{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2015-02-12_5_StR_536_14_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2015-02-12","aktenzeichen":"5 StR 536/14","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nIM NAMEN DES VOLKES\n\nURTEIL\n5 StR 536/14\n\nvom\n\n12. Februar 2015\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 12. Februar 2015, an der teilgenommen haben:\n\nRichter Prof. Dr. Sander\n\nals Vorsitzender,\n\nRichterin Dr. Schneider,\nRichter Dölp,\nRichter Prof. Dr. König,\nRichter Dr. Berger\n\nals beisitzende Richter,\n\nBundesanwalt\n\nals Vertreter der Bundesanwaltschaft,\n\nRechtsanwalt F. ,\nRechtsanwältin K.\n\nals Verteidiger,\n\nJustizhauptsekretärin\n\nals Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,\n\nfür Recht erkannt:\n\nAuf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des\nLandgerichts Chemnitz vom 17. Juli 2014 im Strafausspruch aufgehoben.\n\nIm Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung\nund Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an\neine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\n- Von Rechts wegen -\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Einbeziehung einer\nGeldstrafe aus einem Strafbefehl zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren\nund einem Monat verurteilt. Die von der Staatsanwaltschaft zu Ungunsten des\nAngeklagten eingelegte, auf den Strafausspruch beschränkte, mit der Rüge der\nVerletzung materiellen Rechts begründete und vom Generalbundesanwalt vertretene Revision hat Erfolg.\n\n2 1. Der Strafausspruch hat keinen Bestand.\n\n3 Die Annahme eines minder schweren Falles gemäß § 30a Abs. 3 BtMG\nist mangels erforderlicher Gesamtbetrachtung des Tatbildes einschließlich aller\nsubjektiven Momente und der Täterpersönlichkeit (BGH, Beschluss vom\n22. Dezember 2011 – 4 StR 581/11, StV 2012, 289; Urteil vom 22. August 2012\n– 2 StR 235/12, NStZ-RR 2013, 150, 151 mwN) rechtsfehlerhaft. Die Begründung der Strafkammer, vom Regelstrafrahmen abzusehen, erschöpft sich darin,\n„dass der Schlagstock nicht zum Einsatz und es nicht zu Verletzungen gekommen ist“ (UA S. 12). Die erforderliche Gesamtwürdigung kann auch aus dem\nZusammenhang nicht entnommen werden (vgl. BGH, Urteil vom 28. Januar 2015 – 5 StR 486/14). Zwar erörtert das Landgericht zur Frage des minder\nschweren Falles des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer\nMenge eine Reihe von mildernden Umständen. Es gelangt jedoch dort zu dem\nErgebnis, dass die Voraussetzungen des § 29a Abs. 2 BtMG gleichwohl nicht\ngegeben sind. Ferner hat das Landgericht verkannt, dass das Fehlen des Strafschärfungsgrundes eines denkbaren Einsatzes des Schlagstocks nicht tragend\nfür die Annahme des minder schweren Falles nach § 30a Abs. 2 BtMG herangezogen werden darf.\n\n4 Die Rechtsfehler führen zur Aufhebung der verhängten Einzelfreiheitsstrafe und des Gesamtstrafausspruchs. Da lediglich Wertungsfehler vorliegen,\nkönnen die Feststellungen bestehen bleiben; weitergehende Feststellungen\nkönnen getroffen werden, soweit sie nicht den bisherigen widersprechen.\n\n5 2. Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat vorsorglich darauf hin,\ndass § 29a Abs. 1 BtMG lediglich hinsichtlich der Mindeststrafe eine Sperrwirkung entfaltet; für die Höchststrafe gilt demgegenüber die für den Schuldspruch\n\nmaßgebliche Bestimmung (vgl. BGH, Beschluss vom 14. August 2013\n– 2 StR 144/13 mwN).\n\nSander Schneider Dölp\n\nKönig Berger","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-02-12/5-str-536-14","cited_norms":[{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 29a","ref_norm":"29a","n":2},{"jurabk":"BtMG 1981","ref":"§ 30a","ref_norm":"30a","n":2}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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