{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1970-06-30_1_StR_197_70_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1970-06-30","aktenzeichen":"1 StR 197/70","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"| h2\nBUNDESGERICHTSHOF\n\n1 StR 197/70 BESCHLUSS\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Arbeiter Lothar R EEE zu: u / Tue,\ngeboren an. EEE 1931 ir TW/Ostpreußen, zur\n\nZeit in anderer Sache in Strafhaft,\n\nwegen gemeinschaftlichen Diebstahls u.a.\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag und\nnach Anhörung des Generalbundesanwalts sowie nach Anhörung\ndes Beschwerdeführers in der Sitzung vom 30. Juni 1970 gemäß\n§ 349 Abs. 2, 3 und 4 StPO einstimmig beschlossen:\n\nI. Auf die Revision des Angeklagten wird das\nUrteil des Landgerichts Memmingen vom\n4. September 1969\n\n1. im Schuldspruch dahin geändert und neu\ngefaßt, daß der Angeklagte des gemeinschaftlichen Diebstahls in zwei Fällen\nund des gemeinschaftlichen Autostraßenraubs in Tateinheit mit schwerem Raub\nschuldig ist,\n\n2. im gesamten Strafausspruch mit den\nzugehörigen Feststellungen aufgehoben;\nin diesem Umfang wird die Sache zu neuer\nVerhandlung und Entscheidung, auch über\ndie Kosten des Rechtsmittels, an eine\nandere Strafkammer des Landgerichts\nzurückverwiesen.\n\nII. Die weitergehende Revision wird verworfen.\n\nGründe:\n\nSoweit die Anwendung des im Zeitpunkt der Entscheidung\ngeltenden Rechts in Betracht kommt, ergibt die Nachprüfung\ndes Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen\nRechtsfehler. Jedoch zwingen die seit dem 1. April 1970\ngeänderten strafrechtlichen Vorschriften zu einer Neufassung\ndes Schuldspruchs und zur Aufhebung des Strafausspruchs.\n\nDie Verurteilung wegen schweren Diebstahls nach § 243\nAbs. 1 Nr. 2 a.F. StGB kann nicht bestehen bleiben, da\n§ 243 n.F. StGB keinen besonderen Straftatbestand mehr darstellt (BGH NIW 1970, 1196 Nr. 20); auch ist der Diebstahl\nin \"schweren Fällen\" im Sinne des § 243 n.F. StGB kein Verbrechen mehr, sondern ein Vergehen (§ 1 Abs. 1, 3 n.F. StcB).\nWegen Aufhebung des § 244 a.F. StGB (Art. 1 Nr. 66 des\n1. StrRG) muß ferner die Kennzeichnung der Diebstähle als\nRückfalltaten gestrichen werden (BGH NJW 1970, 1196 Nr. 18).\nSchließlich läßt sich der Schuldspruch wegen tateinheitlich\nbegangenen schweren Raubes auch nicht mehr auf § 250 Abs. 1\nNr. 5 a.F. StGB stützen, da diese Bestimmung zugleich mit\n§ 245 a.P. (Art. 1 Nr. 66 des 1. StrRG) weggefallen ist\n(vgl. die Neufassung von § 250 StGB). Alle diese Änderungen\nhaben zur Folge, daß der gesamte Strafausspruch aufgehoben\nund die Strafe auf Grund der §§ 242, 250 Abs. 1 Nr. 3, 316 a\nStGB neu festgesetzt werden muß.\n\nPfeiffer Mösl Pikart\nWoesner zipfel","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1970-06-30/1-str-197-70","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1970-06-30/1-str-197-70","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:17:17.756478+00:00"}}