{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-11_NA_2015-09-02_XI_ZR_280_14_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2015-09-02","aktenzeichen":"XI ZR 280/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 280/14\n\nvom\n\n2. September 2015\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nDr. Ellenberger, die Richter Dr. Grüneberg und Maihold sowie die Richterinnen\nDr. Menges und Dr. Derstadt\n\nam 2. September 2015\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Klägerin gegen den Beschluss des Senats\nvom 28. Juli 2015 wird als unzulässig verworfen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Anhörungsrügeverfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten des Streithelfers der Beklagten.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Anhörungsrüge gegen den Beschluss des Senats vom 28. Juli 2015\nist unzulässig, weil die Klägerin entgegen § 321a Abs. 2 Satz 5, Abs. 1 Satz 1\nNr. 2 ZPO eine eigenständige entscheidungserhebliche Verletzung ihres Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs durch den Senat nicht darlegt.\n\n2 Die Klägerin hätte ausführen müssen, aus welchen Gründen sie meint,\ndie Zurückweisung ihrer Nichtzulassungsbeschwerde lasse den Schluss zu, der\nSenat habe ihren Vortrag nicht beachtet. Da eine Beschwerdeerwiderung vorliegt, hätte sich die Klägerin zudem mit dieser auseinandersetzen und dartun\nmüssen, die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde lasse sich auch\nunter Berücksichtigung der Argumente der Gegenseite nur damit erklären, der\nSenat habe bestimmtes Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen (BGH, Be-\n\nschlüsse vom 12. Dezember 2014 - V ZR 219/13, juris Rn. 1, vom 13. August\n2014 - V ZR 235/13, juris Rn. 1 und vom 28. Mai 2013 - IV ZR 149/12, juris\nRn. 5).\n\n3 Daran fehlt es. Die Klägerin beschränkt sich darauf zu beanstanden, der\nBeschluss des Senats vom 28. Juli 2015 sei nicht näher begründet. Außerdem\nwiederholt sie ihr Vorbringen aus der Beschwerdebegründung in dem Sinne, die\nmaterielle Rechtslage spreche für ihr sachliches Anliegen. Dies wird § 321a\nAbs. 2 Satz 5, Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO nicht gerecht, zumal die mit der Anhörungsrüge in der Sache erhobene Rüge einer fehlerhaften Rechtsanwendung\ndurch den Senat nicht als Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG verstanden werden kann. Art. 103 Abs. 1 GG schützt vor Fehlern des Verfahrens, nicht vor\ndem Ergebnis der richterlichen Entscheidungsfindung (BVerfGK 20, 300,\n303 f.).\n\n4 Entgegen der Auffassung der Klägerin sind die Anforderungen an die\nDarlegung einer eigenständigen Gehörsverletzung durch den Senat nicht deshalb geringer, weil der Beschluss des Senats vom 28. Juli 2015 über den Verweis auf das Fehlen von Zulassungsgründen hinaus keine weitere Begründung\nenthält (BGH, Beschluss vom 28. Mai 2013 - IV ZR 149/12, juris Rn. 6). In der\nRechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist geklärt, dass eine mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr anfechtbare letztinstanzliche gerichtliche\nEntscheidung von hier nicht einschlägigen Ausnahmen abgesehen von Verfassungs wegen keiner Begründung bedarf. Das gilt auch für Entscheidungen des\nBundesgerichtshofs, mit denen - wie hier - eine Nichtzulassungsbeschwerde\nnach § 544 Abs. 4 ZPO zurückgewiesen wird (BVerfGK 2, 213, 220; 18, 301,\n304). Dass die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde nach § 544\nAbs. 4 ZPO mit einer Anhörungsrüge nach § 321a ZPO angefochten werden\nkann, wenn mit dieser nicht lediglich eine nur sekundäre, sondern eine neue\n\nund eigenständige Gehörsverletzung gerügt wird, bleibt ohne Einfluss auf die\nBegründungserleichterungen bei Beschlüssen über die Nichtzulassungsbeschwerde (BVerfGK 18, 301, 303 ff.).\n\nII.\n\n5 Im Übrigen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet, weil der Senat\nden Anspruch der Klägerin auf Gewährung rechtlichen Gehörs nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4\nSatz 3 ZPO). Der Senat hat das Vorbringen der Klägerin umfassend geprüft\nund für nicht durchgreifend erachtet. Von einer weiteren Begründung wird nach\n§ 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen, der im Anwendungsbereich\ndes § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO entsprechend gilt (BVerfGK 18, 301, 307; Senatsbeschlüsse vom 13. April 2015 - XI ZA 10/14, juris Rn. 3 und vom 18. Mai\n\n2009 - XI ZR 178/08, juris; BGH, Beschlüsse vom 18. Mai 2015 - KZR 36/14,\njuris und vom 9. April 2013 - IX ZR 100/11, juris Rn. 3).\n\nEllenberger Grüneberg Maihold\n\nMenges Derstadt\n\nVorinstanzen:\nLG Wiesbaden, Entscheidung vom 20.03.2013 - 5 O 60/08 -\nOLG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 23.05.2014 - 2 U 83/13 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-09-02/xi-zr-280-14","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":3},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":2}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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