nu:legal · recht.nulegal.eu

# Landgericht Dortmund, Beschluss vom 24.09.2001 – 9 T 422/01

ECLI:DE:LGDO:2001:0924.9T422.01.00

## Tenor

Die sofortige Beschwerde wird kostenpflichtig

zurückgewiesen.

Der Streitwert wird auf 20.000,00 DM festge-

setzt.

**Rn. 1**

G r ü n d e :

**Rn. 2**

Auf Antrag der Beteiligten zu 1) ordnete das Amtsge-

**Rn. 3**

richt mit Beschluss vom 19.02.01 die Zwangsverwaltung

**Rn. 4**

der im Eingang genannten Grundstücke an und bestellte

**Rn. 5**

den Beteiligten zu 3) zum Zwangsverwalter.

**Rn. 6**

Bei den im Eingang benannten Grundstücken handelt es

**Rn. 7**

sich um Teile des Bebauungsgebietes "Bebauungsplan

**Rn. 8**

I " der Stadt Unna. Auf dem Grundstück sollen

**Rn. 9**

Doppelhäuser, Reihen- und Einzelhäuser errichtet wer-

**Rn. 10**

den. Entsprechende Fundamente sind bereits auf einem

**Rn. 11**

Großteil der Baugrundstücke angelegt. Die Firma C

**Rn. 12**

hatte sich mit Vertrag vom 18.02.1998

**Rn. 13**

gegenüber der Stadt Unna verpflichtet, alle Maßnahmen,

**Rn. 14**

die zur Ersterschließung der Grundstücke erforderlich

**Rn. 15**

sind, durchzuführen und anschließend die Straßenflächen

**Rn. 16**

kostenfrei der Stadt Unna zu übertragen. Wegen der Ein-

**Rn. 17**

zelheiten wird Bezug genommen auf den Vertrag vom

**Rn. 18**

18.02.1998, Bl. 37 ff. d. A. 9 T 420/01. Die Erschließungsmaßnah-

**Rn. 19**

men wurden zu 60 % hergestellt und von der Stadt Unna

**Rn. 20**

abgenommen. Zur weiteren Durchführung der Er-

**Rn. 21**

schließungsmaßnahmen ist die Firma Busse Immobilien

**Rn. 22**

GmbH aufgrund des anhängigen Insolvenzverfahrens nicht

**Rn. 23**

mehr in der Lage.

**Rn. 24**

Mit Schreiben vom 26. März 2001 hat der Beteiligte

**Rn. 25**

zu 3) beantragt, der Beteiligten zu l) aufzugeben, ihm

**Rn. 26**

zur Durchführung der weiteren Erschließungsmaßnahmen

**Rn. 27**

und Beräumung der Grundstücke, einen Kostenvorschuss von

**Rn. 28**

580.000,00 DM zu leisten. Zur Begründung hat er vorge-

**Rn. 29**

tragen, es sei beabsichtigt, im Rahmen der Zwangsver-

**Rn. 30**

waltung die Erschließung gemäß dem Erschließungsvertrag

**Rn. 31**

vom 18.02.1998 durchzuführen sowie die Flurstücke ###,

**Rn. 32**

### und ### von Boden-, Schutt- und Müllablagerungen zu

**Rn. 33**

befreien sowie die Schallschutzwand zum Nachbarflur-

**Rn. 34**

stück Nr. ### auf einer Länge von 20-25 m zu verlän-

**Rn. 35**

gern. Wegen der Einzelheiten und der zu erwartenden

**Rn. 36**

Kosten wird Bezug genommen auf den Antrag vom 26. März

**Rn. 37**

2001, Bl. 34 d. A. 9T 420/01.

**Rn. 38**

Mit Schreiben vom 11.04.2001 hat die Beteiligte zu 1)

**Rn. 39**

ihr Einverständnis mit der Leistung eines Kostenvor-

**Rn. 40**

schusses in Höhe von 580.000,00 DM erklärt. Die Be-

**Rn. 41**

teiligte zu 2) hat nicht Stellung genommen.

**Rn. 42**

Mit dem angefochtenen Beschluss vom 26. April 2001 hat

**Rn. 43**

das Amtsgericht Unna den Antrag des Beteiligten zu 3)

**Rn. 44**

vom 26.03.2001 zurückgewiesen.

**Rn. 45**

Gegen den Beschluss hat der Beteiligte zu 3) mit

**Rn. 46**

Schreiben vom 10. Mai 2001 sofortige Beschwerde einge-

**Rn. 47**

legt. Zur Begründung trägt er vor, eine Bebauung der

**Rn. 48**

Grundstücke durch ihn sei nicht beabsichtigt. Unter Be-

**Rn. 49**

rücksichtigung der bereits vorhandenen Bodenplatten

**Rn. 50**

liege der Wert der Parzellen nach Abschluss der Er-

**Rn. 51**

schließung bei etwa 1,8 bis 2 Mio. DM. Im derzeitigen

**Rn. 52**

Zustand seien für die Parzellen ganz erhebliche Wertab-

**Rn. 53**

schläge vorzunehmen. Wegen der Einzelheiten der Begrün-

**Rn. 54**

dung wird Bezug genommen auf das Schreiben des Betei-

**Rn. 55**

ligten zu 3) vom 10. Mai 2001, Bl. 63 d. A. 9 T 420/01 sowie den

**Rn. 56**

Schriftsatz seiner Verfahrensbevollmächtigten vom

**Rn. 57**

18.06.2001, Bl. 106 ff. d. A. 9 T 420/01.

**Rn. 58**

Die sofortige Beschwerde des Beteiligten zu 3) ist zu-

**Rn. 59**

lässig, jedoch nicht begründet.

**Rn. 60**

Das Amtsgericht hat zu Recht den Antrag des Beteiligten

**Rn. 61**

zu 3) vom 26.03.2001, der Beteiligten zu l) aufzugeben,

**Rn. 62**

einen Vorschuss in Höhe von 580.000,00 DM zur Durchfüh-

**Rn. 63**

rung der Erschließungsmaßnahmen zu zahlen, zurückgewie-

**Rn. 64**

sen.

**Rn. 65**

Zwar ist dem Beteiligten zu 3) dahingehend zuzustimmen,

**Rn. 66**

dass es auch zur Erhaltung des Grundstücks im Rahmen

**Rn. 67**

der Zwangsverwaltung gehört, das Grundstück instandzu-

**Rn. 68**

setzen, Gebäude zu unterhalten und unter Umständen so-

**Rn. 69**

gar angefangene Bauten zu vollenden (vgl.

**Rn. 70**

Zeller/Stöber, ZVG, § 152 Rdn. 3.9; OLG Schleswig, ZIP

**Rn. 71**

1983 S. 1133). Nach § 152 ZVG hat der Verwalter das

**Rn. 72**

Recht und die Pflicht, alle Handlungen vorzunehmen, die

**Rn. 73**

erforderlich sind., um das Grundstück in seinem wirt-

**Rn. 74**

schaftlichen Bestande zu erhalten und ordnungsgemäß zu

**Rn. 75**

benutzen (OLG Schleswig a.a.O.). Er ist in diesem Rah-

**Rn. 76**

men gehalten, alle nur möglichen Nutzungen aus dem

**Rn. 77**

Grundstück herauszuholen (OLG Schleswig a.a.O.). Die

**Rn. 78**

dem Beteiligten zu 3) danach obliegenden Rechte und

**Rn. 79**

Pflichten erfassen jedoch entgegen seiner Auffassung

**Rn. 80**

nicht die Fortführung der Erschließungsmaßnahmen im

**Rn. 81**

vorliegenden Fall. Entscheidend für die Vornahme erheb-

**Rn. 82**

licher Investitionen ist nämlich, ob die erforderlichen

**Rn. 83**

Aufwendungen in einem angemessenen Verhältnis zu der

**Rn. 84**

Höhe der zu erwartenden Nutzungen und der Wertsteige-

**Rn. 85**

rung des Grundstücks stehen (vgl. OLG Schleswig

**Rn. 86**

a.a.O.). Dies ist hier nicht der Fall, da auch bei

**Rn. 87**

Durchführung der gesamten Erschließungsmaßnahmen die

**Rn. 88**

Grundstücke nicht derart instandgesetzt werden können,

**Rn. 89**

dass eine wirtschaftliche Nutzung möglich ist. Denn

**Rn. 90**

auch bei Abschluss der Erschließungsmaßnahmen und

**Rn. 91**

Durchführung der Räumarbeiten ist nicht zu erwarten,

**Rn. 92**

dass der Beteiligte zu 3) aus den im Eingang benannten

**Rn. 93**

Grundstücken Nutzungen ziehen kann. Ebenfalls ist eine

**Rn. 94**

Wertsteigerung der Grundstücke, die die Kosten der Er-

**Rn. 95**

schließungsmaßnahmen übersteigt, nicht zu erwarten.

**Rn. 96**

Entgegen der Auffassung des Beteiligten zu 3) ist die

**Rn. 97**

Situation nicht vergleichbar mit der Vorschusszahlung

**Rn. 98**

für die Fertigstellung eines Bauvorhabens, da dieses

**Rn. 99**

regelmäßig vermietet werden kann und auf diese Weise

**Rn. 100**

Einnahmen aus dem Grundstück erzielt werden können.

**Rn. 101**

Die Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 91, 3 ZPO.

---

Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Beschluss vom 24.09.2001 – 9 T 422/01, ECLI:DE:LGDO:2001:0924.9T422.01.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0.

Nicht-amtliche Fassung — maßgeblich ist die Ausfertigung des Gerichts

Quelle: nu:legal – recht.nulegal.eu · Aufbereitung unter CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/lizenz) · Ein Dienst der Nulegal GmbH

Crawlen und Zitieren sind ausdrücklich erlaubt. Vorbehalten ist allein die massenhafte Nutzung zu Trainingszwecken für KI-Systeme (§ 44b Abs. 3 UrhG); hierfür ist unsere Zustimmung erforderlich.

Source: nu:legal – recht.nulegal.eu · Curated layer under CC BY 4.0 (recht.nulegal.eu/license) · Operated by Nulegal GmbH, Potsdam.

Crawling and citation are permitted. Only bulk use for AI training is reserved (Section 44b(3) UrhG) and requires our consent.

Dieses Dokument: https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-dortmund/2001-09-24/9-t-422-01

---

nu:legal · recht.nulegal.eu · Nicht-amtliche Fassung. Maßgeblich ist die Fassung des Gerichts.
