{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1982-10-05_1_StR_174_82_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1982-10-05","aktenzeichen":"1 StR 174/82","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n1 StR _174/82 BESCHLUSS\nSm.\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\n\"den Monteur Ismail Pomp zus Fon:\ngeboren am EEE 1935 in NEED (Türkei), zur\n\nZeit in Haft,\n\n- Sachbezeichnung: GB u.a. -\n\n. wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz\n\n21\n\n03\n\n- 2.\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf\nAntrag des Generalbundesanwalts am 5. Oktober 1982\ngemäß § 349 Abs. 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten Pekat\nwird das Urteil des Landgerichts Aschaffenburg vom 6. November 1981, soweit es\nihn betrifft, mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben. Im Umfang der\nAufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über\ndie Kosten des Rechtsmittels, an eine\nandere Kammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nOb § 231 c StPO Spezialvorschrift in dem Sinne\nist, daß er eine kurzfristige Abtrennung nach den\nallgemeineri Vorschriften ausschließt (vgl. KK-Treier\nStPO § 231 c Rän. 2 m.w.N.), kann dahinstehen, weil\nder in Frage stehende Beschluß des Landgerichts zwar\nvon Abtrennung spricht, bei richtiger Auslegung sich jedoch als Beurlaubung des Verteidigers gemäß § 231 c\nStPO darstellt. Durch den Beschluß ermöglichte es\ndas Landgericht dem Verteidiger des Angeklagten Pekat,\nsich wegen \"unaufschiebbarer beruflicher Belange ...\nfür die Dauer der Plädoyers\" der Verteidiger zweier\nMitangeklagter aus der Hauptverhandlung zu entfernen.\nDaraufhin verließ der Verteidiger des Angeklagten\nPO den Sitzungssaal; der in Untersuchungshaft\nbefindliche Angeklagte selbst wurde nicht abgeführt,\nDas ist eine typische Anwendung des § 231 c StPO.\n\n- 3 -\n\nIndes war diese Handhabung fehlerhaft, weil\nnicht auszuschließen ist, daß der Angeklagte |\nvon den folgenden Verhandlungsteilen (Schlußvorträge der Verteidiger zweier Mitangeklagter,\nletztes Wort aller fünf Mitangeklagter) betroffen wurde. Es handelte sich zu einem wesentlichen\nTeil um einheitliches Tatgeschehen.\n\nDer Verfahrensfehler nötigt gemäß §§ 145,\n338 Nr. 5 StPO zur Aufhebung des Urteils, weil\nein Teil der Hauptverhandlung in Abwesenheit des\n(notwendigen) Verteidigers stattgefunden hat (vgl.\nBGHSt 24, 257; BGH, Urt. vom 15. Mai 1979 - 5 StR 101/79\n\nHerdegen Kuhn Foth\nGranderath Schimansky","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-10-05/1-str-174-82","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 231c","ref_norm":"231c","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 145","ref_norm":"145","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1982-10-05/1-str-174-82","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:19:50.827538+00:00"}}