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# Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 09.02.2010 – 4 UF 173/09

ECLI:DE:OLGK:2010:0209.4UF173.09.00

## Tenor

1. Die Kosten des nach § 619 ZPO erledigten Scheidungsverfahrens werden analog § 93 a Abs. 1 Satz 1 ZPO gegeneinander aufgehoben.

2. Der Streitwert der Berufung beträgt 120.000,00 €.

## Gründe

**Rn. 2**

1. Über die Kosten war gemäß § 93 a Abs. 1 Satz 1 ZPO wie tenoriert zu entscheiden, nachdem die Antragsgegnerin zwischenzeitlich vor Beendigung des Scheidungsverfahrens verstorben ist.

**Rn. 3**

Für die Entscheidung über die Verfahrenskosten ist nicht § 91 a ZPO (so aber u.a. Zöller/Philippi, ZPO, 27. Aufl. 2009, § 619 Rn. 7; OLG Bamberg, FamRZ 1995, 1073) maßgebend, weil nach dieser Vorschrift, wenn auch aufgrund einer summarischen Prüfung, auf die Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung abzustellen ist. Für Scheidungs- und Scheidungsfolgensachen ist § 93 a Abs. 1 Satz 1 ZPO eine die allgemeinen Kostenvorschriften verdrängende Sonderregelung, die in Konsequenz der Abkehr des Gesetzgebers vom Schuldprinzip grundsätzlich die kostenmäßige Gleichbehandlung der Ehegatten vorsieht, sofern nicht § 97 Abs. 3 ZPO eingreift (vgl.BGH FamRZ 1986, 253-254; offengelassen BGH EzFamRZPO § 91 a Nr. 23; Thomas/Putzo/Hüßtege, ZPO, 29. Auflage 2008, § 619 Rn. 5). Die Gegenmeinung verkennt, dass anders als in den Fällen des § 91 a ZPO, in denen aufgrund des übereinstimmenden Parteiwillens die Entscheidung des Rechtsstreit in der Hauptsache dem Gericht entzogen wird und die Parteien nur noch die Kostenentscheidung nach § 91 a ZPO wollen, also eine Billigkeitsentscheidung unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes, mit dem Tod eines Ehegatten die Erledigungsfiktion des § 619 ZPO von Amts wegen eintritt, so dass in diesem Fall der für Scheidungs- und Scheidungsfolgesachen aus § 93 a Abs. 1 Satz 1 ZPO abzuleitende Grundsatz der Kostenteilung der Rechtslage besser gerecht wird. Hierfür spricht auch, dass der Gesetzgeber nunmehr in §§ 131, 150 Abs. 2 Satz 2 FamFG die Kostenfolge dem entsprechend ausdrücklich geregelt hat (vgl. Bahrenfuss, FamFG, 2009, § 131 Rn. 2).

**Rn. 4**

Die Kosten aller Instanzen sind somit gegeneinander aufzuheben.

**Rn. 5**

2. Die Streitwertentscheidung folgt aus § 48 Abs. 3 Satz 1 GKG. In seiner Antragsschrift hat der Antragsteller das monatliche Nettoeinkommen beider Parteien mit insgesamt 40.000,00 € angegeben.

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Zitiervorschlag: Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 09.02.2010 – 4 UF 173/09, ECLI:DE:OLGK:2010:0209.4UF173.09.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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