{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2013-02-21","aktenzeichen":"IX ZB 164/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZB 164/11\n\nvom\n\n21. Februar 2013\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nProf. Dr. Kayser, die Richter Raebel, Prof. Dr. Gehrlein, Grupp und die\nRichterin Möhring\n\nam 21. Februar 2013\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 7. Zivilkammer\ndes Landgerichts Stade vom 9. Mai 2011 wird auf Kosten des\nSchuldners als unzulässig verworfen.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt\n5.000 €.\n\nGründe:\n\n1 Die Rechtsbeschwerde ist statthaft (§ 7 aF, §§ 6, 289 Abs. 2 Satz 1 InsO,\nArt. 103f EGInsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO), aber unzulässig (§ 574\nAbs. 2 ZPO). Die geltend gemachten Zulässigkeitsgründe liegen nicht vor. Der\nSchuldner ist nicht in seinen Verfahrensgrundrechten (Art. 3, Art. 103 Abs. 1\nGG) verletzt worden.\n\n2 Das Gebot des rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) verpflichtet die\nGerichte zwar dazu, das Vorbringen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen\nund bei der Urteilsfindung in Erwägung zu ziehen. Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass sie diesen Pflichten nachgekommen sind, auch wenn sie\ndas Vorbringen nicht ausdrücklich beschieden haben. Der Anspruch auf Gewährung rechtlichen Gehörs ist erst dann verletzt, wenn sich im Einzelfall klar\n\nergibt, dass das Gericht seiner Pflicht zur Kenntnisnahme und zur Erwägung\ndes Vorgetragenen nicht nachgekommen ist (BGH, Beschluss vom 19. März\n2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 Rn. 8). Insbesondere ist das Gebot rechtlichen Gehörs nicht verletzt, wenn das Gericht das tatsächliche und rechtliche\nVorbringen zur Kenntnis nimmt und in Erwägung zieht und nur die von einer\nPartei daraus gezogenen rechtlichen Schlussfolgerungen nicht teilt (BGH, Beschluss vom 7. Juli 2011 - I ZB 68/10, GRUR 2012, 314 Rn. 12).\n\n3 Dass das Beschwerdegericht Sachvortrag des Schuldners zu der ihm\nvorgeworfenen schriftlichen unrichtigen Darstellung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse übergangen hätte, macht die Rechtsbeschwerde nicht geltend. Seine\nRechtsausführungen in der Instanz haben sich auf den Vortrag beschränkt, der\nVersagungsantrag sei nicht ausreichend gewesen, weil das Finanzamt nur von\neiner Vermutung gesprochen habe und sich der konkrete Vorwurf nicht aus\ndem Antrag ergebe, im Übrigen habe das Finanzamt keine Beweismittel vorgelegt. Dies hat das Beschwerdegericht anders gesehen, ohne dass daraus ein\nGehörsverstoß abgeleitet werden kann. Im Übrigen ist nach ständiger Rechtsprechung des Senats eine Glaubhaftmachung des Versagungsgrundes ausnahmsweise dann nicht erforderlich, wenn die Tatsachen, auf die der Antragsteller seinen Antrag stützt, wie hier unstreitig sind (BGH, Beschluss vom\n5. Februar 2009 - IX ZB 185/08, NZI 2009, 256 Rn. 7 mwN).\n\n4 Rechtsfehlerfrei ist das Beschwerdegericht davon ausgegangen, dass\ndann, wenn dem Gläubiger die Glaubhaftmachung des Versagungsgrundes\ngelungen ist, für das weitere Verfahren die Amtsermittlungspflicht des Insolvenzgerichts nach § 5 InsO gilt (BGH, Beschluss vom 11. September 2003\n- IX ZB 3/03, BGHZ 156, 139, 146 f; vgl. auch Beschluss vom 13. Januar 2011\n\n- IX ZB 199/09, NZI 2011, 149 Rn. 8). Der gerügte Willkürverstoß liegt hier nicht\nvor.\n\n5 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2\nHalbs. 2 ZPO abgesehen.\n\nKayser Raebel Gehrlein\n\nGrupp Möhring\n\nVorinstanzen:\nAG Cuxhaven, Entscheidung vom 14.03.2011 - 12 IN 155/07 -\nLG Stade, Entscheidung vom 09.05.2011 - 7 T 83/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-21/ix-zb-164-11","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"EGInsO","ref":"Art 103f","ref_norm":"103f","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 289","ref_norm":"289","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 5","ref_norm":"5","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-21/ix-zb-164-11","retrieved":"2026-10-24 08:00:49.351419+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-02-21/ix-zb-164-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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