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# Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 23.05.2023 – 17 W 51/22

ECLI:DE:OLGK:2023:0523.17W51.22.00

## Tenor

Die weitere Beschwerde der Landeskasse NRW vom 08.04.2022 ge-

gen den Beschluss der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bonn vom

04.04.2022 wird zurückgewiesen.

Das Erinnerungsverfahren ist gerichtsgebührenfrei. Außergerichtliche

Kosten werden nicht erstattet.

**Rn. 1**

G r ü n d e :

**Rn. 2**

Die gemäß §§ 5 Abs. 2 S. 3 GvKostG, 66 Abs. 4 S. 1 GKG statthafte weitere Be-

**Rn. 3**

schwerde ist unbegründet.

**Rn. 4**

Ob es darüber hinaus an einer wirksamen Einlegung mangelt, weil die Beschwerde

**Rn. 5**

entgegen § 130d ZPO nicht als elektronisches Dokument eingereicht worden ist (vgl.

**Rn. 6**

hierzu OLG Brandenburg, Beschl. v. 04.11.2022 - 2 WF 167722, MDR 2023, 459 -

**Rn. 7**

Staatskasse; Zöller/Feskorn, ZPO, 34. Auflage 2022 mit Onlineaktualisierung, § 14b

**Rn. 8**

ERV Rn. 1.2), kann offenbleiben.

**Rn. 9**

I.

**Rn. 10**

Mit Auftrag vom 06.07.2021 begehrte die Gläubigerin die gütliche Erledigung (Modul

**Rn. 11**

E2), Abnahme der Vermögensauskunft nach §§ 802c, 802f ZPO (Modul G1) und Ein-

**Rn. 12**

holung von Auskünften Dritter nach § 802l ZPO durch Ersuchen an das Bundeszen-

**Rn. 13**

tralamt für Steuern (Modul M2). Weil der Schuldner die Vermögensauskunft bereits

**Rn. 14**

geleistet hatte und bei einer Vollstreckung in die im Vermögensverzeichnisse aufge-

**Rn. 15**

führten Vermögensgegenstände eine vollständige Befriedigung des Gläubigers nicht

**Rn. 16**

zu erwarten war, führte der Gerichtsvollzieher das Verfahren zu Auskünften Dritter

**Rn. 17**

durch. Für seine Tätigkeiten erhob der Obergerichtsvollzieher G. in seiner Kos-

**Rn. 18**

tenrechnung vom 31.08.2021 (DR II 507/21) - einschließlich (nur) einer Auslagenpau-

**Rn. 19**

schale von 10,00 EUR (Nr. 716 KV GVKostG) - Kosten von 67,25 EUR.

**Rn. 20**

Die gegen den Kostenansatz erhobene Erinnerung der Staatskasse vom 29.11.2021

**Rn. 21**

hat das Amtsgericht Euskirchen mit Beschluss vom 07.02.2022 zurückgewiesen. Die

**Rn. 22**

hiergegen gerichtete Beschwerde der Staatskasse vom 22.02.2022 hat das Landge-

**Rn. 23**

richt Bonn (nach Übertragung auf die Kammer) mit Beschluss vom 04.04.2022 bei Zu-

**Rn. 24**

lassung der weiteren Beschwerde zurückgewiesen. Der weiteren Beschwerde der

**Rn. 25**

Staatskasse hat das Landgericht Bonn mit Beschluss vom 11.04.2022 nicht abgehol-

**Rn. 26**

fen und die Sache dem Senat zur Entscheidung vorgelegt.

**Rn. 27**

II.

**Rn. 28**

Der angegriffene Kostenansatz hält der rechtlichen Überprüfung stand.

**Rn. 29**

Zu Recht haben das Amtsgericht Euskirchen und das Landgericht Bonn die Voraus-

**Rn. 30**

setzungen für einen doppelten Ansatz der Auslagenpauschale (Nr. 716 KV GVKostG)

**Rn. 31**

verneint. Mit der (tatsächlich) zeitgleichen Beantragung der Module liegt auch kosten-

**Rn. 32**

rechtlich (nur) eine Antragstellung vor, § 3 Abs. 2 Nr. 3 GVKostG. Auf die zutreffende

**Rn. 33**

Begründung in den angegriffenen Beschlüssen vom 07.02. und 04.04.2022 wird zur

**Rn. 34**

Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen. Das Beschwerdevorbringen, das

**Rn. 35**

von einer sukzessiven Beauftragung ausgeht, gibt zu einer abweichenden Bewertung

**Rn. 36**

keinen Anlass.

**Rn. 37**

Die Annahme einer von Gesetzes wegen aufschiebend bedingten (und deshalb suk-

**Rn. 38**

zessiven) Beauftragung beruht auf einer unzutreffenden Gleichsetzung der materiell-

**Rn. 39**

rechtlichen Voraussetzungen für die Einholung von Drittauskünften (§ 802l ZPO) mit

**Rn. 40**

den Wirksamkeitsanforderungen an eine hierauf gerichtete Antragstellung.

**Rn. 41**

Gemäß § 3 Abs. 3 S.1 GVKostG ist ein Auftrag erteilt, wenn er dem Gerichtsvollzieher

**Rn. 42**

(oder der Geschäftsstelle) zugegangen ist. Die Rückausnahme des § 3 Abs. 2 S. 2 GVKostG

**Rn. 43**

ist nicht einschlägig. Anhaltspunkte dafür, dass der Gläubiger selbst seine Antragstellung

**Rn. 44**

unter eine Bedingung gestellt hat, werden nicht aufgezeigt. Zudem wäre eine solche

**Rn. 45**

Erklärung als auflösend bedingte Antragstellung bzw. aufschiebend bedingte Antrags-

**Rn. 46**

rücknahme auszulegen (AG Düsseldorf, Beschl. v. 19.01.2022 - 660 M 1748/21, DGVZ

**Rn. 47**

2022, 1159; ebenso für § 802c ZPO BGH, Beschl. v. 27.06.2016 - I ZB 21/16, DGVZ

**Rn. 48**

017, 15; Senat, Beschl. v. 18.11.2015 - 17 W 174/15, DGVZ 2016, 13), zumal mit der

**Rn. 49**

Abstandnahme von der Auskunftseinholung eine Nichterledigungsgebühr nicht anfällt,

**Rn. 50**

arg. Nr. 260, 604 KV GVKostG.

**Rn. 51**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 66 Abs. 7 GKG.

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Zitiervorschlag: Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 23.05.2023 – 17 W 51/22, ECLI:DE:OLGK:2023:0523.17W51.22.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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