{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-3_NA_2010-08-04_3_StR_276_10_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2010-08-04","aktenzeichen":"3 StR 276/10","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n3 StR 276/10\nvom\n4. August 2010\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen schweren Raubes u. a.\n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 4. August 2010 gemäß\n§§ 44, 349 Abs. 2 StPO einstimmig beschlossen:\n\n1. Dem Angeklagten wird nach Versäumung der Frist zur Begründung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts\nHannover vom 6. April 2010 auf seinen Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.\n\nDie Kosten der Wiedereinsetzung trägt der Angeklagte.\n\n2. Die Revision des Angeklagten gegen das vorbezeichnete Urteil\nwird als unbegründet verworfen; jedoch wird der Schuldspruch\ndahin geändert, dass der Angeklagte der schweren räuberischen Erpressung in zwei Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit\nschwerem Raub schuldig ist.\n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nGründe:\n\n1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren Raubes in zwei\nFällen, in einem Fall in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung, zu\neiner Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Die\nhiergegen gerichtete Revision des Angeklagten rügt die Verletzung formellen\nund materiellen Rechts. Sie bleibt ohne Erfolg, da die Nachprüfung des Urteils\n\nauf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des\nAngeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Lediglich der Schuldspruch war\n- wie aus der Beschlussformel ersichtlich - zu berichtigen.\n\n2 1. Der \"Berichtigungsbeschluss\" des Landgerichts vom 27. April 2010\nwar nicht zulässig und das angefochtene Urteil damit so zu behandeln, als ob\ndieser nicht ergangen wäre (BGH, Urteil vom 23. Oktober 1952 - 5 StR 480/52,\nBGHSt 3, 245, 247 f.; Urteil vom 14. November 1990 - 3 StR 319/90, NJW\n1991, 1900, 1901; KK-Schoreit, 6. Aufl., § 260 Rn. 13). Eine Änderung der Urteilsformel ist nach Abschluss der Urteilsverkündung nur zulässig, soweit offensichtliche Schreibversehen oder Unrichtigkeiten berichtigt werden, die sich ohne\nWeiteres aus Tatsachen ergeben, die für alle Verfahrensbeteiligte klar zutage\ntreten und auch nur den entferntesten Verdacht einer späteren sachlichen Abänderung des verkündeten Urteils ausschließen. Danach war die vom Landgericht vorgenommene Änderung der Urteilsformel hier unzulässig, da es sich bei\nder Verwechslung der Tatbestände des Raubes und der räuberischen Erpressung nicht um ein solch offensichtliches Versehen handelt (vgl. BGH, Urteil vom\n23. Oktober 1952 - 5 StR 480/52, BGHSt 3, 245; BGH, Beschluss vom\n22. Januar 1981 - 1 StR 642/80, bei Pfeiffer/Miebach, NStZ 1983, 212).\n\n3 2. Da eine Auswirkung auf den Rechtsfolgenausspruch auszuschließen\nist und der Angeklagte sich nicht anders als geschehen hätte verteidigen können, kann der Senat den Schuldspruch durch Richtigstellung der angewendeten\nStrafvorschriften indes selbst in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1\nStPO abändern (Meyer-Goßner, StPO, 53. Aufl., § 354 Rn. 12 ff. mwN).\n\nBecker Pfister von Lienen\n\nHubert Mayer","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-08-04/3-str-276-10","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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