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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 03.05.2004 – 20 O 50/04 AktG

ECLI:DE:LGDO:2004:0503.20O50.04AKTG.00

## Tenor

Die Anträge werden als unzulässig zurückgewiesen.

Die Gerichtskosten tragen die Parteien je zur Hälfte.

Ihre außergerichtlichen. Kosten trägt jede Partei selbst.

Der Geschäftswert für die Gerichtskosten wird auf 200.000,00 € festgesetzt.

## Gründe

**Rn. 2**

l.

**Rn. 3**

Auf der Hauptversammlung vom 29.04.2003 ist die form-

**Rn. 4**

wechselnde Umwandlung der G GmbH, C

**Rn. 5**

in die G AG, C gemäß

**Rn. 6**

§ 192 UmwG beschlossen worden. V und K

**Rn. 7**

S, die Eltern der im Rubrum aufgeführten Antrag-

**Rn. 8**

steller, haben durch die Schutzgemeinschaft der Klein-

**Rn. 9**

aktionäre gegen, den Umwandlungsbeschluss Widerspruch zu

**Rn. 10**

Protokoll erklärt.

**Rn. 11**

Die Eintragung der Umwandlung ist am 13.11.2003 im Han-

**Rn. 12**

delsregister erfolgt und am 13.12.2003 im Bundesanzei-

**Rn. 13**

ger bekannt gemacht worden.

**Rn. 14**

Mit Antrag vom 17.05.2003/12.01.2004 haben die Eltern

**Rn. 15**

der Antragsteller beantragt, den Abfindungsbetrag ange-

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messen zu erhöhen.

**Rn. 17**

Mit schriftlichem Vertrag vom 07.02.2004 haben die El-

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tern der Antragsteller aus ihrem Bestand von 400 Aktien

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jeweils 50 Aktien an die beiden Antragsteller unent-

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geltlich übertragen, so dass ihnen nach der Übertragung

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noch 300 Aktien verbleiben.

**Rn. 22**

Mit Antrag vom 11.02.2004 haben sich die Antragsteller

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dem Spruchstellenverfahren angeschlossen. Sie beantra-

**Rn. 24**

gen die Festsetzung einer höheren Abfindung.

**Rn. 25**

II. .

**Rn. 26**

Die Anträge waren als unzulässig zurückzuweisen.

**Rn. 27**

Nach § 3 des Spruchverfahrensgesetzes (SpruchG), das

**Rn. 28**

seit dem 01.09.2003 gilt und daher auf den vorliegenden

**Rn. 29**

Fall anzuwenden ist, ist die Antragsberechtigung gege-

**Rn. 30**

ben, wenn der Antragsteller zum Zeitpunkt der Antrag-

**Rn. 31**

stellung Anteilsinhaber ist. Da die Antragsteller bei

**Rn. 32**

Antragstellung am 11.02.2004 durch den Übertragungsakt

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vom 01.02.2004 die Aktien erworben haben, scheint der

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Gesetzeswortlaut erfüllt zu sein.

**Rn. 35**

Der Gesetzgeber hat hier jedoch entweder missverständ-

**Rn. 36**

lidh formuliert oder die folgenden Überlegungen als

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selbstverständlich vorausgesetzt.

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Weitere Voraussetzung muss nämlich sein, dass auch der

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Antragsteller bei der Umwandlung Widerspruch zu Proto-

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koll erklärt haben muss. Das haben die Antragsteller

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nicht, wohl aber ihre Rechtsvorgänger. Selbst wenn man

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den Widerspruch der Rechtsvorgänger für ausreichend und

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sozusagen als "mitübertragen' ansehen sollte, haben die

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Antragsteller jedoch hier kein eigenes Antragsrecht.

**Rn. 45**

Dies wäre nur dann der Fall, wenn sie im Wege der Ge-

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samtrechtsnachfolge, z.B. durch Erbfall, in die Rechte

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der Übertragenden eingetreten wären. Bei der Einzel-

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rechtsübertragung erlangen sie kein eigenes Antrags-

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recht; denn trotz der Veräußerung nach Antragstellung

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bleiben die Rechtsvorgänger - hier die Eltern der An-

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tragsteller - weiterhin antragsberechtigt (Wasmann WM

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204,822, Büchel NZG 2003, 795). Der Erwerber hingegen

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erwirbt mit den Aktien keine Antragsberechtigung, weil

**Rn. 54**

eine Einzelaktie keine mehrfache Antragsberechtigung

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vermitteln kann (Wasmann a.a.O.). Ein anderes Ergebnis

**Rn. 56**

würde auch letztlich dazu führen, dass das Antragsrecht

**Rn. 57**

beliebig durch weitere Übertragungen von Aktien auf ei-

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ne Vielzahl von Personen ausgeweitet würde, obwohl der

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Übertragene zuvor - unabhängig von der Zahl seiner Ak-

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tien - nur ein Antragsrecht innehatte. Im Ergebnis

**Rn. 61**

ebenso Kalss in Semler/Stengel, Kommentar zum Umwand-

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lungsgesetz, 2003, § 212 RZ. 11). Auf die hier aufge-

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worfene Problematik hat derDAV in seiner Stellungnahme

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zum Referentenentwurf des Spruchverfahrensgesetzes hin-

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gewiesen und eine klarstellende Sprachregelung gefor-

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dert. Die Ergänzung wäre zu begrüßen gewesen, waren

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aber - wie die obigen Ausführungen zeigen - nicht gebo-

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ten.

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Die Anträge waren dementsprechend zurückzuweisen.

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Die Gerichtskosten waren den Antragstellern aufzuerle-

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gen. Nach § 15 Abs. 2 SpruchG können sie ganz oder zum

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Teil den Antragstellern auferlegt werden, wenn dies der

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Billigkeit entspricht. Ebenso kann das Gericht nach

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Abs. 4 der Vorschrift anordnen, dass die Kosten der An-

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tragsteller ganz oder zum Teil vom Antragsgegner zu er-

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statten sind, wenn dies unter Berücksichtigung des Aus-

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gangs des Verfahrens der Billigkeit entspricht. Da es

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sich im vorliegenden Falle um eine reine Rechtsfrage,

**Rn. 79**

die bisher noch nicht eindeutig geklärt und vom Gesetz-

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geber zumindest auslegungsfähig normiert worden ist,

**Rn. 81**

hielt es das Gericht für angemessen, eine gleichmäßige

**Rn. 82**

Kostenverteilung zwischen Antragsteiler und Antragsgeg-

**Rn. 83**

ner vorzunehmen.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 03.05.2004 – 20 O 50/04 AktG, ECLI:DE:LGDO:2004:0503.20O50.04AKTG.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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