{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2013-06-25_5_StR_256_13_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2013-06-25","aktenzeichen":"5 StR 256/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 StR 256/13\n\nBUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nvom 25. Juni 2013\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen erpresserischen Menschenraubes u.a.\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. Juni 2013\nbeschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des\nLandgerichts Neuruppin vom 24. Januar 2013 gemäß\n§ 349 Abs. 4 StPO im Strafausspruch aufgehoben.\n\n2. Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO\nals unbegründet verworfen.\n\n3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des\nRechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.\n\nG r ü n d e\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit räuberischer Erpressung (sieben Jahre Freiheitsstrafe) sowie wegen Raubes (zwei Jahre Freiheitsstrafe) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren sechs Monaten verurteilt. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten hat mit der Sachrüge im Umfang\nder Beschlussformel Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist sie aus den\nin der Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom 24. Mai 2013 dargelegten Gründen (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 2006 – 5 StR 473/05, NStZ 2006,\n448) im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO unbegründet.\n\n2 1. Die Einzelstrafen halten rechtlicher Prüfung nicht stand. Das Landgericht hat für beide Taten das Vorliegen eines minder schweren Falles vor\nallem aufgrund der strafrechtlichen Vorbelastungen des Angeklagten ver-\n\nneint. Es ist damit innerhalb des ihm zukommenden Beurteilungsspielraums\ngeblieben. Jedoch erweist sich die Bemessung der konkreten Strafhöhen als\nrechtsfehlerhaft. Zwar durfte das Landgericht die Vorstrafen auch hierbei als\nstrafschärfend heranziehen, aber – da sie bereits für die Strafrahmenwahl\nbestimmend, hier sogar ausschlaggebend gewesen sind – nur noch mit geringerem Gewicht (vgl. BGH, Beschluss vom 8. April 1987 – 2 StR 91/87,\nBGHR StGB § 50 Strafhöhenbemessung 2 doppelte Verwertung). Das Urteil\nlässt nicht erkennen, dass sich das Landgericht dessen bewusst war.\n\n3 Zudem hat es die Strafen auch deshalb für angemessen gehalten, weil\ndiese „weit unter dem Mittelwert des Strafrahmens liegen“ bzw. „sich vom\nmittleren Bereich des Strafrahmens deutlich nach unten“ abheben würden\n(UA S. 13). Es ist jedoch regelmäßig verfehlt, bei der Bestimmung der\nschuldangemessenen Strafe derartige arithmetische Erwägungen anzustellen (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Oktober 2008 – 1 StR 503/08,\nNStZ-RR 2009, 43; zur Strafhöhe auch BGH, Beschluss vom 19. Juni 2012\n– 5 StR 264/12, StraFo 2012, 419).\n\n4 2. Der Senat kann nicht ausschließen (§ 337 Abs. 1 StPO), dass das\nLandgericht bei rechtsfehlerfreiem Vorgehen andere Strafen festgesetzt hätte. Die danach notwendige Aufhebung der Einzelstrafen zieht diejenige des\nGesamtstrafenausspruchs nach sich. Hingegen haben die zugehörigen,\nrechtsfehlerfrei zustande gekommenen Feststellungen Bestand. Diese können in der neuen Hauptverhandlung widerspruchsfrei ergänzt werden.\n\nBasdorf Sander Dölp\n\nKönig Bellay","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-06-25/5-str-256-13","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":4},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 337","ref_norm":"337","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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