{"status":"available","doknr":"CEBGH-BGH_Anwaltsenat_NA_2013-02-21_NA_AnwZBrfg_64_12_NA_NA_0","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2013-02-21","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 64/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 64/12\n\nvom\n\n21. Februar 2013\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Widerrufs der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Prof. Dr. Kayser, den Richter Prof. Dr. König, die Richterin Dr. Fetzer\nund die Rechtsanwälte Dr. Wüllrich und Prof. Dr. Stüer\n\nam 21. Februar 2013 beschlossen:\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das\nUrteil des 5. Senats des Bayerischen Anwaltsgerichtshofs vom\n24. August 2012 wird abgelehnt.\n\nDer Kläger hat die Kosten des Zulassungsverfahrens zu tragen.\n\nDer Streitwert für das Zulassungsverfahren wird auf 50.000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Mit Bescheid vom 26. April 2012 hat die Beklagte die Zulassung des Klägers zur Rechtsanwaltschaft wegen Vermögensverfalls widerrufen. Die dagegen gerichtete Klage hat der Anwaltsgerichtshof mit Urteil vom 24. August 2012\nabgewiesen. Der Kläger hat beantragt, die Berufung gegen dieses Urteil zuzulassen. In dem fristgerecht eingegangenen Antragsschriftsatz hat er eine Begründung des Zulassungsantrags in Aussicht stellen und vorab vortragen lassen, er sei während der gesamten Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens\nernsthaft erkrankt und damit prozessunfähig gewesen, so dass das angefochtene Urteil auf einem Verfahrensmangel beruhe. Die angekündigte Begründung\nist nicht eingegangen.\n\nII.\n\n2 Der Antrag auf Zulassung der Berufung ist gemäß § 112e Satz 2 BRAO,\n§ 124a Abs. 5 VwGO abzulehnen. Der Kläger hat entgegen § 112e Satz 2\nBRAO, § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO einen Zulassungsgrund nicht hinreichend\ndargelegt.\n\n3 Für die Darlegung eines Zulassungsgrunds gelten im Grundsatz dieselben Anforderungen, wie sie die höchstrichterliche Rechtsprechung hinsichtlich\nder Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision (§ 133 Abs. 3 Satz 3\nVwGO; § 544 Abs. 2 Satz 3 ZPO) entwickelt hat (vgl. Senatsbeschluss vom\n23. Februar 2011 - AnwZ (Brfg) 4/10, juris Rn. 4 m.w.N.). Daher müssen die\naus Sicht des Antragstellers in Betracht kommenden Zulassungsgründe (§ 112e\nSatz 2 BRAO, § 124 Abs. 2 VwGO) nicht nur benannt, sondern auch hinreichend erläutert und zudem die Voraussetzungen des geltend gemachten Zulassungsgrundes substantiiert dargelegt werden (Senatsbeschluss vom\n23. Februar 2011 - AnwZ (Brfg) 4/10, aaO m.w.N.).\n\n4 Diesen Erfordernissen hat der Kläger nicht einmal ansatzweise entsprochen. Er hat zwar geltend gemacht, während der gesamten Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens erkrankt gewesen zu sein, weswegen das Urteil des\nAnwaltsgerichtshofs auf einem Verfahrensmangel (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124\nAbs. 2 Nr. 5 VwGO) beruhe. Mit dieser pauschal gehaltenen Aussage, die keinen tragfähigen Schluss auf ein verfahrensfehlerhaftes Vorgehen des Anwaltsgerichtshofs zulässt, hat es jedoch sein Bewenden. Der Kläger hat schon nicht\ndarlegt, dass er die nun angeführte dauerhafte Erkrankung dem Anwaltsgerichtshof überhaupt zur Kenntnis gebracht und diesen davon verständigt habe,\ndass er an der Sitzungsteilnahme gehindert sei. Entsprechendes lässt sich\nauch den Gerichtsakten nicht entnehmen. Danach wurde der Kläger, der seine\n\nKlage lediglich zur \"Rechtswahrung\" eingelegt und anschließend nicht begründete hatte, am 25. Juni 2012 ordnungsgemäß zur mündlichen Verhandlung vom\n24. August 2012 geladen. Die Ladung enthielt gemäß § 102 Abs. 2 VwGO den\nHinweis, dass bei seinem Ausbleiben auch ohne den Kläger verhandelt und\nentschieden werden könne. Weder auf die Ladung noch auf die - ihm per Telefax übermittelte - Hinweisverfügung des Anwaltsgerichtshofs vom 20. August\n2012 hat der Kläger in irgendeiner Form reagiert. Ein dem Anwaltsgerichtshof\nunterlaufener Verfahrensfehler ist damit weder dargelegt noch ersichtlich.\n\nIII.\n\n5 Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154\nAbs. 2 VwGO, die Festsetzung des Streitwerts auf § 194 Abs. 2 Satz 1 BRAO.\n\nKayser König Fetzer\n\nWüllrich Stüer\n\nVorinstanz:\nAGH München, Entscheidung vom 24.08.2012 - BayAGH I - 9/12 -","source":"ce-bgh","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-02-21/anwz-brfg-64-12","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":2},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112c","ref_norm":"112c","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 194","ref_norm":"194","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 102","ref_norm":"102","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","attribution":{"source":"Bundesgerichtshof","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.15153244","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs. 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