{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1982-12-07_1_StR_725_82_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1982-12-07","aktenzeichen":"1 StR 725/82","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"dd\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n1_StR_725/82 BESCHLUSS\n\nAnz\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nMartin BG aus SEMEMEEEB, geboren an GERD 1955\nin Sa\n\nwegen Diebstahls u.a.\n\ndd\n\n- 2 -\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf\nAntrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung\ndes Beschwerdeführers am 7. Dezember 1982 gemäß\n§ 349 Abs. 2 bis 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird\ndas Urteil des Landgerichts Amberg vom\n20. Juli 1982\n\n4. in den Fällen 2, 3, 5, 6, 7 und 10\nder Urteilsgründe,\n\n2. im Ausspruch über die Gesamtfreiheitsstrafe\n\nmit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu\nneuer Verhandlung und Entscheidung, auch\nüber die Kosten des Rechtsmittels, an eine\nandere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nDie weitergehende Revision wird verworfen.\nGründe:\n\nIn den Fällen 2, 3, 5, 6, 7 und 10 hat das Landgericht besonders schwere Fälle des Diebstahls angenommen, weil der Angeklagte zur Ausführung der Taten\nin umschlossene Räume eingestiegen sei (UA S. 9).\nDiese Verurteilung findet in den Feststellungen\n\n- 3 -\n\nbisher keine ausreichende Stütze. Hiernach ist der\nAngeklagte über \"Gartenzäune\" gestiegen und in\nNeingefriedete Grundstücke\" eingedrungen (UA S. 3/5).\nNähere Angaben fehlen. Das Urteil läßt demnach die\nnach Sachlage gebotene Prüfung vermissen, ob die\numzäunten Grundstücke als \"umschlossener Raum\" im\nSinn von § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 StGB anzusehen\nsind. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Umzäunung nach dem Willen des Berechtigten dazu dienen\nsoll, andere am Betreten des abgegrenzten Raumes\n\nzu hindern, und wenn sie tatsächlich ein Hindernis\nbildet, das das Eindringen Unbefugter nicht unerheblich erschwert (vgl. RGSt 7, 262, 265; 8, 275,\n275; 13, 423, 425; 32, 1413 50, 73, 755 56, 97; *\nRG GA 60, 430; 69, 106; RG Recht 1921 Nr. 1738;\n\nRG DStRZ 1922, 176; RG HRR 1939 Nr. 263; BGHSt 1,\n158, 164; 10, 132, 133; BGH NYW 1954, 1897, 1898;\nBGH bei Dallinger MDR 1955, 145; BGH, Urt. vom\n10.12.1969 - 4 StR 489/69; OLG Bremen JR 1951, 88;\nOLG Köln MDR 1969, 237; BayObLG NJW 1973, 1205 = JR\n1973, 507 mit Anm. Schröder). Diese Voraussetzungen\nwird der neue Tatrichter prüfen und darlegen müssen.\nWeil sie zugleich den Beginn und die konkrete Ausprägung des tatbestandsmäßigen Geschehens betreffen,\nberührt ihr Fehlen auch den Schuldspruch (BGHSt 29,\n359, 369).\n\n20\n\n-h-\n\nDie weitergehende Revision ist offensichtlich\nunbegründet.\n\nHerdegen Ulsamer Schikora\n\nFoth Granderath","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-12-07/1-str-725-82","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 243","ref_norm":"243","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-12-07/1-str-725-82","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:19:52.757508+00:00"}}