn. 5;\nMaurach/Schroeder, Strafrecht BT Tb. 1 7. Aufl.\nS. 168; Preisendanz, StGB 30. Aufl. $S 177 Anm.\n5 b; Welzel, Das deutsche Strafrecht 11. Aufl.\nS. 432; BGH NStZ 1982, 286 ließ diese Frage offen).\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu\n\ntragen.\n\nUlsamer Granderath\n\nBrüning Wahl\n\nAFP","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1993-09-16/1-str-471-93","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1993-09-16/1-str-471-93","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:22:44.780874+00:00"}}