{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-5_NA_2012-11-27_5_StR_377_12_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2012-11-27","aktenzeichen":"5 StR 377/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 StR 377/12\n\nBUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nvom 27. November 2012\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen gewerbsmäßiger Hehlerei oder Diebstahls u.a.\n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. November 2012\nbeschlossen:\n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 20. März 2012 wird nach § 349 Abs. 2\nStPO als unbegründet verworfen, jedoch mit der Maßgabe\n(§ 349 Abs. 4 StPO), dass der Angeklagte des Diebstahls in\n22 Fällen oder der gewerbsmäßigen Hehlerei in 22 Fällen, in\ndrei Fällen jeweils in Tateinheit mit Urkundenfälschung,\nschuldig ist.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nG r ü n d e\n\n1 Der Schuldspruch enthält einen sachlich-rechtlichen Mangel, der – wie\nvom Generalbundesanwalt angeregt – zu berichtigen ist. Zwar hat das Landgericht zutreffend erkannt, dass grundsätzlich die Voraussetzungen der (ungleichartigen) Wahlfeststellung – in Abgrenzung zur Postpendenzfeststellung – vorliegen, weil nicht sicher feststeht, ob der Angeklagte jeweils die\nFahrzeuge von einem anderen – und sei es von seinem Mittäter – erlangt\nhat; vielmehr kommt auch jeweils ein vom Angeklagten als Alleintäter begangener Diebstahl als der Hehlerei vorangehende Tat in Betracht (vgl. BGH,\nBeschluss vom 19. Januar 2000 – 3 StR 500/99, NStZ 2000, 473; vgl.\nLK-Walter, StGB, 12. Aufl., § 259 Rn. 92). Indes ist eine wahldeutige Verurteilung nur zwischen der gewerbsmäßigen Hehlerei nach § 260 Abs. 1 Nr. 1\nStGB und dem (gewerbsmäßigen) Diebstahl nach § 242 Abs. 1, § 243 Abs. 1\nSatz 2 Nr. 3 StGB möglich. Das zusätzlich straferhöhende Merkmal der\n„bandenmäßigen Begehung“ konnte zwar bei der Handlungsalternative der\n\nHehlerei, nicht aber – aufgrund der qualitativ anderen Voraussetzungen des\n§ 244 Abs. 1 Nr. 2 StGB – bei der des Diebstahls festgestellt werden (vgl.\nBGH aaO).\n\n2 Die Schuldspruchänderung berührt den Strafausspruch nicht, weil das\nLandgericht aufgrund der wahldeutigen Verurteilung die Strafen ohnehin dem\nmilderen Strafrahmen des § 243 Abs. 1 Satz 1 StGB bzw. in den Fällen 4, 14\nund 22 der Urteilsgründe dem § 267 Abs. 3 Satz 1 StGB entnommen hat.\n\nBasdorf Schaal Schneider\n\nDölp König","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-11-27/5-str-377-12","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 243","ref_norm":"243","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 244","ref_norm":"244","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 260","ref_norm":"260","n":1},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 267","ref_norm":"267","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Bereitgestellt über den Corpus der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (CE-BGH) von Seán Fobbe, https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244, veröffentlicht unter Creative Commons Zero (CC0 1.0)."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-11-27/5-str-377-12","upstream":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","retrieved":"2026-10-24 07:56:03.292831+00:00"}}