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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 26.01.2010 – 1 O 302/08

ECLI:DE:LGDO:2010:0126.1O302.08.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von

110 % des beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Die Klägerin nimmt die Beklagte auf Bezahlung von Gaslieferungen in

**Rn. 3**

Anspruch auf der Grundlage eines Liefervertrages (Sonderkundenvertrag),

**Rn. 4**

den die Klägerin am 17.03.1998 mit der Rechtsvorgängerin der

**Rn. 5**

Beklagten geschlossen hatte.

**Rn. 6**

In der Zeit vom 04.05.2005 bis 30.09.2008 nahm die Klägerin unter

**Rn. 7**

Hinweis auf eine im Vertrag enthaltene Preisänderungsklausel verschiedene

**Rn. 8**

Preiserhöhungen vor, denen die Beklagte widersprach.

**Rn. 9**

Gegenstand der vorliegenden Klage sind die von der Beklagten in den

**Rn. 10**

Jahren 2005 bis 2008 einbehaltenen Beträge, deren Bezahlung die Beklagte

**Rn. 11**

mit der Begründung verweigert hat, die Preiserhöhungen seien

**Rn. 12**

unwirksam.

**Rn. 13**

Die streitgegenständliche Preisänderungsklausel ist in der Anlage 3 des

**Rn. 14**

oben genannten Gaslieferungsvertrages (Ziffer 3.3.1) enthalten und

**Rn. 15**

sieht die Änderung des Gaspreises mit Wirkung vom 01.04. und 01.10.

**Rn. 16**

eines jeden Jahres vor, wobei jeweils der Durchschnittspreis für leichtes

**Rn. 17**

Heizöl des vorhergehenden Kalenderhalbjahres zugrundezulegen ist.

**Rn. 18**

Die Parteien streiten über die Wirksamkeit der Preisänderungsklausel,

**Rn. 19**

die nach Ansicht der Beklagten gegen § 307 BGB verstößt, weil sie eine

**Rn. 20**

unangemessene Benachteiligung der Beklagten beinhalte.

**Rn. 21**

Im Übrigen meint die Klägerin, dass sich die Beklagte wegen der Vereinbarungen

**Rn. 22**

in Ziffer 1. 10.3 der Vertragsbedingungen nicht auf ein

**Rn. 23**

Recht zur Zahlungsverweigerung berufen könne.

**Rn. 24**

Die Klägerin beantragt,

**Rn. 25**

die Beklagte zu verurteilen,

**Rn. 26**

1.

**Rn. 27**

an die Klägerin 73.080,07 € zu zahlen, zuzüglich Zinsen in

**Rn. 28**

Höhe von 2%-Punkten über dem Basiszinssatz

**Rn. 29**

auf 2.811 ,02 € seit dem 25.07.2005

**Rn. 30**

auf 677,61 € seit dem 22.08.2005

**Rn. 31**

auf 1.676,28 € seit dem 22.09.2005

**Rn. 32**

auf 2.197,40 € seit dem 23.10.2005

**Rn. 33**

auf 2.618,63 € seit dem 23.11.2005

**Rn. 34**

auf 2.695,89 € seit dem 22.12.2005

**Rn. 35**

auf 2.418,20 € seit dem 22.01.2006

**Rn. 36**

auf 2.559,88 € seit dem 22.02.2006

**Rn. 37**

auf 2.586,57 € seit dem 21.03.2006

**Rn. 38**

auf 2.329,63 € seit dem 24.04.2006

**Rn. 39**

auf 2.721,57 € seit dem 22.05.2006

**Rn. 40**

auf 2.480,37 € seit dem 26.06.2006

**Rn. 41**

auf 2.471,53 € seit dem 19.07.2006

**Rn. 42**

auf 2.205,90 € seit dem 21.08.2006

**Rn. 43**

auf 2.662,93 € seit dem 24.09.2006

**Rn. 44**

auf 1.711,06 € seit dem 23.10.2006

**Rn. 45**

auf 2.746,05 € seit dem 22.11.2006

**Rn. 46**

auf 2.576,33 € seit dem 21.12.2006

**Rn. 47**

auf 2.086,21 € seit dem 22.01.2007

**Rn. 48**

auf 2.272,36 € seit dem 21.02.2007

**Rn. 49**

auf 2.268,76 € seit dem 20.03.2007

**Rn. 50**

auf 2.607,28 € seit dem 23.04.2007

**Rn. 51**

auf 1.784,04 € seit dem 22.05.2007

**Rn. 52**

auf 2.200,54 € seit dem 24.06.2007

**Rn. 53**

auf 2.412,00 € seit dem 22.07.2007

**Rn. 54**

auf 2.346,55 € seit dem 22.08.2007

**Rn. 55**

auf 2.535,01 € seit dem 24.09.2007

**Rn. 56**

auf 1f.989,11 € seit dem 21.10.2007

**Rn. 57**

auf 834,48 € seit dem 26.11.2007

**Rn. 58**

auf 905,91 € seit dem 26.12.2007

**Rn. 59**

auf 679,85 € seit dem 24.01.2008

**Rn. 60**

auf 1.173,41 € seit dem 21.02.2008

**Rn. 61**

auf 676,33 € seit dem 20.03.2008

**Rn. 62**

auf 963,07 € seit dem 20.04.2008

**Rn. 63**

auf 3.198,31 € seit dem 28.05.2008;

**Rn. 64**

2.

**Rn. 65**

an die Klägerin 1.580,00 € nebst Zinsen in Höhe von 8 % Punkten

**Rn. 66**

über dem Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit als

**Rn. 67**

Nebenforderung für die außergerichtlichen Kosten der

**Rn. 68**

Geschäftsgebühr nach § 13 RVG, W-Nummer 2300 zu zahlen.

**Rn. 69**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 70**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 71**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird

**Rn. 72**

verwiesen auf den vorgetragenen Inhalt der von den Parteien gewechselten

**Rn. 73**

Schriftsätze nebst Anlagen, die Gegenstand der mündlichen

**Rn. 74**

Verhandlung gewesen sind.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 76**

Die Klage ist zulässig, insbesondere handelt es sich nicht um eine Kartellsache,

**Rn. 77**

wofür die Kartellkammer des Landgerichts Dortmund ausschließlich

**Rn. 78**

zuständig wäre. Denn die Beklagte hat im vorliegenden Verfahren

**Rn. 79**

nicht geltend gemacht, dass die streitgegenständlichen Preiserhöhungen

**Rn. 80**

Ausfluss monopolistischer Marktstrukturen im Wettbewerb

**Rn. 81**

seien.

**Rn. 82**

Die Klage ist jedoch unbegründet, weil die streitgegenständliche Preisänderungsklausel gemäß § 307 BGB unwirksam ist:

**Rn. 83**

Eine nach der Generalklausel des § 307 Abs.1 BGB vorzunehmende

**Rn. 84**

Überprüfung, ob eine unangemessene Benachteiligung vorliegt, ist

**Rn. 85**

auch im Fall von Sonderabnehmern vorzunehmen (BGH NJW 2009,

**Rn. 86**

2667 ff.).

**Rn. 87**

Auch in Verträgen mit Sonderkunden müssen Preisanpassungsklauseln

**Rn. 88**

das vertragliche Äquivalenzverhältnis wahren und dürfen dem Verwender

**Rn. 89**

nicht die Möglichkeit geben, nicht nur eine Gewinnschmälerung zu

**Rn. 90**

vermeiden, sondern auch einen zusätzlichen Gewinn zu erzielen (BGH

**Rn. 91**

NJW 2008, 2172 ff.); Wie die Beklagte zutreffend gerügt hat, ist jedoch

**Rn. 92**

im vorliegenden FaII Letzteres gegeben. Zu Recht weist die Beklagte in

**Rn. 93**

diesem Zusammenhang auf die Entscheidung des OLG Frankfurt vom

**Rn. 94**

04.11.2008 - Aktenzeichen 11 U 60/07 hin, das diese Frage so entschieden

**Rn. 95**

hat. Danach ergibt sich eine unangemessene Benachteiligung

**Rn. 96**

im Sinne des § 307 BGB daraus, dass eine Preisanpassung lediglich an

**Rn. 97**

die Entwicklung des Heizölpreises anknüpft, unabhängig davon, ob mit

**Rn. 98**

dieser Preisentwicklung tatsächlich auch Kostensteigerungen für das

**Rn. 99**

Versorgungsunternehmen verbunden sind.

**Rn. 100**

Bei dieser Sachlage - Unbegründetheit der Klage wegen Unwirksamkeit

**Rn. 101**

der Preiserhöhungsklausel nach § 307 BGB - kam es vorliegend auf die

**Rn. 102**

Frage der Wirksamkeit der Ausschlussklausel in Ziffer 1.10.3 der AGB

**Rn. 103**

nicht mehr an.

**Rn. 104**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO, die Entscheidung über

**Rn. 105**

die vorläufige Vollstreckbarkeit auf § 709 ZPO.

**Rn. 106**

Streitwert: 73.080,07 €.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 26.01.2010 – 1 O 302/08, ECLI:DE:LGDO:2010:0126.1O302.08.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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