nu:legal · recht.nulegal.eu

# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 21.03.2006 – 14 (V) Qs 12/06

ECLI:DE:LGDO:2006:0321.14V.QS12.06.00

## Tenor

Auf die sofortige Beschwerde wird die Vergütung des Pflichtverteidigers auf

1023,64 € festgesetzt.

## Gründe

**Rn. 2**

Mit Beschluss vom 24.10.2005 hat die Rechtspflegerin als Urkundsbeamtin der

**Rn. 3**

Geschäftstelle (UdG) die Pflichtverteidigervergütung auf 676,80 € festgesetzt und

**Rn. 4**

dabei je eine Grund- und Verfahrensgebühr vom Antrag abgesetzt, weil sich nach

**Rn. 5**

der Entscheidung des Richters die Beiordnung des Pflichtverteidigers nicht auf die

**Rn. 6**

Zeit vor der Verbindung der verschiedenen Verfahren erstrecken solle. Mit Schriftsatz

**Rn. 7**

vom 02.11.2005 hat der Verteidiger klargestellt, dass sich sein Vergütungsantrag

**Rn. 8**

hinsichtlich der abgesetzten Gebühren auf das Verfahren 223 Js 1029/04 beziehen

**Rn. 9**

solle und erneut deren Festsetzung beantragt. Die UdG hat diesen Antrag

**Rn. 10**

zurückgewiesen, der Richter hat auf die Erinnerung des Verteidigers diese

**Rn. 11**

Entscheidung bestätigt.

**Rn. 12**

Die Beschwerde ist nach §§ 56 Abs. 2, 33 Abs. 3 bis 8 RVG zulässig. Zur

**Rn. 13**

Entscheidung ist nach § 33 Abs 8 RVG der Einzelrichter berufen.

**Rn. 14**

Die Beschwerde ist auch begründet. Der Verteidiger hat auch Anspruch auf die

**Rn. 15**

beiden abgesetzten Gebühren in Höhe von 162,00 und 137,00 € nebst Umsatzsteuer

**Rn. 16**

in Höhe von 47,84 €, also 346,84 €, die auch in der Höhe angemessen sind. Wegen

**Rn. 17**

der weiteren Gebühren und Auslagen wird auf den Beschluss vom 24.10.2005 Bezug

**Rn. 18**

genommen.

**Rn. 19**

Die Problematik der Erstreckung im Sinne des § 48 Abs. 5 Satz 3 RVG stellt sich hier

**Rn. 20**

nicht. Tatsächlich existierte zum Zeitpunkt der Beiordnung des Pflichtverteidigers nur

**Rn. 21**

ein einziges Verfahren. Für alle in diesem aus mehreren Ursprungsverfahren

**Rn. 22**

gebildeten Verfahren entfalteten Tätigkeiten ist der Rechtsanwalt nach § 48 Abs. 5

**Rn. 23**

Satz 1 RVG zu vergüten. Für eine Ermessensentscheidung nach Satz 3 ist hier kein

**Rn. 24**

Raum. Wenn der Richter Verfahren verbindet und dann einen Pflichtverteidiger

**Rn. 25**

bestellt, macht er bereits dadurch deutlich, dass eine Verteidigung insgesamt als

**Rn. 26**

notwendig erachtet. Werden später, also nach einer Bestellung eines

**Rn. 27**

Pflichtverteidigers, Verfahren hinzuverbunden, soll dem Richter durch Satz 3 die

**Rn. 28**

Möglichkeit einer Prüfung gegeben werden, ob er die vor der Verbindung entfalteten

**Rn. 29**

Tätigkeiten des Anwaltes als ebenfalls notwendig ansieht. Die Kammer teilt die in der

**Rn. 30**

Entscheidung des OLG Hamm vom 06.06.2005 und der Stellungnahme der

**Rn. 31**

Bezirksrevisorin vom 19.01.2006 geäußerte Rechtsauffassung.

**Rn. 32**

Eine Kostenentscheidung ist nicht veranlasst, § 56 Abs. 2 RVG.

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 21.03.2006 – 14 (V) Qs 12/06, ECLI:DE:LGDO:2006:0321.14V.QS12.06.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0.

Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

Quelle: nu:legal – recht.nulegal.eu · Aufbereitung unter CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/lizenz) · Ein Dienst der Nulegal GmbH

Crawlen und Zitieren sind ausdrücklich erlaubt. Vorbehalten ist allein die massenhafte Nutzung zu Trainingszwecken für KI-Systeme (§ 44b Abs. 3 UrhG); hierfür ist unsere Zustimmung erforderlich.

Source: nu:legal – recht.nulegal.eu · Curated layer under CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/license) · Operated by Nulegal GmbH, Potsdam.

Crawling and citation are permitted. Only bulk use for AI training is reserved (Section 44b(3) UrhG) and requires our consent.

Dieses Dokument: https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-dortmund/2006-03-21/14-v-qs-12-06

---

nu:legal · recht.nulegal.eu · Nicht-amtliche Fassung. Maßgeblich ist die Fassung des Gerichts.
