{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-07_NA_2013-11-21_VII_ZA_9_13_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2013-11-21","aktenzeichen":"VII ZA 9/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZA 9/13\n\nvom\n\n21. November 2013\n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. November 2013 durch\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka, die Richterin Safari Chabestari und\ndie Richter Dr. Eick, Kosziol und Dr. Kartzke\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Schuldners, ihm Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der\n5. Zivilkammer des Landgerichts Gera vom 26. August 2013 zu\nbewilligen und ihm Rechtsanwalt Dr. S. beizuordnen, wird abgelehnt.\n\nGründe:\n\n1 Prozesskostenhilfe kann dem Schuldner nicht bewilligt werden, weil die\nbeabsichtigte Rechtsverteidigung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet\n(§ 114 Satz 1 ZPO). Unterbleibt die rechtzeitige Vornahme einer fristwahrenden\nHandlung wie hier die formgerechte Einlegung der Rechtsbeschwerde wegen\ndes wirtschaftlichen Unvermögens der Partei, ist die Frist unverschuldet versäumt und der Partei wird auf ihren Antrag oder von Amts wegen Wiedereinsetzung in die versäumte Frist gewährt (§§ 233 ff. ZPO), sofern sie bis zu deren\nAblauf einen den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Antrag auf Prozesskostenhilfe eingereicht und alles in ihren Kräften Stehende getan hat, damit\nüber den Antrag ohne Verzögerung sachlich entschieden werden kann (vgl.\nBGH, Beschluss vom 21. Februar 2002 - IX ZA 10/01, NJW 2002, 2180). Das\nsetzt voraus, dass die Partei innerhalb der Rechtsmittelfrist nicht nur den Antrag\n\nstellt, sondern auch alle für die Bewilligung der Prozesskostenhilfe erforderlichen Unterlagen beibringt (vgl. BGH, Beschluss vom 27. September 2007\n- IX ZA 20/07, juris, Rn. 2; Beschluss vom 6. Juli 2006 - IX ZA 10/06, FamRZ\n2006, 1522, 1523; Beschluss vom 21. Februar 2002 - IX ZA 10/01, NJW 2002,\n2180; st. Rspr.). Da die Bewilligung der Prozesskostenhilfe für jeden Rechtszug\ngesondert erfolgt (§ 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO), sind die Erklärungen nach § 117\nAbs. 2 i.V.m. Abs. 4 ZPO auch im höheren Rechtszug, gegebenenfalls erneut,\nbeizufügen, wenn der Antragsteller nicht zugleich auf einen in der Vorinstanz\nvorgelegten Vordruck verweist und unmissverständlich mitteilt, dass seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse unverändert geblieben sind (vgl.\nBGH, Beschluss vom 6. Juli 2006 - IX ZA 10/06, FamRZ 2006, 1522, 1523\nm.w.N.). Daran fehlt es vorliegend. Der Schuldner hat innerhalb der Frist für die\nEinlegung der Rechtsbeschwerde (§ 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO), die am 2. Oktober 2013 abgelaufen ist, die nach § 117 Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 ZPO erforderliche\nErklärung über seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse mit den\nentsprechenden Belegen nicht vorgelegt und auch nicht auf bereits vorgelegte\nVordrucke Bezug genommen, sondern lediglich mitgeteilt, dass er die Erklärung\nüber die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nachreichen werde.\nLetzteres ist erst am 7. Oktober 2013, nach Ablauf der Frist für die Einlegung\nder Rechtsbeschwerde, geschehen. Aufgrund der fehlenden Angaben und Belege durfte der Schuldner bei Ablauf der Frist zur Einlegung der Rechtsbeschwerde nicht darauf vertrauen, dass seinem Prozesskostenhilfeantrag entsprochen würde. Die Versäumung der Frist zur formgerechten Einlegung der\nRechtsbeschwerde war somit nicht unverschuldet.\n\n2 Da dem Schuldner Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde nicht gewährt werden kann, ist auch der Antrag auf Beiordnung von\nRechtsanwalt Dr. S. abzulehnen.\n\nKniffka Safari Chabestari Eick\n\nKosziol Kartzke\n\nVorinstanzen:\nAG Altenburg, Entscheidung vom 03.07.2013 - 2 M 351/13 -\nLG Gera, Entscheidung vom 26.08.2013 - 5 T 346/13 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-11-21/vii-za-9-13","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 119","ref_norm":"119","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 233","ref_norm":"233","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 575","ref_norm":"575","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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