{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-03_NA_2015-01-29_III_ZR_114_14_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2015-01-29","aktenzeichen":"III ZR 114/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIII ZR 114/14\n\nvom\n\n29. Januar 2015\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 29. Januar 2015 durch die\nRichter Dr. Herrmann, Seiters, Tombrink, Dr. Remmert und Reiter\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 20. Zivilsenats des Kammergerichts vom\n17. Februar 2014 - 20 U 304/11 - wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.\n\nDer Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf bis 20.000 €\nfestgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Die Klägerin nimmt die Beklagte unter dem Vorwurf der fehlerhaften Kapitalanlageberatung im Zusammenhang mit einer Beteiligung an der I.\nKG - aus eigenem\nRecht sowie aus abgetretenem Recht ihres Ehemanns B. M. - auf\nSchadenersatz in Anspruch. Die Klage ist in beiden Vorinstanzen erfolglos geblieben. Gegen das Urteil des Berufungsgerichts wendet sich die Klägerin mit\nihrer Nichtzulassungsbeschwerde.\n\nII.\n\n2 Die Beschwerde ist unzulässig, weil der gemäß § 26 Nr. 8 Satz 1\nEGZPO erforderliche Mindestwert der Beschwer von mehr als 20.000 € nicht\nerreicht wird.\n\n3 a) Der Wert des Zahlungsantrags zu 1 ist nicht mit 26.601,45 € zu bemessen, sondern lediglich mit 18.406,51 € (§§ 3, 4 Abs. 1 ZPO). Der in der Klageforderung enthaltene entgangene Gewinn (hypothetische Zinserträge aus\neiner alternativen Anlage der Beteiligungssumme in Bundesschatzbriefen Typ\nB) in Höhe von 8.194,94 € stellt eine Nebenforderung im Sinne von § 4 Abs. 1\nZPO dar, die den Streitwert nicht erhöht und bei der Bemessung der mit der\nRevision geltend zu machenden Beschwer nicht zu berücksichtigen ist (s.\nSenatsbeschluss vom 27. Juni 2013 - III ZR 143/12, NJW 2013, 3100, 3101\nRn. 6 ff mwN). Ein Aufschlag für die Zug-um-Zug-Einschränkung kommt entgegen der Meinung der Klägerin nicht in Betracht. Die in diesem Zusammenhang\nangeführte Entscheidung des XI. Zivilsenats vom 8. Mai 2012 (XI ZR 286/11,\nNJW-RR 2012, 1087 f Rn. 3 ff) betrifft die Berechnung der Beschwer in dem\nFall, dass der Kläger die Abänderung einer zu seinen Gunsten ergangenen\nZug-um-Zug-Verurteilung des Beklagten erstrebt. Darum geht es hier aber\nnicht.\n\n4 b) Die Anträge zu 2 (vorgerichtliche Anwaltskosten) und 4 (Feststellung\ndes Annahmeverzugs der Beklagten) bleiben für den Streitwert und den Wert\nder Beschwer außer Betracht (vgl. Senatsbeschluss vom 27. Juni 2013 aaO\nRn. 10 f mwN).\n\n5 c) Anhaltspunkte dafür, dass der Wert des Antrags zu 3 (Feststellung der\nErsatzpflicht der Beklagten für alle weiteren und zukünftigen Schäden aus der\nstreitigen Beteiligung) den Betrag von 1.593,49 € übersteigt, sind weder dargetan (zur entsprechenden Darlegungspflicht des Nichtzulassungsbeschwerdeführers s. nur BGH, Beschluss vom 8. Mai 2012 aaO S. 1087 Rn. 2 mwN) noch\nsonst ersichtlich (§ 3 ZPO).\n\n6 aa) In ihrer Klageschrift hat die Klägerin diesem Antrag keinen eigenständigen Wert zugemessen, sondern ihrer Streitwertangabe allein den Betrag\ndes Zahlungsantrags zu 1 zu Grunde gelegt. Im Schriftsatz vom 12. August\n2011 (dort: S. 45) hat sie zur Begründung dieses Feststellungsantrags lediglich\nausgeführt, dass das Risiko bestehe, ihr würden die steuerlichen Vorteile, die\nsie gezogen habe, im Nachhinein aberkannt. Hierauf hat die Beklagte in ihrem\nSchriftsatz vom 19. Oktober 2011 (dort: S. 83) entgegnet, dass dieses Risiko\nschon wegen des seitherigen Zeitablaufs nicht (mehr) bestehe und hieraus per\nSaldo (unter Mitberücksichtigung der - entsprechend geringeren - Besteuerung\nder angestrebten Schadensersatzleistung) ohnehin kein Schaden für die Klägerin entstehe. Im weiteren Verlauf des Rechtsstreits ist die Klägerin auf diesen\nPunkt nicht mehr zurückgekommen. Auch die Nichtzulassungsbeschwerdebegründung zeigt hierzu keinen weitergehenden Vortrag auf.\n\n7 bb) Auf die Wertfestsetzungen in den Senatsentscheidungen vom\n27. Juni 2013 (aaO S. 3101 Rn. 9: 2.000 €) und vom 27. November 2013 (III ZR\n423/12, BeckRS 2014, 01119 Rn. 3: 2.217,47 €), kann sich die Klägerin nicht\nmit Erfolg berufen. Die Bemessung des Werts von Feststellungsanträgen für\nweitere und zukünftige Schäden folgt den Umständen des konkreten Einzelfalls\nunter maßgeblicher Berücksichtigung des hierzu gehaltenen Parteivortrags (§ 3\nZPO; vgl. etwa auch Senatsbeschluss vom 18. Dezember 2013 - III ZR 65/13,\n\nBeckRS 2014, 01203 Rn. 2: 500 €). Unter Zugrundelegung dessen ergibt sich\nim Streitfall kein tragfähiger Anhalt für einen über 1.593,49 € hinausgehenden\nWert.\n\nHerrmann Seiters Tombrink\n\nRemmert Reiter\n\nVorinstanzen:\nLG Berlin, Entscheidung vom 03.11.2011 - 33 O 321/10 -\nKG Berlin, Entscheidung vom 17.02.2014 - 20 U 304/11 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-01-29/iii-zr-114-14","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":2}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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