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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 09.01.2003 – 15 S 225/02

ECLI:DE:LGDO:2003:0109.15S225.02.00

## Tenor

Die Berufung des Klägers gegen das Urteil des

Amtsgerichts Dortmund vom 20.08.2002 wird kostenpflichtig

zurückgewiesen

**Rn. 1**

G r ü n d e :

**Rn. 2**

Die Parteien streiten darüber, ob dem Kläger aufgrund des

**Rn. 3**

Verkehrsunfalles vom 10.09.2001 neben dem Schadensersatz für

**Rn. 4**

die Beschädigung seines Pkw auch Wertminderung zusteht.

**Rn. 5**

Das Amtsgericht hat dem Kläger den Minderwert versagt mit der

**Rn. 6**

Begründung, der vorliegende Schaden unterscheide sich letzt-

**Rn. 7**

lich nicht von leichten Blechschäden . Auch wenn es sich bei

**Rn. 8**

dem in Mitleidenschaft gezogenen Kniestück um einen Bestandteil

**Rn. 9**

der selbsttragenden Karosserie handele, sei doch eine

**Rn. 10**

äußerst geringfügige Eindellung gegeben, die die Verkehrssicherheit

**Rn. 11**

des Fahrzeuges auch bei Nichtdurchführung einer Reparatur

**Rn. 12**

nicht beeinträchtige. Auch der Reparaturweg zeige,

**Rn. 13**

dass der Schaden dem Bagatellbereich zuzuordnen sei.

**Rn. 14**

Letztlich hat der Amtsrichter jedoch die Berufung zugelassen

**Rn. 15**

mit der Begründung, die Frage, ob eine merkantile Wertminderung

**Rn. 16**

auch dann verneint werden könne, wenn bei dem Unfall ein

**Rn. 17**

tragendes Karosserieteil in Mitleidenschaft gezogen worden

**Rn. 18**

sei, sei - soweit ersichtlich - im hiesigen Landgerichtsbezirk

**Rn. 19**

bislang nicht entschieden worden.

**Rn. 20**

Die Berufung des Klägers ist zulässig, aber unbegründet.

**Rn. 21**

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, auf das auch

**Rn. 22**

das Oberlandesgericht Hamm in einer Entscheidung zum merkantilen

**Rn. 23**

Minderwert verweist, ist anerkannt, bei Pkw-Schäden den

**Rn. 24**

merkantilen Minderwert allein auf der Grundlage der Berechnungsmethode

**Rn. 25**

von Ruhkopf-Sam zu ermitteln (vgl. BGH NJW 1980,

**Rn. 26**

Seite 281; OLG Hamm DAR 1987, Seite 83). Nach Ruhkopf-Sam ist

**Rn. 27**

ein Bagatellschaden eingetreten, der keine merkantile Wert-

**Rn. 28**

minderung rechtfertigt, wenn das Verhältnis der Reparaturkosten

**Rn. 29**

zum Zeitwert unter 10 % liegt.

**Rn. 30**

Zwar kommt der Sachverständige Dipl.-Ing. C der DEKRA

**Rn. 31**

in seinem Gutachten vom 09.07.2002 zu dem Ergebnis, dass das

**Rn. 32**

Verhältnis der Reparaturkosten von 2.283,04 DM zum Zeitwert

**Rn. 33**

von 23.500,00 DM bei rechnerisch 10,3 % liegt. Dabei hat er

**Rn. 34**

jedoch den Quotienten errechnet und nicht das Verhältnis.

**Rn. 35**

Rein rechnerisch liegt das Verhältnis der Reparaturkosten zum

**Rn. 36**

Zeitwert bei 9,72 % und damit unter 10 %. Selbst ausgehend

**Rn. 37**

von 10,3 % kam der Sachverständige C in seinem Gutachten

**Rn. 38**

zu dem Ergebnis, dass die Gewährung des merkantilen Minderwertes

**Rn. 39**

im vorliegenden Fall eine Grenzbetrachtung darstelle.

**Rn. 40**

Ausgehend von rechnerisch richtigen 9,72 % ist jedenfalls die

**Rn. 41**

Gewährung eines merkantilen Minderwertes abzulehnen. Selbst

**Rn. 42**

wenn die Grenze von 10 % im Einzelfall nicht als starre Grenze

**Rn. 43**

anzusehen ist, ist im vorliegenden Fall von einem Bagatellschaden

**Rn. 44**

auszugehen, der keinen merkantilen Minderwert

**Rn. 45**

rechtfertigt. Zwar ist im vorliegenden Fall das Kniestück des

**Rn. 46**

klägerischen Pkw beschädigt worden und dieses

**Rn. 47**

Kniestück zählt zu dem tragenden Teil der Karosserie des

**Rn. 48**

Fahrzeuges. Hervorzuheben ist aber, dass die Einformung der

**Rn. 49**

Radlaufkante und des Kniestückes ausweislich der Lichtbilder

**Rn. 50**

nach dem Gutachten C lediglich Deformationstiefen von

**Rn. 51**

ca. 0,5 - 1 cm aufweisen. Der Sachverständige sieht die Verkehrssicherheit

**Rn. 52**

des Fahrzeuges auch ohne Durchführung der Reparatur

**Rn. 53**

nicht als gefährdet an. Bei diesem geringen Schaden

**Rn. 54**

rechtfertigt allein die Tatsache, dass ein tragendes Karosserieteil

**Rn. 55**

in Mitleidenschaft gezogen worden ist, noch nicht die

**Rn. 56**

Zuerkennung einer merkantilen Wertminderung. Vielmehr verbleibt

**Rn. 57**

es dabei, dass auch die übrigen Voraussetzungen er-

**Rn. 58**

füllt sein müssen. Im vorliegenden Fall erreichen die Reparaturkosten

**Rn. 59**

aber nicht einmal 10 % des Wiederbeschaffungswertes.

**Rn. 60**

Damit ist das Amtsgericht zu Recht von einem Bagatellschaden

**Rn. 61**

ausgegangen und hat die Zuerkennung eines Minderwer-

**Rn. 62**

tes verneint.

**Rn. 63**

Die Berufung des Klägers war daher mit der Kostenfolge des

**Rn. 64**

§ 97 ZPO zurückzuweisen.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 09.01.2003 – 15 S 225/02, ECLI:DE:LGDO:2003:0109.15S225.02.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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