{"status":"available","doknr":"BB-11549","ecli":null,"court":"Brandenburgisches Oberlandesgericht","senate":"4. Senat für Familiensachen","decided":"2016-09-12","aktenzeichen":"13 WF 214/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nAuf die Beschwerde des Antragsgegners und unter Zurückweisung seiner weiter gehenden Beschwerde wird der Verfahrenswert in Abänderung des Beschlusses des Amtsgerichts Nauen vom 01.07.2016 auf bis zu 8.000 € festgesetzt.\n\n \n \n \n\n \n\n \n \n \n \n \n\n \n\n Gründe\n \n\n \n\n \n\n \n\n \n \n \n \n\n1. Der Antragsgegner wendet sich gegen die Festsetzung des Verfahrenswertes für ein Kindesunterhaltsverfahren betreffend zwei Kinder.\n\nDiese haben in einem im März 2016 eingeleiteten Stufenverfahren die Dynamisierung und Heraufsetzung ab 12/2015 rückständiger und laufender Unterhaltsansprüche verfolgt, die der Antragsgegner in zwei Jugendamtsurkunden vom 14.07.2015 statisch hatte titulieren lassen.\n\nDer anerkannte Anspruch des am 07.04.2000 geborenen Kindes lautete über 522 € monatlich und das Anerkenntnis war befristet bis zum 31.08.2016 (9). Der anerkannte Anspruch des am 23.08.2007 geborenen Kindes lautete über 433 € (10).\n\nNach den Vorstellungen der Antragsteller standen Unterhaltsansprüche aus der 10. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle im Raum.\n\nMit dem angefochtenen Beschluss hat das Amtsgericht den Verfahrenswert ohne Begründung auf 13.860 € festgesetzt und mit Nichtabhilfebeschluss vom 28.08.20106 auf § 51 Abs 1 FamGKG hingewiesen.\n\nDer Antragsgegner, der nach der Kostenregelung eines Vergleichs die Verfahrenskosten zu tragen hat, hält einen Verfahrenswert von 2.280 € für zutreffend.\n\n2. Die nach § 59 Abs. 1 S. 1 FamGKG statthafte und auch im Übrigen zulässige Beschwerde, über die der Senat nach §§ 59 Abs. 1 S 5, 57 Abs. 5 S. 1 FamGKG als Einzelrichter entscheidet, hat teilweise Erfolg.\n\nSoweit die Antragsteller in dem Abänderungsverfahren die Dynamisierung statisch titulierten Unterhalts erstrebt haben, richtet sich der Verfahrenswert nach ihrem wirtschaftlichen Interesse hieran, also nach dem Aufwand und den Kosten, die mögliche künftige Abänderungsverfahren mit sich brächten, § 42 Abs. 1 FamGKG. Dieses Interesse veranschlagt der Senat unter Heranziehung der Wertungen der §§ 35, 51 Abs. 1, Abs. 2 FamGKG regelmäßig mit 15% der in zwölf Monaten ab Antragseinreichung anfallenden Unterhaltsbeträge (vgl. OLG Hamm FamRZ 2015, 954; Schneider NZFam 2015, 40), so hier auch im Falle des jüngeren Kindes. Insoweit sind 779,40 € zu berücksichtigen (433 € x 12 x 0,15).\n\nIn Ansehung des älteren Kindes kann demgegenüber dessen wirtschaftliches Interesse an einer Dynamisierung des bestehenden Titels vernachlässigt werden, da dieser ohnehin befristet war und lediglich noch die fünf Monate nach Antragseinreichung betraf.\n\nSoweit die Antragsteller mit der Abänderung zugleich eine Heraufsetzung erstreben, ist auf die Differenz zwischen dem titulierten und dem mit der Abänderung erstrebten maßgeblichen Unterhaltsbetrag abzustellen (vgl. Schulte-Bunert/Weinreich/Keske FamFG Kommentar, 4. Aufl., § 51 Rn. 26 m.w.N.). Wertmaßgeblich sind nach § 51 Abs. 1 FamGKG insoweit die ersten zwölf Monat nach Einreichung des Antrags und nach § 51 Abs. 2 S 1 FamGKG die bis zur Einreichung aufgelaufenen Rückstände.\n\nFür das ältere Kind ergibt sich damit folgende Berechnung\n\nMonat \n\ntituliert\n\nbeansprucht\n\nDifferenz\n\nDez 15\n\n522,00 €\n\n612,00 €\n\n90,00 €\n\nJan 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nFeb 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nMrz 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nApr 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nMai 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nJun 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nJul 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nAug 16\n\n522,00 €\n\n625,00 €\n\n103,00 €\n\nSep 16\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nOkt 16\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nNov 16\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nDez 16\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nJan 17\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nFeb 17\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\nMrz 17\n\n0,00 €\n\n625,00 €\n\n625,00 €\n\n                                \n\nSumme \n\n                \n\n5.289,00 €,\n\nund für das jüngere Kind\n\nMonat \n\ntituliert\n\nbeansprucht\n\nDifferenz\n\nDez 15\n\n433,00 €\n\n510,00 €\n\n77,00 €\n\nJan 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nFeb 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nMrz 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nApr 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nMai 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nJun 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nJul 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nAug 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nSep 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nOkt 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nNov 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nDez 16\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nJan 17\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nFeb 17\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\nMrz 17\n\n433,00 €\n\n520,00 €\n\n87,00 €\n\n                                \n\nSumme \n\n                \n\n1.382,00 €.\n\nEine Kostenentscheidung ist nicht veranlasst, § 59 Abs. 3 FamGKG.\n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar, §§ 59 Abs. 1 S 5, 57 Abs. 7 FamGKG.","source":"bb","source_url":"https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/11549","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-brandenburg/2016-09-12/13-wf-214-16","cited_norms":[{"jurabk":"FamGKG","ref":"§ 51","ref_norm":"51","n":2},{"jurabk":"FamGKG","ref":"§ 59","ref_norm":"59","n":2},{"jurabk":"FamGKG","ref":"§ 42","ref_norm":"42","n":1}],"authoritative_source":"https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/11549","attribution":{"source":"gerichtsentscheidungen.brandenburg.de","source_url":"https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/11549"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-brandenburg/2016-09-12/13-wf-214-16","upstream":"https://gerichtsentscheidungen.brandenburg.de/gerichtsentscheidung/11549","retrieved":"2026-07-29 23:02:31.607013+00:00"}}