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# Landgericht Dortmund, Urteil vom 30.03.2001 – 8 O 587/00

ECLI:DE:LGDO:2001:0330.8O587.00.00

## Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Kläger auferlegt.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des

jeweils beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

**Rn. 1**

T a t b e s t a n d

**Rn. 2**

Der Kläger ist ein im Vereinsregister des Amtsgerichts

**Rn. 3**

Y eingetragener Verein, der sich der Zucht der

**Rn. 4**

Hunderasse "Rhodesian Rigdeback" verschrieben hat. Der

**Rn. 5**

Beklagte ist Dachverband der deutschen Rassehunde-

**Rn. 6**

Zuchtvereine, und Hundesportverbände mit Sitz in E.

**Rn. 7**

In ihm sind etwa 150 - 160 Vereine mit etwa 500.000 Mitgliedern

**Rn. 8**

zusammengeschlossen. Die Satzung des Beklagten

**Rn. 9**

vom 06.03.1994 in der geänderten Fassung vom 09.11.1996

**Rn. 10**

enthält unter § 4 Ziff. 4 Regelungen über die Aufnahme

**Rn. 11**

als "vorläufiges Mitglied". Wegen der Einzelheiten wird

**Rn. 12**

auf die genannte Regelung verwiesen (BI. 12 d.A.) . In § 5

**Rn. 13**

Ziff. 3 ist eine Streichung aus der Mitgliederliste geregelt u.a.

**Rn. 14**

wie folgt:

**Rn. 15**

"Die Streichung ist eine fristlose, mit sofortiger Wirkung

**Rn. 16**

eintretende Kündigung durch den Vorstand. Sie er-

**Rn. 17**

folgt durch Vorstandsbeschluss in den Formen wie zu 2.

**Rn. 18**

Sie darf nur vorgenommen werden wenn

**Rn. 19**

…

**Rn. 20**

b) ein Mitglied die endgültige oder vorläufige Aufnahme

**Rn. 21**

in den Verband durch falsche Angaben erschlichen hat.

**Rn. 22**

…

**Rn. 23**

Weiter heißt es in § 5ziff. 3 u.a.:

**Rn. 24**

Gegen die Streichung ist binnen Monatsfrist nach Zustellung

**Rn. 25**

des Vorstandsbeschlusses die Anrufung des VDH Schiedsgerichtes

**Rn. 26**

gegeben.

**Rn. 27**

In der Aufnahmeordnung des Beklagten ist unter § 5 be-

**Rn. 28**

stimmt, dass jeder Bewerber um die Mitgliedschaft zu erklären

**Rn. 29**

hat, dass er jede Veränderung, die während des

**Rn. 30**

Aufnahmeverfahrens eintritt und Einfluss auf das Ergebnis

**Rn. 31**

der Prüfung der Aufnahmevoraussetzung haben könnte. …

**Rn. 32**

- unverzüglich mitteilen wird.

**Rn. 33**

In § 6 ist unter der Rubrik "Verstöße" u.a. ausgeführt,

**Rn. 34**

dass bei schuldhaften Verstößen gegen die §§ 3 - 5 der

**Rn. 35**

Bewerber Gefahr läuft, dass seinem Aufnahmeantrag nicht

**Rn. 36**

entsprochen wird. Weiter ist bestimmt, dass sich der Be-

**Rn. 37**

werber ebenfalls das Verhalten von Züchtern zurechnen

**Rn. 38**

lassen muss, wenn diese während der Dauer des Aufnahmeverfah-

**Rn. 39**

ens entgegen § 34 züchten. In § 16 ist unter Ziff.I

**Rn. 40**

bestimmt, dass Satzung und Ordnungen des Bewerbers mit

**Rn. 41**

der Satzung und dem Ordnungswerk des Beklagten überein-

**Rn. 42**

stimmen müssen. Weiter ist bestimmt, dass der Bewerber

**Rn. 43**

ggf. die entsprechenden rechtlichen Regelungen schaffen

**Rn. 44**

und der AK gegenüber den Nachweis ordnungsgemäßer Beschlussfassung

**Rn. 45**

und evtl. erforderlich werdender registerrechtlicher Eintragung erbringen muss.

**Rn. 46**

In § 34 der Aufnahmeordnung ist u.a. geregelt, dass in

**Rn. 47**

der Zeit zwischen Beginn des Aufnahmeantrages auf vorläufige

**Rn. 48**

Mitgliedschaft und dem Wirksamwerden des Aufnahmebeschlusses

**Rn. 49**

Zuchtmaßnahmen grundsätzlich nicht gestattet sind.

**Rn. 50**

Der Kläger beantragte am 28.04.1997 die Mitgliedschaft im

**Rn. 51**

Beklagten.

**Rn. 52**

Am 20.11.1997 wurde bei der Vorsitzenden des Klägers ein

**Rn. 53**

Wurf Welpen geboren, wobei streitig zwischen den Parteien

**Rn. 54**

ist, ob dies in Deutschland geschah. Im Oktober 1998 kam

**Rn. 55**

es zu einem Wurf bei dem weiblichen Mitglied des Klägers

**Rn. 56**

U.

**Rn. 57**

Mit anwaltlichem Schreiben vom 06.10.1998 übersandte der

**Rn. 58**

Kläger der anwaltlichen Vertretung des Beklagten ein

**Rn. 59**

Schreiben, in dem ausgeführt wurde, dass It. Auskunft des

**Rn. 60**

Klägers sämtliche von dem Beklagten erbetenen Änderungen

**Rn. 61**

auf der Mitgliederversammlung vom 04.10.1998 abgesegnet

**Rn. 62**

worden seien. Das gelte auch für die erbetenen Änderungen

**Rn. 63**

der Zuchtordnung. Zugleich wurde der Beklagte aufgefordert,

**Rn. 64**

ihn - den Kläger - als vorläufiges Mitglied sofort anzuerkennen.

**Rn. 65**

In einem anwaltlichen Schreiben des Klägers vom

**Rn. 66**

08.10.1998 an die anwaltliche Vertretung des Beklagten

**Rn. 67**

wurde ausgeführt, dass im Nachgang zu dem Schreiben vom

**Rn. 68**

06.10.1998 die Protokolle der Einladungen und Mitglieder-

**Rn. 69**

versammlungen des Klägers übersandt würden, aus denen

**Rn. 70**

sich die Durchführung sämtlicher Änderungen, wie vom Be-

**Rn. 71**

klagten gewünscht, ergebe. Mitübersandt wurden Protokolle

**Rn. 72**

über außerordentliche Mitgliederversammlungen, des Klägers

**Rn. 73**

vom 23.08.1998 und 04.10.1998 mit beigefügten Teilnehmerlisten.

**Rn. 74**

Zugleich wurden Einladungen zu diesen Mitgliederversammlungen

**Rn. 75**

beiqefüqt (BI. 117 – 124 d.A.). In dem

**Rn. 76**

Protokoll über die außerordentliche Mitgliederversammlung

**Rn. 77**

vom 23.08.1998 wird unter der Rubrik "Anwesende

**Rn. 78**

Mitglieder" ausgeführt:

**Rn. 79**

20 Personen (siehe Liste). In der anliegenden

**Rn. 80**

Teilnehmerliste sind u.a. als Teilnehmer aufgeführt:

**Rn. 81**

T, T2 und U.

**Rn. 82**

In dem Protokoll der außerordentlichen Mitgiiederversamm-

**Rn. 83**

lung vom 04.10.1998 ist unter der Rubrik "Teilnehmer"

**Rn. 84**

ausgeführt: 18 Personen (siehe Liste). Weiter heißt es

**Rn. 85**

einleitend: ;,Frau L begrüßte alle Anwesenden, stellte

**Rn. 86**

die Ordnungsgemäßheit der Einladung und Beschlussfähigkeit

**Rn. 87**

der Versammlung fest. In der Teilnehmerliste

**Rn. 88**

sind als Teilnehmer u.a. aufgeführt: T und

**Rn. 89**

T2. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf

**Rn. 90**

die in Kopie vorgelegten Protokolle über die genannten

**Rn. 91**

außerordentlichen Mitgliederversammlungen verwiesen (vgl.

**Rn. 92**

BI. 118 - 120 d.A. u. Bl. 122 - 124 d.A.).

**Rn. 93**

Unstreitig ist zwischen den Parteien, dass zumindest

**Rn. 94**

nicht alle Personen, die in den Teilnehmerlisten der Mitgliederversammlungen

**Rn. 95**

aufgeführt sind, körperlich anwesend waren.

**Rn. 96**

Streitig ist zwischen den Parteien, ob diese Mitgliederversammlungen

**Rn. 97**

überhaupt stattgefunden haben bzw.

**Rn. 98**

ob die Mitglieder T und - bzgl. derjenigen

**Rn. 99**

vom 23.08.1998 - U an den Mitgliederversammlungen -

**Rn. 100**

in welcher Form auch immer - teilgenommen haben

**Rn. 101**

und zu diesen geladen worden sind.

**Rn. 102**

Am 12.02.1999 wurde der Kläger vorläufiges Mitglied im

**Rn. 103**

Beklagten.

**Rn. 104**

Am 27.02.2000 fand eine Mitgliederversammlung des Beklagten

**Rn. 105**

statt, auf dem u..a. eine neue Schiedsgerichtsordnung

**Rn. 106**

verabschiedet wurde. Diese wurde am 17.07.2000 im

**Rn. 107**

Vereinsregister eingetragen. Weiterhin wurde in der Sat-

**Rn. 108**

zung des Beklagten § 5 Ziff. 3 b dahingehend geändert,

**Rn. 109**

dass eine Streichung aus der Mitgliederliste vorgenommen

**Rn. 110**

werden kann, wenn ein Mitglied die endgültige und vorläufige

**Rn. 111**

Aufnahme in den Verband durch falsche Angaben erreicht hat.

**Rn. 112**

Mit anwaltlichem Schreiben vom 05.09.2000 teilte der Beklagte

**Rn. 113**

dem Kläger mit, dass dieser durch Vorstandsbeschluss

**Rn. 114**

vom 30.06./07.O1 (korrekt wohl 01.07.) 2000 als

**Rn. 115**

vorläufiges Mitglied des Beklagten gestrichen wurde. Es

**Rn. 116**

wurden diverse Gründe aufgeführt, wegen derer zur Vermei-

**Rn. 117**

dung von Wiederholungen auf das genannte Schreiben ver-

**Rn. 118**

wiesen wird (Bl. 45 - 47d.A ).

**Rn. 119**

Mit anwaltlichem Schriftsatz vom 15.09.2000 gerichtet an

**Rn. 120**

das Schiedsgerichts des Beklagten erhob der Kläger Klage

**Rn. 121**

mit dem Antrag vorab festzustellen, dass das Schiedsge-

**Rn. 122**

richts mangels wirksamer Schiedsvereinbarung zur Entscheidung

**Rn. 123**

über den Streitfall nicht zuständig sei. Unter

**Rn. 124**

diesem Vorbehalt wurde weiter beantragt, festzustellen,

**Rn. 125**

dass die Streichung des Klägers als vorläufiges Mitglied

**Rn. 126**

von der Mitgliederliste des Beklagten gemäß Vorstands-

**Rn. 127**

beschluss vom 30.06./01.07.2000, zugegangen am 05.09.2000,

**Rn. 128**

rechtsunwirksam sei. Zur Begründung wurde u.a. aufgeführt,

**Rn. 129**

die Schiedsgerichtsvereinbarung sei unwirksam.

**Rn. 130**

Auch die Streichung des Klägers sei zu Unrecht erfolgt.

**Rn. 131**

Unter dem 21.09.2000 wies das Schiedsgericht die Klage

**Rn. 132**

ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Klage sei un -

**Rn. 133**

schlüssig. Nach dem Vortrag des Klägers sei, das Schieds-

**Rn. 134**

gericht weder zuständig noch existierte eine gültige Verfahrensordnung

**Rn. 135**

für Entscheidungen jenes Gerichts. Daher

**Rn. 136**

sei eine Entscheidung, den Vortrag des Klägers als rich-

**Rn. 137**

tig unterstellt, nicht möglich. Die Feststellung, ob das

**Rn. 138**

Schiedsgericht des Beklagten zuständig und die Schiedsge -

**Rn. 139**

richtsordnung wirksam sei, sei vor dem Zivilgericht zu

**Rn. 140**

erklären. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass nach Auf-

**Rn. 141**

fassung Schiedsgerichtes für eine Entscheidung jenes Ge-

**Rn. 142**

richts ohnehin dann kein Raum mehr sei, wenn in gleicher

**Rn. 143**

Sache die Entscheidung eines ordentlichen Gerichts ergangen

**Rn. 144**

sei.

**Rn. 145**

Gegen diesen Urteilsspruch hat der Kläger Aufhebungsantrag beim

**Rn. 146**

OLG Hamm gestellt, über den noch nicht entschieden ist.

**Rn. 147**

Der Kläger trägt. Vor:

**Rn. 148**

Die Schiedsgerichtsvereinbarung sei unwirksam, da sie

**Rn. 149**

nicht von allen Mitgliedern einstimmig gefasst worden

**Rn. 150**

sei. Auch die bei der Mitgliederversammlung nicht anwe-

**Rn. 151**

senden Mitglieder hätten zustimmen müssen. Zudem sei die

**Rn. 152**

Schiedsvereinbarung widersprüchlich und irreführend. In

**Rn. 153**

ihr würde auch die Unparteilichkeit nicht gewahrt.

**Rn. 154**

Die Satzung des Beklagten sei unwirksam, soweit darin ge-

**Rn. 155**

regelt sei, dass bei einer Aufnahme durch falsche Angaben

**Rn. 156**

eine Streichung durch den Vorstand erfolgen könne. Eine

**Rn. 157**

Streichung sei nur bei wertungsfreien, objektiv leicht

**Rn. 158**

feststellbaren Tatbeständen zulässig. Dies sei bei dieser Regelung

**Rn. 159**

nicht der Fall.

**Rn. 160**

Darüber hinaus habe er die vorläufige Mitgliedschaft im

**Rn. 161**

Beklagten nicht durch falsche Angaben erreicht.

**Rn. 162**

Die Zucht der Vorsitzenden des Klägers während des Auf-

**Rn. 163**

nahmeverfahrens sei unter der Hoheit des luxemburgischen

**Rn. 164**

Verbandes erfolgt . Der fragliche Wurf sei in dem Wohnsitz

**Rn. 165**

der Vorsitzenden des Klägers in Luxemburg erfolgt.

**Rn. 166**

Der Wurf bei dem weiblichen Mitglied U sei zwar wäh-

**Rn. 167**

rend des Aufnahmeverfahrens erfolgt. Es habe sich aber um

**Rn. 168**

einen ungewollten und ungeplanten Wurf gehandelt, weshalb

**Rn. 169**

keine Züchtung vorliege.

**Rn. 170**

Die Mitgliederversammlungen vom 23.08.1998 und 04.10.1998

**Rn. 171**

hätten nach ordnungsgemäßer Einladung stattgefunden. In

**Rn. 172**

den Protokollen sei lediglich nicht zwischen körperlich

**Rn. 173**

und nur telefonisch anwesenden Mitgliedern unterschieden

**Rn. 174**

worden. Im übrigen sei nach seiner - des Klägers - Satzung

**Rn. 175**

für eine wirksame Beschlussfassung sogar die Anwesenheit

**Rn. 176**

eines einzelnen Mitglieds ausreichend.

**Rn. 177**

Die Krankheit der Hündin "C" sei erst im

**Rn. 178**

Frühjahr 2000, festgestellt und anschließend umgehend der

**Rn. 179**

Aufnahmekommission mitgeteilt worden.

**Rn. 180**

Der Kläger beantragt,

**Rn. 181**

festzustellen, dass seine Streichung als vorläufiges

**Rn. 182**

Mitglied von der Mitgliederliste des Beklagten gemäß

**Rn. 183**

Vorstandsbeschluss vom 30.06./01.07.2000, zugegangen

**Rn. 184**

05.09.2000, rechtsunwirksam ist.

**Rn. 185**

Der Beklagte beantragt,

**Rn. 186**

die Klage abzuweisen.

**Rn. 187**

Er trägt vor:

**Rn. 188**

Die neue Schiedsgerichtsvereinbarung sei wirksam, da diese

**Rn. 189**

einstimmig durch alle anwesenden Mitglieder auf der

**Rn. 190**

Mitgliederversammlung beschlossen worden sei. Dies sei

**Rn. 191**

auch aus aisreichend gewesen, da mit der neuen Schiedsge-

**Rn. 192**

richtsordnung lediglich eine bereits bestehende Regelung

**Rn. 193**

über das Schiedsgericht neu gefasst worden sei. Im übri-

**Rn. 194**

gen sei in der Schiedsgerichtsordnung die Unparteilich-

**Rn. 195**

keit gewahrt worden und diese nicht irreführend. Die vorliegende

**Rn. 196**

Feststellungsklage sei daher unzulässig.

**Rn. 197**

Soweit in der Satzung eine Streichung bei Aufnahmeer-

**Rn. 198**

schleichung durch falsche Angaben vorgesehen sei, so sei

**Rn. 199**

diese Regelung wirksam. Diese sei eindeutig und die zu-

**Rn. 200**

grunde liegenden Tatsachen seien leicht feststellbar.

**Rn. 201**

Darüber hinaus habe sich der Kläger die vorläufige Mitgliedschaft

**Rn. 202**

Erschlichen. Deren Vorsitzende L habe

**Rn. 203**

während des Aufnahmeverfahrens in Deutschland gezüchtet.

**Rn. 204**

Der Wurf vom 20.11.1997 sei in Deutschland geboren worden.

**Rn. 205**

Mit dem Wurf bei dem weiblichen Mitglied U sei

**Rn. 206**

gegen § 34, der Aufnahmeordnung verstoßen worden. Die Mit-

**Rn. 207**

gliederversammlung vom 23.08.1998 und 04.10.1998 hätte

**Rn. 208**

nicht stattgefunden. Die Mitglieder T und

**Rn. 209**

U seien weder ordnungsgemäß geladen noch auf

**Rn. 210**

der Mitgliederversammlung telefonisch zugeschaltet ge-

**Rn. 211**

schweige denn anwesend gewesen.

**Rn. 212**

BzgI. der Hündin "C" habe der Klägern noch

**Rn. 213**

vor Abschluss des Aufnahmeverfahrens erfahren, dass diese

**Rn. 214**

wegen einer Erkrankung nicht zuchttauglich sei.

**Rn. 215**

Wegen der weiteren Einzelheiten des sach- und Streitstandes

**Rn. 216**

wird auf den vorgetragenen Inhalt der' Schriftsätze

**Rn. 217**

der Parteien nebst Anlagen sowie auf das Sitzungsprotokoll

**Rn. 218**

vom 30.03.2001 (Bl. 158 - 159 d.A.) verwiesen.

**Rn. 219**

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

**Rn. 220**

Die Klage ist zulässig aber unbegründet.

**Rn. 221**

I.

**Rn. 222**

Der Zulässigkeit der Klage steht entgegen der Ansicht des

**Rn. 223**

Beklagten nicht die Schiedsgerichtsvereinbarung entgegen.

**Rn. 224**

Insofern kann dahinstehen, ob die neue Schiedsgerichtsordnung

**Rn. 225**

wirksam ist.

**Rn. 226**

Wenn sie unwirksam wäre, würde eine Vorrangigkeit des

**Rn. 227**

Schiedsgerichts nicht bestehen mit der Folge, dass die

**Rn. 228**

Klage vor dem Zivilgericht ohne Zweifel zulässig wäre.

**Rn. 229**

Wäre sie wirksam, so würde sich die Zulässigkeit der Klage

**Rn. 230**

vor dem Zivilgericht aus dem Schiedsspruch vom

**Rn. 231**

21.09.2000 ergeben. In diesem wurde die vor dem Schiedsgericht

**Rn. 232**

erhobene Klage als unschlüssig abgewiesen. In den

**Rn. 233**

Gründen hat jenes Gericht den Kläger eindeutig auf eine

**Rn. 234**

Klage vor dem Zivilgericht verwiesen. Bei einer Klage vor

**Rn. 235**

dem staatlichen Gericht kann die Rüge des Bestehens einer

**Rn. 236**

Schiedsvereinbarung jedoch nicht erhoben werden, wenn bereits

**Rn. 237**

das Schiedsgericht eine Sachentscheidung

**Rn. 238**

(endgültig) abgelehnt hat (vql. Zöller - Geimer, ZPO, 22.

**Rn. 239**

Aufl., 2001, § 1032 Rn. 19 m.w.N.). Dies ist vorliegend

**Rn. 240**

der Fall, und zwar unabhängig davon, ob diese Entscheidung mit

**Rn. 241**

Erfolg angefochten werden kann. Denn das

**Rn. 242**

Schiedsgericht des Beklagten hat in der Entscheidung vom

**Rn. 243**

21.09.2000 inhaltlich eine Entscheidung zur Sache abge-

**Rn. 244**

lehnt und damit den Kläger vor ihm - dem Schiedsgericht - letztlich

**Rn. 245**

rechtsschutzlos gestellt . Dies gilt umso mehr,

**Rn. 246**

als es noch nicht einmal erwogen hat, von der in § 1040

**Rn. 247**

Abs. 1 ZPO eingeräumten Möglichkeit Gebrauch zu machen,

**Rn. 248**

selbst über die Gültigkeit der Schiedsvereinbarung zu

**Rn. 249**

entscheiden. Vielmehr hat es hierzu ausgeführt, dass eine

**Rn. 250**

derartige Frage vor dem Zivilgericht zu klären ist.

**Rn. 251**

II.

**Rn. 252**

Die Klage hat jedoch in der Sache keinen Erfolg. Der

**Rn. 253**

Streichungsbeschluss des Vorstandes des Beklagten vom

**Rn. 254**

30.06./01.07.2000 ist zu Recht erfolgt.

**Rn. 255**

1.

**Rn. 256**

Die Berechtigung zur Streichung ergab sich aus der Regelung

**Rn. 257**

des § 5 Ziffer 3 b der Satzung des Beklagten in der

**Rn. 258**

Fassung vom 09.11.1996 bzw. in der geänderten Fassung vom

**Rn. 259**

27.02.2000, nach der eine Streichung durch Vorstandsbeschluss

**Rn. 260**

erfolgen kann, wenn ein Mitglied die endgültige

**Rn. 261**

oder vorläufige Aufnahme in den Beklagten durch falsche

**Rn. 262**

Angaben erschlichen /erreicht hat.

**Rn. 263**

Entgegen der Ansicht des Klägers ist diese Regelung wirksam.

**Rn. 264**

Zwar mag es sein, dass eine Streichung der Mitgliedschaft

**Rn. 265**

durch den Vorstand nur an einfach gelagerte und

**Rn. 266**

leicht feststellbare Tatbestände geknüpft werden darf

**Rn. 267**

(vgl. hierzu Reichert/ van Look, Handbuch des Vereins und

**Rn. 268**

Verbandsrechts , 6. Aufl., 1995, Rn. 696, 1631, 2834;

**Rn. 269**

Stöber , Handbuch zum Vereinsrecht, 8. Aufl., 2000, Rn.

**Rn. 270**

198; Sauter / Schweyer, Der eingetragene Verein, 16. Aufl .,

**Rn. 271**

1999, Rn. 93). Dies wird jedoch in der Regelung des § 5

**Rn. 272**

Ziff. 3 b der Satzung des Beklagten auf jeden Fall ge-

**Rn. 273**

macht .Für die Streichung wird – scheinbar teilweise ent-

**Rn. 274**

gegen der Anwendung des Vorstandes des Beklagten – an das

**Rn. 275**

Vorhandensein falscher Angaben angeknüpft. Damit ist jedoch

**Rn. 276**

zugleich geregelt, dass das Unterlassen ggf. erfor-

**Rn. 277**

derlicher Angaben, insbesondere etwaiger Mitteilungen von

**Rn. 278**

Änderungen, kein Streichungsgrund ist. Dass zur Feststel-

**Rn. 279**

lung, ob falsche Angaben gemacht wurden, ggf. Nachfor-

**Rn. 280**

schungen anzustellen bzw. Beweisaufnahmen durchzuführen

**Rn. 281**

sind, hindert nicht, dass es sich bei den Merkmal

**Rn. 282**

"falsche Angaben" um einen leicht feststellbaren Tatbestand

**Rn. 283**

handelt. Denn auch andere in der Rechtsprechung und

**Rn. 284**

in der Literatur anerkannte "Streichungstatbestände" wie

**Rn. 285**

z.B. die Verlegung des Wohnsitzes, das unentschuldigte

**Rn. 286**

Fehlen bei einer bestimmten Anzahl von Vereinsveranstal-

**Rn. 287**

tungen und der Beitragsrückstand trotz mehrmaliger erfolgloser

**Rn. 288**

Anmahnungen können vor ihrer Feststellung Nachforschungen bzw.

**Rn. 289**

Beweiserhebungen erforderlich machen,

**Rn. 290**

die vom Schwierigkeitsgrad her auch für die Feststellung

**Rn. 291**

von "falschen Angaben" erforderlich sind. So können bei

**Rn. 292**

der Verlegung des Wohnsitzes Nachfragen beim Einwohnermeldeamt bzw.

**Rn. 293**

bei Nachbarn erforderlich werden. Beim unentschuldigten

**Rn. 294**

Fehlen bei einer bestimmten Zahl von Vereinsveranstaltungen

**Rn. 295**

können Nachforschungen zu der Anzahl

**Rn. 296**

des Fehlens und zu den Gründen erforderlich werden. Bei

**Rn. 297**

Beitragsrückständen können Nachforschungen bzgl. des Zahlungsweges

**Rn. 298**

bzw. bzgl. der Einzahlungsnachweise erforderlich werden.

**Rn. 299**

2.

**Rn. 300**

Der Kläger hat seine vorläufige Mitgliedschaft durch fal-

**Rn. 301**

sche Angaben erschlichen/erreicht.

**Rn. 302**

Für eine Streichung dürfte irrelevant sein, ob die Vorsitzende

**Rn. 303**

des Klägers während des Aufnahmeverfahrens in

**Rn. 304**

Deutschland gezüchtet hat, ob es zu einer Zucht bei dem

**Rn. 305**

weiblichen Mitglied des Klägers U gekommen ist, und

**Rn. 306**

ob die Krankheit der Hündin "C" vor der vor-

**Rn. 307**

läufigen Aufnahme des Klägers als Mitglied im Beklagten

**Rn. 308**

festgestellt wurde. Etwaige Versäumnisse des Klägers in

**Rn. 309**

diesem Zusammenhang dürften, keine "Angaben" gegenüber dem

**Rn. 310**

Beklagten darstellen. Vielmehr dürften sie "nur"' ein Unterlassen

**Rn. 311**

des Klägers darstellen, das nachdem insoweit

**Rn. 312**

klaren Wortlaut in § 5 Ziff. 3 b der Satzung des Beklag-

**Rn. 313**

ten mangels Vorliegen einer"Angabe" nicht zur Streichung

**Rn. 314**

berechtigt.

**Rn. 315**

Allerdings stellen die Mitteilungen des Klägers über das

**Rn. 316**

Zustandekommen der Satzungs- und Zuchtordnungsänderungen,

**Rn. 317**

eine falsche Angabe dar, durch die die vorläufige Aufnahme

**Rn. 318**

im Beklagten erschlichen/erreicht wurde.

**Rn. 319**

Mit dem anwaltlichen Schreiben vom 08.10.1998 wurden die

**Rn. 320**

Protokolle über die Mitgliederversammlung vom 23.08.1998

**Rn. 321**

und 04.10.1998 übersandt zum Zwecke des Nachweises der

**Rn. 322**

"Durchführung sämtlicher Änderungen", die vom Beklagten

**Rn. 323**

gewünscht wurden.

**Rn. 324**

Im Hinblick auf die Frage, ob falsche Angaben gemacht

**Rn. 325**

wurden, kann dahinstehen, ob die Mitgliederversammlungen

**Rn. 326**

vom 23.08.1998 und 04.10.1998 überhaupt abgehalten wur-

**Rn. 327**

den . Auf jeden Fall ergibt sich bereits aus dem Vorbringen

**Rn. 328**

des Klägers, dass diese Mitgliederversammlungen zumindest

**Rn. 329**

nicht in der Form abgehalten wurden, wie dies die

**Rn. 330**

Protokolle wiedergeben.

**Rn. 331**

Auch nach der Darstellung des Klägers waren bei beiden

**Rn. 332**

Mitgliederversammlungen nicht alle in den Teilnehmerli-

**Rn. 333**

sten aufgeführten Mitglieder (körperlich) anwesend. Vielmehr

**Rn. 334**

seien einige telefonisch zugeschaltet gewesen. Demgegenüber

**Rn. 335**

ergibt sich aus dem Inhalt der Protokolle, dass

**Rn. 336**

die in den Teilnehmerlisten aufgeführten Mitglieder anwesend

**Rn. 337**

waren. So heißt es zu dem Protokoll der Mitgliederversammlung

**Rn. 338**

vom 23.08.1998 zu Beginn "Anwesende Mitglieder".

**Rn. 339**

In dem Protokoll der Mitgliederversammlung vom

**Rn. 340**

04.10.1998 ist unmittelbar nach Aufführung der teilneh-

**Rn. 341**

menden 18 Personen ausgeführt, dass Frau L alle

**Rn. 342**

"Anwesenden" begrüßte. Demgemäß geben die Protokolle kei-

**Rn. 343**

nesfalls den Ablauf der Versammlungen so wieder, wie sie

**Rn. 344**

tatsächlich abgelaufen sind. Durch die Übersendung der

**Rn. 345**

Protokolle mit dem Anschreiben vom 08.10.1998 unter Bezugnahme

**Rn. 346**

auf das Schreiben vom 06.10.1998 hat der Kläger

**Rn. 347**

jedoch zum Ausdruck gebracht, dass die auf den Mitglie-

**Rn. 348**

derversammlungen beschlossenen Satzungs- und Zuchtordnungsänderungen

**Rn. 349**

unter den Förmlichkeiten zustande gekommen

**Rn. 350**

sind, die auch protokollarisch festgehalten wurden.

**Rn. 351**

Dies war jedoch - wie bereits geschildert - tatsächlich

**Rn. 352**

auch nachdem Vorbringen des Klägers nicht der Fall.

**Rn. 353**

In diesem Zusammenhang ist unerheblich, ob der Kläger die

**Rn. 354**

Mitgliederversammlung auch nur unter Beteiligung einer

**Rn. 355**

Person durchführen konnte. Denn gegenüber dem Beklagten

**Rn. 356**

wurden durch die Übersendung der Protokolle zum Ausdruck

**Rn. 357**

gebracht, dass die Satzungsänderungen unter den Förmlich-

**Rn. 358**

keiten herbeigeführt wurden, wie diese protokolliert wurden.

**Rn. 359**

Dies machte der Beklagte auch zur Grundlage seiner

**Rn. 360**

Aufnahmeentscheidung. In seiner Aufnahmeordnung ist unter

**Rn. 361**

§ 16 zudem ausgeführt, dass der Bewerber u. a. "den Nach-

**Rn. 362**

weis ordnungsgemäßer Beschlussfassung zu erbringen hat.

**Rn. 363**

Dem Beklagten war es. damit weder aufgrund der eigenen

**Rn. 364**

Aufnahmeordnung gestattet noch zuzumuten, die Entscheidung

**Rn. 365**

über die Frage, ob der Kläger seine Satzung und

**Rn. 366**

Zuchtordnung wunschgemäß geändert hat, auf von diesem

**Rn. 367**

Übersandte Protokolle zu stützen, die den eigentlichen

**Rn. 368**

Ablauf des Zustandekommens der Änderungen unzutreffend

**Rn. 369**

wiedergeben. Aufgrund der eigenen Aufnahmeordnung durfte

**Rn. 370**

und musste sich der Beklagte nicht auf den nachträglichen

**Rn. 371**

Versuch des Klägers einlassen, quasi durch

**Rn. 372**

"geltungserhaltende Reduktion" das gerade noch Zulässige

**Rn. 373**

zu tolerieren, wenn dies ihm nicht zugleich durch Vorlage

**Rn. 374**

eines entsprechenden Protokolls mitgeteilt worden war.

**Rn. 375**

Aus diesem Grund ist es auch unerheblich, ob der Kläger

**Rn. 376**

vereinsintern vereinbart hat, dass eine Mitgliederversammlung

**Rn. 377**

in der von ihm geschilderten Form durchgeführt

**Rn. 378**

werden kann. Darauf kommt es Überhaupt nicht an. Denn was

**Rn. 379**

möglicherweise vereinsintern machbar war, wurde dem Beklagten

**Rn. 380**

gegenüber nicht offenbart, sondern vielmehr so

**Rn. 381**

dargestellt, als seien die gewünschten Änderungen in der

**Rn. 382**

protokollierten Form zustande gekommen. Aus diesem Grunde

**Rn. 383**

war dem Kläger auch kein Schriftsatznachlass mehr zu gewähren.

**Rn. 384**

Denn auf die Punkte, zu denen er noch vortragen

**Rn. 385**

wollte, kam es für die Entscheidung nicht an.

**Rn. 386**

III .

**Rn. 387**

Die Entscheidung über die Kosten der damit im Ergebnis

**Rn. 388**

erfolglosen Klage ergibt sich aus § 91 ZPO, die über die

**Rn. 389**

vorläufige Vollstreckbarkeit aus den §§ 708 Nr. 11, 709 ZPO.

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Zitiervorschlag: Landgericht Dortmund, Urteil vom 30.03.2001 – 8 O 587/00, ECLI:DE:LGDO:2001:0330.8O587.00.00

Datenquelle: Open Legal Data, abgerufen 09.07.2026

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