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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 24.10.2002 – 18 O 70/02

ECLI:DE:LGDO:2002:1024.18O70.02.00

## Tenor

Der Beklagte wird verurteilt, es bei Meidung

eines Ordnungsgeldes in Höhe von bis zu 250.000,00 €,

ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten oder

Ordnungshaft bis zu zwei Jahren, zu unterlassen, im

geschäftlichen Verkehr zu Wettbewerbszwecken die Be-

zeichnung „Tauchschule E" sowie die Internet-

Domain „www.tauchschule-E.de" und damit verbun-

den die E-Mail-Adresse „C.X@tauchschule-

E.de''zu verwenden.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt der Beklagte.

Dieses Urteils ist wegen der Kosten in Höhe von 110 %

des jeweils zu vollstreckenden Betragesvorläufig

vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Beide Parteienbetreiben in E Tauchschulen. Der Be-

**Rn. 3**

klagte legte sich eine Internet-Domain mit der Bezeichnung

**Rn. 4**

"www. tauchschule .E.de" und eine entsprechende

**Rn. 5**

E-Mail-Adresse, lautend

**Rn. 6**

"C.X@tauchschule.E.de" zu. Auf seiner Home-

**Rn. 7**

page trat er zunächst mit der Bezeichnung "www. tauchschule-

**Rn. 8**

E, de" auf und begrüßte die Benutzer mit dem Satz

**Rn. 9**

"Herzlichen Willkommen auf der Seite

**Rn. 10**

der Tauchschule E"

**Rn. 11**

Wegen der genauen Aufmachung wird auf die Ablichtungen Blatt

**Rn. 12**

14 und 15 der Akte verwiesen.

**Rn. 13**

Die Klägerin ließ den Beklagten daraufhin unter dem

**Rn. 14**

04.12.2001 abmahnen und zur Abgabe einer vertragsstrafebe-

**Rn. 15**

wehrten Unterlassungsverpflichtungserklärung auffordern. Dies

**Rn. 16**

verweigerte der Beklagte, änderte den Auftritt auf seiner Ho-

**Rn. 17**

mepage aber dahingehend, dass es dort nun heißt:

**Rn. 18**

"Herzlichen Willkommen auf der Seite

**Rn. 19**

der Tauchschule C X in E"

**Rn. 20**

Im Übrigen ließ er die Internet- und E-Mail-Adresse verän-

**Rn. 21**

dern.

**Rn. 22**

Die Klägerin hält das Verhalten des Beklagten für wettbe-

**Rn. 23**

werbswidrig. Sie trägt vor, die Domain und die E-Mail-Adresse

**Rn. 24**

seien irreführend, weil ihr ein Alleinstellungscharakter zu-

**Rn. 25**

komme. Tatsächlich existierten - insoweit unstreitig - in

**Rn. 26**

E drei Tauchschulen, von denen die von der Klägerin

**Rn. 27**

betriebene nach ihrer Darstellung die weitaus größte sei. So-

**Rn. 28**

weit der Beklagte seine Homepage nach der Abmahnung geändert

**Rn. 29**

habe, sei die Wiederholungsgefahr nicht ausgeräumt, weil der

**Rn. 30**

Beklagte sich geweigert habe, die strafbewehrte Unterlas-

**Rn. 31**

sungserklärung zu unterzeichnen.

**Rn. 32**

Die Klägerin beantragt,

**Rn. 33**

wie erkannt.

**Rn. 34**

Der Beklagte beantragt,

**Rn. 35**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 36**

Er ist der Auffassung, durch die Gestaltung seiner Domain

**Rn. 37**

finde keine Irreführung statt. Es handele sich vielmehr um

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eine normale Erscheinung des Wettbewerbs. Eine Alleinstel-

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lungsbehauptung werde von ihm nicht erhoben, weil die Domain

**Rn. 40**

und die E-Mail-Adresse nicht im Wettbewerb Verwendung fänden.

**Rn. 41**

Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivorbringens wird

**Rn. 42**

auf den Inhalt der gewechselten Schriftsätze nebst deren An-

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lagen Bezug genommen.

**Rn. 44**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 45**

Die Klage ist zulässig und begründet.

**Rn. 46**

Die Klagebefugnis der Klägerin folgt aus dem Umstand, dass

**Rn. 47**

beide Parteien sogenannte unmittelbare Mitbewerber im Bereich

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gewerblicher Tauchschulen sind.

**Rn. 49**

Die Klägerin kann von dem Beklagten gemäß § 1 und 3 UWG ver-

**Rn. 50**

langen, es zu unterlassen, im Verkehr zu Wettbewerbszwecken

**Rn. 51**

"Tauchschule E" sowie die Internet-Domain

**Rn. 52**

"www.tauchschule-E.de" und seine E-Mail-Adresse

**Rn. 53**

"C.X@tauchschule-E.de" zu verwenden. Durch

**Rn. 54**

die Benutzung und Hinzufügung des Ortsnamens "E" in

**Rn. 55**

seiner Unternehmensbezeichnung bzw. seiner Domain und E-Mail-

**Rn. 56**

Adresse handelt der Beklagte irreführend im Sinne von

**Rn. 57**

§ 3 UWG. Es entspricht ständiger höchstrichterlicher Recht- .

**Rn. 58**

sprechung zur Alleinstellungswerbung, dass derjenige, der

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seinen Produkt oder Firmengesellschaft mit einer Orts- oder

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Regionalbezeichnung verbindet, damit nach Auffassung des Ver-

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kehrs zum Ausdruck bringen will, der alleinige oder jeden-

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falls führende Anbieter des Produktes am Orte sei. Dem ist

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nur dann nicht so, wenn für jedermann unmittelbar erhellt,

**Rn. 64**

dass eine derartige Allein- oder Spitzenstellungsbehauptung

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ersichtlich nicht gemeint sein kann; dies mag bei solchen

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Dienstleistern regelmäßig der Fall sein, von denen jedermann

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weiß, dass es am Ort/in der Region offensichtlich mehrere

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gibt, wie zum Beispiel Rechtsanwälte und Steuerberater. Dass

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dem Beklagten eine derartige Allein- oder Spitzenstellung zu-

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kommt, hat er weder dargetan, noch bewiesen. Auch steht zur

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vollen Überzeugung des Gerichts fest, dass die Fassung seiner

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Domain und seiner E-Mail-Adresse allein zu Wettbewerbszwecken

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geschieht: Denn es ist kein anderer sachlicher Grund ersicht-

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lich, warum der Beklagte in seiner Domain und seiner E-Mail-

**Rn. 75**

Adresse den Ortsnamen E verwenden müsste. Der Beklagte

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unterhält an keinem anderen Ort weitere Tauchschulen, so dass

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insoweit Abgrenzungen nötig wären. Um die Besucher von Inter-

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net-Suchmaschinen gerade zu zu seiner Tauchschule zu führen,

**Rn. 79**

bedarf es ebenfalls nicht der Benutzung des Ortsnamens gerade

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in der Internet-Adresse.

**Rn. 81**

Schließlich weist die Klägerin zutreffend darauf hin, dass

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die Wiederholungsgefahr, soweit der Beklagte seinen Internet-

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Auftritt inzwischen geändert hat, nicht, entfallen ist, weil

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der Beklagte die strafbewehrte Unterlassungserklärung nicht.

**Rn. 85**

unterzeichnet hat.

**Rn. 86**

Darüber hinaus ist das Verhalten des Beklagten zur Überzeu-

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gung des Gerichts auch gegen §1 UWG. Den Ortsnamen

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"E" mit seiner Tauchschule zu verbinden, hält die Kam-

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mer insoweit für sittenwidrig im Sinne dieser Vorschrift, als

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der Beklagte sich dadurch "Good will" und Verdienste zueignen

**Rn. 91**

will, die ihm selbst nicht zukommen. Es ist gerichtsbekannt,

**Rn. 92**

dass die Stadt E sich durch ihre besonderen Bemühungen

**Rn. 93**

und Erfolge im Bereich des Breiten-, Leistungs- und Hochlei-

**Rn. 94**

stungssport national und international besondere Anerkennung

**Rn. 95**

verschafft hat. Dies gilt nicht nur im Bereich des Fußballs,

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was nicht näher ausgeführt zu werden braucht. E, ist

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darüber hinaus Standort etlicher Leistungszentren

**Rn. 98**

(Deutschland-Achter) und international frequentierter Sport-

**Rn. 99**

stätten. Nicht zuletzt hat die Stadt in der Vergangenheit

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mehrere Olympiasieger hervorgebracht. Dementsprechend verfügt

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die Stadt in der Auffassung breiter Kreise der Bevölkerung

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über einen exzellenten Ruf im Bereich des Sports. Dadurch,

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dass der Beklagte gerade diesen Ortsnamen seiner Tauchschule

**Rn. 104**

zufügt, macht er sich dies zu eigen, ohne selbst dazu beige-

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tragen zu haben; im Volksmund: "Er schmückt sich mit fremden

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Federn".

**Rn. 107**

Die prozessualen Nebenentscheidungen folgen aus §§ 91, 709

**Rn. 108**

ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 24.10.2002 – 18 O 70/02, ECLI:DE:LGDO:2002:1024.18O70.02.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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