{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1977-06-02_1_StR_231_77_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1977-06-02","aktenzeichen":"1 StR 231/77","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"2 046\n\nBUNDESGERICHTSHOF\n1_StR 231/77 BESCHLUSS\n\nalt}\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\ndie Verkäuferin Gisela S t EEE ‚ geborene JB,\naus MB, dort geboren am WB. WEEEEB 1943, zur Zeit\nin Haft,\n\nwegen versuchten Totschlags u.a.\n\n27\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des\nGeneralbundesanwalts am 2. Juni 1977 gemäß § 349 Abs. 4 StPO\neinstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision der Angeklagten wird das Urteil\ndes Landgerichts München I vom 18. Januar 1977\nmit den Feststellungen aufgehoben.\n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere als Schwurgericht zuständige Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDie Revision beanstandet mit Recht die Verurteilung\nder Angeklagten wegen - vollendeter - schwerer Brandstiftung nach § 306 Nr. 2 StGB. Der Tatbestand dieser\nVorschrift verlangt, soweit sie sich auf das Inbrandsetzen eines Gebäudes bezieht, daß das Gebäude selbst\noder eines seiner Bestandteile, etwa der Zimmerfußboden\noder eine Wohnungstür, derart vom Feuer erfaßt ist, daß\nes ohne Fortwirkung des Zündstoffs selbständig weiter-\n\nbrennen kann (RGSt 71, 194; BGHSt 7, 37, 38; 16, 109, 110).\n| Dabei muß jedenfalls die Gefahr bestehen, daß der Brand\nsich auf Teile des Gebäudes ausbreiten kann, die für dessen\nbestimmungsgemäßen Gebrauch von wesentlicher Bedeutung sind\n(BGHSt 18, 363, 365/366). Ob das der Fall war, läßt sich\nden bisherigen Urteilsfeststellungen nicht entnehmen; inso-\n\nweit sind insbesondere auch die Feststellungen zur inneren\nTatseite lückenhaft.\n\nDa die Verurteilung nach § 306 Nr. 2 StGB zu dem Schuldspruch wegen versuchten Totschlags in Tateinheit steht, kann\ndie erforderliche Aufhebung auf den beanstandeten Teil nicht\nbeschränkt bleiben. Die Sache ist vielmehr insgesamt zu\nneuer Verhandlung und Entscheidung zurückzuverweisen.\n\nPfeiffer Loesdau Pikart\nKrauth Herdegen","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-06-02/1-str-231-77","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 306","ref_norm":"306","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1977-06-02/1-str-231-77","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:18:34.290644+00:00"}}