nu:legal · recht.nulegal.eu

# Landgericht Düsseldorf, Beschluss vom 23.04.2013 – 38 O 148/10 B.

ECLI:DE:LGD:2013:0423.38O148.10B.00

## Tenor

Die Schuldnerin wird zu einem Ordnungsgeld in Höhe von 50.000,00 € verurteilt.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Schuldnerin.

## Gründe

**Rn. 2**

I.

**Rn. 3**

Durch Urteil der Kammer vom 15. April 2011 ist die Beklagte zu 1) und jetzige

**Rn. 4**

Schuldnerin unter Androhung der gesetzlichen Ordnungsmittel u.a. verurteilt

**Rn. 5**

worden zu unterlassen, im Wettbewerb handelnd für entgeltliche Einträge in ein

**Rn. 6**

Firmenregister mit einem Formular zu werben und/oder werben zu lassen, wenn

**Rn. 7**

dies geschieht wie in der Anlage K 1 zur Klageschrift. Wegen der Gestaltung des

**Rn. 8**

Formulars K 1 wird auf die Anlage zur Klageschrift verwiesen.

**Rn. 9**

Die gegen dieses Urteil gerichtete Berufung der Beklagten hat das

**Rn. 10**

Oberlandesgericht Düsseldorf durch Urteil vom 14. Februar 2012 zurückgewiesen.

**Rn. 11**

Die zur Abwendung der Vollstreckung zu leistende Sicherheit hat die Beklagte am

**Rn. 12**

15. Mai 2012 erbracht.

**Rn. 13**

Durch Beschluss vom 6. Februar 2013 hat der Bundesgerichtshof die

**Rn. 14**

Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten zurückgewiesen.

**Rn. 15**

Der Gläubiger macht geltend, die Schuldnerin habe im März und April 2012 in

**Rn. 16**

mehreren hundert Einzelfällen sowie im Februar und März 2013 bundesweit und

**Rn. 17**

flächendeckend gegen das Unterlassungsgebot verstoßen.

**Rn. 18**

Der Gläubiger beantragt,

**Rn. 19**

gegen die Schuldnerin wegen des Verstoßes gegen

**Rn. 20**

das Verbot der Kammer vom 15.04.2011 ein

**Rn. 21**

empfindliches Ordnungsgeld, dessen Höhe in das

**Rn. 22**

Ermessen des Gerichts gestellt wird, zu verhängen.

**Rn. 23**

Die Schuldnerin beantragt,

**Rn. 24**

den Ordnungsgeldantrag zurückzuweisen.

**Rn. 25**

Sie hat zunächst darauf hingewiesen, dass die Voraussetzungen für eine

**Rn. 26**

Vollstreckung nicht erfüllt seien. Im Übrigen entsprächen die Formulare nicht

**Rn. 27**

demjenigen, das Gegenstand der Verurteilung gewesen sei. Die Schuldnerin

**Rn. 28**

habe das Formular an verschiedenen Stellen geändert und überarbeitet.

**Rn. 29**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt

**Rn. 30**

der gewechselten Schriftsätze verwiesen.

**Rn. 31**

II.

**Rn. 32**

Der Antrag auf Verhängung eines Ordnungsmittels ist zulässig. Das Urteil der

**Rn. 33**

Kammer war vorläufig vollstreckbar. Im Februar und März 2012 war von der

**Rn. 34**

Abwendungsmöglichkeit einer Vollstreckung noch kein Gebrauch gemacht worden.

**Rn. 35**

Seit dem 6. Februar 2013 ist das Urteil – endgültig – rechtskräftig. Der Gläubiger hat

**Rn. 36**

sein Vollstreckungsbegehren auf die Zeitpunkte beschränkt, in denen das Urteil zu

**Rn. 37**

beachten war.

**Rn. 38**

Gemäß § 890 Abs. 1 Satz 1 ZPO ist die Schuldnerin zu einem Ordnungsgeld zu

**Rn. 39**

verurteilen. Sie hat in dem vom Gläubiger geltend gemachten Fällen gegen das

**Rn. 40**

Unterlassungsgebot aus dem Urteil der Kammer vom 15. April 2011 verstoßen.

**Rn. 41**

Es besteht kein Streit darüber, dass zu den angegebenen Zeiten und Gelegenheiten

**Rn. 42**

von der Schuldnerin die in Rede stehenden und in Ablichtung vorgelegten Formular-

**Rn. 43**

schreiben verschickt worden sind. Diese Formulare sind zwar nicht völlig identisch

**Rn. 44**

mit demjenigen, das als Anlage K 1 vorgelegt und dessen Verwendung im Urteils-

**Rn. 45**

tenor als zu unterlassen bezeichnet wurde. Die von der Schuldnerin vorgenommenen

**Rn. 46**

Änderungen betreffen jedoch nur unwesentliche Details, ohne dass der

**Rn. 47**

Gesamteindruck sich ändert. Soweit sich überhaupt Unterschiede ergeben, fallen

**Rn. 48**

diese nur bei direktem Vergleich der Formulare auf.

**Rn. 49**

Die als Änderung 1.1 behauptete Abweichung ist schon nicht feststellbar.

**Rn. 50**

Entsprechendes gilt für die unter 1.2 behauptete Abweichung. Die Präzisierung 1.3

**Rn. 51**

betrifft lediglich die Angabe einer Handelsregisterblattnummer. Der zu 1.4

**Rn. 52**

behauptete Fettdruck ist nicht erkennbar. Der Text „rechte Spalte unten, letzter

**Rn. 53**

Absatz und der Fußzeile“ (1.5) entspricht dem Formulartext K 1. Etwaige

**Rn. 54**

Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen 1.6 sind nicht geeignet, den

**Rn. 55**

Gesamteindruck des Formularschreibens zu beeinflussen.

**Rn. 56**

Soweit die Schuldnerin eine Änderung hinsichtlich des Marketingbeitrages in der

**Rn. 57**

Weise vorgenommen hat, dass nunmehr statt eines Monatsbetrages ein Jahres-

**Rn. 58**

betrag aufgeführt ist, betrifft dies allein die Unterlassungspflicht zu 1.a des Urteils,

**Rn. 59**

nicht jedoch die Verpflichtung zu 1. b.

**Rn. 60**

Da das Formular damit in seinen wesentlichen Elementen der Täuschung darüber,

**Rn. 61**

dass es sich um ein werbliches Angebot handelt, erhalten geblieben ist, ist das

**Rn. 62**

Verbot in seinem Kernbereich verletzt.

**Rn. 63**

Die Verletzungen erfolgten schuldhaft. Es ist offensichtlich, dass die „Änderungen“

**Rn. 64**

der Formulargestaltung nicht geeignet sind, aus dem Verbotsbereich

**Rn. 65**

herauszuführen.

**Rn. 66**

Bei der Bemessung der Höhe des Ordnungsgeldes ist zu berücksichtigen, dass die

**Rn. 67**

Schuldnerin ihr Verhalten unbeeindruckt in einer großen Zahl von Fällen fortgesetzt

**Rn. 68**

hat. Da andererseits erstmals ein Ordnungsgeld zu verhängen ist, erscheint ein

**Rn. 69**

solches in Höhe von 50.000,00 € gerade noch ausreichend und angemessen.

**Rn. 70**

Die Kostenentscheidung folgt aus den §§ 891 und 91 ZPO.

**Rn. 71**

Der Streitwert wird auf 10.000,00 € festgesetzt (vgl. OLG Düsseldorf Beschluss

**Rn. 72**

10. Januar 2013, Aktenzeichen 20 W 137/12).

---

Zitiervorschlag: Landgericht Düsseldorf, Beschluss vom 23.04.2013 – 38 O 148/10 B., ECLI:DE:LGD:2013:0423.38O148.10B.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0.

Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

Quelle: nu:legal – recht.nulegal.eu · Aufbereitung unter CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/lizenz) · Ein Dienst der Nulegal GmbH

Crawlen und Zitieren sind ausdrücklich erlaubt. Vorbehalten ist allein die massenhafte Nutzung zu Trainingszwecken für KI-Systeme (§ 44b Abs. 3 UrhG); hierfür ist unsere Zustimmung erforderlich.

Source: nu:legal – recht.nulegal.eu · Curated layer under CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/license) · Operated by Nulegal GmbH, Potsdam.

Crawling and citation are permitted. Only bulk use for AI training is reserved (Section 44b(3) UrhG) and requires our consent.

Dieses Dokument: https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-duesseldorf/2013-04-23/38-o-148-10-b

---

nu:legal · recht.nulegal.eu · Nicht-amtliche Fassung. Maßgeblich ist die Fassung des Gerichts.
