{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Notarsenat_NA_2011-02-21_NA_NotZBrfg_7_10_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat für Notarsachen","decided":"2011-02-21","aktenzeichen":"NotZ (Brfg) 7/10","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nNotZ(Brfg) 7/10\nvom\n\n21. Februar 2011\n\nin dem Verfahren\n\nwegen Amtsenthebung\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Notarsachen, hat durch den Vorsitzenden Richter Galke, die Richterin Diederichsen, den Richter Dr. Appl, die\nNotarin Dr. Doyé und den Notar Dr. Ebner\n\nam 21. Februar 2011\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil\ndes 2. Notarsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am\nMain vom 23. Juni 2010 wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens.\n\nDer Streitwert wird auf\n\n50.000 €\nfestgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 Ein Zulassungsgrund (§ 111d BNotO, § 124 Abs. 2 VwGO) ist nicht\ngegeben:\n\n2 1. Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils\ngemäß § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO bestehen nicht. Zutreffend stellt das\nOberlandesgericht fest, dass sich der Beklagte bei der Amtsenthebungsentscheidung nach § 50 Abs. 3 BNotO n.F. an den im Vorschaltverfahren\nnach § 50 Abs. 3 Satz 3 BNotO a.F. getroffenen, insoweit verbindlichen\nFeststellungen orientiert hat. Danach eingetretene Umstände, die den\nfestgestellten Amtsenthebungsgrund des § 50 Abs. 1 Nr. 8 2. Var. BNotO\nin Frage stellen könnten, sind nicht hervorgetreten. Im Gegenteil sind\nnach dem mit dem Zulassungsantrag nicht angegriffenen Feststellungen\ndes Oberlandesgerichts die Steuerschulden des Notars weiter angewachsen.\n\n3 2. Auch der Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung gemäß § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO liegt nicht vor. Bereits mit Beschluss vom\n26. Oktober 2009 (NotZ 14/08 Rn. 9) hat der Senat in dieser Sache festgestellt, dass - wie in § 118 BNotO n.F. normiert - ein bereits durchgeführtes Vorschaltverfahren trotz dessen Abschaffung zum 1. September\n2009 durch Art. 3 Nr. 8, Art. 10 des Gesetzes zur Modernisierung von\nVerfahren im anwaltlichen und notariellen Berufsrecht, zur Errichtung einer Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft sowie zur Änderung sonstiger Vorschriften vom 30. Juli 2009 (BGBl. I S. 2449) seine Wirkungen\nbehält. Demzufolge wirken auch von dem Beklagten in diesem Verfahren\n\ndurchgeführte Anhörungen der Notarkammer und des Klägers fort und\nsind nicht etwa zu wiederholen (vgl. § 118 Abs. 1 Satz 2 BNotO).\n\n4 3. Zutreffend weist der Kläger zwar darauf hin, dass es divergierende Entscheidungen dazu gibt, ob ein Zulassungsantrag auf ein zurückgewiesenes Ablehnungsgesuch gestützt werden kann (vgl.\nKopp/Schenke, VwGO 16. Aufl. § 54 Rn. 22 mwN). Darauf kommt es hier\njedoch nicht an, weil das Ablehnungsgesuch gegen den Vorsitzenden\nRichter am Oberlandesgericht M. zu Recht zurückgewiesen worden\nist. Soweit der Kläger hier den Zulassungsgrund des § 124 Abs. 2 Nr. 5\nVwGO geltend macht, ist schon zweifelhaft, ob seine Darlegungen insoweit ausreichend sind, weil er weder den Inhalt des Ablehnungsgesuchs\nnoch den des Zurückweisungsbeschlusses auch nur annähernd vollständig mitteilt und sich damit auseinandersetzt. Jedenfalls resultiert eine Befangenheit eines Richters am Oberlandesgericht nicht daraus, dass er\nüber Justizverwaltungsakte des Präsidenten dieses Oberlandesgerichts,\ndie dieser als Landesjustizverwaltungsbehörde erlässt, entscheidet. Diese Art der gerichtlichen Kontrolle ist vom Gesetzgeber so vorgegeben\n(§ 111 Abs. 2 BNotO a.F., § 111 Abs. 1 BNotO n.F.; so auch § 23\nEGGVG). Ebenso wenig begründet eine Teilnahme eines Richters am\n\"gerichtlichen Teil\" des Vorschaltverfahrens nach § 50 Abs. 3 Satz 3\nBNotO a.F. dessen Ausschluss für ein späteres gerichtliches Verfahren\nüber die endgültige Amtsenthebung, weil es sich bei der vorangegangenen richterlichen Überprüfung der in Aussicht genommenen Amtsenthebung nicht um eine Mitwirkung an einem Verwaltungsverfahren nach § 54\nAbs. 2 VwGO gehandelt hat.\n\n5 Die Kostenentscheidung beruht auf § 111d Satz 2 BNotO, § 154\nAbs. 2 VwGO, die Wertfestsetzung ist gemäß § 111g Abs. 2 Satz 1\nBNotO erfolgt.\n\nGalke Diederichsen Appl\n\nDoyé Ebner\n\nVorinstanz:\nOLG Frankfurt, Urteil vom 23. 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