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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 30.10.2001 – 21 O 144/01

ECLI:DE:LGDO:2001:1030.21O144.01.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden, dem Klä-

ger auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

## Tatbestand

**Rn. 2**

Der Kläger nimmt die Beklagte wegen Verletzung der Ver-

**Rn. 3**

kehrssicherungspflicht auf Schadensersatz in Anspruch.

**Rn. 4**

Am 20.0.1.2001 beführ der Kläger die etwa 5 m breite .An-

**Rn. 5**

liegerstraße S-Weg in M mit; seinem Pkw nebst

**Rn. 6**

doppelachsigem Pferdsanhänger, um zu einer am Ende des

**Rn. 7**

S-Weg gelegenen Reithalle zu gelangen. Auf dem

**Rn. 8**

S-Weg ist eine Geschwindigkeit von 30 km/h vorgege-

**Rn. 9**

ben, wobei als Mittel der Verkehrsberuhigung auf den

**Rn. 10**

beiden Fahrbahnseiten wechselseitig Parkboxen ange-

**Rn. 11**

bracht sind. Gegenüber dem Hause S-Weg 16 a befindet

**Rn. 12**

sich eingelassen in die Randsteine des dort befind-

**Rn. 13**

lichen Bürgersteiges ein Hydrantendeckel, der etwa 2

**Rn. 14**

bis 3 cm in den Straßenbereich hineinragt und bei dem

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der angrenzende Stein in einer Ecke abgebrochen ist.

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Wegen der Einzelheiten wird auf die als Anlage zum Pro-

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tokoll genommenen Lichtbilder der beiden Parteien Bezug

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genommen.

**Rn. 19**

Der Kläger behauptet, dass er auf Höhe des Hydranten-

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deckels scharf rechts habe fahren müssen, da in der

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linker Hand befindlichen Parkbox ebenfalls ein Pkw ge-

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standen habe, so dass er wegen der Überbreite des An-

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hängers scharf am rechten Bordstein habe entlangfahren

**Rn. 24**

müssen. Dabei seien die beiden rechten Reifen des An-

**Rn. 25**

hangers seitlich an die überragende Hydrantenkappe ge-

**Rn. 26**

raten und dadurch aufgeschlitzt worden, was sich durch

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einen lauten Knall bemerkbar gemacht habe. Der Kläger

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begehrt insoweit Zahlung von 307,40 DM für zwei Ersatz-

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reifen sowie 50,00 DM Nebenkosten.

**Rn. 30**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 31**

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 357,40 DM nebst

**Rn. 32**

5 % Zinsen Über dem jeweiligen Basiszinssatz nach

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dem Diskontsatzüberleitungsgesetz seit dem

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06.04.2001 zu zahlen.

**Rn. 35**

Die Beklagte beantragt,

**Rn. 36**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 37**

Sie bestreitet den vom Kläger behaupteten Geschehensab-

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lauf und ist der Ansicht, dass der Kläger den Unfall

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selbst verschuldet habe, da er einen Seitenabstand zum

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Bordstein habe einhalten müssen.

**Rn. 41**

Wegen des weitergehenden Parteivorbringens wird auf den

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Inhalt der gegenseitig gewechselten Schriftsätze nebst

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Anlagen verwiesen.

## Entscheidungsgründe

**Rn. 45**

Die Klage ist unbegründet.

**Rn. 46**

Der Kläger kann von der Beklagten kein Schadensersatz

**Rn. 47**

gemäß § 823 BGB wegen Verletzung der Verkehrs-

**Rn. 48**

sicherungspflicht verlangen, da eine solche Verlet-

**Rn. 49**

zungshandlung im Verhältnis zum Kläger als Kraftfahrer

**Rn. 50**

und Verkehrsteilnehmer im Bereich der Straße nicht

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festgestellt werden konnte.

**Rn. 52**

Der Gemeinde obliegt die Verkehrssicherungspflicht auf

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Straßen und für Bürgersteige, soweit für den sorgfälti-

**Rn. 54**

gen Benutzer die konkrete Gefahr nicht oder nicht

**Rn. 55**

rechtzeitig erkennbar war und auf die der Teilnehmer

**Rn. 56**

sich deshalb nicht bzw. nicht rechtzeitig einstellen

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kann (BGH in ständiger Rechtsprechung; Paland-Thomas,

**Rn. 58**

BGB, 62. Auflage, § 823 Rdn. 125).

**Rn. 59**

Nach den von beiden Parteien überreichten und zwischen

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ihnen unstreitigen Lichtbildern über die Unfallörtlich-

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keiten konnte von einer Verletzung der Verkehrs-

**Rn. 62**

sicherungspflicht durch die Beklagte im Verhältnis zum

**Rn. 63**

Kläger als Kraftfahrer nicht ausgegangen werden. Zwar

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ragt der Hydrantendeckel minimal in den Verkehrsraum

**Rn. 65**

hinein, wobei ganz sicher auch der Zustand des angren-

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zenden Randsteines, der teilweise ausgebrochen ist,

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nicht als ordnungsgemäß bezeichnet werden kann. Hierauf

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kann sich jedoch der Kläger als Kraftfahrer nicht beru-

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fen, da die Gemeinde nicht damit rechnen musste, dass

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ein Kraftfahrer so nahe an den Bordstein heranfahren

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würde, dass sich diese Gefahr auswirken konnte. Selbst

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wenn man also unterstellen würde, dass der Schaden an

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den Reifen des klägerischen Anhängers von dem schadhaf-

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ten Randstein bzw. auf das Hineinragen des Hydranten-

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deckels zurückzuführen wäre, so wäre jedenfalls dieser

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Schaden Überwiegend auf den Umstand zurückzuführen,

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dass der Kläger sich dem Bordstein beim Fahren in einem

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Maße näherte, dass die Beklagte hiermit nicht zu rech-

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nen brauchte. Der Kläger war nämlich gemäß § 2 StVO

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verpflichtet, nach rechts einen Sicherheitsabstand von

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0,5 m einzuhalten (vgl. Jagusch/Hentschel, Straßenver-

**Rn. 82**

kehrsrecht, 36. Auflage, § 2 StVO Rdn. 41). Diesen

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Sicherheitsabstand hat der Kläger in einem solchen Maße

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unterschritten, dass er den Schadenseintritt aus-

**Rn. 85**

schließlich der eigenen Fahrweise und nicht der Beklag-

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ten anlasten konnte.

**Rn. 87**

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 30.10.2001 – 21 O 144/01, ECLI:DE:LGDO:2001:1030.21O144.01.00

Quelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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