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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 23.01.2002 – 17 S 212/01

ECLI:DE:LGDO:2002:0123.17S212.01.00

## Tenor

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Amtsgerichts Dortmund

vom 14. August 2001 (125 C 5472/01) wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Klägerin auferlegt.

Von der Darstellung eines Tatbestandes wird gemäß § 543 Abs. 1 ZPO

abgesehen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 2**

Die Berufung ist zwar zulässig, aber unbegründet.

**Rn. 3**

Der Klägerin steht gegen die Beklagten kein Anspruch auf Zahlung von

**Rn. 4**

5,104,00 DM (2.609,63 €) zu.

**Rn. 5**

Ein Anspruch gemäß § 652 Abs. 1 Satz 1 BGB besteht nicht, da zwischen

**Rn. 6**

den Parteien ein Maklervertrag nicht zustande gekommen ist.

**Rn. 7**

Eine ausdrückliche Vereinbarung einer Maklercourtage wird von der

**Rn. 8**

Klägerin schon nicht vorgetragen. Eine konkludente Einigung konnte von

**Rn. 9**

ihr nicht nachgewiesen werden.

**Rn. 10**

Voraussetzung für eine konkludente Einigung ist es, dass die Beklagten

**Rn. 11**

von einem an sie gerichteten ausdrücklichen Provisionsverlangen über-.

**Rn. 12**

haupt Kenntnis hatten.

**Rn. 13**

Die Anzeige, auf die hin sich die Beklagten bei der Klägerin gemeldet

**Rn. 14**

haben, enthält keinen ausreichenden Hinweis darauf, dass der Makler

**Rn. 15**

eine Provision vom Mieter verlangen wird. Der Text "Miete 2200 + NK +

**Rn. 16**

Courtage" ist insoweit nicht eindeutig. Hieraus geht nicht hervor, dass den

**Rn. 17**

Mieter eine Provisionsverpflichtung gegenüber dem Makler treffen soll.

**Rn. 18**

Der Text lässt sich auch so verstehen, dass der Vermieter eine seinerseits

**Rn. 19**

bestehende Provisionsverpflichtung auf den Mieter abwälzt und der

**Rn. 20**

Mieter insoweit zur Zahlung an den Vermieter verpflichtet sein soll. Der

**Rn. 21**

Wortlaut der Anzeige spricht im Hinblick auf die Aufaddierung für eine

**Rn. 22**

Zahlungsverpflichtung an den Vermieter. Miete und Nebenkosten sind an

**Rn. 23**

den Vermieter zu entrichten. Wenn dazu nun noch die Courtage gerechnet

**Rn. 24**

wird, liegt es nahe, dass auch diese an den Vermieter zu entrichten

**Rn. 25**

ist (vgl. OLG Hamm NJW-RR 1999, 127, 128 und OLG Düsseldorf

**Rn. 26**

NJW-RR 1997, 368, beide für den Fall einer Maklerprovision bei Verkauf,

**Rn. 27**

was aber im Hinblick auf die Gestaltung der Provisionsklausel keinen

**Rn. 28**

Unterschied macht). Da aus der Anzeige nicht klar hervorgeht, wer Ver-

**Rn. 29**

tragspartner bezüglich der Provisionszahlung sein soll -nach dem Wortlaut

**Rn. 30**

sogar mehr dafür spricht, dass der Vermieter die Courtage erhalten

**Rn. 31**

soll- konnten die Beklagten allein aus dieser Anzeige kein an sie gerichtetes

**Rn. 32**

Provisionsverlangen der Klägerin entnehmen.

**Rn. 33**

Soweit die Klägerin behauptet, dass bereits bei dem ersten Besichti-

**Rn. 34**

gungstermin von ihrer Seite darauf hingewiesen worden sei, dass zwei

**Rn. 35**

Monatsmieten Courtage zuzüglich Mehrwertsteuer bei einem Abschluss -

**Rn. 36**

eines Mietvertrages von den Beklagten an sie zu zahlen seien, hat sie

**Rn. 37**

diese Behauptung nicht beweisen können. Der von ihr benannte Zeuge

**Rn. 38**

H hat ihren Vortrag nicht bestätigen können. Nach seiner Aussage

**Rn. 39**

war die Maklerprovision bei den Gesprächen -soweit er sie mitbekommen

**Rn. 40**

hat- kein Thema.

**Rn. 41**

Mithin hat die Klägerin nicht den Nachweis erbracht, ein hinreichend

**Rn. 42**

deutliches Provisionsverlangen an die Beklagten gestellt zu haben, so

**Rn. 43**

dass auch eine konkludente Einigung ausscheidet.

**Rn. 44**

Soweit die Beklagte zu 2) bei ihrer persönlichen Anhörung erklärt hat,

**Rn. 45**

dass die Klägerin anlässlich der Unterschriftsleistung unter dem Mietver-

**Rn. 46**

trag einen Umschlag überreicht hat, der -wie sie, die Beklagten, zu Hause festgestellt

**Rn. 47**

hätten- eine Rechnung enthalten habe, ist auch dies für die

**Rn. 48**

Annahme eines hinreichend deutlichen Provisionsverlangens nicht

**Rn. 49**

ausreichend. Dass anlässlich der Übergabe des Umschlages Erklärungen

**Rn. 50**

abgegeben worden wären, ist weder vorgetragen noch ersichtlich. Bei

**Rn. 51**

dieser Sachlage lässt sich die Übergabe eines Umschlags nicht als hin-

**Rn. 52**

reichend deutliches Provisionsverlangen verstehen.

**Rn. 53**

Ansprüche aus § 652 Abs. 1 BGB kommen damit nicht in Betracht.

**Rn. 54**

Die Klägerin hat gegen die Beklagtem auch keine Ansprüche aus §§ 812

**Rn. 55**

Abs.1 Satz 1 Fall 1, 818 Abs. 2 BGB. Mangels Hinweises durch die

**Rn. 56**

Klägerin war für die Beklagten nicht ersichtlich, dass diese Leistungen an

**Rn. 57**

sie erbringen wollte. Für die Frage, ob eine Leistung erbracht wird, ist

**Rn. 58**

aber die Sicht des Leistungsempfängers -hier also der Beklagten- maßgebend.

**Rn. 59**

Weitere Anspruchsgrundlagen kommen nicht in Betracht.

**Rn. 60**

Die Klägerin hat damit keine Ansprüche gegen die Beklagten auf Zahlung

**Rn. 61**

einer Maklerprovision. Auf die Frage, ob der Mietvertrag zwischen den

**Rn. 62**

Beklagten und dem Zeugen H wirksam ist -wofür Einiges spricht- kommt

**Rn. 63**

es nach obigen Ausführungen nicht mehr an.

**Rn. 64**

Im Ergebnis hat daher das Amtsgericht die Klage zu Recht abgewiesen,

**Rn. 65**

so dass die Berufung zurückzuweisen war.

**Rn. 66**

Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 23.01.2002 – 17 S 212/01, ECLI:DE:LGDO:2002:0123.17S212.01.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

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