{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Strafsenat-1_NA_2015-05-22_1_StR_121_15_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2015-05-22","aktenzeichen":"1 StR 121/15","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 121/15\n\nvom\n22. Mai 2015\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Beihilfe zur Untreue u.a.\n\nhier: Anhörungsrüge\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 22. Mai 2015 beschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge der Verurteilten gegen den Beschluss des\nSenats vom 14. April 2015 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Der Senat hat die Revision der Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 24. November 2014 mit Beschluss vom 14. April 2015\ngemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Mit Schreiben vom\n8. Mai 2015, das beim Senat am 11. Mai 2015 eingegangen ist und dem eine\nVielzahl von Anlagen beigefügt war, hat die Verurteilte hiergegen „Beschwerde“\neingelegt. Sie rügt die Verletzung materiellen Rechts und möchte, da sie sich\nselbst als Opfer fühlt, mit dem Rechtsbehelf „Gerechtigkeit wiederherstellen“.\n\n2 Eine Beschwerde gegen eine Revisionsverwerfung ist gesetzlich nicht\nvorgesehen und wäre daher nicht statthaft. Aus dem Schreiben geht jedoch\nhervor, dass die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, der Senat habe Tatsachen, die für die Revisionsentscheidung von Bedeutung waren, nicht berücksichtigt und damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt. Sie begehrt ersichtlich, das Verfahren durch Beschluss in\ndie Lage zurückzuversetzen, die vor dem Erlass des Verwerfungsbeschlusses\nbestand. Das Schreiben ist daher als Anhörungsrüge (§ 356a StPO) auszulegen (§ 300 StPO).\n\n3 Die Anhörungsrüge ist jedoch nicht zulässig erhoben, weil entgegen\n§ 356a Satz 2 und 3 StPO nicht dargelegt und glaubhaft gemacht wird, wann\n\ndie Beschwerdeführerin von der von ihr geltend gemachten Verletzung rechtlichen Gehörs Kenntnis erlangt hat.\n\n4 Auch in der Sache könnte die Anhörungsrüge keinen Erfolg haben. Der\nSenat hat weder zum Nachteil der Verurteilten Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen diese nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen der Verurteilten übergangen oder in sonstiger Weise deren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.\n\n5 Aus dem Umstand, dass der Senat die Verwerfung der Revision nicht\nausführlich begründet hat, kann nicht auf einen Verstoß gegen den Grundsatz\nrechtlichen Gehörs geschlossen werden. § 349 Abs. 2 StPO sieht keine Begründung des die Revision verwerfenden Beschlusses vor (vgl. dazu BVerfG\nNJW 2006, 136 und StraFo 2007, 463).\n\n6 Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des\n§ 465 Abs. 1 StPO (vgl. u.a. Senatsbeschluss vom 5. Juni 2013 – 1 StR 81/13).\n\nRothfuß Graf Jäger\n\nRadtke Fischer","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-05-22/1-str-121-15","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 300","ref_norm":"300","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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