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# Landgericht Düsseldorf, Beschluss vom 30.12.2011 – 16 S 30/10

ECLI:DE:LGD:2011:1230.16S30.10.00

## Tenor

Die Kosten des Rechtsstreits erster und zweiter Instanz werden den Beklagten

auferlegt.

**Rn. 1**

G r ü n d e :

**Rn. 2**

I.

**Rn. 3**

Die Parteien bilden die eingangs bezeichnete Wohnungseigentümergemeinschaft. In

**Rn. 4**

der Eigentümerversammlung vom 19. November 2009 fassten die Wohnungseigen-

**Rn. 5**

tümer zu Tagesordnungspunkt 5 den Beschluss, die Firma A. ab

**Rn. 6**

dem 1. Januar 2010 zum Verwalter zu bestellen. Diesen Beschluss hat die Klägerin

**Rn. 7**

angefochten und insoweit geltend gemacht, die Laufzeit des Vertrages sei nicht be-

**Rn. 8**

kannt gewesen, auch hätten keinerlei Vertragskonditionen vorgelegen, die Höhe der

**Rn. 9**

Verwaltervergütung sei unklar. Vor dem Amtsgericht hat die Klägerin beantragt, den

**Rn. 10**

genannten Beschluss für ungültig zu erklären. Das Amtsgericht hat die Klage

**Rn. 11**

abgewiesen und hierzu u.a. ausgeführt, der Beschluss über die Verwalterbestellung

**Rn. 12**

widerspreche nicht deshalb ordnungsgemäßer Verwaltung, weil die Einzelheiten des

**Rn. 13**

Verwaltervertrages nicht bereits mit dem Bestellungsbeschlussgeregelt worden

**Rn. 14**

seien.

**Rn. 15**

Nachdem die Wohnungseigentümer ebenfalls ab dem 28. Januar 2010 den Ver-

**Rn. 16**

walter neuerlich – nunmehr bestandskräftig – bestellt haben, haben die Parteien

**Rn. 17**

den Rechtsstreit mit wechselseitigen Kostenanträgen übereinstimmend für erle-

**Rn. 18**

digt erklärt.

**Rn. 19**

II.

**Rn. 20**

Die Kosten des Rechtsstreits waren den Beklagten gemäß § 91 a ZPO aufzuerlegen,

**Rn. 21**

da es unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes billigem Er-

**Rn. 22**

messen entspricht, ihnen die Kosten des Rechtsstreites erster und zweiter Instanz

**Rn. 23**

aufzuerlegen.

**Rn. 24**

Denn der Beschluss über die Bestellung des Verwalters B. in der Eigen-

**Rn. 25**

tümerversammlung vom 19. November 2009 widerspricht ordnungsgemäßer Ver-

**Rn. 26**

waltung und war daher entgegen der Auffassung des Amtsgerichtes für ungültig

**Rn. 27**

zu erklären. Insoweit beruhte die Entscheidung des Amtsgerichtes auf einem Rechts-

**Rn. 28**

fehler im Sinne von § 546 ZPO und die nach § 529 ZPO zugrunde zu legenden Tat-

**Rn. 29**

sachen hätten eine abweichende Entscheidung im Sinne des Berufungsangriffes

**Rn. 30**

gerechtfertigt. Denn entgegen der von dem Amtsgericht vertretenen Auffassung

**Rn. 31**

widerspricht ein Beschluss auch unter Berücksichtigung der Trennungstheorie dann

**Rn. 32**

ordnungsgemäßer Verwaltung, wenn hinsichtlich der Verwalterbestellung wenig-

**Rn. 33**

stens die wichtigsten Vertragselemente wie Vertragslaufzeit und Vergütung nicht

**Rn. 34**

festgelegt sind. Insoweit folgt die Kammer ausdrücklich der Auffassung des Ober-

**Rn. 35**

landesgerichts Hamm (NZM 2003, 486, 487)in der auch im amtsgerichtlichen Urteil

**Rn. 36**

zitierten Entscheidung.

**Rn. 37**

Nur wenn diese Eckdaten festliegen, kann der Beschluss ordnungsgemäßer

**Rn. 38**

Verwaltung entsprechen. Denn nur dann wird der Bestellungsakt dem Maßstab einer

**Rn. 39**

am Interesse aller Wohnungseigentümer ausgerichteten Verwaltung gerecht werden,

**Rn. 40**

wenn er die Grundstrukturen der Bindung von Verwalter einerseits und der

**Rn. 41**

Wohnungseigentümer andererseits festlegt. Die Trennung von Bestellung des

**Rn. 42**

Verwalters und Abschluss des Verwaltervertrages gebietet

**Rn. 43**

keine abweichende Beurteilung ( vgl. dazu OLG Hamm, a.a.O., so wohl auch Merle

**Rn. 44**

in Bärmann, WEG. 11. Aufl. § 26 Rn 43 dort Sätze 3 und 4). Denn insbesondere

**Rn. 45**

die Festlegung der Vergütung, aber auch eine Bestimmung über die Dauer der

**Rn. 46**

Bestellung und deren Verknüpfung mit der Laufzeit des Verwaltervertrages sind von

**Rn. 47**

grundlegender Bedeutung für die Wohnungseigentümer. Daher muss jedenfalls über

**Rn. 48**

diese Eckpunkte im Rahmen der Bestellung Beschluss gefasst werden (so auch

**Rn. 49**

Abramenko in Riecke/Schmid, WEG, 2. Auflage, § 26 Rn 14, a.A. Jennißen, WEG, 2.

**Rn. 50**

Auflage, § 26 Rn 34). Damit wird jedenfalls auch Streit über die "übliche Vergütung"

**Rn. 51**

vermieden, die bei mangelnder Einigung hierüber von der

**Rn. 52**

Wohnungseigentümergemeinschaft geschuldet wird (vgl. OLG Hamm, a.a.O.).

**Rn. 53**

Der Streitwert wird auf 4.392,- € bis zum 3.11.2010 und danach auf die bis dahin

**Rn. 54**

entstandenen Kosten des Rechtsstreits festgesetzt.

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Zitiervorschlag: Landgericht Düsseldorf, Beschluss vom 30.12.2011 – 16 S 30/10, ECLI:DE:LGD:2011:1230.16S30.10.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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