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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 18.02.2004 – 14 (IX) Qs 22/04

ECLI:DE:LGDO:2004:0218.14IX.QS22.04.00

## Tenor

Auf die sofortige Beschwerde des ehemals Angeklagten vom 16.12.2003

wird der Beschluss des Amtsgerichts Dortmund vom 05.12.2003 aufgeho-

ben.

Die dem Beschwerdeführer nach dem rechtskräftigen Beschluss des

Amtsgerichts Dortmund vom 28.07.2003 aus der Staatskasse zu erstat-

tenden Auslagen werden auf 450,08 EURO nebst Zinsen in Höhe von fünf

Prozentpunkten über dem Basiszinssatz nach § 247 BGB seit dem

26.08.2003 festgesetzt.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die notwendigen Auslagen

des Beschwerdeführers fallen der Staatskasse zur Last.

Der Beschwerdewert wird auf 145,- EURO festgesetzt.

**Rn. 1**

G r ü n d e :

**Rn. 2**

Die sofortige Beschwerde ist zulässig und begründet

**Rn. 3**

Zu den aus der Staatskasse an den Beschwerdeführer zu erstattenden

**Rn. 4**

Auslagen gehört auch die Gebühr nach §§ 84 Abs.2 Satz 1 Nr. 2, 83

**Rn. 5**

Abs.1 Nr.3 BRAGO. Ein Fall des § 84 Abs. 2 Satz 2 BRAGO, der die vor-

**Rn. 6**

genannte Gebühr bei fehlender Verfahrensförderung durch den Verteidi-

**Rn. 7**

ger entfallen lässt, liegt hier nicht vor.

**Rn. 8**

Für die Anwendung der Vorschrift ist entscheidend, ob der von dem Ver-

**Rn. 9**

teidiger geleistete Beitrag als solcher objektiv geeignet ist, das Verfahren

**Rn. 10**

in formeller oder materiell-rechtlicher Hinsicht zu fördern. Auf dessen Ur-

**Rn. 11**

sachlichkeit für die Entscheidung des Gerichte kommt es hingegen nicht

**Rn. 12**

an.

**Rn. 13**

Von den im Laufe des Verfahrens eingegangenen Schreiben des Vertei-

**Rn. 14**

digers enthält zumindest der Schriftsatz vom 24.03.2003 materiell-

**Rn. 15**

rechtliche Erwägungen zum Tatvorwurf des unerlaubten Entfernens vom

**Rn. 16**

Unfallort. Mit näherer Begründung wirft der Verteidiger darin die Frage auf,

**Rn. 17**

ob der Beschwerdeführer einen möglicherweise von ihm verursachten

**Rn. 18**

Unfall überhaupt bemerken konnte. Das gerade zu dieser Frage einge-

**Rn. 19**

holte Sachverständigengutachten führte zu keinem eindeutigen Ergebnis,

**Rn. 20**

woraufhin die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt wurde.

**Rn. 21**

Damit liegt unabhängig davon, ob das Gericht auch ohne die Anregung

**Rn. 22**

des Verteidigers das Gutachten eingeholt hätte, mit den oben genannten

**Rn. 23**

Grundsätzen eine mitwirkende Förderung des Verfahrens vor.

**Rn. 24**

Auch die Tatsache, dass der o.g. Schriftsatz des Verteidigers während

**Rn. 25**

des laufenden Beschwerdeverfahrens gegen die vorläufige Entziehung

**Rn. 26**

der Fahrerlaubnis einging und möglicherweise darauf bezogen war,

**Rn. 27**

rechtfertigt keine andere Entscheidung Er ist jedenfalls inhaltlich nicht nur

**Rn. 28**

dem Beschwerdeverfahren zuzuordnen, sondern auf das gesamte Verfah-

**Rn. 29**

ren bezogen. Denn die Frage der Berechtigung der vorläufigen Fahrer-

**Rn. 30**

laubnisentziehung - zu entscheiden im Beschwerdeverfahren - hängt ent-

**Rn. 31**

scheidend vom Verdachtsgrad betreffend den Tatvorwurf der Unfallflucht

**Rn. 32**

ab, der Gegenstand des Verfahrens insgesamt ist. Vor diesem Hinter-

**Rn. 33**

grund betreffen entlastende Argumente der Verteidigung, auch wenn sie

**Rn. 34**

zeitlich dem Beschwerdeverfahren zuzuordnen sind, zwangsläufig auch

**Rn. 35**

das Hauptverfahren und sind darin als vorgetragen anzusehen. Andern-

**Rn. 36**

falls wäre ein Verteidiger gezwungen, stets seine Argumentation aus dem

**Rn. 37**

Beschwerdeverfahren im oder für das Hauptverfahren zu wiederholen,

**Rn. 38**

was mit Blick auf die Prozessökonomie unsinnig erscheint.

**Rn. 39**

Aus dem Rahmen des daher über § 84 Abs.2 Satz 1 Nr.2 BRAGO anzu-

**Rn. 40**

wendenden § 83 Abs. 1 Nr.3 BRAGO steht dem Verteidiger die von ihm

**Rn. 41**

beantragte Mittelgebühr in Höhe von 355,- EURO zu, die nach den Kriteri-

**Rn. 42**

en des § 12 BRAGO nicht unbillig hoch erscheint.

**Rn. 43**

Zuzüglich der Fotokopiekosten von 18,- EURO. der Auslagenpauschale

**Rn. 44**

von 15,- EURO sowie der gesetzlichen Umsatzsteuer von 16% ergibt sich

**Rn. 45**

der beantragte und nunmehr festgesetzte Betrag von 450,08 EURO.

**Rn. 46**

Eine Verzinsung kann frühestens ab Rechtskraft des die Eröffnung des

**Rn. 47**

Hauptverfahrens ablehnenden Beschlusses, dem 26.08.2003, erfolgen

**Rn. 48**

Die Kosten- und Auslagenentscheidung beruht auf einer entsprechenden

**Rn. 49**

Anwendung des § 467 StPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 18.02.2004 – 14 (IX) Qs 22/04, ECLI:DE:LGDO:2004:0218.14IX.QS22.04.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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