{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2014-04-17_3_StR_61_14_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2014-04-17","aktenzeichen":"3 StR 61/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 61/14\nvom\n17. April 2014\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\nwegen zu 1.: Anstiftung zur Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer\nMenge u.a.\nzu 2.: Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 17. April 2014 einstimmig beschlossen:\n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vom 16. Oktober 2013 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nJedoch wird die Urteilsformel, soweit es den Angeklagten D.\nbetrifft, dahin geändert, dass der Angeklagte wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in 104 Fällen, wegen Handeltreibens\nmit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit\nAnstiftung zur Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer\nMenge in vier Fällen sowie wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu der Gesamtfreiheitsstrafe\nvon vier Jahren verurteilt ist; die Freisprechung im Übrigen entfällt.\n\nMit dem Wegfall der Freisprechung im Übrigen entfällt insoweit\ndie teilweise Auferlegung der Kosten des Verfahrens und der\nnotwendigen Auslagen des Angeklagten D. auf die Staatskasse.\n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nDer Senat bemerkt zu der Änderung der Urteilsformel:\n\nDie Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten D. im Tatkomplex III.\nwegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei\nFällen angeklagt. Nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen kam es\nauch zu den beiden vom Anklagevorwurf umfassten Taten; die Strafkammer\nhat lediglich in einem Fall nicht ausschließen können, dass die veräußerten\nBetäubungsmittel aus einer bereits im Tatkomplex II. abgeurteilten Tat stammten und ist insoweit durch Bildung einer Bewertungseinheit vom Vorliegen nur\neiner Straftat ausgegangen.\n\nDer Teilfreispruch hatte zu entfallen. Beim Wegfall von nach dem Anklagevorwurf zueinander in Realkonkurrenz stehender Taten durch die Annahme\nvon Bewertungseinheiten ist der Angeklagte nicht freizusprechen, wenn sich\n- wie hier - die in der Anklage als materiell-rechtlich selbständige Taten beurteilten Vorgänge als Bestandteil der Taten erweisen, derentwegen die Verurteilung\nletztendlich erfolgt ist. Denn in einem solchen Fall wird der gesamte Verfahrensgegenstand durch die Verurteilung erschöpfend erledigt (BGH, Beschlüsse\nvom 20. September 2012 - 3 StR 220/12, NStZ-RR 2013, 6, 7; vom 26. Juni\n2002 - 3 StR 176/02, BGHR StPO § 260 Abs. 1 Teilfreispruch 14).\n\nDas Verbot der \"reformatio in peius\" (§ 358 Abs. 2 StPO) steht der Änderung des Schuldspruchs und der Kostenentscheidung zu Ungunsten des Angeklagten nicht entgegen (BGH, Beschluss vom 26. Juni 2002, aaO).\n\nSchäfer Pfister Mayer\n\nGericke Spaniol","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2014-04-17/3-str-61-14","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 358","ref_norm":"358","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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