{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Zivilsenat","decided":"2013-02-28","aktenzeichen":"III ZR 87/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIII ZR 87/12\nvom\n\n28. Februar 2013\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 28. Februar 2013 durch den\nVizepräsidenten Schlick und die Richter Dr. Herrmann, Hucke, Tombrink und\nDr. Remmert\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln\nvon 23. Februar 2012 - 7 U 99/11 - wird zurückgewiesen.\n\nDie Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Klägerin zu tragen.\n\nStreitwert: 500.000 €.\n\nGründe\n\n1 Ein Revisionszulassungsgrund (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO) besteht nicht.\nDie grundsätzlichen Rechtsfragen hat der Senat bereits in seinen Urteilen vom\n18. Oktober 2012 (III ZR 197/11, NJW 2013, 168 und III ZR 196/11, BeckRS\n2012, 22332) zum Nachteil der Klägerin geklärt.\n\n2 Nach den vorgenannten Senatsentscheidungen ergab sich aus der\nRechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union bis zu den Entscheidungen in den Sachen Carmen Media (C-46/08, Slg. 2010, I-8149), Stoß\nu.a. (C-316/07 u.a., Slg. 2010, I-8069) und Winner Wetten (C-409/06, Slg.\n\n2010, I-8015) vom 8. September 2010 nicht mit der für einen qualifizierten\nRechtsverstoß im Sinne des unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruchs erforderlichen Deutlichkeit, dass das auf den Glückspielstaatsvertrag 2004 gegründete Glückspiel- und Sportwettenmonopol mit dem Unionsrecht nicht vereinbar\nwar (III ZR 197/11, NJW 2013, 168 Rn. 23 ff und III ZR 196/11, BeckRS 2012,\n22332 Rn. 23 ff).\n\n3 Allerdings folgte aus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nvom 28. März 2006 (BVerfGE 115, 276) die Europarechtswidrigkeit des Monopols, da das Gericht eine mit dem Grundgesetz nicht vereinbare Inkohärenz\nangenommen und zugleich betont hat, die Anforderungen des deutschen Verfassungsrechts liefen parallel zu den vom Gerichtshof der Europäischen Union\nzum Gemeinschaftsrecht formulierten Vorgaben (Senat aaO jew. Rn. 27).\nGleichwohl konnte ein qualifizierter Verstoß infolge der Aufrechterhaltung des\nMonopols auch für die Folgezeit nicht angenommen werden, da das Bundesverfassungsgericht eine Übergangsfrist zur gesetzlichen Neuregelung bis zum\n31. Dezember 2007 eingeräumt hatte, und die bayerischen Behörden die Maßgaben einhielten, die das Gericht zur Beseitigung der von ihm festgestellten\nInkohärenz für die Interimszeit aufgestellt hatte (Senat aaO jew. Rn. 32). Letzteres gilt auch für die Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen. Dies haben die\nVerwaltungsgerichte und das Bundesverfassungsgericht bestätigt (z.B. BVerfG,\n1. Kammer des Zweiten Senats, Beschluss vom 7. Dezember 2006 - 2 BvR\n2428/06, WM 2007, 183, 185; VG Düsseldorf, Urteil vom 6. November 2007\n- 3 K 162/07, juris Rn. 29 ff).\n\n4 Hiernach stellten die Maßnahmen der Beklagten bis zum 31. Dezember\n2007 keinen qualifizierten Verstoß gegen Unionsrecht dar. Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln im Vorprozess datiert vom 14. September 2007, so dass\neine Haftung des beklagten Landes auch wegen unionsrechtswidriger Entscheidungen seiner Gerichte ausscheidet.\n\n5 Von Bedeutung konnte daher nur noch sein, dass die Beklagten auch\nnach dem 31. Dezember 2007 an ihrer Rechtsauffassung festhielten und die\nBeklagte zu 2 ihre Klage gegen die hiesige Klägerin im Vorprozess nicht zurücknahm. Ab dem 1. Januar 2008 galt der neue Glückspielstaatsvertrag (siehe\nnordrhein-westfälisches Gesetz zur Ausführung des Staatsvertrages zum\nGlückspielwesen in Deutschland vom 30. Oktober 2007, GV. NRW. S. 445).\nHinsichtlich der Zeit zwischen dem 1. Januar 2008, den - den Glückspielstaatsvertrag 2004 betreffenden - Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Union\nin den Sachen Carmen Media, Stoß u.a. und Winner Wetten (jeweils aaO) vom\n8. September 2010 und dem Urteil des I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs\nvom 18. November 2010 (I ZR 156/07, ZfWG 2011, 41) hat die Beschwerde\naber weder zulassungsrelevante Rechtsfehler des Berufungsgerichts noch\nRechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung oder die Notwendigkeit einer\nRechtsfortbildung aufgezeigt.\n\n6 Eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union gemäß\nArt. 267 Abs. 2, 3 AEUV ist in dieser Sache ebenso entbehrlich wie in den Verfahren III ZR 197/11 und III ZR 196/11. Die in den Senatsurteilen vom 18. Oktober 2012 angeführten Gründe (aaO jew. Rn. 38) treffen auch hier zu. Die von\nder Beschwerde aufgeworfenen weiteren unionsrechtlichen Fragen, die ihrer\nAuffassung nach eine Vorlage erfordern, sind teilweise nicht klärungsbedürftig\nund teilweise nicht entscheidungserheblich.\n\n7 Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2,\n2. Halbsatz ZPO abgesehen.\n\nSchlick Herrmann Hucke\n\nTombrink Remmert\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 12.04.2011 - 5 O 575/09 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 23.02.2012 - 7 U 99/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-28/iii-zr-87-12","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-28/iii-zr-87-12","retrieved":"2026-10-24 07:57:58.404396+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-02-28/iii-zr-87-12","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. Zivilsenat","date":"2013-02-28","dockets":["III ZR 87/12"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 28.02.2013 – III ZR 87/12","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-28/iii-zr-87-12","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln\nvon 23. Februar 2012 - 7 U 99/11 - wird zurückgewiesen.\n\nDie Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Klägerin zu tragen.\n\nStreitwert: 500.000 €.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"ZPO/543","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"543","label":"§ 543 ZPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:57:58.404396+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}