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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 30.09.2005 – 14 Qs OWi 46/05

ECLI:DE:LGDO:2005:0930.14QS.OWI46.05.00

## Tenor

Die sofortige Beschwerde des Betroffenen vom 10.02.2005 gegen den

Beschluss des Amtsgerichts Dortmund vom 01.02.2005 wird auf Kosten

des Beschwerdeführers als unbegründet zurückgewiesen .

## Gründe

**Rn. 2**

Die zulässige sofortige Beschwerde ist unbegründet.

**Rn. 3**

Unter Berücksichtigung der Kriterien der insoweit mit § 12 BRAGO gleichlautenden

**Rn. 4**

Vorschrift des § 14 RVG hat das Amtsgericht die erstattungsfähigen Kosten letztlich

**Rn. 5**

zutreffend festgesetzt.

**Rn. 6**

Nach Auffassung des Landgerichts ist nach der Neuregelung des Gesetzes über die

**Rn. 7**

Vergütungen der Rechtsanwälte bei der Kostenfestsetzung zwar abweichend von der

**Rn. 8**

früheren Rechtslage durch die nach der Höhe der Geldbuße gestaffelten

**Rn. 9**

Gebührenrahmen eine gesetzgeberische Bewertung vorgenommen worden, so dass

**Rn. 10**

- insoweit sind die Ausführungen des Verteidigers im Beschwerdeverfahren

**Rn. 11**

zutreffend - die Beurteilung der Bedeutung der Ordnungswidrigkeit nicht im

**Rn. 12**

Verhältnis zu Ordnungswidrigkeiten erfolgen kann, bei denen eine höhere Geldbuße

**Rn. 13**

als 5.000,- € festgesetzt wird. Gleichwohl ist jedoch nach wie vor innerhalb des

**Rn. 14**

Gebührenrahmens das Erfordernis gegeben, nach der jeweiligen Schwierigkeit der

**Rn. 15**

Sache, dem Bearbeitungsaufwand etc. zu differenzieren, da hiernach alle

**Rn. 16**

Ordnungswidrigkeiten. die mit einer Geldbuße bis zu 5.000,- € geahndet werden

**Rn. 17**

können - gleich aus welchem in rechtlich oder tatsächlicher Hinsicht anspruchsvollen

**Rn. 18**

Gebiet sie stammen - diesem Gebührenrahmen unterfallen. Danach ist die

**Rn. 19**

Fortführung der Rechtsprechung der Kammer für Bußgeldsachen, wonach bei

**Rn. 20**

Verkehrsordnungswidrigkeiten wie der vorliegenden grundsätzlich keine

**Rn. 21**

Mittelgebühren in Ansatz zu bringen sind, sondern das Honorar angesichts der Art,

**Rn. 22**

des Umfangs und der Bedeutung der Verkehrsordnungswidrigkeiten sowie der meist

**Rn. 23**

geringen tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten, die mit der Wahrnehmung

**Rn. 24**

eines solchen Mandats verbunden sind, normalerweise im unteren Bereich des

**Rn. 25**

gesetzlichen Gebührenrahmens anzusiedeln ist, gerechtfertigt.

**Rn. 26**

Auch wenn die Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften den Großteil aller

**Rn. 27**

Bußgeldverfahren ausmachen, mit denen die Amtsgerichte befasst sind, ist dies für

**Rn. 28**

die individuelle Gewichtung eines Verfahrens ohne Belang, es erhält dadurch keine

**Rn. 29**

zusätzliche Bedeutung.

**Rn. 30**

Zu einer anderen Bewertung kann es führen, wenn im Einzelfall zu der Geldbuße

**Rn. 31**

weitere Folgen hinzutreten. Auch insoweit ist die Rechtsprechung der Kammer zur

**Rn. 32**

alten Rechtslage weiterhin Maßstab. Ein höherer Ansatz kann etwa angemessen

**Rn. 33**

sein, wenn die drohenden Konsequenzen von besonderem Gewicht sind. Dies kann

**Rn. 34**

insbesondere bei der Verhängung eines Fahrverbots der Fall sein. Aber auch hier

**Rn. 35**

führt nicht schon allein ein drohendes Fahrverbot grundsätzlich zu einer Herauf-

**Rn. 36**

setzung der Bedeutung der Sache. Dies ist vielmehr nur dann der Fall, wenn dies

**Rn. 37**

tatsächlich wegen der Dauer besondere berufliche Auswirkungen für den Betroffenen

**Rn. 38**

nach sich zieht. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Zum einen war ein fester Termin für

**Rn. 39**

die Abgabe des Führerscheins nicht vorgegeben. Zum anderen ist ein berufliches

**Rn. 40**

Erfordernis auch nicht erkennbar. Soweit vorgetragen worden ist, dass der Betroffene

**Rn. 41**

als Koch regelmäßig auf Großmärkten in N und E Einkäufe tätigen

**Rn. 42**

muss, die seine Ehefrau als Restaurantbetreiberin mangels entsprechender

**Rn. 43**

Sachkenntnisse nicht leisten könne, ist nicht ersichtlich, weshalb der Betroffene die

**Rn. 44**

Einkäufe, die üblicherweise nicht während der Öffnungszeiten eines Restaurants

**Rn. 45**

erfolgen, nicht gemeinsam mit seiner Ehefrau vornehmen kann.

**Rn. 46**

Die festgesetzten Gebühren waren danach angemessen und ausreichend.

**Rn. 47**

Dass die Kammer durch den Einzelrichter zu entscheiden hat, ergibt sich aus § 33 IV

**Rn. 48**

und VIII RVG.

**Rn. 49**

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 46 OWiG, 473 StPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 30.09.2005 – 14 Qs OWi 46/05, ECLI:DE:LGDO:2005:0930.14QS.OWI46.05.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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