{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-11_NA_2013-02-26_XI_ZR_130_12_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"11. Zivilsenat","decided":"2013-02-26","aktenzeichen":"XI ZR 130/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nXI ZR 130/12\n\nvom\n\n26. Februar 2013\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Februar 2013 durch den\nVorsitzenden Richter Wiechers und die Richter Dr. Joeres, Dr. Matthias, Pamp\nund die Richterin Dr. Menges\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts\nHamm vom 28. September 2006 wird zurückgewiesen, weil die\nRechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).\n\nDurch die Annahme der Zuständigkeit des 5. Zivilsenats ist kein\nVerstoß gegen das Verfassungsgebot des gesetzlichen Richters\n(Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) gegeben.\n\nNach dem maßgeblichen Geschäftsverteilungsplan des Oberlandesgerichts Hamm für das Jahr 2000 war der 31. Zivilsenat u.a.\nzuständig für\n\n1.) Die Streitigkeiten über Ansprüche aus Bankgeschäften mit\nKreditinstituten im Sinne von § 1 Abs. 1 des Gesetzes über\ndas Kreditwesen, soweit nicht ein anderer Senat zuständig ist\n…\n\nDer 5. Zivilsenat war u.a. zuständig für\n\n1.) Die Streitigkeiten über Ansprüche aus dem Sachenrecht, insbesondere aus Besitz, Eigentum und dinglichen Rechten, soweit sie nicht dem 22. oder 27. Zivilsenat zugewiesen sind. Als\nAnsprüche aus dem Sachenrecht gelten auch …\n\nc) die bestehende dingliche Rechte betreffenden Ansprüche\naus dem dem Recht zugrunde liegenden Rechtsverhältnis\n…\n\nAnders als die Beschwerde meint, bezieht sich die Formulierung in\nZiffer 1.c) des Geschäftsverteilungsplans für den 5. Zivilsenat nicht\nauf hier nicht den Gegenstand des Verfahrens bildende Ansprüche aus bestehenden dinglichen Rechten. Solche dingliche Rechte betreffenden Ansprüche sind bereits im ersten Satz der\nZiffer 1.) erfasst. Außerdem macht die einleitende Formulierung\nzum zweiten Satz \"als Ansprüche aus dem Sachenrecht gelten\nauch\" deutlich, dass es im Folgenden gerade nicht um dingliche,\nsondern um andere Ansprüche geht, die den dinglichen aus Gründen der Zuständigkeitszuweisung lediglich gleich gestellt sein sollen. Der Passus \"aus dem dem Recht zugrunde liegenden Rechtsverhältnis\" in Ziffer 1.c) ergibt deshalb nur einen Sinn, wenn man\ndie Vorschrift dahin interpretiert, dass eine Zuständigkeit des\n5. Zivilsenats bei Bestehen eines dinglichen Rechts auch für Ansprüche aus dem dieser dinglichen Belastung zugrunde liegenden\nRechtsverhältnis begründet sein soll. Legt man diese Auslegung\ndes Geschäftsverteilungsplanes zugrunde, war der 5. Zivilsenat\ndes OLG Hamm für sämtliche Rechtsstreitigkeiten aus realkreditmäßig besicherten Immobilienanlagen und damit auch für den vorliegenden Fall zuständig, bei dem das Darlehen u.a. durch eine\n\nGrundschuld gesichert wurde. Selbst wenn man dieser Auslegung\nnicht folgen wollte, hat der 5. Zivilsenat des OLG Hamm danach\nseine Zuständigkeit jedenfalls nicht mit unvertretbaren Gründen\nbejaht. Eine Verletzung des Willkürverbotes liegt deshalb unabhängig davon, wie man den Geschäftsverteilungsplan auslegt,\nnicht vor.\n\nIm Übrigen lässt die Würdigung des Berufungsgerichts, dass sich\naus dem vorprozessualen und prozessualen Vortrag der Klägerin\nderen Kenntnis von den ihren Anspruch begründenden Umständen im Sinne des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB vor dem maßgeblichen\nZeitpunkt 1. Januar 2002 ergibt, Rechtsfehler nicht erkennen.\n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2\nHalbs. 2 ZPO abgesehen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97\nAbs. 1 ZPO).\n\nDer Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt\n175.475,37 €.\n\nWiechers Joeres Matthias\n\nPamp Menges\n\nVorinstanzen:\nLG Dortmund, Entscheidung vom 06.09.2000 - 3 O 244/00 -\nOLG Hamm, Entscheidung vom 28.09.2006 - 5 U 292/00 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-26/xi-zr-130-12","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 199","ref_norm":"199","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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