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# Landgericht Münster, Beschluss vom 20.08.1991 – 5 T 956/90

ECLI:DE:LGMS:1991:0820.5T956.90.00

## Tenor

Die Beschwerde wird zurückgewiesen .

Wert : 30.000, -- DM .

Der Antrag auf Bewilligung von

Prozeßkostenhilfe für das Beschwerdeverfahren

wird zurückgewiesen.

**Rn. 1**

G r ü n d e

**Rn. 2**

Die Beteiligten dieses Verfahrens sind Brüder. Ihre Eltern

**Rn. 3**

haben am 28 . 03 . 1966 vor dem Notar F in N zu

**Rn. 4**

UR-N r. XXX ein notarielles Testament errichtet. In

**Rn. 5**

diesem Testament heißt es u.a . wie folgt:

**Rn. 6**

„Wir setzen uns gegenseitig zu Vorerben ein.

**Rn. 7**

Der überlebende von uns soll von den Beschränkungen

**Rn. 8**

soweit befreit sein, wie es das Gesetz zuläßt.

**Rn. 9**

Nach dem Tode des Überlebenden von uns sollen

**Rn. 10**

unsere Kinder B und S zu gleichen

**Rn. 11**

Teilen Nacherben des Erstversterbenden und

**Rn. 12**

unmittelbare Erben des Überlebenden von uns

**Rn. 13**

werden .

**Rn. 14**

B erhält als Vorausvermächtnis das Haus in

**Rn. 15**

N, T.

**Rn. 16**

S erhält als Vorausvermächtnis das Haus in

**Rn. 17**

N, T.

**Rn. 18**

Diese Vermächtnisse sind fällig mit dem Tod des

**Rn. 19**

Überlebenden. Der Überlebende hat die volle

**Rn. 20**

Verfügung hierüber als befreiter Vorerbe .

**Rn. 21**

Eine Ausgleichung soll unter den Erben nicht

**Rn. 22**

erfolgen . Sollte eines unserer Kinder - B

**Rn. 23**

und S - das zum Nachlaß gehörende Haus,

**Rn. 24**

das ihm zugefallen ist , verkaufen wollen , hat

**Rn. 25**

das andere Kind das Vorkaufsrecht .

**Rn. 26**

. . .“

**Rn. 27**

Mit notariellem Testament vom XXX (UR - Nr XXX des

**Rn. 28**

Notars Dr . E in N) ergänzten die Eltern der

**Rn. 29**

Beteiligten das Testament vom XXX wie folgt:

**Rn. 30**

"Wir bestätigen das gemeinschaftliche Testament

**Rn. 31**

vom XXX - UR - Nr . XXX-. Bei den

**Rn. 32**

Bestimmungen dieses Testaments soll es verbleiben

**Rn. 33**

Wir wollen jedoch folgende Testamentsvollstreckung

**Rn. 34**

anordnen:

**Rn. 35**

Nach dem Tode des Überlebenden von uns soll

**Rn. 36**

unser Sohn, Ingenieur S,

**Rn. 37**

Testamentsvollstrecker sein. Er soll die Aufgabe

**Rn. 38**

haben, nach dem Tode des Überlebenden von

**Rn. 39**

uns den gesamten Nachlaß nach uns, den Erschienenen

**Rn. 40**

zu 1) und 2), zu verwalten. Diese

**Rn. 41**

Verwaltung soll bis zum Tode unseres Erben

**Rn. 42**

B dauern. Sollte der Testamentsvollstrecker

**Rn. 43**

vorher versterben, soll die Verwaltung

**Rn. 44**

bis zum Tode des Testamentsvollstreckers

**Rn. 45**

dauern.

**Rn. 46**

Im Falle einer ordnungswidrigen Veräußerung

**Rn. 47**

oder Pfändung des Reinertrags des Erbteils soll

**Rn. 48**

dem Testamentsvollstrecker die Befugnis zu stehen,

**Rn. 49**

anstelle der Auszahlung des Reinerlöses

**Rn. 50**

an den Berechtigten dessen Naturalverpflegung

**Rn. 51**

eintreten zu lassen.

**Rn. 52**

Der Testamentsvollstrecker hat das Recht, einen

**Rn. 53**

Nachfolger zu ernennen .

**Rn. 54**

…“

**Rn. 55**

Ebenfalls am 1 . Februar 1973 hat der Beteiligte zu 1) vor

**Rn. 56**

dem Notar E in N zu XXX in einer Erklärung, an der außer ihm

**Rn. 57**

seine Eltern beteiligt waren, u . a . erklärt:

**Rn. 58**

"Mir ist die zusätzliche Erklärung über

**Rn. 59**

Testamentsvollstreckung im Einzelnen bekannt.

**Rn. 60**

Ich bin damit einverstanden."

**Rn. 61**

Die Mutter der Beteiligten ist am xxx, der Vater am

**Rn. 62**

xxx verstorben. Am 02 . 07 . 1987 wurde dem Beteiligten

**Rn. 63**

zu 2) vom Amtsgericht Münster auf seinen Antrag ein

**Rn. 64**

Testamentsvollstreckerzeugnis erteilt. Die in den Testamenten

**Rn. 65**

ausgesetzten Vermächtnisse sind mittlerweile erfüllt

**Rn. 66**

und zwar haben die Beteiligten vor dem Notar Dr . F in N

**Rn. 67**

am 12 . 08 . 1988 zu UR-Nr. XXX u.a . folgende Erklärung abgegeben:

**Rn. 68**

"In Erfüllung der angeordneten Vermächtnisse

**Rn. 69**

überträgt hiermit der Erschienene zu 1) (der

**Rn. 70**

Beteiligte zu 2)) die im Grundbuch von N

**Rn. 71**

Blatt xxx eingetragene Grundbesitzung auf

**Rn. 72**

sich zu Alleineigentum. Er überträgt die im

**Rn. 73**

Grundbuch von N Band xxx Blatt xxx

**Rn. 74**

eingetragene Grundbesitzung hiermit auf seinen

**Rn. 75**

Bruder, den Erschienenen zu 2) (den Beteiligten

**Rn. 76**

zu 1)), zu dessen Alleineigentum. Die Erschienenen

**Rn. 77**

zu 1) und 2) nehmen diese Übertragungen

**Rn. 78**

hiermit an.

**Rn. 79**

…

**Rn. 80**

Die Erschienenen sind je über den Eigentumsübergang

**Rn. 81**

der ihnen übertragenen Grundbesitzungen einig.

**Rn. 82**

Sie bewilligen und beantragen die Eintragung

**Rn. 83**

dieser Rechtsänderungen in den Grundbüchern mit

**Rn. 84**

dem jeweiligen Vermerk : Testamentsvollstreckung

**Rn. 85**

ist angeordnet."

**Rn. 86**

Am 24 . 07 . 1990 hat der Beteiligte zu 1) beim Amtsgericht die

**Rn. 87**

Entlassung des Beteiligten zu 2) aus dessen Amt als Testamentsvollstrecker

**Rn. 88**

beantragt . Dieser Antrag wurde mit Beschluß des Amtsgerichts N vom

**Rn. 89**

02 . 11.1990 zurück gewiesen. Dagegen wendet sich der Beteiligte zu 1) mit der

**Rn. 90**

Beschwerde vom 15 . 11 . 1990 .

**Rn. 91**

Die Beschwerde ist gemäß den §§ 19, 20 FGG statthaft und

**Rn. 92**

auch im Übrigen zulässig; insbesondere wurde sie formgerecht

**Rn. 93**

eingelegt. In der Sache hat das Rechtsmittel jedoch keinen

**Rn. 94**

Erfolg.

**Rn. 95**

Von den Eltern der Beteiligten ist in der UR - Nr. XXX des

**Rn. 96**

Notars Dr.F i n N vom XXX eine wirksame Testamentsvollstreckung

**Rn. 97**

angeordnet worden. Nach § 2197 Abs . 1 BGB kann ein Erblasser

**Rn. 98**

durch Testament einen oder mehrere Testamentsvollstrecker ernennen .

**Rn. 99**

Dabei fällt

**Rn. 100**

auch das Haus T in N , das dem Beteiligten zu 1) als Vorausvermächtnis

**Rn. 101**

zugewandt worden ist, unter die Anordnung der Testamentsvollstreckung .

**Rn. 102**

Im Gesetz ist zwar nicht ausdrücklich geregelt, daß auch die

**Rn. 103**

Verwaltung des einem Vermächtnisnehmer zugewandten Gegenstandes

**Rn. 104**

dem Testamentsvollstrecker übertragen werden kann .

**Rn. 105**

Hier gelten jedoch die §§ 2209 , 2210 BGB entsprechend (vgl .

**Rn. 106**

Palandt/Edenhofer , Bürgerlich es Gesetzbuch , 50 . Aufl . 1991,

**Rn. 107**

§ 2223, Rdn . 2m . w. N. ) . Aus dem Wertermittlungsbogen vom

**Rn. 108**

28 . 11 .1 986, der nach dem Tod des Vaters der Beteiligten

**Rn. 109**

erstellt wurde, ergibt sich, daß neben den beiden Grund stücken

**Rn. 110**

T xx und xx weiterer wesentlicher Nachlaß nicht vorhanden war . Aus dieser Tatsache im Zusammenhang mit den Urkunden vom XXX des Notars F

**Rn. 111**

(UR - Nr . XXX und UR - Nr . XXX) folgt , daß gerade auch

**Rn. 112**

die Verwaltung des dem Beteiligten zu 1) als Vorausvermächtnis

**Rn. 113**

zugewandten Hauses T Nr . xx unter die Anordnung der Testamentsvollstreckung fallen sollte.

**Rn. 114**

Auch die Dauer der Testamentsvollstreckung ist nicht - wie der

**Rn. 115**

Beteiligte zu 1) meint - widersprüchlich bestimmt . Die

**Rn. 116**

Eltern der Beteiligten haben hier eine Dauervollstreckung im

**Rn. 117**

Sinne des § 2209 BGB angeordnet . In dieser Vorschrift heißt

**Rn. 118**

es, daß der Testamentsvollstrecker die Verwaltung des Nachlasses

**Rn. 119**

übertragen kann, ohne ihm andere Aufgaben als die

**Rn. 120**

Verwaltung zuzuweisen . Dabei hält s ich die von den Eltern

**Rn. 121**

getroffene Anordnung über die Dauer der Testamentsvollstreckung

**Rn. 122**

im Rahmen des § 2210 BGB . Hiernach wird eine nach

**Rn. 123**

§ 2209 BGB getroffene Anordnung unwirksam, wenn seit dem

**Rn. 124**

Erbfalle 30 Jahre verstrichen sind. Dabei kann der Erblasser

**Rn. 125**

jedoch anordnen, daß die Verwaltung bis zum Tode des Erben

**Rn. 126**

oder des Testamentsvollstreckers oder bis zum Eintritt eines

**Rn. 127**

anderen Ereignisses in der Person des einen oder des anderen

**Rn. 128**

fortdauern soll . Da der Beteiligte zu 2) nicht allein sondern

**Rn. 129**

Miterberbe ist, ist er durch diese Tatsache nicht an

**Rn. 130**

der Ausübung des Amtes als Testamentsvollstrecker gehindert .

**Rn. 131**

Die rechtliche Zulässigkeit einer Doppelstellung als Testamentsvollstrecker

**Rn. 132**

und Miterbe ist anerkannt (vgl . Palandt,

**Rn. 133**

a . a .O. , § 2197, Rdn . 3; BGH Z 30, 67, 70) .

**Rn. 134**

Es bleibt damit festzuhalten, daß von den Eltern der Beteiligten

**Rn. 135**

als Erblassern eine wirksame Testamentsvollstreckung

**Rn. 136**

angeordnet wurde und daß das Amt des Testaments -

**Rn. 137**

vollstreckers noch nicht von Gesetzes wegen erloschen ist.

**Rn. 138**

Soweit der Beteiligte zu 1) anführt, daß sich seine Mutter

**Rn. 139**

bei der Anordnung der Testamentsvollstreckung im Sinne des

**Rn. 140**

§ 2078 BGB geirrt habe, ist darauf zu verweisen, daß zwar

**Rn. 141**

grundsätzlich durch Anfechtung eine Testamentsvollstreckung

**Rn. 142**

beseitigt werden kann (vgl . Palandt, a . a .O. , § 2209, Rdn .

**Rn. 143**

2), vorliegend jedoch die Anfechtungsfrist des § 2082 BGB

**Rn. 144**

von einem Jahr verstrichen ist , so daß der Beteiligte zu 1)

**Rn. 145**

mit diesem Vorbringen schon aus diesem Grund keinen Erfolg

**Rn. 146**

hat .

**Rn. 147**

Hinreichende Tatsachen , die die Anordnung der Testamentsvollstreckung

**Rn. 148**

als sittenwidrig erscheinen lassen, sind vom Beteiligten zu 1) ebenfalls

**Rn. 149**

nicht dargetan; insbesondere nicht , da zu berücksichtigen ist, daß er sich in den UR - Nr.

**Rn. 150**

XXX des Notars F vom 01.02 . 1973 und XXX des

**Rn. 151**

Notars Dr . F vom 12.08.1988 ausdrücklich mi t der

**Rn. 152**

Testamentsvollstreckung einverstanden erklärt hat.

**Rn. 153**

Nach § 2227 Abs . 1 BGB kann das Nachlaßgericht zwar einen

**Rn. 154**

Testamentsvollstrecker auf Antrag eines der Beteiligten

**Rn. 155**

entlassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt . Hiervon ist

**Rn. 156**

jedoch nicht auszugehen, so daß eine Entlassung des Beteiligten

**Rn. 157**

zu 2) aus dem Amt als Testamentsvollstrecker nicht in

**Rn. 158**

Betracht kommt.

**Rn. 159**

Sachlich setzt § 2227 BGB für die Entlassung eines Testamentsvollstreckers

**Rn. 160**

- auch des Verwaltungsvollstreckers - einen wichtigen Grund voraus .

**Rn. 161**

Das Gesetz nennt beispielhaft grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen

**Rn. 162**

Geschäftsführung als wichtige Gründe. Dabei handelt

**Rn. 163**

es sich aber, wie schon die Fassung des § 2227 Abs . 1 Halb Satz

**Rn. 164**

2 BGB („insbesondere“) ergibt, nur um Beispiele. § 2227

**Rn. 165**

BGB ist auch dazu bestimmt, einen Ersatz für das dem Geschäftsherrn

**Rn. 166**

zustehende Widerrufsrecht (§ 671 Abs. 1 BGB) zu

**Rn. 167**

gewähren . Es ist daher ganz allgemein anerkannt, daß ein

**Rn. 168**

objektiv berechtigtes Mißtrauen der Erben gegenüber dem

**Rn. 169**

Testamentsvollstrecker für sich allein einen Grund zur Entlassung bilden kann,

**Rn. 170**

wenn es nicht nur auf der subjektiven Einstellung der Erben,

**Rn. 171**

sondern auf Tatsachen beruht, die der Testamentsvollstrecker durch sein Verhalten - wenn auch ohne

**Rn. 172**

Verschulden - herbeigeführt hat . Auch Feindschaft zwischen

**Rn. 173**

dem Testamentsvollstrecker und den Erben kann einen wichtigen

**Rn. 174**

Grund darstellen, wobei die Entlassung jedoch nur dann

**Rn. 175**

gerechtfertigt ist, wenn der Testamentsvollstrecker zu der

**Rn. 176**

Entstehung der Spannungen nicht ganz unwesentlich beigetragen

**Rn. 177**

hat und anzunehmen ist, daß der Erblasser, wenn er

**Rn. 178**

noch lebte , die Ernennung des Testamentsvollstreckers widerrufen

**Rn. 179**

hätte, wobei dieser Widerruf dem objektiven Interesse

**Rn. 180**

der Erben entsprechen muß (vg l. OLG Stuttgart OLG Z 68, 457;

**Rn. 181**

OLG Köln OLG Z 1969, 281; Bayrisches Oberlandesgericht Z

**Rn. 182**

1988, 42 (45) ; Bayrisches Oberlandesgericht Z 1957, 317;

**Rn. 183**

Bayrisches Oberlandesgericht NJW - RR 1988, 645).

**Rn. 184**

Der Beteiligte zu 1) hat keine Tatsachen vorgetragen, die

**Rn. 185**

einen wichtigen Grund im Sinne des§ 2227 Abs. 1 BGB bilden.

**Rn. 186**

Zunächst ist vom Beteiligten zu 1) behauptet worden, eine

**Rn. 187**

ordnungsgemäße Abrechnung durch den Beteiligten zu 2) liege

**Rn. 188**

nicht vor. Im Laufe des Verfahrens stellt der Beteiligte zu

**Rn. 189**

1) sodann selbst klar, daß mittlerweile eine schriftliche

**Rn. 190**

Abrechnung vorliegt. Dabei dürfte es sich um die Abrechnung

**Rn. 191**

handeln, die durch anwaltliches Schreiben vom 11.04.1990 den

**Rn. 192**

seinerzeit von dem Beteiligten zu 1) beauftragten Anwälten

**Rn. 193**

übersandt wurde. Es kann demnach dahinstehen, ob - worüber

**Rn. 194**

die Beteiligten streiten - bereits in den Jahren zuvor eine

**Rn. 195**

Abrechnung verlangt und diese ausreichend erteilt wurde.

**Rn. 196**

Bereits zum Zeitpunkt der Beantragung der Entlassung des

**Rn. 197**

Beteiligten zu 2) aus dem Amt als Testamentsvollstrecker

**Rn. 198**

beim Amtsgericht durch den Beteiligten zu 1) lag eine

**Rn. 199**

schriftliche Abrechnung vor, die von dem Beteiligten zu 1)

**Rn. 200**

konkret nicht angegriffen wird.

**Rn. 201**

Wenn der Beteiligte zu 1) behauptet, der Beteiligte zu 2)

**Rn. 202**

sorge nicht für ausreichende Unterhaltung des Hauses T, hat

**Rn. 203**

bereits das Amtsgericht in dem an gefochtenen

**Rn. 204**

Beschluß darauf hingewiesen, daß der Beteiligte

**Rn. 205**

zu 2) die ordnungsgemäße Verwaltung mit seinem Schriftsatz

**Rn. 206**

vom 12 . 03.1989 nebst Fotografien der Häuser T

**Rn. 207**

xx, xx und xx belegt hat. Weitere Einwände trägt der Beteiligte

**Rn. 208**

zu 1) in der Beschwerdeinstanz dazu nicht mehr vor.

**Rn. 209**

Auch die vom Beteiligten zu 1) angeführten finanziellen

**Rn. 210**

Probleme, die sich in der Regel darauf beziehen, daß er

**Rn. 211**

nicht in der Lage sei, die von ihm geplanten beruflichen

**Rn. 212**

Aktivitäten zu verwirklichen, ist - wie bereits i n dem an gefochtenen

**Rn. 213**

amtsgerichtliehen Beschluß ausgefüh rt - kein

**Rn. 214**

Grund zur Entlassung des konkret benannten Testamentsvollstreckers.

**Rn. 215**

Soweit der Beteiligte zu 1) auf eine Steuerhinterziehung

**Rn. 216**

durch seinen Vater, den Erblasser, und den Beteiligten zu 2)

**Rn. 217**

als Testamentsvollstrecker hinweist, kann dem Beteiligten zu

**Rn. 218**

2) nicht angelastet werden, daß er seinen Vater beim Finanzamt

**Rn. 219**

nicht der Steuerhinterziehung bezichtigt hat . Niemand

**Rn. 220**

hat die Pflicht, einen nahen Angehörigen - auch nicht

**Rn. 221**

nach dessen Tod - zu belasten . Soweit der Beteiligte zu 2)

**Rn. 222**

selbst Steuern hinterzogen haben soll, führt dies jedenfalls

**Rn. 223**

nicht dazu, daß insowe i t ein wichtiger Grund zu seiner Entlassung

**Rn. 224**

aus dem Amt als Testamentsvollstrecker gegeben ist.

**Rn. 225**

Hier muß bedacht werden, daß der Beteiligte zu 2) die -

**Rn. 226**

mögliche - Steuerhinterziehung nicht auf dem Rücken des

**Rn. 227**

Beteiligten zu 1) ausgetragen hat, sondern - sollte die

**Rn. 228**

Steuerhinterziehung gegeben sein - diesen an den ersparten

**Rn. 229**

Steuern hat teilhaben lassen.

**Rn. 230**

Der Beteiligte zu 1) kann dem Beteiligten zu 2) auch nicht

**Rn. 231**

den Vorwurf machen, dieser habe sich zu Unrecht dadurch

**Rn. 232**

bereichert, daß das dem Beteiligten zu 2) zugewandte Haus

**Rn. 233**

T Nr. xx doppelt so viel wert sei wie das dem

**Rn. 234**

Beteiligten zu 1) zugewandte Haus, während die Erblasser

**Rn. 235**

jedoch beide Brüder je zur Hälfte als Erben eingesetzt

**Rn. 236**

hätten. In dem Testament vom 28 . 03 . 1966 (UR - Nr . XXX des

**Rn. 237**

Notars Dr . F in N) ist ausdrücklich bestimmt , daß

**Rn. 238**

bezüglich der Vermächtnisse keine Ausgleichung zwischen den

**Rn. 239**

beiden Beteiligten erfolgen soll .

**Rn. 240**

Auch von einer unangemessen hohen Vergütung, die der Beteiligte

**Rn. 241**

zu 2) nach der Behauptung des Beteiligten zu 1) für

**Rn. 242**

die Ausführung seines Amtes als Testamentsvollstrecker fordern

**Rn. 243**

soll, hat der Beteiligte zu 1) keine konkreten Zahlen nennen können.

**Rn. 244**

Die Zahlen, auf die er in seinem Schreiben

**Rn. 245**

an das Landgericht vom 08 . 04 . 1991 Bezug nimmt, sind in der

**Rn. 246**

Abrechnung des Beteiligten zu 2) gerade nicht als Vergütung

**Rn. 247**

bezeichnet .

**Rn. 248**

Auch der Vorhalt des Beteiligten zu 1) , der Beteiligte zu 2)

**Rn. 249**

habe bereits auf sein Erbteil verzichtet (vgl . UR - Nr .

**Rn. 250**

XXX des Notars F in N vom

**Rn. 251**

21.04 . 1966), betrifft nicht die Frage, ob der Beteiligte zu

**Rn. 252**

2) aus seinem Amt zu entlassen ist. Im übrigen muß sich der

**Rn. 253**

Beteiligte zu 1) vorhalten lassen, daß er eine inhaltsgleiche

**Rn. 254**

Erklärung in der UR - xxx des Notars

**Rn. 255**

Dr . F in N am 27.10 . 1966 abgegeben hat .

**Rn. 256**

Auch wenn das private Verhältnis zwischen den beiden Beteiligten

**Rn. 257**

nicht ungetrübt ist, kann hieraus ein wichtiger

**Rn. 258**

Grund im Sinne des § 2227 Abs . 1 BGB, der zur Entlassung

**Rn. 259**

führen würde, nach den oben aufgestellten Grundsätzen nicht

**Rn. 260**

entnommen werden. Es müßte dann anzunehmen sein, daß der

**Rn. 261**

Erblasser, wenn er noch lebte, die Ernennung desBeteiligten

**Rn. 262**

zu 2) zum Testamentsvollstrecker widerrufen würde. Hierzu hat der

**Rn. 263**

Beteiligte zu 1) konkret nichts vorgetragen. Im Gegenteil

**Rn. 264**

ergibt sich insbesondere aus einem PKH - Verfahren, in dem der

**Rn. 265**

Beteiligte zu 1) seinen Vater auf Unterhalt verklagen

**Rn. 266**

wollte, aus dem Jahr 1982, daß auch bereits zwischen dem

**Rn. 267**

Vater der Beteiligten und dem Beteiligten zu 1) Spannungen

**Rn. 268**

derart bestanden, wie nunmehr zwischen den beiden Beteiligten.

**Rn. 269**

Nach alledem hat die Beschwerde keinen Erfolg.

**Rn. 270**

Der Antrag auf Bewilligung von Prozeßkostenhilfe für

**Rn. 271**

das Beschwerdeverfahren ist zurückzuweisen . Der Beteiligte

**Rn. 272**

zu 1) ist nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen

**Rn. 273**

Verhältnissen dazu in der Lage, die Kosten des Verfahrens zu

**Rn. 274**

tragen. Er hat ein monatliches Nettoeinkommen von

**Rn. 275**

1.500, -- DM . Hiernach hätte er im Falle der Bewilligung von

**Rn. 276**

Prozeßkostenhilfe monatliche Raten in Höhe von 210, - - DM zu

**Rn. 277**

zahlen. Eine Gebühr für das Beschwerdeverfahren beträgt

**Rn. 278**

lediglich 120, - - DM.

**Rn. 279**

Unterschriften

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Zitiervorschlag: Landgericht Münster, Beschluss vom 20.08.1991 – 5 T 956/90, ECLI:DE:LGMS:1991:0820.5T956.90.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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