{"status":"available","doknr":"CEBGHSTR-BGH_Strafsenat-1_NA_1970-04-07_1_StR_67_70_NA_NA_NA","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"1970-04-07","aktenzeichen":"1 StR 67/70","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n1 StR 67/70 BESCHLUSS\n2,\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nden Arbeiter Erich Fritz TEE aus Stil,\ngeboren am @. EEE 1924 in BEE, zur Zeit in\n\ndieser Sache in Untersuchungshaft,\n\nwegen Unzucht zwischen Männern\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf\nAntrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des\nBeschwerdeführers in der Sitzung vom 7. April 1970 einstimmig beschlossen:\n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil\ndes Landgerichts Stuttgart vom 22. September 1969\nim Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben und die Sache insoweit zu\nneuer Verhandlung und Entscheidung, auch über\n\ndie Kosten des Rechtsmittels, an eine andere\nStrafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nGründe:\n\nDie Revision richtet sich zwar nur gegen die Anordnung der Sicherungsverwahrung; sie ergreift jedoch\nim vorliegenden Fall wegen untrennbaren Zusammenhanges\nden gesamten Strafausspruch. Denn § 42 e StGB in der\nalten Fassung hatte die Verurteilung als gefährlicher\nGewohnheitsverbrecher gemäß § 20 a StGB zur Voraussetzung.\nMit dem Außerkrafttreten dieser Vorschrift (Art. 1 Nr. 6\ndes 1. StrRG) ist zugleich der Anordnung der Sicherungsverwahrung und dem Strafausspruch der Boden entzogen.\n\nIn der neuen Hauptverhandlung wird der Tatrichter\nzu prüfen haben, ob § 17 n.F. StGB anwendbar ist (Art. 87\nAbs. 2 des 1. StrRG). Eine Anordnung der Sicherungsverwahrung kommt nach Art. 93 des 1. StrRG nur in Betracht,\n\n- 3 -\n\nwenn auch die Voraussetzungen des § 42 e n.F. StGB gegeben\nsind. Da keine der bisher festgesetzten (und nicht überschreitbaren, § 358 Abs. 2 StPO) Einzelstrafen die nach\n\n§ 42 e Abs. 1 StGB erforderliche Höhe von zwei Jahren Freiheitsstrafe (Art. 4 des 1. StrRG) erreicht, könnte die .\nSicherungsverwahrung nur gemäß § 42 e Abs. 2 StGB angeordnet\nwerden. Der Angeklagte hat Gelegenheit, für die hiernach zu\ntreffende Ermessensentscheidung die in der Revisionsbegründung vorgetragenen Argumente geltend zu machen.\n\nPfeiffer Loesdau Mösl\nPikart Woesner","source":"ce-bgh-str","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1970-04-07/1-str-67-70","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 358","ref_norm":"358","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs (§ 5 UrhG). Bereitgestellt über den Datensatz »Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Strafsachen aus dem 20. Jahrhundert« von Seán Fobbe und Tilko Swalve, https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0). Der Text wurde per Texterkennung (OCR) aus Scans des Gerichts gewonnen; die Erkennungsqualität schwankt."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/1970-04-07/1-str-67-70","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.4540377","retrieved":"2026-08-21 23:17:12.282618+00:00"}}