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# Landgericht Köln, Urteil vom 27.10.2022 – 33 O 209/22

ECLI:DE:LGK:2022:1027.33O209.22.00

## Tenor

**Rn. 1**

. Die Beklagte wird verurteilt, gegenüber der Y. O.

GmbH mitzuteilen, dass die unter dem 07.07.2021 ausgesprochene

Sperrung des Klägers für den Einsatz auf S.-Linien bis zum

7.07.2026 befristet ist und für den Zeitraum ab dem 08.07.2026

aufgehoben wird.

**Rn. 2**

. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

**Rn. 3**

. Die Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger zu 70 % und die

Beklagte zu 30 %.

**Rn. 4**

. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar; hinsichtlich des Tenors zu 1) gegen

Sicherheitsleistung in Höhe von 7.800,00 EUR; hinsichtlich des Tenors zu

) für den Kläger gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des

**Rn. 3**

jeweils zu vollstreckenden Betrages; der Kläger darf die Vollstreckung

hinsichtlich des Tenors zu 3) durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 %

des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht

die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110% des

jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger macht gegen die Beklagte einen Anspruch auf Aufhebung einer

**Rn. 3**

ausgesprochenen Fahrersperre geltend.

**Rn. 4**

Der Kläger war in der Vergangenheit aufgrund verschiedener Arbeitsverträge als

**Rn. 5**

Omnibusfahrer tätig - zuletzt bei der Firma D. R. I. GmbH & Co.

**Rn. 6**

KG aus B. - und wurde von seinen Arbeitgebern auf den Linien der Beklagten

**Rn. 7**

eingesetzt.

**Rn. 8**

Die Beklagte ist ein öffentliches Verkehrsunternehmen des Personennahverkehrs für

**Rn. 9**

den T.. Den Großteil der Verkehre erbringt die Beklagte selbst. Ein Teil

**Rn. 10**

der Verkehre wird jedoch durch die Y. O. GmbH (J.) erbracht,

**Rn. 11**

welche wiederum – soweit nach dem Verkehrsvertrag gestattet – einzelne Aufträge

**Rn. 12**

an private Busunternehmen erteilt, wie etwa an die D. R. I. GmbH &

**Rn. 13**

Co. KG.

**Rn. 14**

Der Kläger bediente am 22.06.2021 während der Fahrt mit einem besetzten Bus sein

**Rn. 15**

Handy. Die Handynutzung wurde durch einen Fahrgast per Video aufgezeichnet,

**Rn. 16**

dem die unsichere Fahrweise des Klägers aufgefallen war.

**Rn. 17**

Anlässlich dieses Vorfalls sprach die Beklagte nach einer internen Untersuchung mit

**Rn. 18**

Schreiben vom 07.07.2021, welches an die Y. O. GmbH gerichtet

**Rn. 19**

war, eine Sperre des Klägers auf ihren Linien aus (vgl. Anlage K3, Bl. 22 d. A.). Aus

**Rn. 21**

diesem Grunde wurde dem Kläger durch seine Arbeitgeberin mit Schreiben vom

**Rn. 23**

7.07.2021 das Arbeitsverhältnis zunächst außerordentlich (vgl. Anlage K4, Bl. 23 d.

**Rn. 24**

A.) und sodann mit Schreiben vom 23.07.2021 ordentlich zum 30.09.2021 gekündigt.

**Rn. 25**

Im Rahmen eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens vor dem Arbeitsgericht Köln (Az.

**Rn. 27**

7 Ca 3916/21) trafen der Kläger und seine Arbeitgeberin eine gütliche Einigung

**Rn. 28**

dahin, dass das Arbeitsverhältnis durch ordentliche Kündigung vom 23.07.2021 sein

**Rn. 29**

Ende gefunden hat.

**Rn. 30**

Die Bewerbungen des Klägers im Februar 2022 bei den Firmen „K.-N.

**Rn. 31**

M. M. GmbH“ sowie „F.-N., Inhaber C. U. e. K.“ wurden

**Rn. 32**

mit der Aussage abgelehnt, man stelle derzeit keine Busfahrer ein. Auch auf weitere

**Rn. 33**

Bewerbungen erhielt er Absagen, wie etwa am 12.07.2022 von den X.

**Rn. 34**

H. (Anlage K12, Bl. 263 f. d. A.) und am 14.07.2022 von der

**Rn. 35**

V. G. (Anlage K13, Bl. 165 f. d. A.).

**Rn. 36**

Der Kläger ist der Auffassung, die gegen ihn gerichtete Sperrung als Busfahrer auf

**Rn. 37**

den S.-Linien sei aufzuheben, da ihm die Berufsausübung im gesamten

**Rn. 38**

Einflussbereich der Beklagten und der Y. O. GmbH unmöglich

**Rn. 39**

gemacht werde. Die Sperre sei unverhältnismäßig und komme einem

**Rn. 40**

Berufsausübungsverbot gleich. Er sei durch die Fahrersperre an seiner

**Rn. 41**

Berufsausübung vollständig gehindert. Er behauptet, die Beklagte habe für den

**Rn. 42**

öffentlichen Linien-Verkehr mit Bussen im T. eine Monopolstellung

**Rn. 43**

inne.

**Rn. 44**

Der Kläger hat ursprünglich beantragt,

**Rn. 45**

die Beklagte zu verurteilen, die am 07.07.2021 gegen den Kläger

**Rn. 46**

verhängte Sperrung für den Einsatz auf den S.-Linien aufzuheben.

**Rn. 47**

Der Kläger beantragt nunmehr,

**Rn. 48**

die Beklagte zu verurteilen, gegenüber der Y. O. GmbH

**Rn. 49**

mitzuteilen, dass die unter dem 07.07.2021 ausgesprochene Sperrung

**Rn. 50**

des Klägers für den Einsatz auf S.-Linien aufgehoben wird.

**Rn. 51**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 52**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 54**

Sie ist der Auffassung, dem Kläger stehe kein Anspruch auf Aufhebung der Sperre

**Rn. 55**

zu, da diese gegenüber der Y. O. GmbH ausgesprochen worden

**Rn. 56**

sei. Zudem sei die Fahrersperre wirksam und verhältnismäßig.

**Rn. 57**

Mit nicht nachgelassenem Schriftsatz vom 13.10.2022 hat sie das Vorliegen einer

**Rn. 58**

marktbeherrschenden Stellung im Bereich des öffentlichen Linien-Verkehrs mit

**Rn. 59**

Bussen im T. bestritten.

**Rn. 60**

Wegen der Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf die gewechselten

**Rn. 61**

Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 63**

Die zulässige Klage ist lediglich teilweise begründet.

**Rn. 64**

Der Kläger stützt sich zwar zur Begründung seines Anspruchs auf §§ 823 i.V.m. 1004

**Rn. 65**

BGB und ist insoweit der Auffassung, es liege eine Verletzung seines

**Rn. 66**

Persönlichkeitsrechts aufgrund eines Eingriffs in die Sozialsphäre vor. Da er sich

**Rn. 67**

jedoch auf eine Monopolstellung der Beklagten beruft, war vordergründig ein

**Rn. 68**

Anspruch aus § 33 Abs. 1 i.V.m. § 19 Abs. 1 GWB zu prüfen. Ein solcher steht dem

**Rn. 69**

Kläger lediglich im tenorierten Umfang zu.

**Rn. 71**

. Entgegen der Auffassung der Beklagten ist der Kläger aktivlegitimiert.

**Rn. 72**

Bei Kartellrechtsverstößen kann jeder Betroffene Beseitigung und bei

**Rn. 73**

Wiederholungsgefahr Unterlassung verlangen (§ 33 Abs. 1 S. 1 GWB). Betroffen ist

**Rn. 74**

nach § 33 Abs. 3 GWB, wer als Mitbewerber oder sonstiger Marktbeteiligter durch

**Rn. 75**

den Verstoß beeinträchtigt ist (Immenga/Mestmäcker/Fuchs, 6. Aufl. 2020, GWB, §

**Rn. 77**

9, Rn. 394).

**Rn. 78**

Vorliegend wurde das Schreiben, in dem die Sperre ausgesprochen wurde, zwar an

**Rn. 79**

die J. adressiert. Der Ausspruch der Sperre durch die Beklagte beeinträchtigt

**Rn. 80**

jedoch den Kläger, da dieser hierdurch nicht mehr als Fahrer auf den S.-Linien

**Rn. 81**

tätig werden kann.

**Rn. 83**

. Zudem hat die Beklagte hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs im

**Rn. 84**

T. eine marktbeherrschende Stellung inne und ist insoweit auf dem

**Rn. 85**

maßgeblichen Markt der Durchführung des öffentlichen Personennahverkehrs

**Rn. 86**

Monopolistin. Die Beklagtenseite hat zugestanden, dass sie als lokales

**Rn. 87**

Verkehrsunternehmen einen Großteil des Verkehrs im T. betreibt. Sie

**Rn. 88**

ist für die Organisation und Durchführung des öffentlichen Nahverkehrs im

**Rn. 90**

genannten Gebiet zuständig und bedient sich hierzu teilweise der J., die wiederum

**Rn. 91**

an private Unternehmen entsprechende Aufträge verteilt.

**Rn. 92**

Soweit die Beklagtenseite im nicht nachgelassenen Schriftsatz vom 13.10.2022

**Rn. 93**

bestritten hat, eine marktbeherrschende Stellung inne zu haben, war dieses

**Rn. 94**

Vorbringen unerheblich, § 296 a ZPO. Es bestand auch kein Anlass zur

**Rn. 95**

Wiedereröffnung der Verhandlung gemäß § 156 ZPO.

**Rn. 97**

. Zwar besteht aufgrund des unstreitigen Verhaltens des Klägers am 22.06.2021

**Rn. 98**

grundsätzlich eine sachliche Rechtfertigung für den Ausspruch der Sperre durch die

**Rn. 99**

Beklagte.

**Rn. 100**

Denn dadurch, dass der Kläger im Streitfall während der laufenden Fahrt in einem

**Rn. 101**

mit Fahrgästen besetzten Bus sein Mobiltelefon bediente, verstieß er gegen

**Rn. 102**

Vorschriften, zu deren Einhaltung er verpflichtet war.

**Rn. 103**

So hat der Kläger gegen die Vorschrift des § 23 Abs. 1a StVO verstoßen. Die

**Rn. 104**

Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt ist geeignet, die Beherrschung des

**Rn. 105**

Fahrzeuges einzuschränken und den Fahrer abzulenken. Die Handy-Nutzung kann

**Rn. 106**

verspätetes Bremsen, Nichteinhalten der Fahrspur, das Übersehen von

**Rn. 107**

Verkehrszeichen und andere Fahrfehler bewirken. Es ist daher verboten, ein

**Rn. 108**

Mobiltelefon zu benutzen, wenn dazu das Telefon selbst oder der Hörer

**Rn. 109**

aufgenommen oder gehalten werden muss. Das Verbot will bewirken, dass der

**Rn. 110**

Fahrzeugführer während des Telefonierens jedenfalls beide Hände für die

**Rn. 111**

Bewältigung seiner Fahraufgabe frei behält (MüKoStVR/Kettler, 1. Aufl. 2016, StVO,

**Rn. 112**

§

**Rn. 113**

23, Rn. 9). Daher ist jede Art der Benutzung des Mobiltelefons (während der Fahrt

**Rn. 114**

ohne Freisprecheinrichtung) untersagt, soweit das Gerät insgesamt oder der Hörer

**Rn. 115**

aufgenommen oder in der Hand gehalten wird (MüKoStVR/Kettler, 1. Aufl. 2016,

**Rn. 116**

StVO § 23 Rn. 11).

**Rn. 117**

Im Streitfall hat der Kläger über einen längeren Zeitraum sein Mobiltelefon während

**Rn. 118**

der Fahrt bedient; ein Fahrgast beschwerte sich über die unsichere Fahrweise,

**Rn. 119**

sodass es durch die Mobiltelefonnutzung sogar zu einer tatsächlichen

**Rn. 120**

Beeinträchtigung der Fahrweise des Beklagten gekommen ist.

**Rn. 121**

Zudem verstieß der Kläger durch das oben genannte Verhalten auch gegen § 7 der

**Rn. 122**

Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr

**Rn. 123**

(BOKraft), wonach das im Fahrdienst eingesetzte Personal die besondere Sorgfalt

**Rn. 124**

anzuwenden hat, die sich daraus ergibt, dass ihm Personen zur Beförderung

**Rn. 125**

anvertraut sind.

**Rn. 127**

Der Kläger hat somit die ihm generell im Straßenverkehr obliegenden Pflichten sowie

**Rn. 128**

die ihm speziell aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit treffenden Pflichten verletzt. Zu

**Rn. 129**

den konkreten Aufgaben des Klägers in seiner Funktion als Busfahrer gehörte es

**Rn. 130**

insbesondere, die vorgenannten Vorschriften einzuhalten und die Fahrgäste nicht

**Rn. 131**

durch sein Verhalten in Gefahr zu bringen. Der Schutz der Teilnehmenden im

**Rn. 132**

Straßenverkehr und der Schutz der Fahrgäste, welchen die Beklagte im Rahmen

**Rn. 133**

ihrer Tätigkeit zu gewährleisten hat, tritt somit grundsätzlich hinter die

**Rn. 134**

Einzelinteressen des Klägers zurück, sodass die Verhängung einer Fahrersperre

**Rn. 135**

grundsätzlich gerechtfertigt war. Denn durch den Ausspruch der Sperre konnte die

**Rn. 136**

Beklagte die Sicherheit ihrer Fahrgäste - und darüber hinaus aller Teilnehmenden

**Rn. 137**

des Straßenverkehrs - gewährleisten und künftigen potenziellen Schaden von den

**Rn. 138**

Fahrgästen/Verkehrsteilnehmenden abwenden.

**Rn. 139**

Jedoch ist der Ausspruch einer unbefristeten Sperre – wie im Streitfall erfolgt - als

**Rn. 140**

Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung der Beklagten zu qualifizieren.

**Rn. 141**

Hierdurch ist der Kläger anhand einer Gesamtwürdigung aller beteiligten Interessen

**Rn. 142**

unbillig behindert worden. Die Beklagte hätte bei der Bemessung der Dauer der

**Rn. 143**

Fahrersperre auch die Interessen des Klägers ausreichend berücksichtigen müssen.

**Rn. 144**

Im Streitfall hat der Kläger, der im T. wohnt, ein schutzwürdiges

**Rn. 145**

Interesse daran, auch dort weiterhin seinen Beruf auszuüben. Dass er darin derzeit

**Rn. 146**

eingeschränkt ist, ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass die Sperre sich auf alle

**Rn. 147**

S.-Linien bezieht und die Beklagte insoweit im T. eine

**Rn. 148**

Monopolstellung innehat. Dies gilt auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass

**Rn. 149**

der Kläger lediglich für den Linienverkehr der Beklagten gesperrt ist, mithin auch im

**Rn. 150**

Bereich des T.es noch als Busfahrer außerhalb des Linienverkehrs

**Rn. 151**

tätig werden kann. Da viele Busunternehmen sowohl im öffentlichen Linienverkehr

**Rn. 152**

tätig sind als auch private Busreisen durchführen, schränkt die Fahrersperre die

**Rn. 153**

Einsatzmöglichkeiten des Klägers für potentielle Arbeitgeber im T.

**Rn. 154**

erheblich ein und verringert so die Chancen des Klägers, sich erfolgreich bei

**Rn. 155**

Busunternehmen in diesem Bereich zu bewerben.

**Rn. 156**

Dem Kläger ist es zwar zumutbar, jedenfalls vorübergehend, auch außerhalb der

**Rn. 157**

S.-Linien, somit außerhalb des T.es, seinen Beruf auszuüben. Die

**Rn. 158**

beklagtenseits ausgesprochene Fahrersperre hat keine Auswirkungen auf die

**Rn. 159**

Fahrerlaubnis generell und auch auf die Möglichkeit des „Hineinfahrens“ in den

**Rn. 160**

T.. Die Fahrersperre bewirkt lediglich, dass ein Fahrer auf den Linien

**Rn. 161**

der Beklagten nicht mehr eingesetzt werden darf. Dies ergibt sich bereits aus dem

**Rn. 162**

eindeutigen Wortlaut der Fahrersperre gegenüber der J. vom 07.07.2021, in der

**Rn. 163**

es heißt, der Kläger sei „mit sofortiger Wirkung für den Einsatz auf S. Linien

**Rn. 164**

gesperrt“. Der Kläger lebt in der Nähe von W. und Köln, in beiden Städten

**Rn. 166**

besteht ein ausgeprägtes Busliniennetz, welches nicht durch die Beklagte betrieben

**Rn. 167**

wird. Dass die Tätigkeit außerhalb des Einzugsgebiets der Beklagten aufgrund der

**Rn. 168**

ausgesprochenen Sperre für ihn unmöglich ist, hat der Kläger bereits nicht

**Rn. 169**

hinreichend dargetan. Zwar wurden ihm auf seine Bewerbungen als Busfahrer

**Rn. 170**

außerhalb des T.es (etwa die Bewerbungen bei den X.

**Rn. 171**

H. oder der V. G.) Absagen erteilt, dass diese Absagen

**Rn. 172**

auf der Fahrersperre der Beklagten beruhten, hat er jedoch bereits nicht hinreichend

**Rn. 173**

dargetan, nachdem die Beklagte dies mit Nichtwissen bestritten hat. Aus den

**Rn. 174**

vorgelegten Anlagen K12 und K13 ergibt sich gerade nicht, dass diese Absagen

**Rn. 175**

auch nur teilweise auf den Umstand zurückzuführen seien, dass der Kläger einer

**Rn. 176**

Fahrersperre der Beklagten unterliegt.

**Rn. 177**

Gegen den Ausspruch einer zeitlich unbegrenzten Sperre spricht jedoch das

**Rn. 178**

Interesse des Klägers, langfristig auch in dem Gebiet, in dem er wohnt, beruflich tätig

**Rn. 179**

zu werden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der

**Rn. 180**

streitgegenständlichen Sperre nur das einmalige Fehlverhalten des Klägers

**Rn. 181**

zugrunde liegt. Zudem ist bereits durch eine auf mehrere Jahre zeitlich begrenzte

**Rn. 182**

Sperre hinreichend sichergestellt, dass eine Gefährdung der Fahrgäste und der

**Rn. 183**

Verkehrsteilnehmenden künftig ausgeschlossen wird. Insbesondere aufgrund des

**Rn. 184**

lediglich einmaligen Fehlverhaltens, auf welches die Sperre gestützt wurde, ist davon

**Rn. 185**

auszugehen, dass der Kläger während eines mehrjährigen Sperrzeitraums sein

**Rn. 186**

Verhalten hinreichend überdenken und die Sperre zum Anlass nehmen wird,

**Rn. 187**

derartige Verhaltensweisen künftig zu unterlassen.

**Rn. 188**

Unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls hält die Kammer daher eine

**Rn. 189**

Befristung der Sperre von fünf Jahren für verhältnismäßig, sodass der Anspruch des

**Rn. 190**

Klägers – wie tenoriert – nach Ablauf einer Dauer von fünf Jahren besteht.

**Rn. 192**

. Die Beklagte ist passiv legitimiert, da sie aufgrund ihrer marktbeherrschenden

**Rn. 193**

Stellung diejenige gewesen ist, welche durch die Fahrersperre letztlich ihre

**Rn. 194**

Auftragnehmer dazu verpflichtet hat, den Kläger auf den S.-Linien nicht weiter

**Rn. 195**

einzusetzen.

**Rn. 196**

II. Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 1 ZPO.

**Rn. 197**

III. Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht auf §§ 708 Nr. 11,

**Rn. 199**

11, 709 S. 1, S. 2 ZPO.

**Rn. 200**

Streitwert: 7.032,48 €

**Rn. 202**

Rechtsbehelfsbelehrung:

**Rn. 203**

A) Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung für jeden zulässig, der

**Rn. 204**

durch dieses Urteil in seinen Rechten benachteiligt ist,

**Rn. 207**

. wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes 600,00 EUR übersteigt oder

**Rn. 208**

. wenn die Berufung in dem Urteil durch das Landgericht zugelassen worden ist.

**Rn. 209**

Die Berufung muss innerhalb einer Notfrist von einem Monat nach Zustellung

**Rn. 210**

dieses Urteils schriftlich bei dem Oberlandesgericht Köln, Reichenspergerplatz 1,

**Rn. 212**

0670 Köln, eingegangen sein. Die Berufungsschrift muss die Bezeichnung des

**Rn. 213**

Urteils (Datum des Urteils, Geschäftsnummer und Parteien) gegen das die Berufung

**Rn. 214**

gerichtet wird, sowie die Erklärung, dass gegen dieses Urteil Berufung eingelegt

**Rn. 215**

werde, enthalten.

**Rn. 216**

Die Berufung ist, sofern nicht bereits in der Berufungsschrift erfolgt, binnen zwei

**Rn. 217**

Monaten nach Zustellung dieses Urteils schriftlich gegenüber dem Oberlandesgericht

**Rn. 218**

Köln zu begründen.

**Rn. 219**

Die Parteien müssen sich vor dem Oberlandesgericht Köln durch einen Rechtsanwalt

**Rn. 220**

vertreten lassen, insbesondere müssen die Berufungs- und die

**Rn. 221**

Berufungsbegründungsschrift von einem solchen unterzeichnet sein.

**Rn. 222**

Mit der Berufungsschrift soll eine Ausfertigung oder beglaubigte Abschrift des

**Rn. 223**

angefochtenen Urteils vorgelegt werden.

**Rn. 224**

B) Gegen die Streitwertfestsetzung ist die Beschwerde an das Landgericht Köln

**Rn. 225**

statthaft, wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes 200,00 EUR übersteigt oder

**Rn. 226**

das Landgericht die Beschwerde zugelassen hat. Die Beschwerde ist spätestens

**Rn. 227**

innerhalb von sechs Monaten, nachdem die Entscheidung in der Hauptsache

**Rn. 228**

Rechtskraft erlangt oder das Verfahren sich anderweitig erledigt hat, bei dem

**Rn. 229**

Landgericht Köln, Luxemburger Straße 101, 50939 Köln, schriftlich in deutscher

**Rn. 230**

Sprache oder zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle einzulegen.

**Rn. 231**

Die Beschwerde kann auch zur Niederschrift der Geschäftsstelle eines jeden

**Rn. 232**

Amtsgerichtes abgegeben werden. Ist der Streitwert später als einen Monat vor

**Rn. 233**

Ablauf dieser Frist festgesetzt worden, so kann die Beschwerde noch innerhalb eines

**Rn. 234**

Monats nach Zustellung oder formloser Mitteilung des Festsetzungsbeschlusses

**Rn. 235**

eingelegt werden.

**Rn. 236**

Hinweis zum elektronischen Rechtsverkehr:

**Rn. 237**

Die Einlegung ist auch durch Übertragung eines elektronischen Dokuments an die

**Rn. 238**

elektronische Poststelle des Gerichts möglich. Das elektronische Dokument muss für

**Rn. 239**

die Bearbeitung durch das Gericht geeignet und mit einer qualifizierten

**Rn. 240**

elektronischen Signatur der verantwortenden Person versehen sein oder von der

**Rn. 241**

verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg gemäß

**Rn. 243**

§

**Rn. 244**

130a ZPO nach näherer Maßgabe der Verordnung über die technischen

**Rn. 245**

Rahmenbedingungen des elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere

**Rn. 246**

elektronische Behördenpostfach (BGBl. 2017 I, S. 3803) eingereicht werden. Auf die

**Rn. 247**

Pflicht zur elektronischen Einreichung durch professionelle Einreicher/innen ab dem

**Rn. 249**

1.01.2022 durch das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs mit

**Rn. 250**

den Gerichten vom 10. Oktober 2013, das Gesetz zur Einführung der elektronischen

**Rn. 251**

Akte in der Justiz und zur weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs

**Rn. 252**

vom 5. Juli 2017 und das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs

**Rn. 253**

mit den Gerichten und zur Änderung weiterer Vorschriften vom 05.10.2021 wird

**Rn. 254**

hingewiesen.

**Rn. 255**

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite www.justiz.de.

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Zitiervorschlag: Landgericht Köln, Urteil vom 27.10.2022 – 33 O 209/22, ECLI:DE:LGK:2022:1027.33O209.22.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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