{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-4_NA_2012-03-21_4_StR_29_12_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2012-03-21","aktenzeichen":"4 StR 29/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n4 StR 29/12\nvom\n21. März 2012\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 21. März 2012 gemäß § 349 Abs. 2\nund 4, § 354 Abs. 1b StPO beschlossen:\n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Frankenthal vom 24. Oktober 2011, soweit es den Angeklagten betrifft,\n\na) im Schuldspruch dahin geändert, dass die Verurteilungen\njeweils wegen tateinheitlich begangenen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln in den Fällen II. 17, 23 bis 29,\n31 der Urteilsgründe entfallen;\n\nb) aufgehoben, soweit eine Entscheidung über die Bildung einer Gesamtstrafe aus den Geldstrafen aus den Urteilen des\nAmtsgerichts Neustadt vom 13. Januar 2011 und des Amtsgerichts Potsdam vom 18. April 2011 unterblieben ist, mit der\nMaßgabe, dass eine nachträgliche gerichtliche Entscheidung\nüber die Gesamtstrafe nach den §§ 460, 462 StPO zu treffen\nist;\n\nc) hinsichtlich der Einziehungsanordnung dahin berichtigt, dass\ndie SIM-Karte mit der Nummer eingezogen\nworden ist.\n\n2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.\n\n3. Der Angeklagte trägt die Kosten des Rechtsmittels.\n\nGründe:\n\n1 Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten hat in dem aus\nder Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang einen geringfügigen Teilerfolg;\nim Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.\n\n2 1. Die Verurteilungen wegen jeweils tateinheitlich begangenen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln in den Fällen II. 17, 23 bis 29 und 31 der\nUrteilsgründe haben keinen Bestand, weil die Strafbarkeit wegen Erwerbs von\nBetäubungsmitteln nach § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG hinter dem Verbrechenstatbestand der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in\n§ 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG zurücktritt (vgl. BGH, Beschluss vom 24. September\n2009 - 3 StR 280/09, StV 2010, 131; Urteil vom 3. April 2008 - 3 StR 60/08,\nNStZ 2008, 471). Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend. Die Einzelstrafaussprüche bleiben unberührt, da ausgeschlossen werden kann, dass\ndie Strafkammer bei zutreffender rechtlicher Würdigung auf niedrigere Einzelstrafen erkannt hätte.\n\n3 2. Der Strafausspruch begegnet insoweit durchgreifenden rechtlichen\nBedenken, als es das Landgericht versäumt hat, aus den nach § 55 Abs. 1 Satz\n1, § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB aufrechterhaltenen Geldstrafen aus den Urteilen\ndes Amtsgerichts Neustadt vom 13. Januar 2011 und des Amtsgerichts Potsdam vom 18. April 2011, die nach den Urteilsfeststellungen untereinander gesamtstrafenfähig sind, eine Gesamtgeldstrafe zu bilden (vgl. BGH, Beschluss\nvom 18. September 1974 - 3 StR 217/74, BGHSt 25, 382). Der Senat macht\nvon der im Revisionsverfahren - auch im Falle einer unterlassenen Gesamtstrafenbildung (vgl. BGH, Beschluss vom 1. Juli 2010 - 1 StR 196/10) - eröffneten Möglichkeiten des § 354 Abs. 1b Satz 1 StPO Gebrauch, die Entscheidung\n\nüber die nachträglich zu bildende Gesamtstrafe dem Nachverfahren gemäß\n§§ 460, 462 StPO zuzuweisen.\n\n4 3. Hinsichtlich der Einziehungsentscheidung der Strafkammer berichtigt\nder Senat den offensichtlichen Fehler bei der Bezeichnung der eingezogenen\nSIM-Karte.\n\n5 4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 473 Abs. 4 StPO. Sie musste\nnicht dem Nachverfahren vorbehalten bleiben, weil sicher fest steht, dass die\nunbeschränkt eingelegte Revision des Angeklagten nur einen geringfügigen\nTeilerfolg hat.\n\nErnemann Roggenbuck Cierniak\n\nRiBGH Dr. Mutzbauer befindet\nsich im Urlaub und ist daher\ngehindert zu unterschreiben. 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