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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 12.04.2002 – 21 O 296/01

ECLI:DE:LGDO:2002:0412.21O296.01.00

## Tenor

Die Beklagten werden verurteilt, als Gesamtschuldner

an den Kläger 1.900,00 € (i.W.: eintausendneunhundert Euro) nebst 4 %

Zinsen aus 5.928,28 € vom 03.11.2001 bis zum 30.11.2001 und aus

1.900,00 € seit dem 01.12.2001 zuzahlen.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen die Beklagten.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 120 % des jeweils

beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger nimmt die Beklagten aufgrund eines Verkehrsunfalles auf Schadensersatz in Anspruch.

**Rn. 3**

Die Beklagten haften gegenüber dem Kläger unstreitig dem Grunde nach für die

**Rn. 4**

Folgen eines Verkehrsunfalles, der sich am 21.05.2001 gegen 14.30 Uhr auf der

**Rn. 5**

Q-straße im Einmündungsbereich der Straße "B" ereignete. Der

**Rn. 6**

Kläger befuhr mit seinem Krad , amtliches Kennzeichen XXXXX, die

**Rn. 7**

Q-straße in nördlicher Fahrtrichtung und wollte die Kreuzung mit der unterge-

**Rn. 8**

ordneten Nebenstraße "B" überqueren. Der Beklagte zu 1.) näherte

**Rn. 9**

sich mit dem bei dem Beklagten zu 2.) haftpflichtversicherten Pkw X, amtliches

**Rn. 10**

Kennzeichen XXXX, dem Kreuzungsbereich aus der Gegenrichtung und bog

**Rn. 11**

nach links in die Straße "B" unter Verletzung des Vorfahrtsrechts

**Rn. 12**

des Klägers ab. Der Kläger wurde durch den Aufprall hochgeschleudert, stürzte

**Rn. 13**

auf das Lenkrad zurück und sodann zur Seite. Wegen der weiteren Einzelheiten

**Rn. 14**

wird insoweit auf die Anhörung des Klägers in der mündlichen Verhandlung vom 12. April 2002 (Blatt 48 bis 50 der Akten) verwiesen.

**Rn. 15**

Nach Zustellung der Klageschrift zahlte der Beklagte zu 2.) an den Kläger einen

**Rn. 16**

Betrag in Höhe von 11.297,31 DM gemäß Aufstellung im Klageerwiderungs-

**Rn. 17**

schriftsatz (Blatt 29 der Akten).

**Rn. 18**

Mit der weitergehenden Klage begehrt der Kläger Zahlung eines weitergehenden

**Rn. 19**

Betrages in Höhe von 1.297,40 DM, wobei insoweit die Motorradkleidung,

**Rn. 20**

10,00 DM Auslagenpauschale sowie Standkosten im Streit sind.

**Rn. 21**

Der Kläger behauptet, die Motorradkleidung sei irreparabel beschädigt worden,

**Rn. 22**

wobei die Kleidung neuwertig gewesen sei. Er habe sie vor zwei Jahren aus An-

**Rn. 23**

lass seines Motorradführerscheins geschenkt bekommen. Der Kläger hat insoweit

**Rn. 24**

die Motorradkleidung im Termin vorgelegt, wobei wegen der Einzelheiten auf die

**Rn. 25**

Sitzungsniederschrift vom 12.04.2002 (Blatt 48 ff. der Akten) verwiesen wird.

**Rn. 26**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 27**

die Beklagten als Gesamtschuldner zu verurteilen,

**Rn. 28**

a.) an den Kläger 11.594,71 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 03.11.2001

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abzüglich am 30.11.2001 insoweit gezahlter 10.297,31 DM zuzah-

**Rn. 30**

len;

**Rn. 31**

b.) an den Kläger ein in das Ermessen des Gerichts gestelltes

**Rn. 32**

Schmerzensgeld, mindestens jedoch 2.000,00 DM nebst 4 % Zinsen

**Rn. 33**

seit dem 03.11.2001 abzüglich am 30.11.2001 hierauf gezahlter

**Rn. 34**

1.000.00 DM zu zahlen.

**Rn. 35**

Die Beklagten beantragen,

**Rn. 36**

die weitergehende Klage abzuweisen.

**Rn. 37**

Sie bestreiten den geltend gemachten Schaden der Motorradkleidung, fernerhin

**Rn. 38**

halten sie das geltend gemachte Schmerzensgeld für überhöht. Die Standkosten

**Rn. 39**

werden von den Beklagten für die Dauer von zehn Tagen anerkannt und sind be-

**Rn. 40**

zahlt worden. Die Berechtigung weitergehender Standkosten für die Dauer von

**Rn. 41**

19 Tagen wird von den Beklagten bestritten.

**Rn. 42**

Wegen des weitergehenden Parteivorbringens wird auf den Inhalt der gegenseitig

**Rn. 43**

gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen verwiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 45**

Die Klage ist in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang begründet.

**Rn. 46**

Der Kläger kann von den Beklagten wegen des Unfallereignisses vom 21.05.2001

**Rn. 47**

Zahlung eines weitergehenden Schmerzensgeldes in Höhe von 1.500,00 Euro

**Rn. 48**

verlangen, da das Gericht die Zahlung eines Schmerzensgeldbetrages in Höhe

**Rn. 49**

von 2.011,29 €, der sich unter Berücksichtigung der geleisteten Zahlung von

**Rn. 50**

1.000,00 DM ergibt, als angemessen angesehen hat.

**Rn. 51**

Die Beklagten haften gegenüber dem Kläger unstreitig für die Folgen des Ver-

**Rn. 52**

kehrsunfalles und damit gemäß § 847 auch auf Schmerzensgeld für die erlittenen

**Rn. 53**

Verletzungen. Durch ärztliche Bescheinigungen vom 20.02.2002 (Blatt 46 der

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Akten) sowie vom 05.06.2001 (Blatt 53 der Akten) in Verbindung mit den glaub-

**Rn. 55**

haften Angaben des Klägers im Rahmen seiner Parteianhörung steht zur Über-

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zeugung des Gerichts fest, dass dieser durch das Unfallgeschehen eine Becken-

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prellung, eine Distorsion des rechten Handgelenkes sowie einen Knochenbruch

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erlitten hat und fernerhin eine Hodenprellung. Der Kläger war infolge des Unfall-

**Rn. 59**

geschehens für den Zeitraum von 5 1/2 Wochen arbeitsunfähig krank, wobei die

**Rn. 60**

ärztliche Behandlung und die Beschwerden darüber hinaus reichten. Aus der

**Rn. 61**

ärztlichen Bescheinigung vom 20.02.2002 des Orthopäden Z geht her-

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vor, dass die Behandlung auch nach dem 30.06.2001 fortdauerte wegen der be-

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lastungs- und bewegungsbedingten Beschwerden im Bereich des rechten Hand-

**Rn. 64**

gelenks. Da die Verletzungen des Klägers an der rechten Hand darauf zurückzu-

**Rn. 65**

führen waren, dass die Hand zwischen dem Krad und dem Pkw des Beklagten

**Rn. 66**

eingequetscht wurde, sind die Beschwerden sowohl dem Umfang wie der Dauer

**Rn. 67**

nach nachvollziehbar. Darüber hinaus war die Beckenprellung mit Hodenprellung

**Rn. 68**

und der daraus resultierenden Beeinträchtigung in der sexuellen Beziehung zur

**Rn. 69**

Lebensgefährtin nachvollziehbar vom Kläger dargestellt und bei der Höhe der

**Rn. 70**

Schmerzensgeldbemessung zu berücksichtigen. Insgesamt hat das Gericht unter

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Berücksichtigung aller Umstände die Zahlung eines weiteren Betrages von

**Rn. 72**

1.500,00 € als angemessen und ausreichend zur Kompensation der erlittenen

**Rn. 73**

Schmerzen und Beschwerden angesehen. Das Gericht war dabei an die Mindest-

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angabe des Klägers nicht gebunden.

**Rn. 75**

Bezüglich der geltend gemachten Schadensersatzpositionen für die beschädigte

**Rn. 76**

Motorradkleidung gilt Folgendes:

**Rn. 77**

Das Gericht hat den Helm und die übrigen Gegenstände in Augenschein genom-

**Rn. 78**

men und festgestellt, dass der Helm beschädigt ist, wobei insoweit gerichtsbe-

**Rn. 79**

kannt ist, dass ein Helm nach einem Schadensfall nicht wieder verwendet werden

**Rn. 80**

kann. Ferner wurden die übrigen Gegenstände in Augenschein genommen und

**Rn. 81**

festgestellt, dass diese beschädigt waren. Das Gericht hat den Schaden an der

**Rn. 82**

Jacke für reparabel gehalten, da insoweit lediglich der Reißverschluss betroffen

**Rn. 83**

war, der ausgetauscht werden kann. Die Hose kann nicht wiederverwendet wer-

**Rn. 84**

den, da sich in Höhe des Sicherheitspolsters des rechten Knies ein Riss befand,

**Rn. 85**

der darauf schließen läßt, dass die Polsterung, die der Sicherheit des Fahrers

**Rn. 86**

dient, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde.

**Rn. 87**

Insgesamt wird der insoweit eingetretene Schaden vom Gericht auf 400,00 €

**Rn. 88**

(gemäß § 487 ZPO) geschätzt.

**Rn. 89**

Die Standkosten, die über den anerkannten Zeitraum von 10 Tagen hinausgehen,

**Rn. 90**

sind vom Kläger nicht näher begründet worden und damit unbegründet.

**Rn. 91**

Die gezahlte Kostenpauschale von 40,00 DM ist angesichts des eingetretenen

**Rn. 92**

Schadens angemessen und ausreichend.

**Rn. 93**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 92(II) Ziff. 1 ZPO, die Entscheidung über

**Rn. 94**

die vorläufige Vollstreckbarkeit auf § 709 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 12.04.2002 – 21 O 296/01, ECLI:DE:LGDO:2002:0412.21O296.01.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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