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# Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 09.11.1999 – 6 O 191/99

ECLI:DE:LGD:1999:1109.6O191.99.00

## Tenor

Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger

23.095,44 DM nebst 4 % Zinsen aus 21.168,-- DM

seit dem 6. September 19 94 und aus 1.921,44 DM

seit dem 10. Februar 1995 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits haben der

Kläger 30 % und der Beklagte 10 % zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, für den

Kläger jedoch nur gegen Sicherheit in Höhe von

31.500,-- DM. Der Kläger darf die Vollstreckung

des Beklagten durch Leistung einer Sicherheit

in Höhe von 1.000,-- DM abwenden, wenn nicht

der Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit

in gleicher Höhe leistet.

Der Kläger darf die Sicherheit durch Bürgschaft

einer deutschen Großbank erbringen.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d :

**Rn. 2**

Der Kläger begehrt von dem Beklagten den Ersatz des

**Rn. 3**

Schadens, den er durch den Kauf von amerikanischen

**Rn. 4**

Billigaktien zum Zweck der Geldanlage erlitten haben

**Rn. 5**

w i l l .

**Rn. 6**

Der Beklagte war bis zum 20. Dezember 1990 als

**Rn. 7**

Geschäftsführer der S (Deutschland

**Rn. 8**

GmbH ) im Handelsregister eingetragen. Diese Gesellschaft

**Rn. 9**

ist eine 100%ige Tochter der S

**Rn. 10**

Bahamas, Ltd., Nassau/Bahamas. Ein weiteres Unternehmen

**Rn. 11**

der S-Gruppe, die S

**Rn. 12**

Salt Lake Cit^y, Utah/USA, befaßte sich u.a. mit dem

**Rn. 13**

Handel von Aktien von Unternehmen, die zum Börsenhandel

**Rn. 14**

nicht zugelassen waren. Gegenstand des Unternehmens der

**Rn. 15**

S (Deutschland GmbH) war ursprünglich

**Rn. 16**

die Vermittlung von Kapitalanlagen, mit

**Rn. 17**

Gesellschafterbeschluss vom 29. April 1994 wurde der

**Rn. 18**

Unternehmensgegenstand jedoch abgeändert in

**Rn. 19**

Werbetätigkeiten fur die S-Gruppe.

**Rn. 20**

Der Kläger erwarb von der S, Inc., USamerikanische

**Rn. 21**

Aktien. Mit Kauforder vom 2. September 1994

**Rn. 22**

(Bl. 35 GA) bestellte er 800 Aktien der Firma N zu

**Rn. 23**

einem Kaufpreis von 21.168,— DM. Unter dem 2 . September

**Rn. 24**

1994 erhielt er von S, Inc., in Salt

**Rn. 25**

Lake City eine Auftragsbestätigung (Bl. 21 GA), die im

**Rn. 26**

Kopf einen Hinweis auf eine "Repräsentanz 81677 München"

**Rn. 27**

enthielt und von dem Beklagten persönlich unterzeichnet

**Rn. 28**

w a r . Unter dem 6 . September 1994 erhielt der Kläger eine

**Rn. 29**

Zahlungseingangsbestätigung über den Betrag von 21.168,—

**Rn. 30**

DM (Bl. 20 GA) . Unter dem 2. November 1994 richtete der

**Rn. 31**

Kläger eine Verkaufsorder an die S,

**Rn. 32**

Inc. mit der er diese zum Verkauf der Novell-Aktien zu

**Rn. 33**

23.110,65 DM anwies (Bl. 37 GA). Gleichzeitig kaufte er

**Rn. 34**

mit Kauforder vom 2. November 1994 5.000 Stück Aktien der

**Rn. 35**

Firma C zu 2 3.093, 44 DM (Bl. 39 GA) .

**Rn. 36**

Über diese beiden Transaktionen erhielt er wiederum eine

**Rn. 37**

Bestätigung der S, Inc. vom 2.

**Rn. 38**

November 1994, wiederum mit dem Hinweis auf die

**Rn. 39**

"Repräsentanz München". Schließlich kaufte der Kläger mit

**Rn. 40**

Kauforder vom 7. Februar 1995 166 Stück Aktien der Firma

**Rn. 41**

AP Co. zu 12.022, 34 DM (Bl. 42 GA) . Über

**Rn. 42**

diesen Kauf erhielt er wiederum eine

**Rn. 43**

Zahlungseingangsbestätigung vom 10. Februar 1995 (Bl. 22

**Rn. 44**

GA) .

**Rn. 45**

Der Kläger behauptet, er, der börsengeschäftsunerfahren

**Rn. 46**

sei, sei von Telefonverkäufern des Beklagten zu den

**Rn. 47**

Aktienkäufen verleitet worden und zwar mit verlockenden

**Rn. 48**

Gewinnversprechen. Eine ausreichende Aufklärung habe er

**Rn. 49**

nicht erhalten. Er habe auch erhebliche Zweifel, ob die

**Rn. 50**

von ihm gezahlten Gelder überhaupt in Aktien kaufe

**Rn. 51**

investiert worden seien. Für die gesamten Vorgänge in der

**Rn. 52**

S-Gruppe sei der Beklagte verantwortlich gewesen

**Rn. 53**

der hi/&lor Gründer und Beherrscher gewesen sei.

**Rn. 54**

Er beantragt,

**Rn. 55**

den Beklagten zu verurteilen, an ihn 33.190,34

**Rn. 56**

DM nebst 4 % Zinsen aus 21.160,-- DM seit dem

**Rn. 57**

6. September 1994 und aus weiteren 12.022,34 DM

**Rn. 58**

seit dem 10. Februar 1995 zu zahlen.

**Rn. 59**

Der Beklagte beantragt,

**Rn. 60**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 61**

Der Beklagte behauptet, er sei mangels verantwortlicher

**Rn. 62**

Tätigkeit in der S-Gruppe nicht

**Rn. 63**

passivlegitimiert. Schon gar nicht sei er faktischer

**Rn. 64**

Geschäftsführer oder ähnliches der S

**Rn. 65**

GmbH gewesen, wobei festzustellen sei, dass der Kläger

**Rn. 66**

mit dieser gar nicht in Kontakt getreten sei.

**Rn. 67**

Abgesehen davon hatten besondere Beratungspflichten dem

**Rn. 68**

Kläger gegenüber nicht bestanden, weil die von diesem

**Rn. 69**

erworbenen Aktien keine typischen XXXXX-Aktien

**Rn. 70**

gewesen seien. Es handele sich um große Werte, die

**Rn. 71**

vielfach gehandelt würden, so dass die typische, zur

**Rn. 72**

besonderen Aufklärung verpflichtende Marktenge gar nicht

**Rn. 73**

gegeben sei. Im übrigen sei der Kläger auch ausreichend

**Rn. 74**

aufgeklärt worden, wie das in der S-Firmengruppe

**Rn. 75**

üblich gewesen sei.

**Rn. 76**

Er meint, die Anlage der Gelder des Klägers müsse er

**Rn. 77**

nicht belegen, weil er hierfür nicht verantwortlich

**Rn. 78**

gewesen sei. Schließlich müsse von einem etwaigen

**Rn. 79**

Anspruch des Klägers der Wert seiner Aktien abgezogen

**Rn. 80**

werden ; andernfalls müsse er dies Zug um Zug gegen die

**Rn. 81**

Leistung von Schadenersatz an ihn, den Beklagten, herausgeben.

**Rn. 82**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und

**Rn. 83**

Streitstandes wird auf die von den Parteien gewechselten

**Rn. 84**

Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.

**Rn. 85**

Die Kammer hat die Akten 6 0 160/98 - Landgericht

**Rn. 86**

Düsseldorf - / 15 U 2 62/98 - Oberlandesgerieht Düsseldorf

**Rn. 87**

- zu Informationszwecken beigezogen. Sie lagen vor und

**Rn. 88**

waren Gegenstand der mündlichen Verhandlung.

**Rn. 89**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

**Rn. 90**

Die Klage ist in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang

**Rn. 91**

begründet.

**Rn. 92**

Der Beklagte haftet dem Kläger nach § 82 6 BGB auf

**Rn. 93**

Schadenersatz in Höhe von 23.095,44 DM, da er den Kläger

**Rn. 94**

in sittenwidriger Weise vorsätzlich geschädigt, sich

**Rn. 95**

jedenfalls aber an dem sittenwidrigen Verhalten der

**Rn. 96**

S < Deutschland) GmbH maßgeblich

**Rn. 97**

beteiligt hat (§ 8 30 BGB). Diese Gesellschaft war dem

**Rn. 98**

Kläger gegenüber hinsichtlich der mit einem Teil der

**Rn. 99**

Von ihm getätigten Geschäften verbundenen Risiken

**Rn. 100**

aufklärungspflichtig und hat diese Pflicht verletzt,

**Rn. 101**

wofür der Beklagte als faktischer Geschäftsführer der

**Rn. 102**

S (Deutschland GmbH) haftet.

**Rn. 103**

I .

**Rn. 104**

Die S (Deutschland] GmbH hat ihre

**Rn. 105**

Pflichten zur Aufklärung des Klägers über die Risiken,

**Rn. 106**

die der Erwerb der von ihm gekauften Aktien mit sich

**Rn. 107**

brachte, verletzt.

**Rn. 108**

1.

**Rn. 109**

Die Gesellschaft war dem Kläger gegenüber

**Rn. 110**

beratungspflichtig. Selbst wenn die S

**Rn. 111**

(Deutschland) GmbH entsprechend ihrem geänderten

**Rn. 112**

Gesellschaftszweck nur werbend tätig geworden sein

**Rn. 113**

sollte, ist zwischen ihr und dem Klager eine vertraglich

**Rn. 114**

abgesicherte Geschäftsbeziehung zustandegekommen, welche

**Rn. 115**

die Beratung des Klägers bei der Geldanlage zum

**Rn. 116**

Gegenstand hatte und die rechtlich entweder als Auftrag

**Rn. 117**

im Sinne des § 6 62 BGB oder als entgeltliche

**Rn. 118**

Geschäftsbesorgung im Sinne des § 675 BGB oder als

**Rn. 119**

atypischer Beratungsvertrag im Sinne des § 305 BGB

**Rn. 120**

einzuordnen ist (vgl. BGH Z 74, 102, 106 f.; BGH Z 100,

**Rn. 121**

117, 118). Das Verhalten der S

**Rn. 122**

(Deutschland) GmbH konnte der Kläger bei verständiger

**Rn. 123**

Würdigung der Gesamtumstände, insbesondere im Hinblick

**Rn. 124**

darauf, dass allein die S

**Rn. 125**

(Deutschland) GmbH in Deutschland ansässig ist, nur dahin

**Rn. 126**

bewerten, dass diese zu ihm in eine Vertragsbeziehung

**Rn. 127**

treten und ihn über die Güte und Effizienz der von der

**Rn. 128**

S Inc. vermittelten Aktienanlagen umfassend berichten und

**Rn. 129**

beraten wollte. Dies durfte der Kläger daraus entnehmen,

**Rn. 130**

dass sich die "Repräsentanz München“ mit den Schreiben vom

**Rn. 131**

2. September 1994 und 2.November 1994 an ihn wandte und ihn

**Rn. 132**

bat, "uns ein Exemplar in dem beigefügten Rückumschlag unterschrieben

**Rn. 133**

zurückzusenden". Außerdem hieß es in dem Schreiben:

**Rn. 134**

"Sollten Sie darüber hinaus noch Informationen benötigen,

**Rn. 135**

so zögern Sie bitte nicht, sich mit uns in Verbindung zu

**Rn. 136**

setzen. Wir bedanken uns für Ihr entgegengebrachtes

**Rn. 137**

Vertrauen und verbleiben!". Aufgrund dieser Umstände

**Rn. 138**

mussten dem Kläger die S (Deutschland) j

**Rn. 139**

GmbH und die S , Inc. als Einheit |

**Rn. 140**

erscheinen und damit die S

**Rn. 141**

(Deutschland) GmbH gleichsam als Vertragspartei. Was sich

**Rn. 142**

hinter der "Repräsentanz München" verbarg, war dem Kläger

**Rn. 143**

aus der ihm zumindest nach dem Beklagtenvortrag - zugeleiteten

**Rn. 144**

Informationsschrift "Grundlegendes über das Börsengeschehen"

**Rn. 145**

bekannt, in der die S (Deutschland) GmbH als

**Rn. 146**

"Representative" der S, Inc. bezeichnet war.

**Rn. 147**

Selbst wenn aber die S (Deutschland)

**Rn. 148**

GmbH nur als Gehilfin zum Zustandekommen des Vertrages

**Rn. 149**

zwischen dem Kläger und der S, Inc.

**Rn. 150**

beigetragen hätte, wäre sie gegenüber dem Kläger selbst

**Rn. 151**

beratungspflichtig gewesen. Die eigene Verpflichtung der

**Rn. 152**

Gesellschaft würde sich unter dieser Prämisse daraus

**Rn. 153**

ergeben, dass sie Verhandlungen im eigenen Interesse

**Rn. 154**

maßgeblich geführt hat und aus dem Geschäft persönlichen

**Rn. 155**

Nutzen erstrebte, wirtschaftlich betrachtet gleichsam in

**Rn. 156**

eigener Sache tätig wurde (vgl. BGH Z 56, 8 i, 8 4 ; BGH NJW

**Rn. 157**

1986, 586, 587; BGH NJW-RR 1991, 1241, 1242; Palandt-

**Rn. 158**

Heinrichs, BGH, 51. Auflage, Rdnr. 94 zu § 27 6 BGB) . Das

**Rn. 159**

eigene geschäftliche Interesse der S

**Rn. 160**

(Deutschland) GmbH an dem Zustandekommen von Verträgen

**Rn. 161**

zwischen dem Kläger und der S, Inc.

**Rn. 162**

resultiert hier daraus, dass die Gesellschaft nach ihrem

**Rn. 163**

Gesellschaftszweck in Verbindung mit dem "Representive

**Rn. 164**

Agreement" vom 20. Oktober 1991 zwischen der S

**Rn. 165**

(Deutschland) GmbH und S, Inc.,

**Rn. 166**

dessen Inhalt die Kammer den zuInformationszwecken

**Rn. 167**

beigezogenen Akten 6 0 160/98

**Rn. 168**

Landgericht Düsseldorf - entnimmt, in ihrer eigenen

**Rn. 169**

Existenz von den Geschäftserfolgen der Werbung für die

**Rn. 170**

S, Inc. abhängig w a r.

**Rn. 171**

2 .

**Rn. 172**

Im Rahmen des zwischen dem Kläger und der S

**Rn. 173**

(Deutschland) GmbH zustandegekommenen

**Rn. 174**

Beratungsvertrages hat die Deutschland-GmbH den Kläger

**Rn. 175**

nicht ausreichend über die mit einem Erwerb der von ihm

**Rn. 176**

gekauften Aktien der Firma V aufgeklärt.

**Rn. 177**

Im Streitfall hatte die S

**Rn. 178**

(Deutschland) GmbH im Rahmen des mit dem Kläger

**Rn. 179**

bestehenden Beratungsvertrages im Wesentlichen die

**Rn. 180**

gleichen Aufklärungspflichten, wie dies bei einem

**Rn. 181**

Vermittler von ungewöhnlichen Anlagegeschäften der Fall

**Rn. 182**

ist. Nach der gefestigten höchstrichterlichen

**Rn. 183**

Rechtsprechung muß der Vermittler von ungewöhnlichen

**Rn. 184**

Anlagegeschäften, die mit besonderen, über das übliche

**Rn. 185**

Maß hinausgehenden Risiken behaftet sind, seinen Kunden

**Rn. 186**

ungefragt über die wirtschaftlichen Zusammenhänge und

**Rn. 187**

Risiken des Geschäftes aufklären, sofern der Kunde nicht

**Rn. 188**

ausnahmsweise als erfahrener Anleger einer Aufklärung

**Rn. 189**

nicht bedarf. Diese zu Warentermingeschäften und

**Rn. 190**

Börsentermingeschäften entwickelten Grundsätze sind nach

**Rn. 191**

der Rechtsprechung des BGH (vgl. BGH NJW 1991, 1108; BGH

**Rn. 192**

NJW 1991, 1947 f.) auch auf die Vermittlung von Aktien,

**Rn. 193**

an zu enden. Nach diesen Grundsätzen hat der Vermittler

**Rn. 194**

solche Geschäfte dem potentiellen Kunden ein zutreffendes

**Rn. 195**

Bild von den Gefahren und Chancen der vermittelten

**Rn. 196**

Geschäfte in der Weise zu verschaffen, dass der Käufer

**Rn. 197**

seine Investitionsentscheidungen sachgerecht treffen

**Rn. 198**

kann. Insbesondere muß der Käufer darauf hingewiesen

**Rn. 199**

werden, dass die Kursentwicklung am OTC-Markt nicht wie

**Rn. 200**

an der Börse allein nach den Gesetzen von Angebot und

**Rn. 201**

Nachfrage bestimmt wird, also durch die Einschätzung der

**Rn. 202**

allgemeinen Wirtschaftslage und des Unternehmenswertes.

**Rn. 203**

Darüber hinaus muß ausdrücklich auf die wesentlichen

**Rn. 204**

Zusatzrisiken des OTC-Marktes hingewiesen werden, wonach

**Rn. 205**

dort die Aktien, insbesondere sogenannte Penny-Stocks,

**Rn. 206**

häufig nur über ein einzelnes Broker-Haus vertrieben

**Rn. 207**

werden, wobei ungewiss ist, ob und zu welchem Kurs dieses

**Rn. 208**

Broker-Haus den Handel mit einer bestimmten Aktie oder

**Rn. 209**

einem bestimmten Wertpapier aufrechterhält. Weiterhin muß

**Rn. 210**

der Käufer auch darüber aufgeklärt werden, dass die für

**Rn. 211**

die meisten OTC-Titel typische Marktenge zum einen

**Rn. 212**

Kursmanipulationen der Broker ermöglicht und zum anderen

**Rn. 213**

Inhaber größerer Aktienpakete begünstigt, was für den

**Rn. 214**

Anleger ein unkontrollierbares zusätzliches Risiko

**Rn. 215**

bedeutet, das in keinem Zusammenhang mit der Ungewißheit

**Rn. 216**

über den wirtschaftlichen Erfolg der initiierenden

**Rn. 217**

Aktiengesellschaft steht. Schließlich dürfen die

**Rn. 218**

Informationen nicht darüber hinweg tauschen, dass

**Rn. 219**

Kursveröffentlichungen über Aktien, die auf dem OTC-Markt

**Rn. 220**

gehandelt werden, überwiegend auf den Kursangaben der als

**Rn. 221**

"Market-Maker" fungierenden Broker beruhen, ohne dass den

**Rn. 222**

genannten Kursen tatsächlich Abschlüsse zugrundeliegen

**Rn. 223**

müssen (vgl. BGH NJW 1991, 1108, 1109). Dabei reicht eine

**Rn. 224**

mündliche Aufklärung nicht aus; vielmehr kann die

**Rn. 225**

Aufklärung angesichts der schwierigen wirtschaftlichen

**Rn. 226**

die am US-amerikanischen OTC-Markt gehandelt

**Rn. 227**

Zusammenhänge ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie

**Rn. 228**

schriftlich erfolgt (BGH NJW 1991, 1947, 1948). Überdies

**Rn. 229**

muß die Darstellung zutreffend, vollständig, gedanklich

**Rn. 230**

geordnet und auch von der Gestaltung her geeignet sein,

**Rn. 231**

einem unbefangenen, mit derartigen Geschäften nicht

**Rn. 232**

vertrauten Leser einen realistischen Eindruck von den

**Rn. 233**

Eigenarten und Risiken solcher Geschäfte zu vermitteln

**Rn. 234**

(vgl. BGH WM 1991, 1410, 1411; BGH NJW 92, 1879, 1880;

**Rn. 235**

BGH WM 1996, 1214, 1215). Wichtige Hinweise, wie etwa

**Rn. 236**

solche auf die geschäftsspezifischen Risiken, dürfen

**Rn. 237**

drucktechnisch oder durch ihre Plazierung nicht in den

**Rn. 238**

Hintergrund treten (vgl. BGH Z 105, 108, 114 ; BGH NJW

**Rn. 239**

1992, 187 9, 1880), s-o -hange dies schriftlich und in einer

**Rn. 240**

für den flüchtigen Leser auffälligen Form erfolgen, wobei

**Rn. 241**

die Hinweise weder durch Beschönigungen noch durch

**Rn. 242**

Werbeaussagen noch auf andere Weise beeinträchtigt werden

**Rn. 243**

dürfen (vgl. BGH NJW 1994, 512; BGH NJW 1994, 997).

**Rn. 244**

Bei den im Streitfall von dem Kläger erworbenen Aktien

**Rn. 245**

der Firma V, die der Kläger aus dem Verkaufserlös

**Rn. 246**

für die Aktien der Firma L erworben hat, handelt es

**Rn. 247**

sich nach dem unwidersprochenen Vortrag des Beklagten um

**Rn. 248**

am NASDAQ-Markt gehandelte Aktien. Die

**Rn. 249**

Aufklärungspflichten, denen ein Vermittler von Aktien,

**Rn. 250**

die am OTC-Markt gehandelt werden, genügen muß, bestehen

**Rn. 251**

grundsätzlich auch für am NASDAQ-Bulletin Board

**Rn. 252**

gehandelte Aktien. Nach der ständigen Rechtsprechung des

**Rn. 253**

Oberlandesgerichts Düsseldorf (vgl. nur das Urteil vom

**Rn. 254**

25. August 1999, Aktenzeichen 15 U 262/98F besteht kein

**Rn. 255**

Anlaß, im System des NASDAQ gehandelte Aktien

**Rn. 256**

hinsichtlich der Aufklärungs- und Belehrungspflicht

**Rn. 257**

abweichend von anderen auf dem OTC-Markt gehandelten

**Rn. 258**

Aktien zu behandeln. Denn auch der Handel mit Aktien im

**Rn. 259**

System der NASDAQ gehört zum OTC-Markt, so dass im

**Rn. 260**

Prinzip auch hier die Mechanismen dieses Marktes gelten.

**Rn. 261**

Insbesondere wird der Einfluss einzelner Market-Maker nur

**Rn. 262**

dann beschränkt, wenn andere Händler überhaupt einen Kurs

**Rn. 263**

für das Papier stellen. Es kommt also im Streitfall

**Rn. 264**

darauf an, in welchem Umfang die von dem Kläger

**Rn. 265**

erworbenen Aktien im NASDAQ-System gehandelt wurden.

**Rn. 266**

Insofern hat der Beklagte lediglich vorgetragen, dass es

**Rn. 267**

sich bei den V-Aktien um einen großen Wert handele,

**Rn. 268**

der in erheblichem Umfang gehandelt werde, so dass die

**Rn. 269**

typische, zu besonderer Aufklärung verpflichtende

**Rn. 270**

Marktenge gar nicht gegeben sei. Dieser Sachvortrag des

**Rn. 271**

Beklagten bezieht sich aber ersichtlich auf die

**Rn. 272**

Gegenwart ; zu der Sachlage, wie sie zum Zeitpunkt des

**Rn. 273**

Erwerbs der Akten bestand, hat der Beklagte nichts

**Rn. 274**

vorgetragen. Infolgedessen ist davon auszugehen, dass in

**Rn. 275**

Bezug auf die V-Aktien die allgemein für am NASDAQMarkt

**Rn. 276**

gehandelten Aktien bestehenden Aufklärungspflichten

**Rn. 277**

galten.

**Rn. 278**

Etwas anderes gilt jedoch für die von dem Kläger

**Rn. 279**

ebenfalls erworbenen Appie-Aktien. Bei diesen handelt es

**Rn. 280**

sich, was offenkundig ist, um einen an internationalen

**Rn. 281**

Börsen gehandelten Wert, für den nicht nur an der NASDAQBörse

**Rn. 282**

ein Markt besteht, so dass er beliebig und zu einem wahren Kurs

**Rn. 283**

gekauft und Wiederverkauft werden kann. Folge

**Rn. 284**

hiervon ist, dass die S (Deutschland)GmbH in Bezug auf diese

**Rn. 285**

Aktien keine besonderenAufklärungspflichten traf.

**Rn. 286**

3.

**Rn. 287**

Die dem Kläger erteilten Informationen wurden den

**Rn. 288**

vorstehend beschriebenen Anforderungen an die Aufklärung

**Rn. 289**

nicht gerecht.

**Rn. 290**

Es kann zugunsten des Beklagten und der S(Deutschland) GmbH

**Rn. 291**

unterstellt werden, dass der Kluger das üblicherweise verwendete

**Rn. 292**

Informationsmaterial, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der

**Rn. 293**

S-Gruppe, die "Informationen zum OTC-Markt" und die Broschüre

**Rn. 294**

"Grundlegendes über das Börsengeschehen" erhalten hat.

**Rn. 295**

Denn mit diesem Informationsmaterial wird insgesamt der

**Rn. 296**

unzutreffende Eindruck vermittelt, der OTC-Markt sei ein

**Rn. 297**

vollständige und gedanklich geordnete Darstellung der

**Rn. 298**

Funktionsweise des OTC-Marktes ergibt sich daraus nicht.

**Rn. 299**

Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des

**Rn. 300**

Oberlandesgerichts Düsseldorf zu dem von der S-Gruppe

**Rn. 301**

verwendeten Informationsmaterial (vgl. nur Urteil

**Rn. 302**

vom 25. August 1999, Aktenzeichen 15 U 2 62/98 –beigezogen-.

**Rn. 303**

Dass der Kläger durch ein Spezialprospekt über die

**Rn. 304**

V-Aktien eine ausreichende Aufklärung erhalten hat,

**Rn. 305**

kann nicht angenommen werden. Der Kläger bestreitet,

**Rn. 306**

einen solchen Prospekt bekommen zu haben. Infolgedessen

**Rn. 307**

wäre der Beklagte zunächst einmal verpflichtet gewesen,

**Rn. 308**

vorzutragen, in welcher Weise eine zutreffende Aufklärung

**Rn. 309**

des Klägers erfolgt sein soll. Der Beklagte behauptet

**Rn. 310**

aber noch nicht einmal substantiiert, dass der Kläger

**Rn. 311**

einen Spezialprospekt über die V-Aktien bekommen habe .

**Rn. 312**

Unerheblich ist, ob und in welcher Form der Kläger auf

**Rn. 313**

die mit seinen Wertpapierkaufen verbundenen Risiken

**Rn. 314**

mündlich von den Telefonverkäufern hingewiesen wurden

**Rn. 315**

ist. Denn eine hinreichende Aufklärung kann grundsätzlich

**Rn. 316**

nur schriftlich und nicht mündlich erfolgen, wenn sie

**Rn. 317**

ihren Zweck nicht verfehlen soll.

**Rn. 318**

II.

**Rn. 319**

Für die Verletzung der Aufklärungspflicht haftet der

**Rn. 320**

Beklagte als tatsächlicher Geschäftsführer der S

**Rn. 321**

(Deutschland) GmbH, obwohl er seit dem 20.

**Rn. 322**

Dezember 1990 nicht mehr als Geschäftsführer im

**Rn. 323**

Handelsregister eingetragen w a r . Denn der Beklagte hat

**Rn. 324**

auch noch nach dem 20. Dezember 1990 und während der hier

**Rn. 325**

in Rede stehenden Zeitspanne in der S

**Rn. 326**

(Deutschland) GmbH wie ein Geschäftsführer umfassend

**Rn. 327**

Geschäftsführeraufgaben wahrgenommen. Jedenfalls war er

**Rn. 328**

aber an den Schadenshandlungen der S

**Rn. 329**

(Deutschland) GmbH maßgeblich beteiligt (§ 8 30 BGB), wie

**Rn. 330**

bereits der Umstand verdeutlicht, dass er das von der

**Rn. 331**

"Repräsentanz München" herrührende Schreiben der

**Rn. 332**

S Inc. an den Kläger vom 2. September 1994 (Bl. 21 GA) unterzeichnet

**Rn. 333**

hat. Daneben sprechen für eine solche Beteiligung des Beklagten eine

**Rn. 334**

Reihe von Indiztatsachen, aufgrund derer die Kammer davon überzeugt

**Rn. 335**

ist, dass der Beklagte tatsächlich die S Deutschland) GmbH wie ein faktischer

**Rn. 336**

Geschäftsführer geleitet hat. Diese Indiztatsachen

**Rn. 337**

entnimmt die Kammer der zu Informationszwecken

**Rn. 338**

beigezogenen Akte 6 0 160/98 - Landgericht Düsseldorf -/

**Rn. 339**

15 U 262/98 - Oberlandesgericht Düsseldorf -,

**Rn. 340**

insbesondere den Entscheidungsgründen des Urteils des

**Rn. 341**

Akteninhalt war Gegenstand der mündlichen Verhandlung vom

**Rn. 342**

28. September 1999 und ist von dem Beklagten weder

**Rn. 343**

pauschal noch im einzelnen in Abrede gestellt worden.

**Rn. 344**

Wegen der Einzelheiten dieser Indiztatsachen, aus der

**Rn. 345**

sich nach Auffassung der Kammer entnehmen läßt, dass der

**Rn. 346**

Beklagte in maßgeblicher Stellung für die S-

**Rn. 347**

Gruppe auch noch m streitgegenständlichen Anlagezeitraum

**Rn. 348**

tätig geworden ist, wird auf die Entscheidungsgründe des

**Rn. 349**

vorgenannten Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf

**Rn. 350**

unter II., Seiten 40 bis 44, Bezug genommen.

**Rn. 351**

Als in maßgeblicher Stellung für die S-Gruppe

**Rn. 352**

Tätiger war er dafür verantwortlich, dass die Kunden der

**Rn. 353**

S Inc. entsprechend den früher dargestellten Grundsätzen

**Rn. 354**

aufgeklärt wurden. Der Beklagte hat jedoch bewußt nicht verhindert,

**Rn. 355**

das Kunden wie dem Kläger die erforderliche Aufklärung vorenthalten wurde.

**Rn. 356**

Die von dem Beklagten als Verantwortlichem mit in Umlauf

**Rn. 357**

gebrachten Informationsschriften enthielten, wie

**Rn. 358**

ausgeführt, keine sachgerechte und umfassende Aufklärung

**Rn. 359**

über die mit dem Erwerb von OTC- bzw. NASDAQ-Aktien

**Rn. 360**

verbundenen besonderen Risiken. Vielmehr sind die Kunden

**Rn. 361**

über die Verkehrsfähigkeit und -werthaltigkeit der

**Rn. 362**

angebotenen Aktien getäuscht worden.

**Rn. 363**

Durch dieses Verhalten hat der Beklagte seinen Wissens- und

**Rn. 364**

Erfahrungsvorsprung im Hinblick auf den Handel mit

**Rn. 365**

OTC-Aktien und Privatplazierungen und deren

**Rn. 366**

Werthaltigkeit an den Kläger als Kunden der S (Deutschland) GmbH

**Rn. 367**

und der S Inc. nicht weitergegeben und seine daraus

**Rn. 368**

folgende überlegene Stellung auf grob (anstößige Art und Weise dadurch

**Rn. 369**

mißbraucht, dass er im Vertrauen auf die Unkenntnis und

**Rn. 370**

unzureichende Aufklärung des Klägers den Kauf der

**Rn. 371**

streitgegenständlichen Aktien durch diesen veranlaßt und

**Rn. 372**

nicht verhindert hat. Daraus folgt zugleich, dass der

**Rn. 373**

Beklagte die Schädigung des Klägers durch die

**Rn. 374**

abgeschlossenen Geschäfte in Kauf genommen hat, also mit

**Rn. 375**

Schädigungsvorsatz handelte, weil er den Schadenseintritt

**Rn. 376**

erwartet oder zumindest billigend in Kauf genommen hat,

**Rn. 377**

indem er es unterließ sicherzustellen, dass der Kläger in

**Rn. 378**

dem gebotenen Umfang aufgeklärt wurde (vgl. BGH WM 1994,

**Rn. 379**

17 4 6, 1747; OLG Düsseldorf, WM 1989, 175, 179; OLG

**Rn. 380**

Düsseldorf, NJW-RR 1993, 1520, 1521).

**Rn. 381**

III.

**Rn. 382**

Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH ist derjenige,

**Rn. 383**

der Aufklärungspflichten verletzt, dafür darlegungs- und

**Rn. 384**

beweispflichtig, dass der Schaden auch eingetreten wäre,

**Rn. 385**

wenn er sich pflichtgemäß verhalten hätte (vgl. u.a. BGH

**Rn. 386**

WM 1994, 1746, 1747; BGH NJW 1994, 512, 513; BGH NJW

**Rn. 387**

1994, 997, 998). Dass der Kläger die von ihm getätigten

**Rn. 388**

Geschäfte auch bei einer vorherigen pflichtgemäßen

**Rn. 389**

Aufklärung über die damit verbundenen Risiken getätigt

**Rn. 390**

hätte, hat der Beklagte selber nicht behauptet.

**Rn. 391**

Der Schadenersatzanspruch des Klägers gegen den Beklagten

**Rn. 392**

geht dahin, so gestellt zu werden, als ob er die

**Rn. 393**

getätigten Geschäfte nicht eingegangen wäre. Hierbei

**Rn. 394**

haben die von dem Kläger vorgenommenen Käufe der Aktien

**Rn. 395**

der Firmen V und A außer Betracht zu bleiben.

**Rn. 396**

Das gilt für den Kauf der Novel 1-Aktien, weil es dem

**Rn. 397**

Kläger gelungen ist, diese Aktien mit Gewinn

**Rn. 398**

wiederzuverkaufen und er deswegen aus diesem Geschäft

**Rn. 399**

keinen Schaden davongetragen hat. Wegen der A-Aktien

**Rn. 400**

besteht, wie an anderer Stelle bereits dargelegt, ein

**Rn. 401**

Schadensersatzanspruch des Klägers nicht. Der Kläger hat

**Rn. 402**

daher Anspruch auf Rückzahlung der von ihm geleisteten

**Rn. 403**

Zahlung für den Kauf der Aktien der Firma I in Höhe von 23.093,44 DM.

**Rn. 404**

Einen eventueller Wiederverkaufswert der Aktien muß sich

**Rn. 405**

der Kläger dabei nicht im Wege der Vorteilsausgleichung

**Rn. 406**

anrechnen lassen. Zu berücksichtigen ist nämlich, dass

**Rn. 407**

zwischen dem schädigenden Ereignis und dem anzurechnenden

**Rn. 408**

Vorteil nicht nur Kausalität bestehen muß , sondern dass

**Rn. 409**

die Anwendung dieser Grundsätze im Einzelfall auch billig

**Rn. 410**

und gerecht erscheinen muß. Anzurechnen sind daher nur

**Rn. 411**

solche Vorteile, deren Anrechnung mit dem jeweiligen

**Rn. 412**

Zweck des Ersatzanspruchs übereinstimmt, d.h. dem

**Rn. 413**

Geschädigten zumutbar ist und Entschädiger nicht

**Rn. 414**

unangemessen entlastet (vgl. BGH Z 77, 151, 153; BGH Z

**Rn. 415**

81, 271, 275; BGH Z 91, 206, 209 f.). Im vorliegenden

**Rn. 416**

Fall würde die Anrechnung des Wertes von irgendwelchen

**Rn. 417**

Aktien, die sich im Eigentum des Klägers befinden und in

**Rn. 418**

deren Besitz er gelangen würde, den Beklagten unbillig

**Rn. 419**

entlasten. Dies hätte nämlich zur Folge, dass den Kläger

**Rn. 420**

das Veräußerungsrisiko treffen würde, indem sich gerade

**Rn. 421**

der durch die mangelhafte Aufklärung des Beklagten

**Rn. 422**

verursachte Schaden manifestiert hat. Die Anrechnung

**Rn. 423**

wurde also darauf hinauslaufen, dass der Kläger an der

**Rn. 424**

ihm vom Beklagten in rechtswidriger und schuldhafter

**Rn. 425**

Weise vermittelten Geldanlage festgehalten wurde. Das ist

**Rn. 426**

jedoch nicht der Sinn der Vorteilsausgleichung. Aus

**Rn. 427**

diesen Gründen kommt auch nicht eine Verurteilung des

**Rn. 428**

Beklagten nur Zug um Zug gegen Abtretung der dem Kläger

**Rn. 429**

im Rahmen des Restitutionsverfahrens vor dem US District

**Rn. 430**

Court, Utah (angeblich) zustehenden Ansprüche auf Zahlung

**Rn. 431**

einer Entschädigung nicht in Betracht.

**Rn. 432**

Der Beklagte ist auch nicht lediglich zur Zahlung des

**Rn. 433**

Schadensersatzes Zug um Zug gegen Rückgabe der von dem

**Rn. 434**

Kläger "gehaltenen" Aktienzertifikate zu verurteilen.

**Rn. 435**

Denn der Beklagte hat die ihm günstige Behauptung, der

**Rn. 436**

Kläger sei im Besitz solcher Zertifikate, nicht bewiesen.

**Rn. 437**

Die Behauptung des Beklagten, nach einer Verfügung des US

**Rn. 438**

District Court vom 17. April 1998 sollten dem Kläger die

**Rn. 439**

von ihm erworbenen Aktien ausgehändigt werden, ist

**Rn. 440**

solange rechtlich unerheblich, als diese Aushändigung

**Rn. 441**

nicht erfolgt ist, was der Beklagte jedoch ebenfalls

**Rn. 442**

nicht bewiesen hat.

**Rn. 443**

IV.

**Rn. 444**

Ein Anspruch des Klägers auf Erstattung des Kaufpreises

**Rn. 445**

für die A-Aktien ergibt sich auch nicht aus den von

**Rn. 446**

ihm geäußerten Zweifel an einer Anlage seiner Gelder in

**Rn. 447**

Aktienkäufe durch die S, Inc.. Der Kläger hat nämlich nicht

**Rn. 448**

bewiesen, dass diese Gesellschaft das zwischen den Parteien

**Rn. 449**

zustandegekommene Vertragsverhältnis dadurch pflichtwidrig

**Rn. 450**

verletzt und ihn dadurch vorsätzlich in sittenwidriger Weise geschädigt

**Rn. 451**

hat, dass sie entgegen dem übernommenen Auftrag die

**Rn. 452**

streitgegenständlichen Aktien nicht erworben, sondern den

**Rn. 453**

ihr von dem Kläger überwiesenen Geldbetrag veruntreut

**Rn. 454**

hat. Für das Vorliegen dieser behaupteten objektiven

**Rn. 455**

Pflichtverletzung ist der Kläger darlegungs- und

**Rn. 456**

beweisbelastet (vgl. Palandt-Heinrichs, BGB, 58. Auflage,

**Rn. 457**

§ 2 82 Rdnr. 8; Palandt-Thomas, a.a.O., § 023 Rdnr. 167).

**Rn. 458**

Die Äußerung von Zweifeln bzw. das Bestreiten der

**Rn. 459**

Verwendung der von ihm überwiesenen Gelder zum Erwerb der

**Rn. 460**

georderten Aktien durch den Kläger ist infolgendessen

**Rn. 461**

nicht ausreichend. Objektive Indizien, die für eine

**Rn. 462**

Veruntreuung der Geldbeträge durch die S, Inc. Sprechen, liegen nicht vor.

**Rn. 463**

V.

**Rn. 464**

Der zuerkannte Zinsanspruch folgt aus den §§ 84 9, 246

**Rn. 465**

BGB.

**Rn. 466**

VI .

**Rn. 467**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 1 ZPO; die

**Rn. 468**

Entscheidung für die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht

**Rn. 469**

auf den §§ 708 Nr. 11, 709 Satz 1 ZPO, 711 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 09.11.1999 – 6 O 191/99, ECLI:DE:LGD:1999:1109.6O191.99.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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