{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-07_NA_2012-01-12_VII_ZB_25_11_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2012-01-12","aktenzeichen":"VII ZB 25/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZB 25/11\n\nvom\n\n12. Januar 2012\n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. Januar 2012 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka, den Richter Dr. Kuffer, den Richter\nBauner, die Richterin Safari Chabestari und den Richter Dr. Eick\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des Schuldners wird der Beschluss der\nEinzelrichterin des Landgerichts Nürnberg-Fürth - 16. Zivilkammer - vom 15. April 2011 aufgehoben.\n\nDie Sache wird zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten\ndes Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht\n(Einzelrichterin) zurückverwiesen.\n\nGerichtskosten für das Rechtsbeschwerdeverfahren werden nicht\nerhoben, § 21 GKG.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Gläubigerin firmierte früher als \"Bayerische Hypo- und Vereinsbank\nAG\" und ist seit dem 15. Dezember 2009 mit ihrer gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 30. September 2009 geänderten Firma \"UniCredit Bank AG\"\nim Handelsregister eingetragen. Sie betreibt gegen den Schuldner die Zwangsvollstreckung aus zwei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG erteilten\nvollstreckbaren Ausfertigungen zu den notariellen Urkunden vom\n2. Dezember 1993 und vom 25. Oktober 1993. Die Gläubigerin hat einen Pfän-\n\ndungs- und Überweisungsbeschluss vom 27. April 2010 erwirkt, mit dem die\nAnsprüche des Schuldners gegen die Drittschuldnerinnen auf Zahlung von Rente gepfändet und ihr zur Einziehung überwiesen worden sind. Dagegen hat der\nSchuldner Vollstreckungserinnerung eingelegt mit der Begründung, die Gläubigerin sei Rechtsnachfolgerin der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG und\nbenötige dementsprechend neue vollstreckbare Ausfertigungen der der\nZwangsvollstreckung zugrunde liegenden notariellen Urkunden. Das Amtsgericht - Vollstreckungsgericht - hat die Erinnerung zurückgewiesen. Die sofortige\nBeschwerde des Schuldners gegen diesen Beschluss ist ohne Erfolg geblieben.\nDagegen richtet sich die von der Einzelrichterin zugelassene Rechtsbeschwerde des Schuldners, der sein Begehren weiterverfolgt.\n\nII.\n\n2 Die Rechtsbeschwerde führt zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses des Beschwerdegerichts und zur Zurückverweisung der Sache.\n\n3 1. Die Rechtsbeschwerde ist gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3\nSatz 2 ZPO statthaft. Ihre Zulassung ist nicht deshalb unwirksam, weil die Einzelrichterin entgegen § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO anstelle des Kollegiums entschieden hat.\n\n4 2. Die Entscheidung der Einzelrichterin unterliegt der Aufhebung, weil sie\nunter Verletzung des Verfassungsgebotes des gesetzlichen Richters ergangen\nist. Die Einzelrichterin durfte über die Zulassung nicht selbst entscheiden, sondern hätte das Verfahren gemäß § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO der Kammer übertragen müssen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. März 2003 - IX ZB 134/02, BGHZ\n154, 200; vom 10. April 2003 - VII ZB 17/02, BauR 2003, 1252 = ZfBR 2003,\n\n557; vom 11. September 2003 - XII ZB 188/02, NJW 2003, 3712; vom\n24. Juli 2008 - VII ZB 2/08, in juris; vom 5. Mai 2011 - VII ZB 15/11, in juris; vom\n24. November 2011 - VII ZB 33/11, in juris).\n\n5 3. Die Aufhebung führt zur Zurückverweisung der Sache an die Einzelrichterin, die den angefochtenen Beschluss erlassen hat.\n\n6 4. Für das weitere Verfahren weist der Senat auf Folgendes hin:\n\n7 Der Bundesgerichtshof hat in zwei Beschlüssen vom 21. Juli 2011\n(I ZB 93/10, NJW-RR 2011, 1335, und I ZB 94/10, in juris) im Einzelnen dargelegt, dass die Gläubigerin nicht als Rechtsnachfolgerin der Bayerischen Hypound Vereinsbank AG anzusehen ist, sondern Personenidentität besteht, und\ndass die Gläubigerin dies ausreichend nachgewiesen hat. Dem hat sich der\nSenat in seinem Beschluss vom 27. Oktober 2011 (VII ZB 87/10, in juris) in einem Verfahren, das mit dem vorliegenden nahezu identisch ist, angeschlossen.\nDanach müssen der Gläubigerin auch im vorliegenden Verfahren keine neuen\n\nvollstreckbaren Ausfertigungen nach § 727 ZPO erteilt werden. Entgegen der\nAuffassung der Rechtsbeschwerde bedarf es auch keiner Zustellung der die\nidentitätswahrende Firmenänderung belegenden öffentlichen Urkunden.\n\nKniffka Kuffer Bauner\n\nSafari Chabestari Eick\n\nVorinstanzen:\nAG Nürnberg, Entscheidung vom 15.02.2011 - 1 M 5324/10 -\nLG Nürnberg-Fürth, Entscheidung vom 15.04.2011 - 16 T 2969/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-01-12/vii-zb-25-11","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 568","ref_norm":"568","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 727","ref_norm":"727","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-01-12/vii-zb-25-11","retrieved":"2026-10-24 07:59:54.534585+00:00"},"card":{"id":"bgh/2012-01-12/vii-zb-25-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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