{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_DienstgerichtBund_NA_2013-08-13_NA_RiZ_4_12_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Dienstgericht des Bundes","decided":"2013-08-13","aktenzeichen":"RiZ 4/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nRiZ 4/12\n\nvom 13. August 2013\n\nin dem Prüfungsverfahren\n\ndes Richters am Bundesgerichtshof\n\ndienstlich:\n\nAntragsteller,\n\ngegen\n\ndie Bundesrepublik Deutschland,\n\nAntragsgegnerin,\n\nVerfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte\n\nwegen Anfechtung einer Maßnahme der Dienstaufsicht\n\nDer Bundesgerichtshof - Dienstgericht des Bundes - hat am 13. August 2013\ndurch den Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Bergmann, die\nRichterin am Bundesgerichtshof Safari Chabestari, die Richter am Bundesgerichtshof Dr. Drescher und Pamp sowie die Richterin am Bundesgerichtshof\nDr. Menges\n\nbeschlossen:\n\n1. Die Anhörungsrüge des Antragstellers vom 27. Februar 2013\ngegen das Urteil vom 14. Februar 2013 wird auf seine Kosten\nals unzulässig verworfen.\n\n2. Die Anhörungsrüge des Antragstellers vom 24. Juni 2013 gegen das Urteil vom 14. Februar 2013 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\n3. Der Antrag auf Ergänzung des Tatbestands des Urteils vom\n14. Februar 2013 wird zurückgewiesen.\n\n4. Die Gegenvorstellung, mit der eine Verletzung von Art. 19 Abs.\n4 Satz 1, Art. 101 Abs. 1 Satz 2, Art. 103 Abs. 1 Satz 2 GG gerügt wird, wird zurückgewiesen.\n\n5. Die Gegenvorstellung des Antragstellers gegen den Streitwertbeschluss wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 1. Die Anhörungsrüge des Antragstellers vom 27. Februar 2013 gegen\ndas Urteil des Dienstgerichts vom 14. Februar 2013 ist unzulässig, weil sie nicht\n\nin der gesetzlichen Form erhoben ist (§ 152a Abs. 2 Satz 6 VwGO iVm § 66\nAbs. 1 Satz 1 DRiG). Ein Beteiligter muss in der Anhörungsrüge darlegen, inwiefern das Gericht seinen Anspruch auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat. Er kann dies nur darlegen, wenn er die Gründe der\nbeanstandeten Entscheidung kennt. Einer Anhörungsrüge, die vor Bekanntgabe\nder mit Gründen versehenen Entscheidung erhoben ist, fehlt zwangsläufig der\nordnungsgemäße Vortrag einer Gehörsverletzung und deren Entscheidungserheblichkeit (BGH, Beschluss vom 15. Juli 2010 – I ZR 160/07, MMR 2010, 777\nRn. 2). Die Anhörungsrüge vom 27. Februar 2013 ist am 28. Februar 2013 beim\nDienstgericht des Bundes eingegangen. Die mit Gründen versehene Entscheidung hat der Antragsteller erst danach am 12. Juni 2013 erhalten.\n\n2 2. Die Anhörungsrüge des Antragstellers vom 24. Juni 2013 ist jedenfalls\nunbegründet (§ 152a Abs. 4 Satz 2 VwGO iVm § 66 Abs. 1 Satz 1 DRiG), auch\nsoweit sie sich erneut auf die Gründe der Anhörungsrüge vom 27. Februar 2013\nbezieht. Das Dienstgericht hat das als übergangen gerügte Vorbringen des Antragstellers, soweit er es vor und in der mündlichen Verhandlung vorgetragen\nhat, berücksichtigt, aber nicht als entscheidungserheblich oder nicht für durchgreifend erachtet. Schon im Ausgangspunkt kein Gehörsverstoß kann in der\nvom Antragsteller behaupteten Abweichung der kurzen mündlichen Urteilsbegründung von den schriftlichen Entscheidungsgründen liegen. Eine mündliche\nUrteilsbegründung dient nur der vorläufigen Unterrichtung der Verfahrensbeteiligten, maßgeblich sind allein die schriftlichen Urteilsgründe (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Dezember 1951 – 3 StR 691/51, BGHSt 2, 63, 66; Urteil vom\n22. April 1955 – 5 StR 35/55, BGHSt 7, 363, 370 f.; Urteil vom 8. Juli 1955\n- 5 StR 43/55, BGHSt 8, 41, 42).\n\n3 3. Der Antrag auf Ergänzung des Urteilstatbestands hat keinen Erfolg.\nNach § 119 Abs.1 VwGO iVm § 66 Abs. 1 Satz 1 DRiG ist der Tatbestand eines\nUrteils bei Unrichtigkeiten oder Unklarheiten zu berichtigen. Der Tatbestand ist\n\nnicht schon dann unrichtig oder unklar, wenn nicht sämtliche Einzelheiten des\nVortrags eines Beteiligten aufgenommen sind. Im Tatbestand ist der Sach- und\nStreitstand unter Hervorhebung der gestellten Anträge nur seinem wesentlichen\nInhalt nach gedrängt darzustellen (§ 117 Abs. 3 Satz 1 VwGO). Dem genügt der\nTatbestand des Urteils vom 14. Februar 2013.\n\n4 4. Die „vorsorgliche“ Gegenvorstellung, mit der eine Verletzung von Art.\n19 Abs. 4 Satz 1, Art. 101 Abs. 1 Satz 2, Art. 103 Abs. 1 Satz 2 GG gerügt wird,\nist zurückzuweisen. Dass das Dienstgericht mit Richtern besetzt ist, die demselben Gericht angehören wie der Antragsteller und „der der Sache nach beklagte Präsident“, und dass der iudex a quo zur Entscheidung über eine Anhörungsrüge berufen ist, verstößt nicht gegen Art. 19 Abs. 4 Satz 1, Art. 101 Abs.\n1 Satz 2, Art. 103 Abs. 1 Satz 2 GG. Die Unparteilichkeit der Richter wird durch\ndie aufgrund der Verweisung in § 66 Abs. 1 Satz 1 DRiG (sinngemäß) anwendbaren Vorschriften der § 54 VwGO, §§ 41 ff. ZPO hinreichend gewährleistet.\n\n5 5. Die Gegenvorstellung des Antragstellers zum Streitwertbeschluss gibt\nkeinen Anlass für eine Abänderung. Der Antragsteller hat beantragt, die Unzulässigkeit mehrerer selbständiger Sachverhalte als Maßnahmen der Dienstaufsicht festzustellen. Damit liegen mehrere Streitgegenstände im Sinn von § 39\nAbs. 1 GKG vor.\n\nBergmann Safari Chabestari Drescher\n\nPamp Menges","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-08-13/riz-4-12","cited_norms":[{"jurabk":"DRiG","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":4},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152a","ref_norm":"152a","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 39","ref_norm":"39","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 119","ref_norm":"119","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 41","ref_norm":"41","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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