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# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 04.06.2003 – 9 T 241/03

ECLI:DE:LGDO:2003:0604.9T241.03.00

## Tenor

Die sofortige Beschwerde wird zurückgewiesen.

## Gründe

**Rn. 2**

I.

**Rn. 3**

Der Betroffene, nach seinen Angaben sierra-leonischer

**Rn. 4**

Staatsangehöriger, reiste im am 14.08.2001 in die Bundesrepublik

**Rn. 5**

Deutschland ein und stellte einen Asylantrag, der mit - seit dem

**Rn. 6**

19.04.2001 bestandskräftigen- Bescheid des Bundesamtes für die

**Rn. 7**

Anerkennung ausländischer Flüchtlinge ( Bundesamt )vom 20.11.2001

**Rn. 8**

(Gesch.-Z. '####### ), auf den wegen der weiteren Einzelheiten -

**Rn. 9**

verwiesen wird, Bl. 39-44 d.A., abgelehnt wurde. Der Betroffene wurde

**Rn. 10**

aufgefordert, die Bundesrepublik Deutschland binnen einer Woche nach

**Rn. 11**

Bekanntgabe des Bescheides zu verlassen, die Abschiebung in den

**Rn. 12**

Herkunftsstaat wurde angedroht. Der Betroffene hat die gegen den

**Rn. 13**

ablehnenden Bescheid erhobene Klage zurückgenommen.

**Rn. 14**

Bei seiner Anhörung vor dem Bundesamt hat der Betroffene angegeben,

**Rn. 15**

über Guinea mit einem falschen Pass in die Bundesrepublik Deutschland

**Rn. 16**

eingereist zu sein. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die

**Rn. 17**

Anhörungsniederschrift vom 05.09.2001, Bl. 46-52 d.A., Bezug

**Rn. 18**

genommen.

**Rn. 19**

Am 15.03.2003 wurde der Betroffene am E Hauptbahnhof

**Rn. 20**

aufgegriffen, bei der Kontrolle legte er einen Sozialversicherungsausweis,

**Rn. 21**

ausgestellt auf die oben genannten Alias-Personalien, vor. Als der

**Rn. 22**

Betroffene zur Personalienüberprüfung zur Bundesgrenzschutzwache

**Rn. 23**

verbracht werden sollte, versuchte er zu flüchten, setzte hierbei unter

**Rn. 24**

anderem Schläge und Tritte ein und verletzte die eingesetzten Beamten.

**Rn. 25**

Bei seiner Vernehmung räumte er ein, sein Foto in den Ausweis eingefügt

**Rn. 26**

zu haben.

**Rn. 27**

Anlässlich seiner Anhörung vor dem Amtsgericht Dortmund hat der

**Rn. 28**

Betroffene ausgeführt, dass er von der Ablehnung seines Asylantrages

**Rn. 29**

nichts wisse, er habe sich nicht mehr darum gekümmert, weil seine

**Rn. 30**

Freundin schwanger gewesen sei. Wegen der Einzelheiten wird

**Rn. 31**

verwiesen auf das Anhörungsprotokoll vom 1.6.03.2003, Bl. 16-17 d.A.

**Rn. 32**

Mit Beschluss vom 16.03.2003, auf den wegen der weiteren Einzelheiten

**Rn. 33**

verwiesen wird, Bl. 14-15 d.A., hat das Amtsgericht Dortmund gegen den

**Rn. 34**

Betroffenen die Sicherungshaft für die Dauer von längstens drei Monaten

**Rn. 35**

angeordnet.

**Rn. 36**

Hiergegen hat der Betroffene mit Schriftsatz seines

**Rn. 37**

Verfahrensbevollmächtigten vom 31.03.2003 - eingegangen bei Gericht

**Rn. 38**

per Fax am gleichen Tag - sofortige Beschwerde eingelegt und

**Rn. 39**

insbesondere geltend gemacht, dass er Frau P, geb. Q, I , ###### I2, bei der bevorstehenden Geburt des gemeinsamen Kindes beistehen wolle. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die Schriftsätze vom 31.03., 01.04. und 12.05.2003, Bl. 27, 25, 36 d.A. Bezug genommen.

**Rn. 40**

II.

**Rn. 41**

Die sofortige Beschwerde ist zulässig, aber nicht begründet.

**Rn. 42**

Rechtsgrundlage der Haftanordnung ist § 57 Abs. 2 AusIG.

**Rn. 43**

Der Betroffene ist vollziehbar ausreisepflichtig. Sein Asylantrag ist

**Rn. 44**

abschlägig beschieden worden, der ablehnende Bescheid ist

**Rn. 45**

bestandskräftig. Die Abschiebeandrohung ist vollziehbar. Soweit der

**Rn. 46**

Betroffene im Rahmen seiner Anhörung bekundet hat, er habe keinen

**Rn. 47**

ablehnenden Bescheid erhalten, ist dieses durch die Abschlussmitteilung

**Rn. 48**

des Bundesamtes vom 16.05.2002, Bl. 45 d.A., widerlegt. Aus dieser

**Rn. 49**

Mitteilung ergibt sich, dass der Betroffene die gegen den ablehnenden

**Rn. 50**

Bescheid eingelegte Anfechtungsklage zurückgenommen hat.

**Rn. 51**

Es besteht der begründete Verdacht, dass sich der Betroffene der

**Rn. 52**

Abschiebung entziehen will, § 57 Abs. 2 Nr. 5 AusIG. Der Betroffene ist

**Rn. 53**

untergetaucht, er hat den Kontakt zur Ausländerbehörde abgebrochen

**Rn. 54**

und musste zur Festnahmeausgeschrieben werden. Er hat versucht,

**Rn. 55**

seine Identität zu verschleiern, indem er einen falschen

**Rn. 56**

Sozialversicherungsausweis gefertigt und verwendet hat. Außerdem hat

**Rn. 57**

der Betroffene unter Anwendung von körperlicher Gewalt versucht, sich

**Rn. 58**

den Maßnahmen zur Identitätsfeststellung zu entziehen.

**Rn. 59**

Ob der Betroffene wegen der Behauptung, Frau P erwarte von ihm

**Rn. 60**

ein Kind, einen Anspruch auf Duldung hat, ist im vorliegenden Verfahren

**Rn. 61**

nicht zu prüfen. Dies fällt unter die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörde.

**Rn. 62**

Die Haft erscheint wegen der Schwangerschaft auch nicht unverhältnismäßig.

**Rn. 63**

Es steht auch nicht fest, dass die Abschiebung aus von dem Betroffenen

**Rn. 64**

nicht zu vertretenden Gründen nicht innerhalb der nächsten drei Monate

**Rn. 65**

durchgeführt werden kann, § 57 Abs. 2 Satz 4 AusIG.

**Rn. 66**

Die Kammer hat von einer erneuten persönlichen Anhörung des

**Rn. 67**

Betroffenen abgesehen, da hiervon weitere entscheidungserhebliche

**Rn. 68**

Erkenntnisse nicht zu erwarten waren.

**Rn. 69**

Rechtsmittelbelehrung

**Rn. 70**

Dieser Beschluss kann mit der sofortigen weiteren Beschwerde

**Rn. 71**

angegriffen werden. Diese ist einzulegen innerhalb einer Frist von zwei

**Rn. 72**

Wochen ab Bekanntgabe des Beschlusses durch mündliche Erklärung zu

**Rn. 73**

Protokoll des Rechtspflegers des Amtsgerichts Dortmund, des Landge-

**Rn. 74**

richts Dortmund, des Oberlandesgerichts Hamm oder des Amtsgerichts, in

**Rn. 75**

dessen Bezirk die Anstalt liegt, in der sich der Betroffene befindet, oder

**Rn. 76**

durch Einreichung einer von einem Rechtsanwalt unterzeichneten Beschwerdeschrift.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 04.06.2003 – 9 T 241/03, ECLI:DE:LGDO:2003:0604.9T241.03.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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