{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1974-09-10_1_StR_402_74_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1974-09-10","aktenzeichen":"1 StR 402/74","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF 0424 094\n\n1_StR 492/74 BESCHLUSS\n\nin dem Sicherungsverfahren\n\ngegen\n\nden Landwirt Steren s ED zu:\nFEED, Landkreis AU dort geboren am | UE$E\n\noe\n\nF\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung\ndes Generalbundesanwalts am 10. September 1974 beschlossen:\n\nDer Antrag der Witwe Anna EP vom 6. Juni/2. Juli 1974 auf Zulassung als Nebenklägerin wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nDer Zulassungsamtrag ist unzulässig.\n\nGemäß § 395 StPO kann sich der Verletzte (§ 374 StPO)\nder erhobenen öffentlichen Klage als Nebenkläger anschließen.\nEine Öffentliche Klage ist aber gegen den Beschuldigten\nnicht erhoben worden. Vielmehr hat die Staatsanwaltschaft\ndie Unterbringung des Beschuldigten in einer Heil- oder\nPflegeanstalt im Sicherungsverfahren beantragt.\n\nAllerdings gelten auch für das Sicherungsverfahren die\nVorschriften über das Strafverfahren sinngemäß, soweit nichts\nanderes bestimmt ist (§ 429 b Abs. 1 StPO); der Antrag auf\nEinleitung des Sicherungsverfahrens steht „der öffentlichen\nKlage gleich\" (§ 429 b Abs. 2 Satz 1 StPO). Da die Nebenklage aber ihrem Wesen nach auf eine Bestrafung des Täters\nabzielt, ist für eine „sinngemäße\" Anwendung des § 395 StPO\nauf das Sicherungsverfahren kein Raum, wenngleich nicht zu\n‘ verkennen ist, daß das persönliche Interesse des Verletzten\nan einer Maßnahme der Unterbringung genau so groß sein kann\nwie an einer Bestrafung des Täters. Deshalb hat der Bundesgerichtshof auch bisher die Zulassung von Nebenklägermn.:\n\nim Sicherungsverfahren abgelehnt (BGH, Beschluß vom 10. März\n\n1953 - 5 StR 102/53, Beschluß vom 8. März 1966 - 2 StR 38/66)\nZu einer Abweichung von dieser Rechtsprechung, die auch im\nSchrifttum Zustimmung gefunden hat (vgl. Löwe/Rosenberg/\nKunert, StPO 22. Aufl. § 395 Anm. II 9 £; KMR, StPO 6. Aufl,\n§ 395 Anm. 2 a), sieht der Senat trotz einiger Bedenken\nkeinen zwingenden Anlaß.\n\nDer Senat hat übrigens die Revision des Beschuldigten\nauf Antrag der Staatsanwaltschaft - entsprechend dem Begehren der Antragstellerin - gleichzeitig gemäß § 349\nAbs. 2 StPO als offensichtlich unbegründet verworfen.\n\nPfeiffer Mösl Pikart\nWoesner Herdegen","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1974-09-10/1-str-402-74","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 395","ref_norm":"395","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 374","ref_norm":"374","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1974-09-10/1-str-402-74","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:18:01.299541+00:00"}}