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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 29.09.2009 – 3 O 33/07

ECLI:DE:LGDO:2009:0929.3O33.07.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Dieses Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 120 %

des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d

**Rn. 2**

Der Kläger ist Anwaltsnotar. Er nimmt den 1918 geborenen Beklagten auf

**Rn. 3**

Zahlung seiner Honorarrechnung vom 29.09.2004 (Einzelheiten BI. 38

**Rn. 4**

d. A) für zwischen August 2003 und März/April 2004 entfaltete Tätigkeiten

**Rn. 5**

auf Zahlung von 240.204,09 € in Anspruch. Jeweils gestützt auf §§ 11, 12,

**Rn. 6**

118 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BRAGO beansprucht er Gerichts-, Geschäfts- und

**Rn. 7**

Besprechungsgebühren betreffend:

**Rn. 8**

1. Übertragung eines Erbbaurechts nach einem Gegenstandswert von

**Rn. 9**

25.965.750,00 € mit einem Gesamtrechnungsbetrag von 184.510,17 €

**Rn. 10**

sowie

**Rn. 11**

2.) hinsichtlich der Übertragung eines Grundstücks unter Zugrundelegung

**Rn. 12**

eines Gegenstandswerts von 7,5 Millionen Euro auf insoweit zu zahlende

**Rn. 13**

55.693,92 €.

**Rn. 14**

Der Beklagte war Eigentümer eines in zentralster Lage in E gelegenen

**Rn. 15**

Grundstücks im Kreuzungsbereich I-straße/X-weg.

**Rn. 16**

An diesem hatte er ein Erbbaurecht bestellt und übertragen. Dieses Erbbaurecht,

**Rn. 17**

das ursprünglich zugunsten der Firma D

**Rn. 18**

bestellt und bereits im Jahre 2000 auf die Firma N

**Rn. 19**

übertragen worden war, beabsichtigte ein Investor

**Rn. 20**

von letzterer zu übernehmen. Unter dem 31.07.2003 waren im Vorfeld des

**Rn. 21**

seitens des Investors beabsichtigten Erwerbs des Erbbaurechts seitens

**Rn. 22**

der unter dem 31. Juli 2003 für der Investor auftretende bzw. der unter

**Rn. 23**

der Firma D2 handelnde Zeuge X2

**Rn. 24**

an die drei Kinder des hier beklagten Herrn C sen. herangetreten.

**Rn. 25**

In jenem Schreiben hatte zwecks Finanzierung des beabsichtigten

**Rn. 26**

Erwerbs ausgeführt, dass nach den ihm vorliegenden Vereinbarungen der

**Rn. 27**

Erbbauberechtigte - und damit auch der seinerzeitige ins Auge gefasste

**Rn. 28**

Erbbaurechtsübernehmer berechtigt sei, für die Finanzierung der Gesamtinvestitionen über seinerzeit eingetragene Grundpfandrechte in Höhe von

**Rn. 29**

8 Millionen Euro die künftige Gesamtinvestition mit Grundpfandrechten

**Rn. 30**

von 13,8 Millionen besichern zu lassen (Einzelheiten BI. 28 d. A.). Insoweit

**Rn. 31**

wurde um Zustimmung ersucht. Unstreitig hatte hierauf der Beklagte zunächst

**Rn. 32**

den Kläger telefonisch kontaktiert, daraufhin jener den Beklagten in

**Rn. 33**

dessen Wohnsitz aufgesucht und von ihm mit zwischen den Parteien im

**Rn. 34**

einzelnen streitigem Inhalt den Auftrag erhalten, sich um die Angelegenheit

**Rn. 35**

zu kümmern und sich insoweit mit der Tochter des Beklagten, der

**Rn. 36**

Zeugin C2, ins Benehmen zu setzen und die Einzelheiten

**Rn. 37**

künftig mit dieser abzustimmen.

**Rn. 38**

In der Folgezeit, nämlich schon unter dem 06.08.2003 hatte der Kläger

**Rn. 39**

- wie er behauptet bereits auf ausdrücklichen Auftrag des Beklagten - eine

**Rn. 40**

Kreditanfrage über die Bonität des Investors eingeholt. Im weiteren Verlauf

**Rn. 41**

des Jahres hatten sich die Verhandlungen nicht allein auf die seitens des

**Rn. 42**

Investors mit dem Ursprungsschreiben vom 31.07.2003 abverlangten Zustimmung

**Rn. 43**

zur Belastung des Grundpfandrechts und die Ausübung eines

**Rn. 44**

dem Beklagten vertraglich zustehenden Vorkaufsrechts beschränkt. Sie

**Rn. 45**

hatten sich vielmehr zu einem gleichfalls zwischen den Parteien streitigen

**Rn. 46**

Zeitpunkt, jedenfalls nachdem im Herbst diesbezügliche Gespräche in den

**Rn. 47**

Büroräumen des Klägers ohne Ergebnis geblieben waren, Anfang des

**Rn. 48**

Jahres 2004 auch auf den möglichen Erwerb des Grundstücks selbst er-

**Rn. 49**

streckt. Wegen der Einzelheiten, insbesondere hinsichtlich der seitens der

**Rn. 50**

Zeugin dem Kläger erteilten Weisungen und Vorgaben wird auf den Inhalt

**Rn. 51**

der Schreiben vom 09.11.2003 bzw. 14.02.2004 (BI. 153 ff. bzw. 161/162

**Rn. 52**

d. A.) Bezug genommen.

**Rn. 53**

Tatsächlich kam es am 13.4.2004 letztlich zu einem Verkauf des Grundstücks

**Rn. 54**

an den Investor eine H.

**Rn. 55**

Dem Kläger war im Vorfeld auch ein Vertragsentwurf des Notars Dr. jur.

**Rn. 56**

N2 aus G über einen Erwerb eines S

**Rn. 57**

vom Kläger übermittelt worden, der einen Kaufpreis von 6,9 Millionen

**Rn. 58**

Euro vorsah (Einzelheiten BI. 123 ff. d. A.). Diesen Entwurf erörterte der

**Rn. 59**

Kläger ebenso mit der Zeugin C2, wie er Anfang des Jahres

**Rn. 60**

zuvor auch - wenn auch insoweit im zwischen den Parteien streitigen Umfang-

**Rn. 61**

in die der Einigung über den Erwerb vorausgehenden Gespräche

**Rn. 62**

eingeschaltet war.

**Rn. 63**

Während der gesamten Verhandlungen mit der Gegenseite war stets unter

**Rn. 64**

anderem auch Gesprächsgegenstand die Frage, wer die Kosten des

**Rn. 65**

Klägers aus dessen Tätigkeit zu tragen hatte. In diesem Zusammenhang

**Rn. 66**

hatte bereits am 19. August 2003 die spätere Erwerberin , die H, hinsichtlich der für die Zustimmung zur

**Rn. 67**

Erbbaurechtsausübung und Verzicht auf Ausübung des Vorkaufsrechts

**Rn. 68**

entfalteten Tätigkeit des Klägers Kostenübernahme zugesagt (Einzelheiten

**Rn. 69**

BI. 101 d. A.).

**Rn. 70**

Auch im unmittelbaren Vorfeld der Übertragung des Grundstücks hatte der

**Rn. 71**

Kläger gegenüber einer Firma H2 und dem für diese im rahmen

**Rn. 72**

der Verhandlungen auftretenden Zeugen X2 klargestellt, dass

**Rn. 73**

"bekanntlich meine Mandantschaft in Verbindung mit der Übertragung

**Rn. 74**

bzw. Veräußerung des Erbbaurechts und des Erbbaugrundstücks keine

**Rn. 75**

Kosten tragen müssen möchte, worunter auch diejenigen meiner Inanspruchnahme

**Rn. 76**

fallen". In diesem Schreiben, das - unstreitig mit dem

**Rn. 77**

19.11.2002 falsch datiert ist und vom 25.03.2004 stammt (vgl. BI. 99

**Rn. 78**

i. V. m. 1004)- hatte der Kläger seine Kosten bereits nahezu identisch angemeldet,

**Rn. 79**

wie er seine Forderung mit der nunmehr erhobenen Klage auf

**Rn. 80**

Grundlage der Rechnung vom 24.09.2004 beziffert hat. Der seinerzeit angegebene

**Rn. 81**

Gesamtbetrag belief sich auf 240.147,84 €, während der nunmehr

**Rn. 82**

geltend gemachte mit 240.204,09 € nur geringfügig höher liegt (vgl.

**Rn. 83**

BI. 38 bzw. 104,105 d. A.).

**Rn. 84**

Am 13.04.2009 kam es schließlich auch zur Veräußerung sowohl des

**Rn. 85**

Erbbaurechts wie auch des Erbbaurechtsgrundstücks. Dieser Erwerb vollzog

**Rn. 86**

sich ohne Einschaltung des Klägers und auch nicht in der ursprünglich

**Rn. 87**

dem Kläger kundgemachten Form. Vielmehr kam es zu einem Zwischenerwerb

**Rn. 88**

seitens u. a. der Zeugin C2 von ihrem Vater, dem

**Rn. 89**

Beklagten. Erst von der Zeugin und weiteren Erwerbern erwarb dann die

**Rn. 90**

H.

**Rn. 91**

in der entsprechenden Urkunde des Notar N2 aus G UR - Nr. ###/## vom 13.04.2004 vereinbarten der Erwerber in § 12 eine umfassende Kostenfreistellung.

**Rn. 92**

§ 12 lautet:

**Rn. 93**

Der Käufer verpflichtet sich, den Verkäufer und dessen unmittelbaren

**Rn. 94**

Rechtsvorgänger sowie Herrn C, geboren

**Rn. 95**

##.##..1918, von der Inanspruchnahme auf Zahlung von Notar und

**Rn. 96**

Anwaltsgebühren durch Herrn Rechtsanwalt und Notar I,

**Rn. 97**

E, wegen seiner beratenden Tätigkeit im Zusammenhang

**Rn. 98**

mit zum einen der Zustimmung zur Veräußerung und Belastung

**Rn. 99**

des Erbbaurechts und zum anderen der Veräußerung des

**Rn. 100**

Kaufobjekts (Eigentumsrecht) freizustellen. Dies gilt auch, soweit

**Rn. 101**

Gebühren nicht nach § 20 BRAGO (Ratserteilung) sondern nach

**Rn. 102**

§ 118 BRAGO in Rechnung gestellt werden sollten.

**Rn. 103**

Die Verpflichtung zur Freistellung erlischt, .....

**Rn. 104**

- wenn der Verkäufer bzw. sein Rechtsvorgänger oder Herr C

**Rn. 105**

nicht alle vom Käufer verlangten Angriffs- oder

**Rn. 106**

Verteidigungsmittel ausschöpfen oder Rechtsmittel einlegen sollte.

**Rn. 107**

Wegen der weiteren Einzelheiten der nur auszugsweise bekannten

**Rn. 108**

Urkunde wird auf deren Inhalt BI. 279 a) und b) der Akten Bezug

**Rn. 109**

genommen.

**Rn. 110**

Bereits mit unter Datum vom 14.04.2004 datierenden Schreibens zeigte

**Rn. 111**

die Firma H2 den Erwerb des

**Rn. 112**

Erbbaugrundstücks von der Familie C an sowie, dass der Erwer-

**Rn. 113**

ber "hinsichtlich der Begleichung ihrer Honoraransprüche die Familie

**Rn. 114**

C freigestellt" habe. Ausdrücklich heißt es dann weiter:

**Rn. 115**

"Da Sie und auch Frau C2 in den letzten Vorgesprächen

**Rn. 116**

die Erwartung der Kostenübernahme durch den Erwerber

**Rn. 117**

geäußert haben. haben wir Herrn N2 gebeten, ihre

**Rn. 118**

Kostenrechnung vom 19.01.02 ?? zur Prüfung überlassen. Seine

**Rn. 119**

diesbezügliche Stellungnahme erhalten Sie anbei."

**Rn. 120**

Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf BI. 106 d. A. verwiesen..

**Rn. 121**

In der Folgezeit kam es nicht zu einer Begleichung der Forderung des

**Rn. 122**

Klägers durch den Erwerber.

**Rn. 123**

Unter dem 29.12.2004 wandte sich der Kläger an den Beklagten persönlich

**Rn. 124**

und bot "um letztlich eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden

**Rn. 125**

und um Ihnen zu zeigen, dass mir gelegen ist, keinen Streit zwischen

**Rn. 126**

uns aufkommen zu lassen an, dass er mit einer Zahlung von 100.000,00 €

**Rn. 127**

einverstanden sei". Mit Schreiben vom 05.01.2005 (Einzelheiten BI. 45

**Rn. 128**

d. A.) erklärte die Zeugin C2 unter Bezugnahme auf vorgenanntes

**Rn. 129**

Schreiben, mit ausdrücklichem Hinweis darauf, "dass sie sich in

**Rn. 130**

der Sache nicht näher einlasse", an einer gütlichen Einigung interessiert

**Rn. 131**

sei, sich jedoch aufgrund der Vereinbarung nicht in der Lage sehe, eigen-

**Rn. 132**

mächtig eine Lösung herbeizuführen. Gleichzeitig wies sie darauf hin,

**Rn. 133**

dass sie das Schreiben an die H2 weitergeleitet

**Rn. 134**

habe (Einzelheiten BI. 42/43 d. A.).

**Rn. 135**

In der Folgezeit äußerte sich der Zeuge X2 der Firma H2 nach

**Rn. 136**

Klägervortrag (vgl. BI. 285 d. A.) in einem im Einzelnen inhaltlich nicht bekannten

**Rn. 137**

Schreiben vom 17.01.2005.

**Rn. 138**

Am 09.12.2006 erwirkte der Kläger den Erlass eines, dem Beklagten am

**Rn. 139**

19.12.2006 zugestellten Mahnbescheides. Auf den bereits am 28.12.2006

**Rn. 140**

durch die "G2 Rechtsanwälte" aus N3 eingelegten Widerspruch

**Rn. 141**

wurde nach Zahlungseingang der für die Durchführung des streitigen Verfahrens

**Rn. 142**

angeforderten weiteren Gebühr bereits am 22.01.2007 das Ver-

**Rn. 143**

fahren an das Landgericht Dortmund abgegeben. Mit am 31. Januar 2007

**Rn. 144**

abverfügter Aufforderung zur Klagebegründung gem. § 697 ZPO fand das

**Rn. 145**

Verfahren seinen Fortgang.

**Rn. 146**

Von dieser Aufforderung wurde der Beklagte in Kenntnis gesetzt. Unter

**Rn. 147**

Hinweis auf das seitens des Landgerichts vergebene Aktenzeichen zeigte

**Rn. 148**

der nunmehrige Bevollmächtigte des Beklagten seine Vertretung an, wobei

**Rn. 149**

er als beklagte Partei nicht den Beklagten, sondern die Erwerberin, die

**Rn. 150**

H im Schriftsatz aufführte (Einzelheiten

**Rn. 151**

BI. 10 d. A.). Nachdem die angeforderte Klagebegründung nicht einging,

**Rn. 152**

wurde die Sache ab Lauf der 6-Monatsfrist der Kammer vorgelegt, die

**Rn. 153**

daraufhin unter dem 02.08.2007 den Streitwert mit 240.204,09 € festsetzte

**Rn. 154**

und zugleich verfügte das Verfahren gemäß Aktenordnung wegzulegen.

**Rn. 155**

Der Kläger reichte die Klagebegründung mit am 18. Dezember 2008 bei

**Rn. 156**

Gericht eingegangenem Schriftsatz vom 17.12.2008 ein.

**Rn. 157**

Der Kläger ist der Auffassung, ihm stehe der geltend gemachte Anspruch

**Rn. 158**

zu. Er sei in vollem Umfange begründet, da er gegenüber dem Beklagten

**Rn. 159**

einen Anspruch aus anwaltlicher Beratung habe. Jener habe ihn Anfang

**Rn. 160**

August 2004 nicht nur das Schreiben vom 01.07.2003 mit dem Auftrag

**Rn. 161**

übergeben zu prüfen, ob er verpflichtet sei, einer Belastung in vorgenannter

**Rn. 162**

Höhe zuzustimmen. Vielmehr habe der Beklagte ihn bereits damals

**Rn. 163**

beauftragt, die Frage der Bonität des Interessenten durch Einholung einer

**Rn. 164**

Auskunft abzuklären. Nach dem 06.08. habe er ihn dann aufgefordert,

**Rn. 165**

Verhandlungen auch hinsichtlich eines möglichen Verkaufs des Grundstücks

**Rn. 166**

aufzunehmen, woraufhin er bereits am 07.08.2003 den Zeugen

**Rn. 167**

X2 angerufen und ein Angebot mit 7,5 Millionen unterbreitet habe.

**Rn. 168**

Der Beklagten habe ihn bereits im August 2003 angewiesen, sämtliche

**Rn. 169**

Einzelheiten zukünftig mit seiner umfassend bevollmächtigten Tochter, der

**Rn. 170**

Zeugin C2, abzustimmen. In der Folgezeit habe er namens

**Rn. 171**

der Beklagten in Abstimmung mit der Zeugin C2 Gespräche

**Rn. 172**

mit dem Zeugen X2 im August 2003 , später dann auch ein gemeinsamen

**Rn. 173**

Gesprächs in seinen Kanzleiräumen mit dem Zeugen X2 und

**Rn. 174**

dem späteren Erwerber S am 18.12.2003 geführt, in dem die

**Rn. 175**

die Frage der beanspruchten Belastung des Erbbaurechts Gegenstand

**Rn. 176**

gewesen sei. Nachdem diese Gespräche ergebnislos geblieben seien, sei

**Rn. 177**

er dann im Januar von der Zeugin C2 beauftragt worden,

**Rn. 178**

einen Kaufpreis von 6,8 Millionen mit dem Gegner auszuhandeln. Er habe

**Rn. 179**

in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, selbst 6,9 Millionen zu verlangen

**Rn. 180**

und dies mit Hinweis darauf verbunden, dass man dann schon mal

**Rn. 181**

100.000,00 € für seine Gebühren habe. In der Folgezeit -u.a. in Gesprächen

**Rn. 182**

am 24.02.2004 und 27.02.2004 sei von ihm dann mit der Zeugin

**Rn. 183**

C2 der Kaufvertragsentwurf besprochen worden. Dabei sei

**Rn. 184**

insbesondere Gegenstand der Beratung gewesen sicherzustellen, dass

**Rn. 185**

der abverlangte Verzicht auf die Ausübung des Vorkaufsrecht anläßlich

**Rn. 186**

der Übertragung Erbbaurechts mit gleichzeitiger Zustimmung zu den sei-

**Rn. 187**

tens der Erwerberin begehrten Belastungen so an den Erwerb des Grundstücks

**Rn. 188**

vom Beklagten selbst so gekoppelt wird, dass der Erwerb des

**Rn. 189**

Grundstücks nicht nach erteilter Zustimmung zur Belastung des Erbbaurechts

**Rn. 190**

von der Gegenseite nicht mehr verweigert werden kann.

**Rn. 191**

Er ist der Ansicht, die geltend gemachten Streitwertansätze seien ebenso

**Rn. 192**

gerechtfertigt wie die Berechnung seiner Honorierung nach den Sätzen

**Rn. 193**

eines beratenden Anwalts. Er sei seitens des Beklagten bzw. später im

**Rn. 194**

Zusammenhang mit seiner Einbeziehung auch in die Beratung bei Übertragung

**Rn. 195**

des Grundstücks selbst immer in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt

**Rn. 196**

beauftragt gewesen.

**Rn. 197**

Dass auch aus Sicht der Beklagtenseite die Inanspruchnahme in dieser

**Rn. 198**

Eigenschaft und nicht als Notar erfolgt sei, belege nicht zuletzt auch die

**Rn. 199**

Kostenfreistellungsvereinbarung, die im Termin vom 18.08.2009 überreicht

**Rn. 200**

worden sei. Der entgegenstehende Parteivortrag aus dem Schrift -

**Rn. 201**

satz vom 19.01.2009, wonach der Kläger von Anwaltsgebühren nicht freigestellt

**Rn. 202**

gewesen sei, erweise sich nunmehr als versuchter Prozessbetrug.

**Rn. 203**

Auch greife die - unstreitig beklagtenseits erhobene - Verjährungseinrede

**Rn. 204**

nicht durch. Der diesbezügliche gerichtliche Hinweis vom 13.08.2009

**Rn. 205**

(BI. 263 bis 265 d. A) berücksichtige nämlich nicht, dass aufgrund des

**Rn. 206**

Schreibens vom 29.12.2004 sowie dem Erwiderungsschreiben der Zeugin

**Rn. 207**

C2 vom 05.01.2005 Hemmung der Verjährung eingetreten

**Rn. 208**

sei. Vor Ablauf von 4 Wochen nach vorgenanntem Schreiben bzw. einem

**Rn. 209**

solchen vom 17.01.2005 sei die 3-Monatsfrist des § 204 Abs. 2 BGB nicht

**Rn. 210**

in Lauf gesetzt worden, so dass schon deshalb keine Hemmung eingetreten

**Rn. 211**

sei (Einzelheiten BI. 283 bis 285 d. A).

**Rn. 212**

Ein weiterer Hemmungstatbestand sei begründet worden, weil die Streitfestsetzung

**Rn. 213**

vom 02.08.2007, BI. 12 d. A, erneut einen Hemmungstatbestand

**Rn. 214**

gesetzt habe, von dem ab die Frist neu zu laufen begonnen habe.

**Rn. 215**

Schließlich lasse sich auch dem Schriftsatz vom 14.12.2007 (Einzelheiten

**Rn. 216**

BI. 288 d. A) entnehmen, das beklagtenseits in gehöriger Form ein Ende

**Rn. 217**

schwebender Vergleichsverhandlungen nicht dargetan sei.

**Rn. 218**

Der Zinsanspruch selbst sei begründet, da mit Schreiben vom 05.01.2005

**Rn. 219**

seitens der Beklagtenseite eine Zahlung seiner Gebühren abgelehnt worden

**Rn. 220**

sei.

**Rn. 221**

Der Kläger beantragt:

**Rn. 222**

1.

**Rn. 223**

Den Beklagten zu verurteilen, an den Kläger 240.204,09 € zu

**Rn. 224**

zahlen zuzüglich Zinsen in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszinssatz

**Rn. 225**

seit dem 22. November 2008.

**Rn. 226**

2.

**Rn. 227**

An den Kläger für die Zeit vom 05.01.2005 bis zum 21.11.2008

**Rn. 228**

Zinsen in Höhe von 67.361,33 € zu zahlen.

**Rn. 229**

Der Beklagte beantragt,

**Rn. 230**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 231**

Ein mit Schriftsatz vom 19.01.2009 (BI. 81 d. A.) angekündigter Widerklageantrag,

**Rn. 232**

gerichtet auf Verurteilung des Klägers zur Zahlung von

**Rn. 233**

2.998,60 € (weitere Einzelheiten BI. 81 d. A.), hat der Beklagte nicht zum

**Rn. 234**

Spruch gestellt.

**Rn. 235**

Der Beklagte beruft sich auf die Verjährung des Anspruches. Unter näherer

**Rn. 236**

Darlegung im Einzelnen verweist er darauf, dass Vergleichsverhandlungen

**Rn. 237**

seit Anfang 2005 nicht geführt worden seien. Dies insbesondere

**Rn. 238**

auch nicht nach Anhängigkeit des Mahnverfahrens. Ob des nicht unverzüglich

**Rn. 239**

erfolgten Betreibens des Verfahrens durch den Kläger nach Abga-

**Rn. 240**

be der Sache an das Prozessgericht sei ob der erst am 18.12.2008 eingegangenen

**Rn. 241**

Klagebegründung der Zahlungsanspruch zu einem Zeitpunkt

**Rn. 242**

weiter betrieben worden, zu dem bereits Verjährung eingetreten sei.

**Rn. 243**

Auch in der Sache bestehe der geltend gemachte Anspruch nicht. Der Beklagte

**Rn. 244**

habe den Kläger nicht in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt, sondern

**Rn. 245**

lediglich in seiner Eigenschaft als Notar im August des Jahres 2003

**Rn. 246**

mandatiert. Weder durch ihn selbst noch durch seine Tochter, die Zeugin

**Rn. 247**

C2, sei ein darüber hinausgehender Auftrag später erteilt

**Rn. 248**

worden. Soweit der Kläger Tätigkeit entfaltet habe, sei dies lediglich im

**Rn. 249**

Zusammenhang mit seiner Mandatierung als Notar im Rahmen der von

**Rn. 250**

ihm als Grundeigentümer abverlangten Zustimmung zur Belastung des

**Rn. 251**

Erbbaurechts erfolgt.

**Rn. 252**

Der Verkauf selbst sei ausschließlich aufgrund der Anfang 2004 von der

**Rn. 253**

Zeugin C2 entfalteten Initiative zustande gekommen. Erst

**Rn. 254**

nachdem diese sich mit der Gegenseite im Prinzip auf den Grundstücksverkauf

**Rn. 255**

verständigt habe, habe sie die Hilfe des Klägers in Vorbereitung

**Rn. 256**

der abschließenden Regelung in Anspruch genommen. Soweit klägerseits

**Rn. 257**

in der Abrechnung eine Abrechnung nach Rechtsanwaltsgebührenordnung

**Rn. 258**

vorgenommen worden sei, bestehe ein entsprechender Anspruch

**Rn. 259**

nicht selbst wenn er anwaltliche Tätigkeit entfaltet habe. Der Kläger habe

**Rn. 260**

gegen die ihm obliegende Verpflichtung zuwider gehandelt, rechtzeitig zu

**Rn. 261**

Beginn seiner Tätigkeit bzw. im Rahmen seiner erneuten Einbeziehung in

**Rn. 262**

die zum Verkauf des Grundstücks führenden Verhandlungen Anfang 2004

**Rn. 263**

gegenüber den Beteiligten unmißverständlich klar zu stellen, ob er als

**Rn. 264**

Rechtsanwalt oder Notar tätig werde. Beklagtenseits sei immer von einer

**Rn. 265**

Tätigkeit in seiner Eigenschaft als Notar ausgegangen worden. Insoweit

**Rn. 266**

seien Ansprüche nur nach den dortigen Gebührensätzen beanspruchbar

**Rn. 267**

gewesen. Eine solche Rechnung sei nicht gestellt und nunmehr ebenso

**Rn. 268**

wie die gestellte Rechnung nach Rechtsanwaltsgebührensätzen verjährt.

**Rn. 269**

Im Übrigen seien die angesetzten Gegenstandswerte für die Bemessung

**Rn. 270**

des Erbbaurechts sowie des Kaufpreises selbst ebenso unangemessen

**Rn. 271**

wie die jeweils in Rechnung gestellten Gebührenansätze von jeweils

**Rn. 272**

10/10 Gebühren.

**Rn. 273**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf

**Rn. 274**

den vorgetragenen Inhalt der zwischen den Parteien gewechselten

**Rn. 275**

Schriftsätze nebst deren Anlagen ebenso Bezug genommen.

**Rn. 276**

Wegen des Ergebnis der Beweisaufnahme zur Beauftragung des Klägers

**Rn. 277**

durch Vernehmung der Zeugin C2 wird auf den Inhalt der

**Rn. 278**

Sitzungsniederschrift vom 28. April 2009 (BI. 213 ff. d. A.) Bezug genommen.

**Rn. 279**

Das Gericht hat wiederholt den Kläger darauf hingewiesen, dass hinsichtlich

**Rn. 280**

der beklagtenseits geltend gemachten Verjährungseinrede ergänzend

**Rn. 281**

zu Hemmungstatbeständen vorgetragen werden muss, da andernfalls von

**Rn. 282**

einer Verjährung ausgegangen werde. Insoweit wird insbesondere auf

**Rn. 283**

BI. 3 des Terminprotokolls vom 28. April 2009 (BI. 211 ff. d. A.), dem Inhalt

**Rn. 284**

des Auflagenbeschlusses vom gleichen Tage (BI. 224 d. A.) sowie

**Rn. 285**

schließlich den weiteren Hinweis der Kammer vom 13. August 2009

**Rn. 286**

(BI. 263 ff. d. A.) verwiesen.

**Rn. 287**

Der Inhalt des dem Kläger nachgelassen Schriftsatz vom 15.9.2009 lag

**Rn. 288**

vor und hat bei der Entscheidung Berücksichtigung gefunden.

**Rn. 289**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 290**

Die Klage ist unbegründet.

**Rn. 291**

Dahinstehen kann, inwieweit der klägerseits geltend gemachte Honorar-

**Rn. 292**

anspruch aus der Rechnung vom 24.09.2004 ( Bl. 38/39 d.A.) über

**Rn. 293**

240.204,09 € ihm dem Grunde nach auf Basis der Rechtsanwaltsgebühren

**Rn. 294**

überhaupt bzw. mit den dort geltend gemachten Gebührensätzen zu den dortigen Gegenstandswerten zusteht oder ob eine Liquidation lediglich zu den

**Rn. 295**

Gebührensätzen notarieller Tätigkeit hätte beansprucht werden können.

**Rn. 296**

Gleichfalls kann offen bleiben, inwieweit angesichts der erfolgten Tätigkeit der Kläger gegenüber dem Beklagten bzw. gegenüber der auf dessen Veranlassung

**Rn. 297**

für ihn tätig gewordenen Tochter, der Zeugin C2, verpflichtet gewesen wäre, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass

**Rn. 298**

seine beginnend ab August 2003 wahrgenommene Tätigkeit ausschließlich

**Rn. 299**

in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und nicht in der als (Anwalts)

**Rn. 300**

Notar ausgeführt werde.

**Rn. 301**

Dahinstehen kann all dies, weil die beklagtenseits erhobene Verjährungseinrede

**Rn. 302**

durchgreift und die Berufung auf diese Einrede dem Beklagten

**Rn. 303**

nicht als rechtsmissbräuchliches Verhalten verwehrt ist.

**Rn. 304**

Im Einzelnen gilt hierzu Folgendes:

**Rn. 305**

1)

**Rn. 306**

Die Klage ist zwar zunächst zu einem unverjährtem Zeitpunkt erhoben

**Rn. 307**

worden. Der Anspruch ist aber gleichwohl verjährt, da die Klage im Anschluß

**Rn. 308**

nicht fortwährend betrieben worden ist, so dass ob der erst am

**Rn. 309**

18.12.2008 eingegangenen Klagebegründung die Verjährungseinrede

**Rn. 310**

durchgreift.

**Rn. 311**

Die Verjährung der seitens des Klägers zutreffend gegenüber seinem

**Rn. 312**

Vertragspartner, dem Beklagten, unter dem 24.09.2004 gestellten Rech-

**Rn. 313**

nung beträgt nach § 195 BGB drei Jahre. Verjährungbeginn ist gemäß §

**Rn. 314**

199 BGB der Ablauf des Rechnungsjahres 2004, mithin der 31.12.2004.

**Rn. 315**

Damit endete die reguläre Verjährung an sich am 31.12.2007.

**Rn. 316**

Die Klageerhebung durch Einleitung des Mahnverfahrens und dessen zunächst

**Rn. 317**

fortwährende Weiterbetreibung begründen den Eintritt der Hemmung

**Rn. 318**

nach § 204 Abs. 1 Nr. 3 ZPO ab dem 09.12.2006.

**Rn. 319**

Es verbleiben damit ein Jahr und 22 Tage - oder 387 Tage, um die sich

**Rn. 320**

der Verjährungseintritt nach Ablauf der Hemmungszeit nach § 204 Abs. 2

**Rn. 321**

Satz 2 BGB verlängert.

**Rn. 322**

Letzte Handlung der Parteien oder des Gerichts, das der Prozessförderung

**Rn. 323**

dient, war die Aufforderung des Gerichts zur Klagebegründung an

**Rn. 324**

den Kläger. Die diesbezügliche Verfügung ist ausweislich BI. 9 d. A. am

**Rn. 325**

31.07. 2007 abverfügt worden, so dass Kenntnis des Klägers ab dem

**Rn. 326**

02.02.2007 bestand. Auf diesen Zeitpunkt zu beziehen ist folglich sodann

**Rn. 327**

der Lauf der Frist nach § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB. Mithin endete die Hemmung

**Rn. 328**

sechs Monate nach diesem Zeitpunkt, folglich am 02.08.2007.

**Rn. 329**

Ab diesem Zeitpunkt lief die Verjährung weiter.

**Rn. 330**

Soweit sich der Kläger demgegenüber darauf beruft, die seitens des Gerichts

**Rn. 331**

vorgenommene Streitfestsetzung stelle eine weitere "dem Betreiben

**Rn. 332**

des Verfahrens dienende Handlung" im Sinne des § 204 Abs. 2 BGB dar,

**Rn. 333**

geht dieser Hinweis fehl (vgl. dazu etwa Palandt-Heinrichs, § 104 Rdn. 48

**Rn. 334**

und 49).. Die Streitfestsetzung begründet nicht neu den Lauf der Frist

**Rn. 335**

nach § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB. Denn der von der Kammer zu erlassende

**Rn. 336**

Streitwertbeschlusses dient nicht dazu, das Verfahren zu fördern, sondern

**Rn. 337**

stellt vielmehr gerade eine das Verfahren abschließende Maßnahme dar,

**Rn. 338**

da auf Basis des Streitwertbeschlusses die abschließende Kostenberechnung

**Rn. 339**

durch den Kostenbeamten vor Weglegen der Akte geschieht.

**Rn. 340**

Anderes gilt auch nicht in Ansehung der seitens des Klägers im nachgelassenen

**Rn. 341**

Schriftsatz vorgetragenen Argumentation, in dem er sich auf

**Rn. 342**

vermeintliche Besonderheiten des Falles bezieht. Dies gilt etwa auch für

**Rn. 343**

die -im Übrigen in den Gerichtsakten nicht dokumentierten- als wie vorgetragen

**Rn. 344**

unterstellte Telefonate mit der Geschäftsstelle. Denn ausweislich

**Rn. 345**

des eigenen Vortrages ist der Kläger im Februar 2008 darauf verwiesen

**Rn. 346**

worden, dass - wie ihm bekannt - die Verfügung nach § 697 ZPO getroffen

**Rn. 347**

wurde, d. h., dass er und nicht der Gegner zur Begründung des Anspruches

**Rn. 348**

aufgefordert wurde.

**Rn. 349**

Soweit er sich nun darüberhinaus darauf bezieht, er sei davon ausgegangen,

**Rn. 350**

das Gericht habe seinerzeit sich mit der Frage eines formwirksamen

**Rn. 351**

Widerspruchs befassen müssen, geht dieser Einwand gänzlich fehl.

**Rn. 352**

Rechtwirksam Widerspruch bereits eingelegt worden ist ausweislich der

**Rn. 353**

dem Kläger bekannt gegebenen Mitteilung des Mahngerichts durch andere

**Rn. 354**

Rechtsanwälte, nämlich die Kanzlei "G2 aus N3".

**Rn. 355**

Dass sich - auf dem Beklagte mitgeteilte an den Kläger gerichtete Aufforderung

**Rn. 356**

zur Klagebegründung- dann der jetzige Beklagtenvertreter unter

**Rn. 357**

Angabe des dem Beklagten wie dem Klägervertreter bekannt gegebenen

**Rn. 358**

Aktenzeichens 3 0 33/02 meldete, ist für die Frage eines Betreibens des

**Rn. 359**

Verfahrens ebenso bedeutungslos wie die Tatsache, dass dieser sich im

**Rn. 360**

Schreiben vom 08.02.2007 (BI. 11 d. A.) als Beklagtenseite die H

**Rn. 361**

aufgeführt hat. Aus dem vorausgehenden

**Rn. 362**

Schriftwechsel -namentlich der Anzeige der Freistellungsverpflichtung der

**Rn. 363**

Erwerber gegenüber seinem Mandanten vom 14.04.2004 (BI. 106 d. A.)war

**Rn. 364**

dem Klägervertreter bekannt, dass es sich bei der "H" gerade um

**Rn. 365**

die Erwerberin des Objekts handelte,

**Rn. 366**

die die Freistellungsverpflichtung gegenüber dem Beklagten eingegangen

**Rn. 367**

war. Insoweit gab es für den Kläger und dessen Prozessbevollmächtigten

**Rn. 368**

keinen Anlass, sei es in der Überlassung des gegnerischen die Bevollmächtigung

**Rn. 369**

anzeigenden Schriftsatzes vom 08.02.2007 oder in der

**Rn. 370**

Streitwertfestsetzung vom 02.08.2007 eine "dem Betreiben des Verfahrens

**Rn. 371**

fördernde Handlung" des Gerichts zu sehen.

**Rn. 372**

Mithin ist vom 02.08.2007 an die ob der Hemmung verlängerte Frist zu

**Rn. 373**

berechnen. Die - wie ausgeführt - um 387 Tage verlängerte Frist endete

**Rn. 374**

somit am 24.08.2008.

**Rn. 375**

Andere Hemmungstatbestände sind gleichfalls nicht gegeben.

**Rn. 376**

Insbesondere läuft die Verjährungsfrist nicht von neuem nach § 212 BGB.

**Rn. 377**

So enthält das einzig diesbezüglich ansatzweise in Erwägung zu ziehende

**Rn. 378**

Schreiben der Zeugin C2 vom 05.01.2005 gerade kein Anerkenntnis

**Rn. 379**

der bestehenden Verpflichtung zur Zahlung der eingeforderten

**Rn. 380**

Beträge nach Grund und / oder Höhe. Vielmehr ist das Gegenteil aus diesem

**Rn. 381**

Schreiben entnehmbar. Ausdrücklich verweigert sie in vorgenanntem

**Rn. 382**

Schreiben (Einzelheiten BI. 42 d. A.) nicht nur jede Einlassung in der Sache,

**Rn. 383**

sondern verweist darauf, dass sie ob der getroffenen Freistellungs-

**Rn. 384**

vereinbarung nicht in der Lage sei, eigenmächtig eine Lösung über die

**Rn. 385**

Kostenfrage herbeizuführen.

**Rn. 386**

Auch sonstige Hemmungstatbestände im Sinne des § 203 BGB sind nicht

**Rn. 387**

dargetan.

**Rn. 388**

Dies gilt insbesondere, soweit sich der Klägervertreter nunmehr im nachgelassenen

**Rn. 389**

Schriftsatz auf den Schriftwechsel vom 29.12.2004 I 05.01.2004 bezieht.

**Rn. 390**

Zutreffend verweist der Kläger zwar darauf, dass für den Beginn von Vergleichsverhandlungen - für den allein der Kläger darlegungs- und beweisbelastet

**Rn. 391**

ist - Erklärungen der Beklagtenseite genügen, die ihn als Kläger

**Rn. 392**

und Anspruchsteller zur Annahme berechtigen, der Schuldner lasse sich

**Rn. 393**

auf eine Erörterung über die Berechtigung des Anspruches und der Anspruchshöhe

**Rn. 394**

ein (vgl. Palandt-Heinrichs, § 203 BGB Anm. 2 mit weiteren

**Rn. 395**

Nachweisen).

**Rn. 396**

Bereits an seiner substantiierten Darlegung diesbezüglich fehlt es jedoch

**Rn. 397**

bereits. Zwar ist aus der Erklärung vom 29.12.2004 in dem an den Beklagten

**Rn. 398**

persönlich gerichteten Schreiben nach vom Kläger offengelegten

**Rn. 399**

Scheitern einer Einigung über seine Honorierung mit den Erwerber das

**Rn. 400**

Angebot entnehmbar ,sich mit einer Zahlung von "nur 100.000,00 €" zufriedenzugeben.

**Rn. 401**

Darin mag man auch noch ein Angebot zum Eintritt in

**Rn. 402**

Verhandlungen sehen. Weder der Beklagte persönlich - er hat auf das

**Rn. 403**

Schreiben gar nicht reagiert - noch von Dritter Seite ist in einer diesem

**Rn. 404**

zurechenbare Weise ist dem Kläger auf sein Schreiben angezeigt worden,

**Rn. 405**

dass sich die Gegenseite auf den Eintritt in Handlungen mit ihm einzulassen

**Rn. 406**

gewillt ist. Soweit der Kläger hierfür das Schreiben der Zeugin C2

**Rn. 407**

vom 05.01.2005 anführt, ist diesem gerade keinerlei Ansatz

**Rn. 408**

zu entnehmen, dass sich der Kläger selbst oder in dessen Auftrag dessen

**Rn. 409**

Tochter zur Aufnahme von Verhandlungen mit ihm bereiterklärt. Vielmehr

**Rn. 410**

hat die Zeugin in Aussicht des Gerichts kaum überbietbarer Klarheit deut-

**Rn. 411**

lich gemacht, dass sie selbst sich weder in der Sache einlassen will - Zitat:

**Rn. 412**

"ohne auf die Sache einzugehen"- noch sich hinsichtlich der Frage der

**Rn. 413**

Honorierung auf Verhandlungen mit ihm einzulassen gewillt ist. Letzteres

**Rn. 414**

zeigt in kaum überbietbarer Weise die Erklärung, dass sie "sich nicht in

**Rn. 415**

der Lage sehe, eigenmächtig mit dem Beklagten eine Lösung herbeizuführen"

**Rn. 416**

(BI. 42 d. A.). Auch das korrespondierende Schreiben der Zeugin

**Rn. 417**

C2 (BI. 108 d. A.) an die H2

**Rn. 418**

unter Datum vom 05.01. offenbart in gleicher Weise, dass seitens

**Rn. 419**

der Beklagtenseite selbst jedweder eigener Eintritt in Vergleichsverhandlungen

**Rn. 420**

abgelehnt wurde sondern diese - in Ansehung der dem Kläger ja

**Rn. 421**

auch bekannten Freistellungsvereinbarung (vgl. das ihm bekannte Schreiben

**Rn. 422**

vom 14.04.2004) ihn darauf verwies, Vergleichsverhandlungen allenfalls

**Rn. 423**

mit der Erwerberin des Objekts zu führen.

**Rn. 424**

Dass der Kläger selbst dies nicht anders verstanden hat, zeigt nicht zuletzt

**Rn. 425**

die Ausführung des Klägers in der Klageschrift (BI. 13 der Klageschrift =

**Rn. 426**

BI. 26 d. A.), in dem er darauf verweist, dass "mit dem Schreiben von

**Rn. 427**

2005-01-05 der Beklagte eine eigene Zahlung der Gebühren des Klägers

**Rn. 428**

abgelehnt" habe.

**Rn. 429**

Auch ist klägerseits nicht etwa substantiiert vorgetragen, dass auf das

**Rn. 430**

Schreiben vom 05.01.2005 zwischen ihm und der Erwerberin tatsächlich

**Rn. 431**

in Vergleichsverhandlungen eingetreten worden wäre.

**Rn. 432**

In Ansehung des Schreibens vom 05.01.2005 hätte sich zwar die Beklagtenseite

**Rn. 433**

die Existenz nachgewiesener Vergleichsverhandlungen zwischen

**Rn. 434**

den Erwerbern und dem Kläger zurechnen lassen müssen, so dass insoweit

**Rn. 435**

die Hemmungswirkung nach § 203 BGB auch mit Wirkung für und

**Rn. 436**

gegen den Beklagten eingetreten wäre. Der Kläger hat aber substantiiert

**Rn. 437**

nichts dazu vorgetragen, woraus auf den Eintritt in Vergleichsverhandlungen

**Rn. 438**

mit den Erwerbern rückgeschlossen werden könnte. Insoweit hat er

**Rn. 439**

insbesondere kein einziges Schreiben vorgelegt, dass er selbst in Ank-

**Rn. 440**

nüpfung an das Schreiben der Zeugin C2 an die Erwerber

**Rn. 441**

zur Aufnahme von Verhandlungen gerichtet hätte. Allein ein solches und

**Rn. 442**

auf eine daraufhin erfolgende nicht Verhandlungen nicht verweigernde

**Rn. 443**

Reaktion wäre erst geeignet, auf die Aufnahme von Verhandlungen zu

**Rn. 444**

schließen. Erst bei einem solchen Nachweis eines erfolgten Eintritts in

**Rn. 445**

Verhandlungen wäre es Sache der Beklagten gewesen, ggf. den Abbruch

**Rn. 446**

von Verhandlungen nachzuweisen.

**Rn. 447**

Allein schon das Schweigen des Klägers zu einem solchen eigenen

**Rn. 448**

Schreiben an die Beklagtenseite macht deutlich, dass ein solcher eigener

**Rn. 449**

Versuch seitens des Klägers entweder nicht unternommen worden oder

**Rn. 450**

zurückgewiesen worden ist.

**Rn. 451**

Ersteres liegt schon deshalb nahe, da der Kläger solche Verhandlungen

**Rn. 452**

ganz ersichtlich als fruchtlos ansah. Denn insoweit darf nicht aus den Augen

**Rn. 453**

gelassen werden, dass ihm zwar am 14.04.2004 seitens der Erwerber

**Rn. 454**

mitgeteilt worden war, dass eine Freistellungsverpflichtung von Honoraransprüchen

**Rn. 455**

des Klägers gegenüber dem Beklagten bestand. Ganz offensichtlich

**Rn. 456**

waren diese Verhandlungen im Dezember 2004 schlicht gescheitert.

**Rn. 457**

Dies ergibt sich nicht nur aus dem Inhalt des an den Kläger gerichteten

**Rn. 458**

Schreibens vom 29.12.2004. Vielmehr offenbart die Tatsache , dass

**Rn. 459**

hinsichtlich seiner Bezahlung eine gravierende Divergenz zwischen dem

**Rn. 460**

Kläger und dem zur Freistellung verpflichteten Erwerber bestand, sich bereits

**Rn. 461**

aus dem Schreiben vom 14.04.2004 selbst. In diesem Schreiben war

**Rn. 462**

nämlich ausdrücklich schon auf die - von diesem fälschlich unter dem

**Rn. 463**

19.11.2002 datierte, tatsächlich aber unter dem 29.03.2004 verfasste Rechnung

**Rn. 464**

über 240.204,09 € Bezug genommen worden, die in Vorbereitung

**Rn. 465**

der Beurkundung klägerseits übersandt worden war (vgl. BI. 99 in

**Rn. 466**

Verbindung mit BI. 104 d. A.). Ausweislich des Schreibens vom

**Rn. 467**

14.04.2004 war unter Bezugnahme auf eine in dem Schreiben vom

**Rn. 468**

14.04.2004 beigefügte - dem Gericht nicht vorgelegte- Stellungnahme des

**Rn. 469**

den Verkauf vom 13.04.2004 beurkundenden Notars N3 die Forderung

**Rn. 470**

konkludent zurückgewiesen worden.

**Rn. 471**

Auch eine Rückäußerung des Erwerbers an den Kläger als Reaktion auf

**Rn. 472**

das an ihn von der Zeugin C2 weitergeleitete Schreiben,

**Rn. 473**

aus dem sich eine Bereitschaft zur Aufnahme von Verhandlungen schließen

**Rn. 474**

lassen könnte ist klägerseits nicht vorgetragen. Bereits von daher

**Rn. 475**

fehlt es an einer substantiierten Darlegung von einem Eintritt in Vergleichsverhandlungen, deren es bedurft hätte, um der Beklagtenseite die

**Rn. 476**

Darlegungslast für einen Abbruch solcher Verhandlungen aufzuerlegen.

**Rn. 477**

Auch soweit sich der Beklagtenvertreter in seinem nachgelassenen

**Rn. 478**

Schriftsatz auf ein Schreiben "der Firma H2 bzw. der H" vom

**Rn. 479**

17.01.2005 bezieht (BI. 285 d. A.) ist weder der Inhalt dieses Schreibens

**Rn. 480**

vorgetragen, noch liegt das Schreiben vom 17.01.2005 einem der früheren

**Rn. 481**

Schriftsätze bei. Von daher ist der Inhalt gänzlich unbekannt. Insoweit ist

**Rn. 482**

der Kläger trotz wiederholter gerichtlicher Hinweise, ergänzend zur Substantiierung

**Rn. 483**

von Hemmungstatbeständen vorzutragen - zuletzt mit dem ihm

**Rn. 484**

gewährten Schriftsatznachlass im Beschluss vom 18.08.2009 - nicht

**Rn. 485**

nachgekommen. Ist der Inhalt des Schreibens vom 17.01.2005 nicht bekannt,

**Rn. 486**

so kann allein aus der klägerseits angeführten Existenz eines

**Rn. 487**

Schreibens vom 17.01.2005 nicht gefolgert werden, dass sich darin die

**Rn. 488**

Beklagtenseite auf irgend geartete Verhandlungen eingelassen hätte.

**Rn. 489**

Inwieweit aus der fehlenden Darstellung des Inhalts bzw. der Vorlage des

**Rn. 490**

Schreibens vom 17.01.2005 nicht ohnehin geschlossen werden kann,

**Rn. 491**

dass dieses nichts anders als eine Zurückweisung jedweder Vergleichsverhandlungen enthält, kann dahinstehen.

**Rn. 492**

Angesichts der sowohl im Termin vom 28.04. wie 18.08.2009 dem Kläger

**Rn. 493**

eingeräumten Möglichkeit zu substantiiertem Vortrag war auch nicht zur

**Rn. 494**

ergänzenden Aufklärung erneut in die mündliche Verhandlung einzutreten.

**Rn. 495**

Folglich gehen auch sämtliche Überlegungen fehl, die klägerseits zur Begründung

**Rn. 496**

einer Verjährungsunterbrechung nach § 203 BGB für den Zeitraum

**Rn. 497**

vom 29.12.2004 im nachgelassenen Schriftsatz vom 15.09.2009

**Rn. 498**

(dort BI. 283 bis 285 d. A.) ausgeführt werden.

**Rn. 499**

Weitere Vergleichsverhandlungen - etwa solche aus dem Jahr 2007- sind

**Rn. 500**

nicht vorgetragen. Auch auf ausdrücklichen Hinweis im Beschluss vom

**Rn. 501**

13.08.2009 (BI. 264/264 R. d. A.) ist klägerseits trotz des dortigen substantiierten

**Rn. 502**

Hinweises auch darauf, dass klägerseits behaupteter Schriftwechsel

**Rn. 503**

nicht vorliegt, nichts vorgetragen, was etwa auf eine tatsächliche

**Rn. 504**

Aufnahme von Vergleichsverhandlungen nach Zugang des Mahnbescheides

**Rn. 505**

bzw. während des beim Landgericht Dortmund anhängigen Verfahren

**Rn. 506**

ausgelegt werden kann.

**Rn. 507**

Soweit klägerseits mit der Anlage K 19 nunmehr ein Schreiben vom

**Rn. 508**

14.02.2007 vorgelegt wird, lässt sich auch aus diesem Schreiben nichts

**Rn. 509**

entnehmen, aus dem in irgendwie in zeitlicher Hinsicht substantiierbarer

**Rn. 510**

Weise auf einen Beginn neuer Vertragsverhandlungen geschlossen werden

**Rn. 511**

könnte. Im Übrigen ist in dem Schreiben selbst nicht entnehmbar,

**Rn. 512**

dass Vergleichsverhandlungen schweben oder neu angebahnt werden

**Rn. 513**

sollen. Denn von einer außergerichtlichen Regelung oder einem Entgegenkommen

**Rn. 514**

der Beklagtenseite ist nicht andeutungsweise die Rede, sondern

**Rn. 515**

lediglich davon, dass sich der Beklagtenvertreter "bemühe", noch vor

**Rn. 516**

Weihnachten eine abschließende Stellungnahme abzugeben.

**Rn. 517**

Ist es nach. den Grundsätzen der Darlegungslast Sache des Klägers,

**Rn. 518**

substantiiert dazu vorzutragen, wann ggf. erneut - in Verhandlungen mit

**Rn. 519**

der Beklagtenseite eingetreten worden ist, und lässt sich solches aus seinem

**Rn. 520**

Vortrag nicht erkennen, so ist auch der diesbezügliche Vortrag zur

**Rn. 521**

Begründung eines weiteren Hemmungstatbestandes mangels Substantiierung

**Rn. 522**

zu Lasten des insoweit darlegungsbelasteten Klägers als unbeachtlich

**Rn. 523**

zurückzuweisen.

**Rn. 524**

Die somit substantiiert vorgetragenen dargetanen Hemmungstatbestände

**Rn. 525**

begründen eine Hemmung nur insoweit als dass eine bis zum 24.08.2008

**Rn. 526**

bei Gericht eingegangene Klagebegründung noch in nicht verjährtem Zeit-

**Rn. 527**

raum eingegangen wäre. Diese ging jedoch erst am 18.12.2008 und damit

**Rn. 528**

zu einem Zeitpunkt ein, da Verjährung bereits eingetreten ist.

**Rn. 529**

2)

**Rn. 530**

Dem Beklagten ist die Berufung auf die Erhebung der Einrede der Verjährung

**Rn. 531**

nicht gemäß § 242 BGB verwehrt. Insbesondere geht auch der Hinweis

**Rn. 532**

des Klägers fehl, die Berufung auf die Verjährungseinrede sei

**Rn. 533**

rechtsmissbräuchlich, weil der Beklagte selbst keine Kostenbelastung zu

**Rn. 534**

befürchten habe, da ein GebührenfreisteIlungsanspruch bestehe.

**Rn. 535**

Ist die Geltendmachung der Verjährungseinrede schon generell nur in extrem

**Rn. 536**

liegenden Ausnahmefällen zu versagen, ist hier vorliegend gleich in

**Rn. 537**

mehrfacher Weise dafür kein Raum.

**Rn. 538**

So hat die Beklagtenseite durch das Schreiben vom 05.01.2005 unmissverständlich

**Rn. 539**

klargestellt, dass sie ob der Freistellungsvereinbarung selbst

**Rn. 540**

in der Sache keinerlei Erklärungen abgeben werde, sondern sich die Klägerseite

**Rn. 541**

mit der Erwerberin des Objektes ins Benehmen zu setzen habe.

**Rn. 542**

Maßgeblich ist aber noch mehr, dass für einen Rechtsmissbrauch schon

**Rn. 543**

deshalb kein Raum ist, da ausweislich der irl §12 der notariellen Urkunde

**Rn. 544**

vom 13.04.2004 getroffenen Freistellungsvereinbarung ob der dort geregelten

**Rn. 545**

Ausschlusstatbestände der Beklagte Gefahr liefe, seine Rechte auf

**Rn. 546**

Freistellung zu verlieren, machte er von den ihm zustehenden prozessualen

**Rn. 547**

Möglichkeiten hier keinen Gebrauch. Insoweit läuft er Gefahr, seiner

**Rn. 548**

Rechte verlustig zu gehen, wenn er nicht alle "vom Käufer verlangten Verteidigungsmittel ausschöpft" (vgl. BI. 279 b d. A.).

**Rn. 549**

Auch das Prozessverhalten des Beklagten im laufenden Verfahren rechtfertigt

**Rn. 550**

es nicht unter Rückgriff auf § 242 BGB dem Beklagten die Berufung

**Rn. 551**

auf die erhobene Einrede der Verjährung zu versagen. Die Kammer verkennt

**Rn. 552**

insoweit zwar nicht, dass das Beklagtenvorbringen zum Inhalt der

**Rn. 553**

Freistellungsabrede in bemerkenswerter Weise die Verpflichtung zu wahrheitsgemäßen Vortrag aus § 138 Abs. 1 ZPO verletzt hat. Insoweit erweist

**Rn. 554**

sich insbesondere der Beklagtenvortrag auf BI. 5 des Schriftsatzes vom

**Rn. 555**

13.02.2009 (BI. 98 d. A.) als grob unzutreffend. Gleichwohl rechtfertigt

**Rn. 556**

auch dies die seitens des Klägers für sich in Anspruch genommene

**Rn. 557**

Rechtsfolge nicht. Denn der Verstoß des Beklagten(vertreters) gegen §

**Rn. 558**

138 ZPO war für die hier streitentscheidende Frage, des Eintritts der Verjährung

**Rn. 559**

ohne jede Relevanz. Zum Zeitpunkt des Verstoßes im Februar

**Rn. 560**

2009 war angesichts der verspätet erhobenen Klage der die Abweisung

**Rn. 561**

tragende Gesichtspunkt des Verjährungseintritts bereits verwirklicht.

**Rn. 562**

Nach alledem war die Klage wegen eingetretener Verjährung als unbegründet

**Rn. 563**

abzuweisen.

**Rn. 564**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 Abs. 2 Satz 2 ZPO. Insoweit war

**Rn. 565**

das Unterliegen des Beklagten hinsichtlich der angekündigten und zugestellten,

**Rn. 566**

jedoch dann nicht zum Spruch gestellten, sondern konkludent zurückgenommenen

**Rn. 567**

Widerklage verhältnismäßig geringfügig und hat auch Mehrkosten nicht veranlasst.

**Rn. 568**

Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf § 709 ZPO.

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 29.09.2009 – 3 O 33/07, ECLI:DE:LGDO:2009:0929.3O33.07.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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