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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 20.04.2007 – 14 (XI) Qs 81/97

ECLI:DE:LGDO:2007:0420.14XI.QS81.97.00

## Tenor

Die Beschwerde wird auf Kosten der Beschwerdeführerin verworfen.

## Gründe

**Rn. 2**

Die Beschwerde ist im Ergebnis unbegründet.

**Rn. 3**

Daß im konkreten Fall die tatsächlichen Voraussetzungen der

**Rn. 4**

§§ 100 a f StPO für die Anordnung, der Überwachung des Fern-

**Rn. 5**

meldeverkehrs, namentlich der Verdacht einer dort aufge-

**Rn. 6**

führten Katalogtat, vorgelegen hat, ist nicht zweifelhaft.

**Rn. 7**

Der Beschluß des Amtsgerichts wird, soweit darin die Auf-

**Rn. 8**

zeichnung des Fernmeldeverkehrs und die Standortermittlung

**Rn. 9**

telefonierender Teilnehmer angeordnet wird, von der Be-

**Rn. 10**

schwerdeführerin auch ausdrücklich nicht angefochten. Sie

**Rn. 11**

wehrt sich gegen die Anordnung des angefochtenen Beschlus-

**Rn. 12**

ses, wonach sie als Betreiberin der Fernmeldeanlage auch

**Rn. 13**

zur Aufenthaltsermittlung und Standortmitteilung verpflich-

**Rn. 14**

tet wurde, soweit die Teilnehmer nicht telefonierten.

**Rn. 15**

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist auch

**Rn. 16**

diese Anordnung - mit der Klarstellung, daß es sich bei dem

**Rn. 17**

mitzuteilenden Standort um die konkrete Funkzelle handelt -

**Rn. 18**

rechtmäßig und von den für die Anordnung maßgeblichen Vor-

**Rn. 19**

schriftten der §§ 100 a f StPO gedeckt.

**Rn. 20**

Der Beschwerdeführerin ist insoweit zuzustimmen, daß eine

**Rn. 21**

solche Überwachung auch der technisch bedingten Positions-

**Rn. 22**

meldungen der nicht telefonierenden Mobiltelefone der Rege-

**Rn. 23**

lung und Einschränkung der §§ 100 a f StPO unterfällt. Denn

**Rn. 24**

nicht nur das gesprochene Wort selbst ist vom Fernmeldege-

**Rn. 25**

heimnis geschützt; neben dem Inhalt unterliegen ihm auch

**Rn. 26**

auch die "näheren Umstände" der Telekommunikation. Das er-

**Rn. 27**

gibt sich aus der Legaldefinition in § 85 Abs. 1 TKG ( zu

**Rn. 28**

vergl. BGHSt 35, 32 (33) zur mit Einführung des TKG am

**Rn. 29**

26. 7.1996 außer Kraft getretenen Regelung in § 10 Abs. 1

**Rn. 30**

FAG). Zu diesen näheren Umständen führt § 85 Abs. 1 TKG le-

**Rn. 31**

diglich beispielhaft die Tatsache auf, ob jemand an einem

**Rn. 32**

Telekommunikationsvorgang beteiligt ist oder war. Das

**Rn. 33**

stellt aber keine abschließende Regelung dar: denn die ge-

**Rn. 34**

samten Umstände, ob und wann und zwischen welchen Personen

**Rn. 35**

und Anschlüssen Fernmeldeverkehr stattgefunden hat, unter-

**Rn. 36**

fallen dem geschützten Kommunikationsvorgang (BVerfGE 85,

**Rn. 37**

386 (396). Aus diesem Grunde zählt auch die Frage, wo sich

**Rn. 38**

das Endgerät befindet und. damit möglicherweise diese Person

**Rn. 39**

aufhält, zu den "näheren Umständen" der Telekommunikation.

**Rn. 40**

Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, daß auf diese

**Rn. 41**

Daten unter den Voraussetzungen der §§ 1OO a f StPO zuge-

**Rn. 42**

griffen werden kann und daß zu den Informationen, die von

**Rn. 43**

dem Betreiber der Fernmeldeanlage aufgrund einer Anordnung

**Rn. 44**

§§ 1OO a f StPO zu übermitteln sind, also auch die technisch

**Rn. 45**

bedingten Positionsmeldungen nicht telefonierender Mobilte-

**Rn. 46**

lefone zählen.

**Rn. 47**

Die hiergegen vorgebrachten Bedenken der Beschwerdeführerin

**Rn. 48**

überzeugen nicht.

**Rn. 49**

Es dürfte zunächst weder Zweck noch Auswirkung der Regelun-

**Rn. 50**

gen der FÜV sein, die materiellrechtlichen Vorschriften der

**Rn. 51**

§ 1OO a f StPO zu ergänzen oder gar einzuschränken. Die Ver-

**Rn. 52**

ordnung regelt nämlich lediglich "die Anforderungen und das

**Rn. 53**

Verfahren zur technischen Umsetzung von Überwachungsmaßnah-

**Rn. 54**

men", setzt eine bestehende Anordnung also bereits als ge-

**Rn. 55**

geben voraus. Für den konkreten Fall kann dies letztlich

**Rn. 56**

aber dahinstehen, weil unter die in § 3 Abs. 2 FÜV zu sub-

**Rn. 57**

summierenden Fälle auch die Übermittlung der hier streiti-

**Rn. 58**

gen technisch bedingten Positionsmeldungen nicht telefonie-

**Rn. 59**

render Mobiltelefone fällt. Zu den ..mit dem Fernmeldevor-

**Rn. 60**

gang zusammenhängenden näheren Umständen" zählt nach § 3.

**Rn. 61**

Abs. 2 Nr. 4 FÜV "bei überwachten Mobilanschlüssen auch die

**Rn. 62**

Funkzelle, über die die Verbindung abgewickelt wird". Das

**Rn. 63**

betrifft aber entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe-

**Rn. 64**

rin nicht nur die Zeiträume, während derer telefoniert

**Rn. 65**

wird, sondern - soweit technisch möglich - den gesamten

**Rn. 66**

Zeitraum der richterlichen Anordnung. Dagegen spricht nicht

**Rn. 67**

der Wortlaut der Regelung. Das Wort "Verbindung" beschränkt

**Rn. 68**

nicht auf Zeiträume tatsächlichen Telefonierens. Wie die

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Beschwerdeführerin selbst darlegt, muß ein Mobiltelefon, um

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ständig erreichbar zu sein, seine Position regelmäßig mit-

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teilen, also eben für die Dauer der dazu erforderlichen Da-

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tenübertragung "Verbindung" herstellen. Insoweit ist es be-

**Rn. 73**

deutungslos, daß Daten und nicht gesprochene Worte übertra-

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gen werden. Daß tatsächliche Kommunikation mit einem ande-

**Rn. 75**

ren Teilnehmer nicht erforderlich ist, ergibt sich bereits

**Rn. 76**

aus der Legaldefinition des Fernmeldeverkehrs in § 85 Abs.

**Rn. 77**

1 S. 2 TKG. Danach stehen die näheren Umstände erfolgloser

**Rn. 78**

Verbindungsversuche den näheren Umständen der Telekommuni-

**Rn. 79**

kation gleich. Ob die Verbindung tatsächlich zustandekommt,

**Rn. 80**

ist danach bedeutungslos.

**Rn. 81**

Soweit sich die Beschwerdeführerin auch gegen die Formulie-

**Rn. 82**

rung wendet, sie sei zur Mitteilung des Standortes ver-

**Rn. 83**

pflichtet, während § 3 Abs.. 2 Nr. 4 FÜV nur von der Funk-

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zelle spricht, bedeutet dies in der Sache keine Beschwer.

**Rn. 85**

Insoweit wird der Beschwerdeführerin keine Ermittlung des

**Rn. 86**

konkreten Standortes - etwa durch Peilung und Laufzeitmes-

**Rn. 87**

sungen wie in dem durch das LG Berlin entschiedenen Fall -

**Rn. 88**

abverlangt. Die Auslegung des Beschlusses und seiner Formu-

**Rn. 89**

lierung ergibt, daß auch hier - wie bei telefonierenden

**Rn. 90**

Teilnehmern - nur die Mitteilung der jeweiligen Funkzelle

**Rn. 91**

verlangt wird. Die Frage, ob eine - anders als in den Fäl-

**Rn. 92**

len des LG Berlin und BGHSt 35, 32 - richterliche Anord-

**Rn. 93**

nung, durch Peilung o.ä. den konkreten Standort zu ermit-

**Rn. 94**

teln, von §§ 1OO a f StPO gedeckt würde, stellt sich hier

**Rn. 95**

nach alledem nicht.

**Rn. 96**

§ 5 Abs. 2 FÜV führt zu keiner anderen Beurteilung; die

**Rn. 97**

hinsichtlich des Erfordernisses, Feststellungen zu der je-

**Rn. 98**

weiligen Funkzeile in den Betriebsräumen des Betreibers

**Rn. 99**

.treffen zu müssen, geltend gemachten Vorbehalte gälten

**Rn. 100**

gleichermaßen, unabhängig davon, ob telefoniert würde oder

**Rn. 101**

nicht. Daß der Verordnungsgeber dennoch ausdrücklich die

**Rn. 102**

Verpflichtung zur Mitteilung der Funkzelle in § 3 FÜV auf-

**Rn. 103**

genommen hat, belegt, daß er diese Vorbehalte hinsichtlich

**Rn. 104**

der örtlichen Umsetzung der Überwachungsanordnung in Räumen

**Rn. 105**

des Betreibers nicht hatte.

**Rn. 106**

Die Kosten Entscheidung beruht auf § 473 Abs. 1 StPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 20.04.2007 – 14 (XI) Qs 81/97, ECLI:DE:LGDO:2007:0420.14XI.QS81.97.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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