{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-09_NA_2011-07-07_IX_ZB_128_08_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2011-07-07","aktenzeichen":"IX ZB 128/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZB 128/08\n\nvom\n\n7. Juli 2011\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof.\nDr. Kayser, die Richter Raebel, Dr. Pape, Grupp und die Richterin\nMöhring\n\nam 7. Juli 2011\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 17. Februar\n2011 wird auf Kosten des Schuldners zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Soweit die Anhörungsrüge einen Gehörsverstoß darin sieht, dass der\nSenat die behauptete Gehörsverletzung durch das Beschwerdegericht nicht\nbehoben habe, ist sie unzulässig. Denn sie macht eine „neue und eigenständige” Gehörsverletzung im Rechtsbeschwerdeverfahren insoweit nicht geltend.\nEine Anhörungsrüge kann mit Erfolg nicht darauf gestützt werden, dass dem\nBundesgerichtshof im Zusammenhang mit der Überprüfung des in der Vorinstanz erfolgten Gehörsverstoßes ein Rechtsfehler unterlaufen sei (vgl. BGH,\nBeschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, NJW 2008, 2126 - Rn. 2 ff;\nvom 20. November 2007 - VI ZR 38/07, NJW 2008, 923 f Rn. 5).\n\n2 2. Soweit mit der Anhörungsrüge beanstandet wird, der Senat habe\nselbst gegen Art. 103 Abs. 1 GG verstoßen, ist sie unbegründet. Der Senat hat\ndas rechtliche Gehör des Schuldners nicht verletzt.\n\n3 Das als übergangen gerügte Vorbringen hat der Senat vollinhaltlich zur\nKenntnis genommen, ohne daraus die von dem Erinnerungsführer befürworteten Schlussfolgerungen herzuleiten. Art. 103 Abs. 1 GG gibt keinen Anspruch\ndarauf, dass sich das Gericht mit dem Vorbringen einer Partei in der Weise\nauseinandersetzt, die sie selbst für richtig hält (BVerfGE 80, 269, 286). Aus\ndem Prozessgrundrecht folgt auch keine Pflicht der Gerichte, der von einer Partei vertretenen Rechtsansicht zu folgen (BVerfGE 87, 1, 33; BGH, Beschluss\nvom 21. Februar 2008 - IX ZR 62/07, DStRE 2009, 328, Rn. 5).\n\n4 Auch ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivortrags in den\nGründen der Entscheidung ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205,\n216 f). Der Senat hat in der Beratung am 17. Februar 2011 das Vorbringen der\nSchuldnerin in vollem Umfang darauf geprüft, ob ein Zulässigkeitsgrund im Sinne von § 574 Abs. 2 ZPO dargelegt ist. Er hat unter diesem Gesichtspunkt die\nDarlegung für nicht durchgreifend erachtet und hat insoweit seinem die Rechtsbeschwerde verwerfenden Beschluss eine kurze Begründung beigefügt.\n\n5 Die Anhörungsrüge wiederholt im Wesentlichen lediglich den Vortrag,\nder sich schon aus der Begründung der Rechtsbeschwerde ergibt. Eine nochmalige Auseinandersetzung mit diesem Vorbringen, das der Senat schon in\ndem Beschluss vom 17. Februar 2011 beschieden hat, erübrigt sich. Neu wird\nin der Anhörungsrüge beanstandet, das Beschwerdegericht habe bei seiner\nEntscheidung nicht berücksichtigt, dass der Schuldner sich am 3. Februar 2008\naus einem Nebenwohnsitz nach England abgemeldet habe. Diesen Umstand\n\nkonnte das Beschwerdegericht jedoch nicht berücksichtigen, wie sich auch aus\nder Rechtsbeschwerdebegründung ergibt, weil der Rechtsbeschwerdeführer\ndies erst im Rechtsbeschwerdeverfahren vorgetragen hat.\n\nKayser Raebel Pape\n\nGrupp Möhring\n\nVorinstanzen:\nAG Wuppertal, Entscheidung vom 24.01.2008 - 145 IN 319/07 -\nLG Wuppertal, Entscheidung vom 21.04.2008 - 6 T 199/08 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-07-07/ix-zb-128-08","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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