{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Zivilsenat-03_NA_2013-09-19_III_ZA_16_13_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2013-09-19","aktenzeichen":"III ZA 16/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIII ZA 16/13\nvom\n\n19. September 2013\n\nin dem Prozesskostenhilfeprüfungsverfahren\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 19. September 2013 durch\nden Vizepräsidenten Schlick sowie die Richter Wöstmann, Mayer, Tombrink\nund Reiter\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Antragstellers, ihm für eine Entschädigungsklage\nnach §§ 198 ff GVG gegen die Bundesagentur für Arbeit Prozesskostenhilfe zu gewähren, wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Die beabsichtigte Rechtsverfolgung, für die unabhängig von der erfolgten\nVerweisung des Verfahrens durch Beschluss des Oberlandesgerichts D. -\nvom 28. Februar 2013 (vgl. § 281 Abs. 2 Satz 4 ZPO) gemäß § 117 Abs. 1\nSatz 1 ZPO, § 201 Abs. 1 Satz 2 GVG die Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs gegeben ist, bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.\n\n2 Welche Verfahrensdauer angemessen ist, richtet sich gemäß § 198\nAbs. 1 Satz 2 GVG nach den Umständen des Einzelfalles, insbesondere nach\nder Schwierigkeit und der Bedeutung des Verfahrens und nach dem Verhalten\nder Verfahrensbeteiligten und Dritter (BT-Drucks. 17/3802 S. 18; vgl. hierzu\nBVerfG, NVwZ 2004, 334, 335; EGMR, NVwZ 2008, 289, 291).\n\n3 Nach diesen Maßstäben ist vorliegend noch keine unangemessene Verfahrensdauer gegeben. Zwar sind im Anschluss an die Übernahme des straf-\n\nrechtlichen Ermittlungsverfahrens am 11. November 2010 durch die Bußgeldund Strafsachenstelle der Familienkasse D. etwa ein Jahr und zehn\nMonate verstrichen, bis die Familienkasse das bei ihr anhängige Verfahren am\n12. September 2012 durch einen Antrag auf Erlass eines Strafbefehls zum Abschluss brachte. Dies beruhte indes im Wesentlichen auf der Aussetzung des\nErmittlungsverfahrens bis zum Abschluss des vom Antragsteller anhängig gemachten finanzgerichtlichen Verfahrens. Dabei ist in diesem Zusammenhang\ndarauf hinzuweisen, dass die Behörde die Schreiben des Antragstellers und\nseiner Verteidigerin vom 1. Oktober 2011 und 24. November 2011 dahin verstanden hat und auch dahin verstehen durfte, dass der Antragsteller mit einer\nAussetzung des Ermittlungsverfahrens nach § 396 Abs. 1 AO einverstanden ist.\n\n4 Es kommt hinzu, dass die absehbare deutliche Verzögerung des Strafverfahrens für den Antragsteller keine wesentliche Beschwer bedeutete. Dem\nTatvorwurf kam bei objektiver Betrachtung von Anfang an nur eine mindere Bedeutung zu. Für den Fall der Erweislichkeit ließ er von vornherein keine schärfere Sanktion als eine Geldstrafe im unteren Bereich erwarten. Besondere, über\ndie mit einem Strafverfahren stets verbundene Betroffenheit hinausgehende\npersönliche Belastungen, Beeinträchtigungen in der privaten Lebensführung\n\noder Behinderungen im beruflichen Fortkommen durch die Art des Vorwurfs\noder durch die Dauer des Verfahrens sind nicht ersichtlich.\n\nSchlick Mayer\n\nVorinstanz:\nOLG Düsseldorf, Entscheidung vom 28.02.2013 - I-18 SchH 1/13 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-09-19/iii-za-16-13","cited_norms":[{"jurabk":"GVG","ref":"§ 198","ref_norm":"198","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 201","ref_norm":"201","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 281","ref_norm":"281","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1},{"jurabk":"AO 1977","ref":"§ 396","ref_norm":"396","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-09-19/iii-za-16-13","retrieved":"2026-10-24 07:57:59.381942+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-09-19/iii-za-16-13","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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